Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.

Hässliche Desktops

Linux

Ein schönes Freitags-Thema ;-) wirft Computerwoche-Autor und Blogger Thomas Cloer auf: »Last, but not least ist das ganze Open-Source-Zeug (natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel) auch noch immer irgendwie hässlich. Woran das liegt, weiß ich auch nicht. Programmierer verstehen halt selten was von Eye Candy, und Designer umgekehrt selten was vom Coden. Aber die Community muss irgendwann mal kapieren, dass das sprichwörtliche Auge auch mitisst.« Leute, mal ehrlich: Gibt es etwas hässlicheres als Windows? Von Benutzer-Konsistenz mal ganz zu schweigen. Jeder, der mal in einem hässlichen Dialog voller Reiter den Erweitert-Knopf gedrückt hat, um dann einen neuen Dialog mit hässlichen Tabs und Erweitert-Knöpfen präsentiert zu bekommen, weiss, wovon ich rede. Und dass Thomas ausgerechnet OpenOffice als Beispiel für die Hässlichkeit von Open-Source-Software anführt, ist mehr als unfair, denn das verbreitet in dem Bestreben, DAU-sicher zu sein, mit seiner Windows-95-Optik auf jedem System, egal ob Windows, Linux oder Mac OS X, die übelriechende Aura von Tod, Verderben, Flickwerk, Viren und Datenverlust, die man logischerweise gemeinhin mit Windows assoziiert. Sprich: Es ist so hässlich, weil es so nach Windows aussieht. Darum suchen auch alle auf dem Mac händeringend nach Office-Alternativen.

Und wahrscheinlich hat Thomas noch gar nicht mitbekommen, dass man Linux-Desktops optisch so tunen kann, wie man gerne möchte. Im Gegensatz zu Windows, übrigens…



5 Kommentare



pfleidi am 24.03.2006:


Davon abgesehen, dass es ein Dienstagsthema ist, muss ich dir voellig recht geben.
Dieser Mensch ist nichts weiter als einer von vielen unwissenden, die meinen sie koennten etwas beeurteilen, dass sie nicht verstehen.

Ralf G. am 24.03.2006:

Das hast Du gesagt. ;-) Ich habe gewisse Bösartigkeiten bezüglich seiner Publikation verschluckt, die CW ist IMHO sowieso nichts weiter als ein Klatschblatt mit hoher Krawattenfotodichte der IT-Szene. Aber das hat ja nix mit seinen Argumenten(?) zu tun.

andI am 24.03.2006:

Mein ubuntu-Desk gefällt mir ausserordentlich. Und der ist noch nicht mal grossartig getuned… ;-)

Boris am 25.03.2006:

Ich kann über solche Diskussionen eigentlich seit Jahren nur mit den Achseln zucken. Wenn ich mir die GUIs aller Systeme so anschaue, kommt mir das – ergonomisch wie ästhetisch – im Grunde immer noch vor wie ein Haufen fauler, stinkender Fische, unter denen womöglich ein oder zwei sind, die nicht ganz so arg faul und stinkig sind. Was soll’s also?

user am 2006-03-26 16:36:27 +0200:

Du hast ganz recht Boris. Computer sind für ungeschulte Benutzernnen und Benutzer zum Teil nicht bedienbar. Seit meine Großeltern einen Rechner haben (Windows) fällt mir bei jedem ihrer Probleme aufs neue auf, dass ohne Schulung und Anleitung für sie überhaupt nichts geht. Unverständliche Fehlermeldungen und Hinweisboxen usw.

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