Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Mac

Die Hölle friert zu: Windows auf Macs!

Sowas! Apple ist immer wieder für eine Überraschung gut und unterstützt mit Boot Camp offiziell die Installation von WinXP auf Intel-Macs. Vielleicht lässt die Namenswahl ja auf die Intention schließen: Wikipedia – Bootcamp.

Mir persönlich würde schlecht und ich bräuchte ganz schnell eine Tüte, wenn auf dem schönen Mac das abscheuliche Virenschleudersystem booten würde. Abgesehen davon lehrt die Dual-Boot-Erfahrung mit Linux und Windows auf einem PC, dass man keinen Bock hat, ständig das System zu rebooten, nur um eine Anwendung zu starten.
Dual- (oder Multi-)Boot ist also, außer man ist Softwareentwickler und braucht einen Zoo von Systemen zum Testen, auf die Dauer nicht praktikabel. Zumal es auf Macs mit Mac OS X nicht üblich ist, das System nach der Arbeit herunter zu fahren und zu Beginn der nächsten Session wieder neu zu booten.

Aber: Ist das ein genialer Schachzug oder der Anfang von Apples Ende?

Geschichte wiederholt sich zwar nicht. Aber man kann, soll und muss aus ihr lernen. Also: Einst gab es ein System namens OS/2. Innerhalb des Systems lief das damalige Windows 3.1. Also sagten die Softwarehäuser: »Hey, OS/2-User, warum sollen wir uns der Mühsal unterziehen, eine OS/2-Version von KannNichtVielAberKostetNeMenge zu entwickeln, wo Du doch problemlos die Windows-Version nutzen kannst?«
Tja, und so wollte irgendwann niemand mehr das schöne OS/2 benutzen, weil es keine Software dafür gab, und heimlich still und leise verstarb es, weil es nur noch auf Geldautomaten Verwendung fand…

Man darf gespannt sein. Vielleicht markiert dieser Tag den Anfang vom Ende.



4 Kommentare



andI am 06.04.2006:


Was wäre denn, ginge man von einem genialen Schachzug aus, aus Deiner Sicht die Intention dahinter? Ich grüble schon eine ganze Weile, aber mir will so wirklich nichts dazu einfallen. Ich hab eher ausschließlich ein ungutes Gefühl bei der Sache. Vor allem, wenn ich sehe, mit welcher Begeisterung sich Mac-Nutzer auf BootCamp stürzen. Bisher mussten die wahrscheinlich zwanghaft ihren Zweit-PC verstecken, um ihr Image nicht anzukratzen. Jetzt kann man munter BootCamp vorschieben (natürlich nur zu Testzwecken, nieeee für was anderes, ist doch klar. schwör ich hoch und heilig!). Die Softwareindustrie wird sich überlegen, ob sie weiterhin viel Geld für die Entwicklung zweier Softwareversionen ausgibt und Apple ist in 5 Jahren die Multimediasparte von Microsoft – natürlich unter anderem Namen – und stellt ausschließlich winPods her.
Und Jobs verkauft vor ein paar Tagen Apple-Aktien für 296 Millionen. Alles sehr eigenartig… ;-)

Ralf G. am 06.04.2006:

Naja, ist mehr so ein vages Gefühl, dass die Jungs in Cupertino wissen, was sie tun.

Vielleicht ist das Kalkül: Wenn die Benutzer von dem System, das man erst nach Installation von Viren-, Spyware- und Trojaner-Blockern sowie einer sogenannten “Personal Firewall” benutzen darf, genug haben und mal das andere System booten, switchen sie gleich ganz. Nun ja, wir werden sehen.

Lapidarium42 am 07.04.2006:

Trackback von Lapidarium42:
Windoof auf dem MAC

Die Aussicht auf einem Intel Mac meine Controlling Tools starten zu können, toll.

Ein Notebook weniger.
Aber wäre schon ein hoher Preis wenn sich die Geschichte von OS/2 mit MAC OS wiederholen würde.
Die Hölle friert zu: Windows auf Macs!:
Geschich…

kwaki am 2006-04-11 03:03:31 +0200:

Na endlich werden die Mercedesfahrer unter den Computerbesitzern schlau.

“Oh mein schönes Gehäuse hat einen Kratzer, bitte reparieren Sie das schnell, ich bezahl ihnen auch alles, Hauptsache mein Computer ist schön.”

apple macosx windows bootcamp