Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Mac

Mac OS X Tiger - Der Reinfall des Jahres?

Es geht doch nichts über eine reißerische Überschrift. ;-) Aber mit einem durchaus ernsthaften Kern, mir geht es wie Jon, Jeremy oder Andreas: Mac OS X Tiger ist alles andere als der große Wurf. Zumindest auf meinem »schon« zwei Jahre altem Powerbook. Seit dem Update swapt der Rechner in allen Lebenslagen, letztens habe ich es in sieben Minuten(!) nicht geschafft, das aus iPhoto gestarte Photoshop zu schließen, iPhoto zu schließen und den bereits geöffneten Safari zwecks Upload des gerade bearbeiteten Bildes dazu zu bringen, auf Benutzereingabe zu reagieren. Fröhlich rotiert das Strandbällchen. Das ist lächerlich, die übelste Virenschleuder mit XP ist nicht so lahm!
Dashboard habe ich schon deaktiviert, den Spotlight-Prozeß nach jedem Boot mit renice niedrigste Priorität gegeben – trotzdem ist das Notebook ständig auf der Festplatte am rödeln. Und die Krönung – das Dingen stürzte tatsächlich im laufenden Betrieb ab oder das Trackpad reagiert plötzlich nicht mehr auf Eingaben, während der Rechner weiter läuft – früher undenkbar, was für eine bodenlose Schlamperei.

Okay, ich habe nun bereits von Jaguar auf Panther und von Panther auf Tiger aktualisiert – aber hey, das ist Mac OS X, nicht Windows ME, das muß das abkönnen. Nun muß ich es wohl oder übel wie Andreas am baugleichen Powerbook machen, nämlich eine Neuinstallation durchführen. Das geht mir granatenmäßig auf alles mögliche, ich habe auf solch’ überflüssige Beschäftigungen überhaupt keine Lust. Aber was will man sonst machen.

Fazit: Fetter, sehr fetter Minuspunkt für Apple.



9 Kommentare



Gerrit am 29.06.2005:


Mir geht’s ähnlich! Der Lüfter meines Powerbooks ertönt nun etwa dreimal so oft wie am Anfang (=vor dreieinhalb Jahren) und der Programmstart von Photoshop veranlasst mich zum Getränkeholen am Kühlschrank.

andreas am 29.06.2005:

Kleine Korrektur. Unsere beiden sind nicht ganz baugleich! Ich war unter den ersten, du kamst erst im September wenn ich nicht irre, zu deinem, und bei diesem wurde glaube ich schon irgendwas optimiert. Gut, das sind jetzt Spitzfindigkeiten! ;)

Wie bereits gesagt, ich habe die Neuinstallation bislang nicht bereut. Natürlich nimmt sich das PB immer noch ab und an eine Auszeit. Das will ich gar nicht verheimlichen. Gerade bei der Arbeit mit iPhoto kann es mal ins Stocken geraten. Aber von den Benchmarks und der gefühlten Geschwindigkeit und vor allem von der Systemstabilität her, ist es nun in der Tat besser. Sogar einigermaßen zügig schlafen legt er sich wieder. Also, ich habe es nicht bereut. Allein schon gut, dass ich so mal zum Ausmisten kam. Da wurde doch einiger Platz frei auf der Platte! Ganze 5GB habe ich nun “gewonnen”. – Einziger Wermutstropfen der noch offen ist, ist, dass Toast 5.x nun nicht mehr gescheit funktioniert. Unter dem upgedateten System ging es noch, wahrscheinlich waren da irgendwie noch überbleibsel von Panther da, so dass sich Toast noch wohlfühlte. Unter Tiger schrottete Toast jedoch bislang jede DVD… Buffer-Underrun oder so. Gar nicht lustig. Aber das ist ein Toast-Prob und kein Tiger-Prob.

openrico am 29.06.2005:

Trackback von openrico:
Mac OS X Tiger – Der Reinfall des Jahres?

Warum das denn? Weil ein das Update auf Tiger Probleme bereitet? Meiner Meinung nach ziemlich allgemeine Aussage von Ralf Graf. Denke auch irgendwo gelesen zu haben ( Anleitung oder ähnliches) das man neuinstallieren soll, alles andere ist eine Notlös…

Stefan Kremer am 29.06.2005:

Moin,

kann ich (leider) alles nur unterschreiben. Tiger läuft bei mir frisch installiert auf einem G3 iBook und heute habe ich es aus dem laufenden Betrieb heraus zur ersten Kernel-Panic geschafft :-o.

Safari kommt nicht mehr mit SSL-verschlüsselten Seiten vernünftig klar und fängt sich dabei reihenweise Timeouts. Mail ist eine einzige Katastrophe und von den hochgelobten neuen Features sind für mich 2/3 nicht brauchbar:

* Spotlight ist (auf dem G3) lahm ohne Ende
* die Dashboard-Widgets sind für mich etwas zwischen Baum und Borke: entweder ist der Nutzen so groß das ich’s als Programm permanent haben mag – entweder für den fallweisen Start als Programm oder permanent in Dock oder Menübar eingenistet. Oder es ist nix, dann muß es nicht mal meine Festplatte bevölkern, geschweige denn irgendwie nett animiert einschweben
* Der Automator ist eine weitere Workflow-Krücke, die Shell- und Apple-Scripte nicht ersetzt sondern wieder nur ergänzt.

Von den Legionen an liebgewonnen Tools (exemplarisch: Deja Vu und CodeTek Virtual Desktop) und Applikationen (CRM4Mac – nix geht mehr weil sowohl Mail als auch iCal mit neuen Formaten unterwegs sind) die alle nicht mehr laufen ganz zu schweigen.

Nach einer gerade durchgezogenen Tiger-Server Installation gilt auch dort, das die Marketing-Abteilung das Maul voller genommen hat, als die Technik es einlöst. Von wegen “OpenSource leicht gemacht”. Wer nicht weiß was er under-the-hood am Server zu tun hat, wird auf der Klicki-Bunti Oberfläche mächtig Schiffbruch erleiden. Und einige für Teamumgebung essentielle Dinge wie gemeinsamer Kalender und Adressdatei sind weit hinter dem Stand von Drittprodukten wie Now-Up-To-Date von vor 5 Jahren!

Gruß Stefan

gabriel am 29.06.2005:

Hallo.
Ich bin auch kein Freund von Tiger und habe mich in meinem Blog schon ausführlich und wie ein Erbsenzähler darüber ausgekotzt. Aber eines muss ich zu seiner Verteidigung sagen: wenn jemand seit Jahren keinen Clean-Install gemacht hat und immer nur alles drüber bügelt, ist selbst schuld, wenn es Probleme gibt. Es ist zwar ein Mac, aber eben nur ein Computer. Ich könnte gar nicht mehr ruhig schlafen, wenn ich nich ab und zu alles platt und neu machen würde. Dann hat man das schöne Gefühl, dass alles wieder neu und frisch ist.

Bernhard Fürst am 29.06.2005:

Habe auf meinem alten 12”-Powerbooks (Rev. A) den Tiger frisch installiert. Läuft flott und problemlos. Allein Spotlight mit seiner Indizierpsychose (= Festplattenrattern) und Langsamkeit beim Suchen macht wenig Spaß. Auf dem G3-iBook eines Freundes ist es wesentlich schneller. Außerdem springt der Lüfter zu schnell an. Das Einspielen einer /System/Library/Extensions/AppleADM103x.kext aus einem OS X 10.2.8 bringt Abhilfe. Nicht vergessen, danach mit touch /System/Library/Extensions den Mac beim nächsten Neustart zum Neuanlegen seines Extension-Caches zu veranlassen.

Automator finde ich übrigens ziemlich hilfreich, seit ich mich etwas mehr damit beschäftigt hatte.

ami am 29.06.2005:

ich kenne das gut: seit dem neuen g4 ibook ist mein steter begleiter das strandbällchen (oder windrad oder sat1 ball oder whatever). sniff ich will mein altes ibook zurück: das war ein g3 700, und lief mit panther irgendwie genauso schnell—und um einiges zuverlässiger als das g4 ibook auf tiger …

Ralf am 03.07.2005:

Hm, mich dünkt, ich bin nicht der einzige mit Problemen.

gabriel, das kann ich nicht akzeptieren, dass ich regelmäßig ein neues Install machen muß oder soll. Das habe ich in all den Jahren seit 1986, in denen ich Computer nutze, weder mit DOS, Windows, OS/2 oder Linux jemals gemacht, ohne dass mir ein System verhärmt ist. Und ausgerechnet auf der nicht agr so billigen Hard-/software-Kombi Macintosh/Mac OS X soll ich mir das nun angewöhnen? Nö, nicht akzeptabel, das hat per Update einfach zu funktionieren.

Christian am 2005-07-05 12:56:28 +0200:

Komisch, mein 2einhalb Jahre altes PB G4 (867) läuft unter Tiger ohne Probleme, schnell wie eh und je oder gar etwas flotter. Und ich hab seit 10.2.1 alles immer nur drübergebügelt. Und dabei jede Menge Free- und Shareware-Krams installiert und häufig nach dem Text auch wieder runtergeschmissen.

Die großen Updates Panther und Tiger natürlich nur per Archivieren und Installieren. Vielleicht macht das den Unterschied zu Euren Erfahrungen aus.

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