Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Weblogtalk

RSS - Die Todsünde

Gerade habe ich mal, mit Hilfe des wunderbaren Dinosaurierfensters von NetNewsWire 2, die als RSS abonnierten Blogs aufgeräumt, und bin zu dem Schluß gekommen, dass es keine größere Sünde geben kann, als den URI des Feeds zu ändern, ohne den URI des alten Feeds zu erhalten. Auch der Wechsel des Blogsystems ist dafür keine Entschuldigung, .htaccess ist unser Freund. Höchstens einen intentionalen Bruch mit der Blog-Vergangenheit lasse ich gelten, warum der Rest der verehrten Bloggerinnen und Blogger aber bei Systemwechseln u.ä. nicht einfach mal .htaccess bemüht, um den Feed-URI zu erhalten, erschließt sich mir nicht.

Botschaften wie »Ich habe mein Blog von MeinTollesBlogsystem auf MeinNochTolleresBlogsystem gewechselt, darum haben sich die Adressen meiner Feeds geändert, bitte ändern«, einhergehend mit Abschaltung der alten URI, heißen auf Deutsch übersetzt: »Leser, Du Arsch, ich weiß, Du hast nichts besseres zu tun als von meinem überaus bedeutsamen Blog die Feedadresse in Deinem Reader zu ändern, machst Du doch gerne, weil ich so bedeutsam für Dein Leben bin …«

Literaturtipp: W3.ORG: »Cool URIs don’t change«

Das musste mal gesagt werden, ich weiß nicht wie viele Feed-URIs ich in meinem Leben schon geändert habe …



13 Kommentare



kronn am 24.10.2004:


Komisch, bis zur Mitte des Eintrags dachte ich doch echt noch, dass so eine schriftliche Benachrichtigung schon ein toller Schritt sei.
Aber du hast natürlich recht, Mit einem Blick in die .htaccess und etwas nachdenken sollte jeder in der Lage sein, den Nutzer damit nicht zu belästigen.

Nachvollziehbar wird deine Argumentation vor allem, wenn man mehr als … sagen wir mal 20 Feeds liest, was schnell passiert.

Michael am 24.10.2004:

Mea culpa, aber: Ich hab keinen eigenen Server mehr…

Boris am 24.10.2004:

Ich habe seinerzeit beim Wechsel von Greymatter zu WordPress die alte RDF-Datei von GM manuell geändert mit einem Hinweis auf den URI des neuen Feeds usw. Die Datei gibts heute noch.
‘rewrite’ per .htaccess habe ich erst seit gestern wg. Trackback eingebaut, da war einiges an Apache (Confixx… Grrrrrrrr…Hasss!!!)-Konfigarbeit notwendig.
Glaube aber, inzwischen hat keiner mehr meinen alten Feed-URI in seinem Reader eingetragen…

Ralf am 24.10.2004:

Ich bin mit meinen derzeit 244 Subskriptionen auch ein bißchen extrem, gebe ich ja zu ;-), ich muß ständig wechselnde URIs nachhalten, das ist, wie man auf neudeutsch sagt, very annoying, obwohl das neue Dinosaurierfenster in NNW in dieser Hinsicht wirklich eine tolle Hilfe bietet.

Soll sich auch keiner attackiert fühlen (wer bin ich, dass ich irgendwem Vorschriften machen kann), ist mehr eine allgemeine Beobachtung nebst einer kleinen Anregung zum Nachdenken. Immer an die Leser denken, wie der Dicke von Focus zu sagen pflegt. ;-)

Stefan am 24.10.2004:

@ Ralf: Gesagt, getan!
http://www.my-two-cents.de/2004/10/24#cool-uris-dont-change

polar_ulrich am 24.10.2004:

Ich wäre schon zufrieden, wenn bei Änderungen der URL im alten Feed auf die Adresse des neuen Feeds hingewiesen würde…
Mancher Blogger scheint anzunehmen, dass seine RSS-Leser eine Art Radar haben, mit dem sie seine neue Feed-Adresse automatisch finden können.

Joern am 24.10.2004:

Oh, jede Menge Freiwillige für ein deutschprachiges mod_rewrite-Howto für Blogger ;-)

Adalbert am 24.10.2004:

Ja, mit meinen 172 Blogs im FeedDemon muss ich auch immer wieder Adressen nachtragen. Allerdings ist ja nach Tool die Adaption des eigenen Feeds unterschiedlich schwierig.

Ich erkundige mich grad, ob .htaccess auch bei Typepad (hosted MT) möglich ist.

Vielleicht macht man sich aber auch zuviele Gedanken, schliesslich gibt es kommerzielle (News-)seiten, die bei Änderungen von URLs die alten Seiten nicht umleiten sondern die User einfach in 404-er tappen lassen aka “sollen die Leute doch draufkommen, dass die URL falsch ist.”

Markus am 24.10.2004:

Ach man muß das Ganze einfach mal pragmatischer betrachten. Feed Leser sind doch nur auf “News Konsum” aus, möglichst viel und möglichst kurzer Zeit. Bar der Fähigkeit ein Blog zu genießen.

Nur Feedleser, Leser zweiter Klasse. :->

kronn am 25.10.2004:

244 Feeds? Da sind hoffentlich Kommentarfeeds bereits inbegriffen. Ich bin mit meinen 140 so ausgelastet, dass ich nach und nach ausmüllen muss, um nicht darin unterzugehen.

Aber die Zahl unterstützt natürlich die Argumentation perfekt…

ralph am 25.10.2004:

Oh, ihr Armen! Wie kann man Euch nur trösten!? Was für eine Zumutung auch, die Ihr ertragen müsst! Seid täglich voll im Feed-Stress und auf einmal so ein dummer Feed-Streik! Wirklich, unverzeihlich das! ;-)

Josh am 25.10.2004:

Auch Mea culpa ;-)

Boris am 26.10.2004:

Nochmal eine Anmerkung, quasi als Nachschlag:
ReWrite per .htaccess ist natürlich fein, aber es ist zu bedenken, dass nicht jeder das gebacken bekommen mag:

a. muss man es können (lernen..)
b. muss man .htaccess dürfen
c. muss man die ReWrite-Engine laufen haben
d. muss man addOverride options und so Zeuchs haben

Sonst geht nämlich gar nix. Selbst erfahren. Also im Grunde brauchts einen eigenen Server oder einen seeehr lieben Provider und/oder ein sehr dickes Hosting-Paket… um nicht noch auf die Ratschlag-Lachnummern manch amerikanischer Tipp-Geber (ganz allgemein) zu kommen, dass man doch mal beim Provider nachfragen solle, ob das oder das Modul… und wenn nicht, dass er doch bitte das oder das Modul einkompilieren mag etc.pp. hahaha…