Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Ontour 21c3

Zurück von der Jahresendzeittour

Die Jahresendzeitfestivitäten-Tournee mit 21C3 ist beendet, ich bin wieder in der hessischen Landeshauptstadt eingetrudelt. Die dreieinhalb Tage Berlin waren natürlich der Höhepunkt, Berlin ist immer eine Reise wert (ja, blöder Spruch, aber so wahr, dass ich ihn einfach bringen muß). Das Bildchen zeigt den Funkturm am Alex im abendlichen Nebel, nicht so ganz perfekt, aber längeres Problematisieren mit der Kamera wollte ich meinen lieben Kollegen Konferenzbloggern nun doch nicht zumuten, sowas kann bei mir immer sehr lange dauern … ;-)

21C3 war eine interessante Mischung aus einem juvenil geprägten Spaß am Gerät-Happening (inkl. damit verbundener Seiteneffekte im Rest der Welt) und einem Stelldichein von Netzlegenden wie Joi Ito oder Jimbo Wales, deren Wirken im Dienste einer über das Netz hinausgehenden demokratischen Aufklärung verstanden werden soll. Einer Nutzung des Netzes als Medium, das nicht nur konsumiert wird, sondern selbst benutzt wird, um Senden und Empfangen von Wissen, Meinung und Information aus den geldscheinverklebten Fingerchen der Medienkonzerne zu befreien. Solche Events sind immer eine willkommene Gelegenheit, einen Moment die Tastatur aus der Hand zu legen und über solche mehr philosophischen Aspekte unseres Netztreibens ein wenig nachzudenken.

Dazu hat man bei der Heimfahrt auch reichlich Gelegenheit, denn, man glaubt es nicht, im ICE auf der Rückfahrt aus Berlin gab es nach Auskunft des Zugchefs nicht eine funktionierende Steckdose, an der man sein Notebook mit der lebensspendenden Kraft der fließenden Elektronen hätte versorgen können. Das, verehrte Bahn, ist Anno 2005, und gerade unter dem Eindruck von Hochglanzwerbung mit Krawattenheinis samt Virenschleudern unter’m Arm, die sich an der ach so produktiv zu nutzenden Zeit auf ihrer anstehenden Zugreise ergötzen, ganz schön armselig …

Ein Bloggertreffen gab es beim 21C3 natürlich auch, auf einer Hardware-Blogroll dokumentiert. Selbiges ist auch im Rahmen einer 21C3-Fotogalerie von Norbert bildlich festgehalten worden. Und Christian, der auch beim Bloggertreffen war, hat auf seinem Weblog plomlompom ein »rumphilosophierendes Fazit« vom 21C3 gezogen.

Noch ein paar Impressionen von 21C3:

Die geschwungene Treppe in der Lobby des bcc, in ihrem ganzen 70er-Charme, aber so etwas ist ja heute als Retro wieder en vogue …

Die Chill-Out-Zone, die Kantine war von den Video- und Blinklichtgruppen in eine schummrige Abhäng-Zone verwandelt worden, auf den dort stehenden Sofas lagerten erschöpfte Datenkrieger. Und mitunter war es dort recht laut (MP3, 128 kB) …

Auf den Gängen des bcc war stets ein munteres Treiben, man musste, mit heißen oder kalten Getränken in der Hand, stets höllisch aufpassen, wo man lang lief!

Recht am eigenen Bild hin oder her, was muß der Herr mit der Mütze ausgerechnet dann seinen Kopf heben, wenn ich den großen Vortragsraum Saal 1 fotografiere, in dem Joi Ito gerade seinen Vortrag hält …

Mir hat’s Spaß gemacht, soweit man das jetzt absehen kann, werde ich bei 22C3 wieder dabei sein!



5 Kommentare



Max am 2005-01-03 12:08:49 +0100:


Kleine Korrektur am Rande: das ist nicht der Funkturm sondern der Fernsehturm. Der Funkturm steht am ICC und sieht ein wenig aus wie der Eifelturm.

Norbert am 03.01.2005:

…sehr schöne Fotos!

Christian am 03.01.2005:

Bis zum nächsten Chaos-Congress-Bloggertreffen! :-)

Marcus am 03.01.2005:

Tja, leider war am betreffenden Nachmittag mit Fern-sehen nüscht im Turm. Man fühlte sich eher wie im umnebelten Elfenbeinturm. Hat mir trotzdem sehr gut gefallen, und ich freue mich aufs nächstemal :)

Ralf am 03.01.2005:

Ich auch, Marcus, am besten, wenn die Sonne scheint. ;-)

Christian, genau, schon mal die Termine frei halten!

Danke, Norbert! :-)

Max, okay, bin nur ein Touri!