September 2006

Denken

Vom Schreiben

»Nichts kann einen Menschen vom Schreiben abhalten, es sei denn, er tut es selbst. Wenn einer ein echtes Verlangen danach hat, dann schreibt er auch. Ablehnung und höhnische Kommentare machen ihn nur stärker. Wie Wassermassen, die gegen einen Damm drücken. Wer schreibt, kann nicht verlieren. Noch im Schlaf kitzelt es die Zehen zum Lachen. Du kriegst einen Gang wie ein Tiger. Deine Augen funkeln. Du siehst dem Tod ins Gesicht. Du wirst als Krieger sterben, und in der Hölle werden sie Dich ehren.«

Schrieb Charles Bukowski in seinem Tagebuch, das in diesen Tagen unter dem Titel »Den Göttern kommt das große Kotzen«, übersetzt vom bewährten Carl Weissner, erschienen ist. Dem man auch entnehmen kann, dass Buk seinen Macintosh IIse liebte. Und dass Leute, die Tagebücher schreiben, Armleuchter sind. Sagt Buk, ist also wahr. Gut, dass wir keine Tagebücher schreiben…

bukowski schreiben

Mac Linux

Der »Un-Unswitcher«

Wir erinnern uns an die Geschichte von den vor der Ubuntu-Gefahr angeblich aus der Apple-Miene fliehenden Kanarienvögeln. Eine der berühmten Geeks auf dem Unswitcher-Zug war Tim Bray. Und der ist nun knapp zweieinhalb Monate später wieder zurück geswitcht:

»On balance, the Mac experience is better. But Ubuntu is not that far behind, and it’s catching up. I’m thinking about the endgame.«

So geht’s. Das Un-Unswitchen machte aber nicht mal ansatzweise den Wind, den das Unswitchen verursachte.
Und Khoi Vhin wollte mal schauen, wie das so ist mit dem Unswitchen und berichtet über seine Erfahrungen, die in einer brauchbaren Installationsanleitung für Ubuntu auf PowerPC-Macs endeten.

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Musik

»Its time to stick your branches in the merciless wheel of time.«

Eben. Deshalb musste es mal wieder ein Platz sein, den Menschen in unserem Alter vermeiden, um dort nicht zu verglühen. Am Donnerstag (31.8.06, das muss dokumentiert werden, denn das Bloggen über besuchte Konzerte dient eigentlich nur dem Zweck, sich wieder dran zu erinnern, wenn man noch älter ist) spielten die legendären Cursive in Wiesbaden auf der kleinen Bühne des Schlachthofs. Es war viel zu eng, viel zu warm, viel zu verraucht und viel zu laut, kurz: es war großartig. Tim Kasher und seine Band drängelten sich mit sieben Herren und einer Dame am Cello auf der viel zu kleinen Bühne und spielten sich kreuz und quer durch ihr beachtliches Repertoire, und natürlich einige Stücke vom grandiosen aktuellen Album »Happy Hollow«, das bei mir gerade dauerhaft rotiert. Bei Cursivearmy kann man zwei der besten Stücke daraus anhören. Das Publikum war angemessen enthusiasmiert, eine junge Dame in der ersten Reihe dergestalt, dass sich Tim Kasher bereits »in trouble« wähnte…
Das musikalisch verarbeitete Leiden Kashers an der Welt und am Sein trieb Musikern und Publikum ein Lächeln auf die verschwitzten Gesichter. Weltleiden okay, aber mit Stil.

Das Bild ist übrigens heute ein »CC-Symbolfoto«. Meine Handy-Aufnahmen waren dieses Mal derartig unbrauchbar, dass ich zur Illustration auf das Bild »tim kasher [cursive]« von misscaro in flickr zurückgegriffen habe, das dankenswerterweise unter CC steht und Tage zuvor in München aufgenommen wurde. Aber Tim sah in Wiesbaden exakt genauso aus. Sogar das gleiche Hemd. Oder das selbe. Wer weiß. Vielleicht die junge Dame aus der ersten Reihe… ;-)

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Momentaufnahme

Es ist Freitag und Ihr habt ein Recht auf ein »Die Bahn ist ein Fruchtgetränkekontor mit grotesken Verspätungen und deshalb verbrate ich nun die sündhaft teure Hotspot-Connectivity für sinnfreies Bilder-Bloggen«-Bild

Chaos...

Ganz schön viele Verspätungen. Ziemlich vielen Leuten fehlen ziemlich viele Züge und sie stehen ziemlich dämlich ziemlich lange vor dem Bahnsteig herum und gucken ziemlich blöde aus der Wäsche…

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Weblogtalk

Mirakulöse Welle

Heute abend brach die merkwürdigste Kommentarspamwelle über dieses kleine Weblog herein, die ich je gesehen habe. Jede Menge Kommentare, aber ohne Links. Dafür Kommentarprosa wie »Warum hast Du mir das angetan? Ich hab’s von einem Bekannten erfahren. Du hast jetzt einen neuen Freund. Zwei Wochen lang hab’ ich nur geweint!« oder »in der http.conf unter Virtual Host steht eigentlich nicht wirklich viel, nur Sachen hier aus dem Tutorial« oder »Walter Ulbricht als alter Ostkopp hatte wohl einen Schnurrbart« oder »die ‘long tail’-theorie wurde weiter oben schon zitiert. ich nehme an spreeblick ist popkomm-geschädigt». Genau. ;-)

Aber was soll das? Aufwärmtraining für ein neues Spam-Skript, dass die TXP-Hürden gegen automatisches Spammen geknackt hat? Trainingseinheiten für die sprichwörtlichen »Turnhallen voller Chinesen« zum Spam-Eintippen?

Jedenfalls, bis diese Welle rum ist, bleiben alle Kommentare geschlossen, nur dieser Artikel bleibt zum Sammeln von Spam-Beispielen offen.

Ne ne ne. Früher hätte es das alles nicht gegeben. Wäre nichts über Weblogs im Unterschichtenfernsehen gekommen, wären sie auch nicht von den windigen Geschäftemachern entdeckt worden. Mein Reden, schon immer, aber auf mich hört ja keiner. ;-)

kommentarspam

Ontour Weblogtalk

Berliner Camp 2.0

Dieses Wochenende hat es den Teilzeitblogger in die Hunde-Hauptstadt der Republik nach Berlin verschlagen: BarCampBerlin steht auf dem Programm. Eine Art Web-Montag, nur länger. Und mehr. Ich bin sehr gespannt.
Ihr könnt daher ob dieses Anlasses an diesem Wochenende mehr Sachen in diesem alten Blog auf dem Weg nach unten erwarten, als sonst derzeit in 3 Wochen. Verweilt also eingeschaltet!

Wikipedia: »BarCamp«

[Update]: Es hat begonnen, WLAN gibt es auch. Und die ersten Fotos sind schon in flickr. Von mir gibt es ein Set, das laufend aktualisiert wird.

BarCampBerlin: Treiben im Hof

barcamp barcampberlin berlin

Weblogtalk Ontour

Schreie vom Campus

BarCampBerlin ist in vollen Gange. Nach der Phase der Selbstorganisation ging es in die Sessions.

Mein erstes Thema war AJAX vs Accessibility. Vorrangig ging es um die Problematik der Zugänglichkeit von Websites beim Einsatz von Ajax, einige kollektive Notizen gibt es im Netz zu lesen.
Und an meinem Platz gab es Strom und WLAN. Oh ja! ;-)

Danach gab Oliver Gassner eine Einführung in die Möglichkeiten für Pro-Blogger in Deutschland, hier meine Notizen, live getippt und relativ uneditiert (wir erwarten gleich Mittagessen, Zeit drängt ;-)):

BarCampBerlin: Oliver Gassner verrät die Geheimnisse des Pro-Bloggen Pro-Bloggen: Weblogs schreiben und dafür Geld bekommen. Nicht: Firma haben und ein Blog machen.
Die Modelle:

1. Adsense und Co.:
Funktioniert in USA recht gut (5-6 stellige Beträge/Monat), teilweise ergänzt mit Partnerprogrammen. Bildblog+Spreeblick sagen für D: “Man kann davon nicht leben.” Es geht nur für deutsche Blogger, wenn sie Englisch schreiben (Google Blogoscope).

2. Banner:
Zu wenig los auf deutschen Blogs dafür.

3. Honorar:
Was bloggen und sich dafür von irgendwem bezahlen lassen.
Übliche Tarife: 500 EUR für “ich pflege Euer Blog für einen Monat und bloggen jeden Tag etwas, wenn es nix zu bloggen gibt dann eben nicht”

4. Sponsoring:
Bsp. blog.literaturwelt.de – Bloggen von der Buchmesse

5. Sonderfall “Kompetenz”:
Man bloggt über sein Kompetenzfeld und lockt damit Kundschaft an.

6. Modell “Blog-Kompetenz-Nomade”:
A la Johhny Häusler auf allerlei Konferenzen auftauchen und Vorträge halten und Panels moderieren und “London Calling” singen. ;-)

These: Man muss im Netzwerk bloggen, und Geld mit einem Mix der obigen Methoden einfangen.

barcampberlin barcamp berlin