Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Lagedernation

Nach der Wahl ist vor der Wahl?

Nun ist sie also fast ausgezählt, die Bundestagswahl, und wir wissen nur wenig. Fakt ist:

  • Rot-Grün ist Geschichte.
  • Schwarz-Gelb bleibt glücklicherweise noch länger zurück liegende Geschichte.

Aber sonst? Wenn man die Wahlsendungen verfolgt, dann möchte eigentlich niemand mit niemandem koalieren, aber jede/r Kanzler werden. Tja, mich dünkt, das wird so einfach nicht gehen.

Die Union, die vor einigen Wochen bereits Posten verteilt hat und nur über die Höhe des Sieges diskutierte, hat eines der schlechtesten Ergebnisse aller Zeiten eingefahren. Ein Dankestelegramm geht an den Professor aus Heidelberg. Daraus einen politischen Führungsanspruch für Merkel abzuleiten, ist noch abenteuerlicher als Gerhard Schröders Anspruch auf die Kanzlerschaft nach dem Verlust der rot-grünen Mehrheit. Ich denke, ab Montag werden die Geier aus der eigenen Partei über die gute Frau herfallen.
Das hohe Ergebnis der FDP ist ein Übel, das hätte es nun nicht gebraucht.

»Meine« grüne Farbe bleibt ungefähr da, wo sie beim letzten Mal war. Damit bin ich zufrieden. Eines ist aber klar: Sollten die Grünen sich auf eine sogenannte »Jamaika-Koalition« (Schwarz-Gelb-Grün) einlassen, kündige ich ihnen die politische Gefolgschaft auf.

Was passiert nun? Niemand weiß was. Es bleibt spannend, und vielleicht dürfen wir bald wieder an die Wahlurne …

Eines finde ich bemerkenswert: Es gibt nun die dritte Wahl hintereinander eine Mehrheit jenseits des so genannten bürgerlichen Lager aus Union und FDP!



8 Kommentare



N. Klotz am 18.09.2005:


Seltsam, ich fühlte mich gerade, als würde ich meine eigenen Gedanken lesen, soll heißen: Volle Zustimmung ;)
Zwar darf ich noch nicht wählen, doch sollten die Grünen wirklich schwach werden und mit Schwarz-Gelb eine Koalition bilden, werden sie wohl bei der nächsten Wahl / meiner ersten Wahl eine Stimme weniger haben…Mal sehen, wie weit die “Machtgier” – auch bei der FDP – nun gehen wird.

Boris am 18.09.2005:

Wenn es bald wieder Wahlen gäbe, wäre das ein klarer Ausweis entweder der Unfähigkeit oder des dreisten Unwillens der beteiligten Polit-Führer in den jeweiligen Fraktionen.

Folge müsste also sein, dass alle Parteien die komplette aktuelle Führungsriege auszutauschen hätten – gegen Personen, die zu politischem Handeln fähig und/oder willens sind.

TH am 18.09.2005:

Ich hätte ja nix gegen rot-grün-röter. Wenn die Idioten in der Linken.PDS ihre trotzhaltung aufgeben…

susan am 18.09.2005:

ich weiss auch nicht was uns nun erwartet. Am besten man schafft das Amt des Bundeskanzler ganz ab und hat ein großen Haufen Politiker. Der Bundespräsident übernimmt dann die neue Rolle als Diskussionsführer. Alle stimmen in einer großen Koalition ab. Falls mal nichts zu Stande kommt, wirft man eine Münze. hahaha. Es kommt sowieso immer alles anders als man plant.

grapf am 19.09.2005:

Das mit der Mehrheit links von schwarz-gelb hat irgendwie was beruhigendes, ja. Aber so gemeint hat Willy Brandt das seinerzeit bestimmt nicht. Denn der Rechtsruck der Schröder-SPD war doch gewaltig und damit wäre “die Mitte” wohl – wenn überhaupt – eher mitten in der SPD zu finden. Also doch eher einlullend? Wunschdenken? Und wenn es eine Schwampel gibt, ist “Mitte” mitten im Grünen?!

Ralf am 19.09.2005:

Ich könnte auch gut mit Rot-Grün-Rot leben, aber das wird nix.

susan, die Diskussionsführerin wäre selbstverständlich Sabine Christiansen! ;-)

grapf, diese politischen Koordinaten sind natürlich relativ. Aber trotzdem bemerkenswert, das Schwarz-Gelb wieder nix reisst.

annonym am 2005-09-20 11:51:20 +0200:

Lieber Leute, lasst uns doch einmal ernst miteinander sprechen. Gehts euch gut mit den hohen Steuern und den teueren Lebensmitteln? Wollt ihr nicht wissen wofür ihr arbeitet? Wollt ihr mehr in der Tasche haben als Sozialhilfe- bzw. Hartz4empfänger?! Seit nicht dumm und wegt ab was Deutschland wirklich hilft. Fakt ist, alles ist so teuer geworden doch man muss ich mal fragen warum das so gekommen ist. Klar, wir haben viele Ausländische Mitbürger, die in vielen Augen uns die Arbeitsplätze weg nehmen, aber seien wir doch mal ehrlich zu uns selber, wer würde denn gerne auf dem Feld Spargel stechen gehen wenn doch Vater Staat für uns aufkommt. Auch dann wenn man ein paar Euro weniger in der Tasche hat, hauptsache man muss nicht arbeiten. Da fängt es doch schon an. Durch solche Einstellungen steigen die Lohnnebenkosten, so dass weniger Leute eingestellt werden und diese Leute ja auch nen anständigen Lohn erhalten wollen. Bemerkbar macht es sich nur beim Entverbraucher, der diese hohen Lohnnebenkosten zu tragen hat indem der Preis angehoben wird. Wie lange sollen wir das noch aushalten?! Alles, wirklich alles ist teurer geworden. Strom, Wasser, Abwasser, Klamotten, Lebensmittel, Zigaretten etc. und was haben wir davon und was haben die Unternehmen davon?! Die gehen ins Ausland mit samt den Arbeitsplätzen. Klasse… Aber wir wollen immer mehr. Wir sollten anfangen an unserer Einstellung zu arbeiten, von unserer Dekadenz Abstand zunehmen und anfangen nicht gegeneinander zu arbeiten sondern miteinander. Was bringt uns weiter? Wie wird die Konjunktur angekurbelt, so dass die Unternehmen nicht weg gehen und wir unsere Arbeitsplätze nicht verlieren? Wer wirklich gut in seinem Job ist hat sich 1. das Geld was er bekommt verdient und 2. wird er keine Angst haben brauchen die Kündigung zu erhalten. Wir müssen dem Arbeitgeber schon ein wenig entgegen kommen und den Kündigungsschutz lockern, weil wenn ich gute Arbeit leiste, warum sollte man mich dann kündigen?! Wenn das passiert, wären viele UN gewillt mehr Leute einzustellen und ihnen Arbeit zu geben. Ich könnte noch so einiges sagen, aber Grün und vorallendingen ROT-GRÜN wäre das schlechteste für Deutschland. Überlegt es doch einmal

Sven am 20.09.2005:

ui, da hat aber wer die neoliberale Bibel richtig gut auswendig gelernt. Freilich unter Verschwurbelung von Ursache und Wirkung, aber das gehört zu dieser Denke ja dazu.

Zu den Grünen: ich fürchte, die sind inzwischen weit bürgerlicher (und damit mittiger) geworden als sie es selbst wissen. Aber es gibt ja noch den Ströbele :-)

wahl05