Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Lagedernation

Recht auf Karstadt?

Wenn man in Presse, Funk und Fernsehen (Links kann ich mir bei dieser omnipräsenten Sache sparen) die sogenannte »Karstadt-Krise« verfolgt, inklusive Meetings der Bürgermeister mit den Vorständen, könnte man den Eindruck gewinnen, eine nationale Krise bricht aus. Ein Karstadt-Warenhaus in der mehr oder weniger vorhandenen City scheint ein Menschenrecht zu sein…

Richtig ärgerlich: Arbeitnehmervertreter, die nicht zu allem umgehend Ja und Amen sagen, was Verzicht ist, werden von den z.B. in n-tv auftretenden »Experten« umgehend kritisiert. Hat aber jemand schon mal das öffentlich gesprochen gehört, was auf der Hand liegt, nämlich dass die Nieten in Nadelstreifen aka Vorstand als Hauptschuldige erst einmal ihre gut dotierten Posten niederlegen sollten?



3 Kommentare



Boris am 06.10.2004:


Nein doch, die sind per se immer erfolgreich und – via hochdotierter Versicherungen – niemals haftbar. Aber Witz beiseite:

Im Grunde müssten diese neolib. Platzhalter-BWLer genauso abge- und zurückentwickelt werden wie diese großmannsüchtige Karstadt-Klitsche. Dann gäbs wieder den guten alten Hertie und Quelle wäre ein Versandhaus – und nicht eine dieser aufgeblasenen Gelddruck-Garagen für unsere allerliebsten unproduktiven Größtverdiener. Die sind nämlich keine Leistungsträger, sondern Leistungsvernichter.

ralph am 2004-10-06 01:22:47 +0200:

Tja, wenn man die mutmasslichen In-den-Sand-Setzer ihr Abkassierervermögen anrechnen würde bei Versagen, dann würde manches anders aussehen.

Werner am 2004-10-06 23:34:15 +0200:

Genau da krankt es ja: man kann doch als Nadelstreife munter und ungestraft mißwirtschaften.

Die eigene Kohle ist gesichert, man genießt als “Sanierer” oder Abwickler womöglich noch hohes Ansehen – was soll man sich da noch einen Kopf machen …