Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.

Der iPod verändert unser Leben

Musik

Behauptet Michael Althen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: »Wie der iPod unser Leben verändert hat«. Dabei schlägt er den ganz großen Bogen, von den Zeiten, die meine Generation (gute Güte, klingt das Oldie-mäßig ;-)) noch gut kennt: »Vor langer, langer Zeit – kunstgeschichtlich also etwa vor Erfindung der Zentralperspektive – haben Menschen Musik auf tellergroßen schwarzen Scheiben mit einem Loch in der Mitte gespeichert, auf denen eine Rille vom Rand zur Mitte lief, die von einer Nadel abgetastet werden mußte, um die Musik hörbar zu machen. […] Man muß sich das mal vorstellen: Menschen kauften sich Schallplatten, setzten sich auf einen Sessel oder legten sich aufs Bett und starrten stundenlang aufs Plattencover, küßten es, falls der Künstler darauf abgebildet war, oder rätselten über dessen Bedeutung, falls es abstrakterer Natur war. « Über das Tapedeck und die CD geht es hin zur Digitalisierung und der digitalen Musikikone unserer Zeit, dem iPod. Und bringt recht gut auf den Punkt, was den iPod (oder eben andere tragbare Player mit großen Platten) von Walkman, Minidisc-Player und Konsorten unterscheidet: »Das Problem mit Musik ganz allgemein ist jedoch, daß man mitunter zwar gerne etwas hören würde, aber nicht immer die Entscheidungskraft aufbringt, sich auf eine bestimmte CD, Gruppe oder auch nur Richtung festzulegen. […] Der iPod stößt in diese Lücke des musikalischen Leerlaufs. Man stellt ihn an, und der Zufallsgenerator wählt irgendeinen Song, von dem man nur so viel sicher weiß: daß man ihn irgendwann mal gut genug fand, um ihn auf den iPod zu überspielen. Und regelmäßig ist man überrascht: Man wäre selbst nie auf den Song gekommen, hätte sich gegebenenfalls womöglich sogar dagegen entschieden, aber in dem Moment, wo er erklingt, kommt die Erinnerung zurück.« Der Zufall also wieder. Auf den kommt man in diesen digitalen Zeiten immer wieder zurück. Irgendwie related: Flickr: Photos tagged with ipod



3 Kommentare



Fred am 12.07.2005:


Es ist so, dass Musik weniger “materialgebunden” geworden ist – so weit so gut… mir geht es dann nur ungefähr nur so, dass ich von den 500 Songs auf meinem iPod etwa 250 überspringe, weil ich sie im Moment nicht hören möchte… – die dunkle Seite des Zufallsgenerators ;)

Maurus am 2005-07-15 16:02:03 +0200:

Ist ja witzig, jetzt wo alle einen iPod haben geh ich wider zurück zur LP :-)
Irgendwie vermisse ich bei MP3 und Co den Tiefgang.
Aber ich liebe meinen iPod troztdem :)

Ralf am 17.07.2005:

Naja, Maurus, LPs und iPod sind ja im Grunde zwei grundverschiedene Anwendungen. Oder bist Du mit Stromaggregat, Plattenspieler, Verstärker und einem Haufen LPs unterwegs? ;-)

musik mp3 ipod