Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Lagedernation

Mitten in Deutschland...

Banlieues nicht nur in Paris. Das ist ein Hammer, oder nicht?

Das Kollegium einer Hauptschule in Berlin-Neukölln fordert die Auflösung der eigenen Schule (via Schockwellenreiter). Weil sie die alltägliche Gewalt nicht mehr in den Griff bekommen. Die Lösung ist: Ab morgen durchsucht die Polizei die Schüler vor dem Unterricht nach Waffen. Der Tagesspiegel orakelt unter dem sachlichen Titel »Jugend trainiert für das Ghetto«: »So siehts also aus: Oben reicht’s nicht zur Elite, unten werden Schulen zum Trainingslager für den Straßenkampf. Mit pädagogischem Willen allein ist dem nicht mehr beizukommen.« Man braucht kein Prophet zu sein: Die Schule wird jetzt mediales Großkampfgebiet, das Unterschichtenfernsehen würde am liebsten Straßenkampf live in die Wohnstuben des sich gruselnden Bürgertums senden. Und in der Politik werden wir die ewig gleichen Reflexhandlungen symbolischer Aktivität sehen. Aber was nun? »There goes the neighbourhood?«



2 Kommentare



helge am 31.03.2006:


klassengröße runter auf zehn und wenn die lehrer keine vollkommenen flaschen sind, haben sie die schüler innerhalb eines halben jahres halbwegs interessiert bei der sache.

Ralf G. am 31.03.2006:

Tja, das Problem ist, das würde Geld kosten. Und Geld mag $PolitikerIn dafür nicht ausgeben. Lieber für Polizei und Knäste…

berlin neukölln