Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Linux Ontour

LinuxTag 2005 - Tag 3

Leon Shiman Leon Shiman von der XOrg-Foundation sagte: »The X Window System is the backbone of the Open Desktop.« Ansonsten bezog er Position in allerlei, wohl offenkundig heiß diskutierten Fragen bei der Entwicklung von X Window und stocherte in der Vergangenheit herum. Allein, mir fehlt das Hintergrundwissen, um das alles einordnen zu können.
Live im Grid! Interessanter, als von der »Papierform« zu erwarten, war der Auftritt der Hochenergiephysiker der Uni Karlsruhe. Sie gaben einen Überblick über ihre Projekte, die verwendete Hard- und Software und machten deutlich, welche wichtige Rolle die Freie Software bei ihrer Forschungsarbeit spielt. Demnächst fliegt sogar ein Linux aus Karlsruhe hinauf zur ISS. Interessant war auch (siehe Bildchen) ihre Live-Demonstration, bei der eine Berechnung im gewaltigen weltweiten Grid der Kernforscher durchgeführt wurde

Danach gaben vier Vertreter des Debian-Projektes einen von der Thematik her zwar hochinteressanten Einblick in den Aufbau und die Funktionsweise von Debian, aber böse Zungen würden wohl behaupten, dass dieser Vortrag ähnlich organisiert und strukturiert war wie die Release-Politik. Dieser Vortrag war leider ein Ausreißer in der Reihe gut vorbereiteter und präsentierter Vorträge, die ich gesehen habe, sprich: Das war gar nix.

Ben Mako Hill

Das Kontrastprogramm kam gleich hinterher, Benjamin Mako Hill, seines Zeichens sowohl Debian- als auch Ubuntu-Entwickler, stellte die Entwicklung von Ubuntu in einem engagierten und lebhaften Vortrag als gelungenes Beispiel eines der bei OpenSource-Projekten gefürchteten »Forks« dar. Interessant: Jedes halbe Jahr, nach einem Ubuntu-Release, nehmen die Ubuntu-Entwickler das zu dem Zeitpunkt aktuelle Debian-Unstable und packen die Ubuntu-Pakete neu. Der Bursche hat einen wirklich unterhaltsamen Vortragsstil, gestikuliert wild mit den Händen und turnt in Flip-Flops dazu auf der Bühne herum. Und weiß, wovon er spricht, natürlich. Sehr kurzweilig! Solltet Ihr je auf einer Konferenz sein, wo Benjamin spricht: Unbedingt anschauen!

Michael Kofler

Ubuntu war dann auch das Stichwort für den letzten Vortrag: Buchautor Michael Kofler stellte Ubuntu, »das afrikanische Linux« vor, beleuchtete dabei die Hintergründe des Projektes und zeigte sich durchaus angetan von Ubuntu. Das sei die Distribution, die er einem normalen Anwender installieren würde. Und auch der Poweruser kann, dank des ausgefeilten Debian-Paketsystems, durchaus mit Ubuntu leben. Deshalb hat er auch gleich ein Buch über Ubuntu geschrieben. ;-)



2 Kommentare



Fred am 28.06.2005:


Ich kann Ubuntu auch leiden. Feine Sache. Das wäre es vielleicht auch, was ich einem “normalen Benutzer” empfehlen würde.

Ich habe leider nicht genügend Rechner für die ganzen Distris die ich gerne mag oder gerne ausprobieren würde ;)

Ralf am 29.06.2005:

Fred, große Platte mit vielen Partitionen, dann kannste alles testen. Oder VMWare!

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