Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Mac Techkram

Die Ankunft des Jedi-Ritters

Update: Man kann sich das Geräusch anhören (MP3, ca. 103kB)
Das »Röhren« ist kein Störgeräusch, sondern kommt so aus dem armen kleinen Powerbook. ;-)

Also, gestern, komme ich so nach Hause. Bringe mein Powerbook ins Netz und fahre die übliche Datensicherung per rsync auf den Linux-Rechner. Schalte den Linux-Rechner wieder aus, die gewohnte Arbeitsstille ist da (ja, liebe PC-User, wir Mac-User arbeiten normalerweise in absoluter Stille, was machinenverursachte Geräusche angeht ;-)). Nach einiger Zeit erfüllt ein leises Sirren die Luft, wie von einem Jedi-Schwert, das in der Luft bewegt wird. Es wird lauter. Ich denke: »Hm, herumlaufende Jedi-Ritter sind in Wiesbaden eher unüblich«, und forsche nach der Ursache des Geräuschs.

Nach ein wenig herumlauschen stelle ich fest: Das Geräusch kommt aus dem Powerbook, ist bei Bewegung des Geräts beliebig reproduzierbar. Wenn man genau hinhört, hört es sich auch noch so an, als würde der Jedi-Ritter mit seinen Stiefeln durch Sand laufen. Mein erster Verdacht: Der Lüfter, gerade wg. der Bewegungsabhängigkeit. Ich forsche ein wenig in den Weiten des Webs, finde ein fast identisch klingendes Geräusch. Dort wollen sie einem aber etwas von Spannungswandlern erzählen. Ich bin verwirrt, warum sollte nach fast drei Jahren ein Spannungswandler anfangen, solche Geräusche zu machen? Ich verwerfe die Spannungswandler-Theorie.

Parallel beginne ich, tars von /usr/local und /opt anzulegen, in denen sich diverse selbst kompilierte Sachen wie PHP 512 befinden. Und während das tar zusammen packt, steht der Jedi-Ritter klopfend vor der Tür: Es kommt ein häßliches klopfendes und ratterndes und kratzendes Geräusch (Klack Klack – Klack Klack – krrrrrrrr) von der Festplatte aus dem kleinen Powerbook. Ich tare zu Ende und kopiere die Archive auf den Linux-Rechner. Danach boote ich von der Tiger-CD, nach dem Start-Sound rattert es wieder häßlich und noch lauter, der Jedi-Ritter hat die Tür eingetreten und ist da. Obwohl laut SMART und Festplattendienstprogramm noch alles in Ordnung ist, stelle ich fest: Die Festplatte ist wohl hinüber! Gelobt sei rsync und seine regelmäßige Anwendung!

Nun steht also Festplattenwechsel und Neuinstallation ins Haus (da haben wir hinreichende Erfahrung mit). Und die Bastelei in den Innereien des Powerbooks wird sicher ein großer Spaß. ;-)



6 Kommentare



godany am 26.04.2006:


hier wars neulich das logic board mit ähnlichem geräusch. platte dachte ich auch zuerst. war aber nicht.

Ralf G. am 26.04.2006:

Wenn es nur das Zirpen des Schwerts wäre, würde ich es auch denken. Aber rattern und klacken beim Systemstart klingt eher nach Festplatte.

Mir wäre Festplatte auch lieber, das ist ein definiertes und mit vertretbarem Aufwand lösbares Problem, im Gegensatz zum Board bei einem fast 3 Jahre alten Rechner außerhalb aller Garantien.

andreas am 27.04.2006:

Ach herrje! :(
Hört sich ein bisschen an wie ein Zug mit Dauersignal, der versucht Tiere oder, passend zum aktuellen Thema, Atomkraftgegnger von Gleisen wegzuscheuchen…

Ist das nicht vielleicht ein Zeichen? Ein Zeichen sich mal in den nächsten Gravis-Shop zu bewegen, um sich die neuen…? ;)

Ralf G. am 27.04.2006:

Schon erledigt, heute war Basteltag, und nun schnurrt in dem kleinen eine neue 100GB-Platte und das System ist wieder drauf!

War ne ordentliche Bastelei (alleine schon die Anschaffung eines T6-Torx-Schraubendrehers für 5,20 EUR), kommen die Tage noch Fotos zu. ;-)

andreas am 28.04.2006:

Hattest du ein Backup des Systems oder hast du neu installiert?

Ralf G. am 28.04.2006:

Neu installiert, aber vom Home-Verzeichnis, /usr/local und /opt habe ich Backups gehabt.
Mittlerweile habe ich darin ja Routine. ;-)

powerbook festplatte