Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Mac

Unappetitlicher Apfel, oder: Wenn das in Redmond geschähe ...

Man stelle sich einmal folgendes vor:
Microsoft überzieht Weblogs, die Gerüchte über neue M$-Produkte (okay, ist ein Gedankenspiel, es wird vorausgesetzt, dass es selbige tatsächlich annähernd marktreif gäbe) in die Welt setzen, mit Klagen. M$ schmeisst Bücher eines Verlags, der eine unautorisierte Biografie Bill Gates’ herausgibt, aus seinen Läden raus. Und M$ schnappt sich ein OpenSource-Projekt, verwendet die Technologie in seinem eigenen, selbstverständlich kommerziellen Projekt, forkt das Projekt und schlägt dann vor, man möge doch den OpenSource-Kram in die Tonne treten und lieber auf den Fork von Microsoft setzen. Den Aufschrei quer durch das Internet würde man noch auf den Monden des Jupiters hören können …

Aber wenn zwei das Gleiche machen, ist es noch lange nicht das Selbe. Microsoft macht nichts dergleichen, möchte ich noch mal betonen, der letzte Absatz war rein hypothetisch. Aber Apple macht das tatsächlich. Man geriert sich in Cupertino als juristischer Streithansel (Electronic Frontier Foundation: »Apple vs. Does«), schmeisst wg. einer Jobs-Biografie die Produkte eines Verlags aus den Apple-Stores (Telepolis: »iCon oder I con«), und schlägt den KHTML-Entwicklern vor, sie mögen doch ihren Kram wegwerfen und lieber Apples Entwicklungen weiter führen (news.com: »Open-source divorce for Apple’s Safari?«).

Alles sehr unschöne Dinge. Apple ist dabei, den durch feine Produkte erworbenen guten Ruf durch das sonstige Gebaren zu verspielen.



2 Kommentare



Marcus am 12.05.2005:


Man muss das so sehen: im Vergleich zu M$ braucht Apple das Geld ;-)

Ralf am 12.05.2005:

Aber jung sind die da nicht mehr. ;-)