Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Internet

Gegen Zensur!

<a href="comments.php?id=413_0_1_0_C][Der Berliner Polizei, den großen Künstlern, gewidmet" width=“217” height=“307” align=“left” /> Das ist mal wieder eine Geschichte die einem den Hut hochgehen lässt:

Die Berliner Polizei stört sich an einem “Fahndungsplakat” von Berliner Antifas (heise berichtete). Da man das Fotografieren in der Öffentlichkeit schlecht verbieten kann kam man auf einen genialen Einfall: Man behauptet einfach ein Polizei-Fahndungsplakat sei ein Kunstwerk und das Anti-Polizei-Plakat der Antifas ein Verstoß gegen das Urheberrecht (auf so etwas muß man erst einmal kommen), sprich, Antifa hat ein Polizei-Kunstwerk gefälscht. Das schrieb die Polizei an Provider 1&1, und so sind wir Deutschen nun einmal: Kommt die Obrigkeit, wird gekuscht, und sei die Begründung noch so sehr an den Haaren herbei gezogen. Also nahm 1&1 die Seiten aus dem Netz. Das erzürnte den Schockwellenreiter, und so kam er auf die Idee das künstlerisch wertvolle Plakat im WWW so oft wie nur möglich zu spiegeln, da machen wir natürlich gerne mit!

Übrigens: Damit ist keine Stellungnahme im Kleinkrieg zwischen Antifa und Berliner Polizei bezogen (die geben sich an Verbohrtheit gegenseitig nicht viel, das Antifa-Plakat war eine Reaktion auf diese völlig unverhältnismäßige und in meinen Augen illegale Aktion der Berliner Polizei), sondern ich finde es eine Unverschämtheit dass die Polizei sich einen absurden Brief ausdenkt (Fahndungsplakate sind Kunstwerke, ich könnte mich immer noch totlachen) und der Provider 1&1 (lasst uns Werbung machen für Provider um die man besser einen Bogen macht) gleich auf dem Boden kriecht und kuscht, so geht es nicht, wir sind hier nicht in der DDR!

Noch einmal, für die bei denen der Cent nur langsam fällt: Gewalt, egal ob am 1.Mai oder anderswo, egal ob durch sogenannte “Autonome” oder “Freunde und Helfer” die es den “Chaoten” mal so richtig geben wollen, ist überflüssig wie ein Kropf. Hier geht es um Zensur und Freiheit des Wortes und vorauseilenden unangemessenen Gehorsam eines Providers!

Mit einem Klick auf Mehr oder das Bild kann man sich das Corpus Delicti etwas größer anschauen! Und: Habt Ihr eine Website, stellt das Plakat darauf, damit die uniformierten Kunstfreunde aus Berlin etwas zu tun bekommen… ;-)

[Der Berliner Polizei, den großen Künstlern, gewidmet]