Juni 2005

Zeugs

Werkstattbericht

Ja, so ist das. Eigentlich wollte ich nun schon auf mein neues Weblog-Wiki-Social-Software-Enterprise-Collaboration-Tool umgestiegen sein, und das mit neuem Design. Aber wie man sieht, noch immer Textpattern, noch immer altes Design. Das Tool existiert bereits, aber noch nicht so gut, dass man es auf einer öffentlichen Site verwenden könnte. Man darf halt, wenn man so etwas baut, keinen Job und keine Freundin haben. ;-)
Und da nun, in den nächsten Tagen, zunächst MacExpo und dann der LinuxTag auf dem Programm stehen, wird halt erst einmal in den alten Kleidern weiter gebloggt. Überhaupt, langsam möchte ich auch mal wieder etwas bloggen, nach einer für meine Verhältnisse recht langen Bastel-Blog-Pause.

Ein neues Design existiert schon in Grundzügen. Ich habe Schlagschatten aller Art, pseudo-3D-Zeugs, Wicked-Worn-Look, Farbverläufe, und vor allem, winzige Schriften, schon vom dauernden Angucken gründlich satt. Daher finde ich den Trend zu minimalistischen Einspaltern mit großen Schriften und viel Raum, wie das bspw. bei Garett Dimon, Tom Coates’ Plasticbag, mentalized oder niggle zu bewundern ist, richtig erfrischend und gut. Das nächste Netzbuch-Design wird in diese Richtung gehen. Lasst Euch überraschen. ;-)

Internet Webworking

YubNub

Ein kühles Ergebnis des jüngst statt gefundenen Rails Day ist YubNub, eine soziale Kommandozeile für das Web. Die Idee dahinter: Viele verschiedene Webdienste durch ein mehr oder weniger eingängiges Kommando, analog einer Kommandozeile (oder Eingabeaufforderung, für die Benutzer von Virenschleudern ;-)) aufrufen zu können. In etwa so, wie mit den Adressfeld-Kürzeln im Firefox. Autor Jon Aquino erläutert in seinem Blog, was dahinter steckt. Gute Idee, wenn es nicht als Kurz-URL-Dienst mißbraucht wird, sogar sehr sinnvoll.

Gefunden bei Jonas

rails webservices yubnub

Mac Ontour

MacExpo 2005

»Wie doch die Zeit vergeht!« Sagen die taubenfütternden Senioren auf der Bank in der Grünanlage und die Blogger vor ihren schillernden Kisten. Ist noch gar nicht so lange her, da war ich auf der MacExpo 2004, und nun läuft schon die Ausgabe 2005.
Morgen werde ich auch wieder vor Ort sein, Sachen gucken und mobloggen. Wie im letzten Jahr gibt es auch dieses Jahr wieder ein Blogger-Treffen, morgen, Samstag, um 13:00 Uhr an der Tränke inner Ecke. Ich werde auch da sein, wenn nix dazwischen kommt. Dieses Mal wird das Bloggertreffen, der in Zeiten von Weblog-Verlagen und -Kommerzbestrebungen gewachsenen Bedeutung des Bloggens an sich angemessen, üppiger besucht werden als letztes Jahr, dünkt mich.

Die MacExpo läuft ja schon fleißig. Neben einem offiziellen Messe-Blog berichten auch die Mac-Essentials in Bild und und Text aus Kölle. Bisheriger Höhepunkt sind natürlich die bei Mac-Essentials abgelichteten Grazien mit Röckchen aus iPod-Socken … ;-)

Also, vielleicht sieht man sich ja Samstag, auf der MacExpo …

mac macexpo ontour

Mac Ontour

MacExpo-Nachlese

iPod-Lady iPod-Shuffle-Impression Xserve Gravis-Animierdame
Zurück von der MacExpo in Köln, müssen natürlich die Bilder sortiert werden. Meine Sammlung habe ich in einen Flickr-Fotoset zusammen gefasst.
Natürlich gab es auch ein Bloggertreffen, wie man bereits in meinem Moblog-Versuch sehen konnte. Okay, mich dünkt ich muß mal das Objektiv der Handy-Kamera sauber machen, das Bild ist selbst für eine Handy-Kamera außergewöhnlich schlecht. ;-)
Majo Dieses Bild zeigt majo von IT&W und Mac-Essentials in voller Action. ;-) Apropos, IT&W hat ein hübsches Video vom Blogger-Treffen. Das Bild von majo entstand, als wir auf den Fotografen von Apple warten mussten, der den Eindruck erwecken wollte, wir hätten uns bei den Mac-User-Groups getroffen. Sagt der Text zu diesem Bild.
Weitere Bilder vom Treffen hat Tomas Caspers gesammelt und in einen eigens dazu angelegten Flickr-Pool veröffentlicht.
Ansonsten war die MacExpo dieses Jahr ein wenig voller als 2004. Da ich keine konkreten Anliegen hatte, schlenderte ich ein wenig herum. Auffallend war die Omnipräsenz des iPods, natürlich, ist man versucht zu sagen. Mit leeren Händen kam ich auch nicht zurück, dieses interessante Buch habe ich käuflich erworben. Alles in allem, ein gelungener und interessanter Tag in Kölle, nächstes Jahr ist bereits wieder vorgemerkt …

macexpo flickr

Linux Ontour

LinuxTag 2005

Nun ist es schon wieder so weit, der LinuxTag 2005 wird unter dem Motto »Linux everywhere« eröffnet. Wie im letzten Jahr werde ich auch bei der diesjährigen Ausgabe in Karlsruhe weilen und mich in das bunte Treiben rund um das freie Betriebssystem stürzen. Gleich zur Eröffnung gibt es einen prominenten Gast: Jimmy »Jimbo« Wales wird mit einer Keynote zum Thema »Free Content in a Free World: The Wikipedia Phenomenon« das freie Vortragsprogramm eröffnen. Zur Einstimmung: In der LinuxNacht gibt es bereits jetzt ein Audio-Interview mit Jimbo Wales.

Außerdem interessant am Donnerstag: Im Practical Linux Forum dreht sich alles um PHP und MySQL, Heroen wie der PHP-»Erfinder« Rasmus Lerdorf und MySQL-Mastermind Michael »Monty« Widenius haben den Weg nach Karlsruhe gefunden.

Und es gibt auch noch ein Treffen der S9Y-Blogger, und für Donnerstag abend ist auch noch ein Bloggertreffen im Rahmen des KaLUG-Grillfestes geplant. Ordentlich was los also, in Karlsruhe. ;-)

linux linuxtag karlsruhe

Linux Ontour

LinuxTag 2005 - Tag 1

Ein herzliches, wg. eines nachlässigerweise nicht am Mann befindlichen USB-Kabels im Moment leider bilderloses, Hallo vom LinuxTag 2005.

Am heutigen Donnerstag begann das freie Vortragsprogramm, die Keynote zur Eröffnung hielt Wikipedia-Monarch Jimmy Wales. Jimmy erzählte im Prinzip das, was er schon weiland auf der 21C3 erzählt hatte. Zusätzlich stellte er die Wikipedia in den Kontext freier Software, Zitat: »Wikipedia should be thought of as a core part of the free software world – supporting it and supported by it.« Jimbo erwähnte in diesem Zusammenhang, dass in Wikipedia ausschließlich freie Software verwendet würde. Als Maßstab dafür gelte: Wenn ein Programm selbst oder ein Programm zur Bearbeitung der Daten in Debian Free-Repository enthalten sei, könne es verwendet werden.
Außerdem (geisterte ja schon durch die gängigen digitalen Gazetten) gibt es eine Zusammenarbeit von KDE und Wikipedia. Präziser gesagt, es wird ein API für die Wikipedia geben, dass sicher nicht nur Integration in KDE-Applikationen, sondern auch hübsche neue Blog-Spielzeuge ermöglichen wird.

Jan Kneschke von MySQL, bekannt in der OpenSource-Welt durch seine Apache-Alternative lighttpd, stellte in einem Vortrag die neuen Features von MySQL 5.0 vor. Im Prinzip sind das Stored Procedures, Views und Trigger. Also alles die Dinge, die in ihrer Oracle-Implementation schuld an einigen der grauen Haare auf meinem Haupte sind. ;-)

Abseits des großen Vortragsprogramm fand sich eine kleine Gruppe von s9y Entwicklern, Bloggern und Interessenten zu einem Serendipity-Vortrag von Kris Köhntopp ein, den er schon in seinem Blog dokumentiert hat . Ich hatte mit diesem System bekanntlich meine ganz eigenen Erfahrungen gemacht. Mittlerweile ist ein Jahr fleißiger Entwicklungsarbeit ins Land gegangen, und ich denke, man kann mal wieder einen intensiveren Blick auf Serendipity werfen.
Tim Pritlove war auch da und stellte eine Menge Fragen, darum werfe ich jetzt einmal ein haltloses Gerücht in die Blogosphäre: Der CCC steigt demnächst komplett auf Serendipity um! ;-) Ein Herr namens CrUIsEr ;-) hat eine kleine Galerie vom Bloggertreffen.

Danach besuchte ich den Vortrag von Sebastian Bergmann zum Thema PHP 5 – Ein Jahr danach, den man auf Sebastians Talks-Seite bereits als PDF runtersaugen kann. Er gab einen interessanten Ausblick auf die appetitlichen Features von PHP 5.1 und 6 und stellte einige, für die Entwicklung »großer« Applikationen nützliche Tools und Frameworks vor.

Danach war es an der Zeit, sich leibhaftige Legenden der OpenSource-Welt anzuschauen, nämlich MySQL-Mastermind Monty Widenius und PHP-Erfinder Rasmus Lerdorf. Dazu dann mehr in einem weiteren Artikel.

Gestern abend fand ein feucht-fröhliches Grillfest ohne Grillgut der KaLUG statt, dessen Nachwirkungen den Autor dieser Zeilen vom rechtzeitigen Verlassen des Nachtlagers und Nachkommen seiner Blogpflicht abhielten. Tja, verehrte Zielgruppe, das Alter, Wärme und das gute badische Hoepfner-Bier, eine schlechte Kombination für die Konstitution des Konferenzbesuchers. Aber Spaß hat es gemacht. ;-)

Linux Ontour

Hängt den Tux! Oder: LinuxTag in Flickr?


Der arme Tux! Hängt da in dieser unbequemen Haltung in der Ausstellungshalle!
Der LinuxTag findet keinen übermäßigen Niederschlag in meinem neuen Lieblingsspielzeug Flickr. Ich habe einen Fotoset angelegt, in dem nun nach und nach meine Pics vom LinuxTag eintrudeln. Ansonsten gibt es aber nicht viel mehr an Bildern zum Tag linuxtag. Wahrscheinlich befindet sich der Blogger als solcher tatsächlich in einer anderen Wahrnehmungswelt, was den Verbreitungsgrad der neuen Websites mit social touch angeht.

linuxtag flickr

Linux Ontour

LinuxTag 2005 - 10 Jahre PHP/MySQL

Am Donnerstag gab es ein Fragestündchen mit den zwei Herren, die im Web, wie es sich heute darstellt, deutliche Spuren hinterlassen haben: Rasmus Lerdorf, der Erfinder von PHP, und Monty Widenius, Chefentwickler von MySQL. Es gab ein wenig Webarchäologie, die älteste Spur von PHP im Internet ist ein Newsgroup-Announcement von Rasmus Lerdorf für die erste Version seiner Personal Homepage Tools. Warum ist PHP überhaupt OpenSource? Rasmus: »Pure Lazyness!« Er fand es überaus cool, Probleme mit seinen Tools von der sich schnell bildenden Community gelöst zu bekommen. ;-)
Zur Geschichte von MySQL hatte Michael Monty Widenius schon am Nachmittag gesprochen, in einer seiner bekannten State Of The Dolphin-Vorträge. Neben einem Abriss der Geschichte von MySQL, aus den Anfängen als Teilzeitfirma, die sich über den Verkauf der ersten MySQL-Versionen für Windows als Shareware finanzierte, erfuhr man, dass MySQL mitnichten für engl. mein SQL steht, sondern der Name von Montys Tochter My ist, es heisst also eigentlich, phonetisch ausgesprochen, müeskuell. Folgerichtig wurde die zweite DB im MySQL-Portfolio, MaxDB, nach Sohnemann Max benannt. Wichtiges Wissen, falls ihr mal bei einem Günter-Jauch-Open-Source-Quiz sitzt. ;-)

linuxtag linux mysql php

Linux Ontour

LinuxTag 2005 - Tag 2

Zukunft von KDE Torsten Rahn und Matthias Ettrich (seines Zeichens niemand geringeres als der Initiator des KDE-Projekts himself) warfen am Freitag, dem 2. Tag des freien Vortragprogramms, einen Blick in die Zukunft von KDE und den Linux-Desktop. Es fällt auf, dass die KDE-Entwickler sich bei neuen Features von den Entwicklungen in Mac OS X inspirieren lassen und versuchen, etwas besseres zu entwickeln. Beispiele dafür sind plasma, eine Art Panel mit Elementen, die Apples Dashboard ähneln, oder Tenor, eine Art Spotlight mit erweiterter Funktionalität. Links liefere ich nach, die Websites des KDE-Imperiums sind gerade nicht benutzbar. Tenor soll nicht nur Inhalte finden, sondern auch die Historie eines Dokumentes per lokaler Suchfunktion verfügbar machen. Zum Beispiel, wenn ein Bild einmal ein Anhang einer E-Mail war, soll das auch später nachvollziehbar sein, wenn das Bild längst, von der Mail gelöst, im Dateisystem schlummert. Man darf gespannt sein.

Kasper Skårhøj (TYPO3) Ein Highlight war der Vortrag von Mr. Typo3 höchstpersönlich, Kasper Skårhøj. Kasper ließ ein Bekenntnis zu Linux los: Typo3 »Works on Windows but LIVES on Linux :-)« Außerdem sprach er über seine hinreichend bekannte, religiös untermauerte Philosophie und seinen Antrieb, OpenSource-Software zu erstellen. Und er erstellte live eine Website in Typo3, benutzte dabei die TemplateVoila-Extension. Das sah, wenn Kasper das macht, verblüffend einfach aus. Kein Vergleich zu den Schmerzen, die man als Typo3-Newbie normalerweise hat. Nach einem Ausblick auf die kommenden Versionen garantierte er sozusagen höchstpersönlich und hochoffiziell, dass die aktuelle Typo3-Version XHTML-Transitional ausspuckt. Fazit: Interessanter Vortrag, macht Lust darauf, das CMS für Masochisten noch einmal auszuprobieren!

linuxtag kde typo3

Linux Weltalssolche

HP auf dem LinuxTag: Wir haben nichts verstanden, aber wir sind dabei!

Werbung für Netzwerküberwachungskameras Where .com meets .org ist bekanntlich das Motto des LinuxTags. Dementsprechend ist auch das IT-Business-Establishment, z.B. in Form von Hewlett-Packard, auf dem LinuxTag anwesend. Wie es sich für das Big Business gehört, natürlich mit einem pompös ausgestatteten Stand. Der Stand selbst und das krawatten- und kostümmäßig ausgestattete Standpersonal wirken wie ein Fremdkörper im bunten Treiben des LinuxTags. Das wäre nicht weiter tragisch, ist halt so, wenn .com auf .org trifft.
Das für HP das Mitmischen im Bereich OpenSource nur ein Geschäft ohne jegliches Verständnis der Idee dahinter ist, verdeutlicht die glorreiche Idee, ausgerechnet auf dem LinuxTag zu versuchen, ein Netzwerkkamera-Überwachungssystem an den Mann zu bringen.
Überwachungskamera
Und, wenn man diesem Newsgroupbeitrag glauben darf (via AK’s weblog), steht der Verdacht im Raum, das HP das Treiben auf dem Messestand mit diesen Kameras aufzeichnet. Was zwar nicht verboten ist (denn es handelt sich ja um eine öffentliche Veranstaltung, sonst dürfte man auch keine Fotos machen), aber doch zeigt, dass man zwar mit Linux Geschäfte machen will, aber im Grunde von diesen ganzen Zusammenhängen dahinter (Was wohl »Freiheit«, »Offenheit« und »OpenSource« miteinander zu tun haben?) nichts verstanden hat. Schwaches Bild!

hp linuxtag

Musik

»Sun turns us to stone«

Bright EyesAnd you will know us by the trail of dead

Heisst es in einem Song von Bright Eyes. Wenn sich dieses trübe Schicksal trotz der gegenwärtigen Sonnenscheinintensität vermeiden lässt, werde ich das junge Genie Conor Oberst und seine Band Bright Eyes am 2.7. in Wiesbaden live sehen. Und dann am 4.7. in Karlsruhe die bombastischen und fantastischen … and you will know us by the trail of dead …. Ich bin in Hinsicht auf diese beiden Konzerte bereits jetzt hochgradig enthusiasmiert.

brighteyes trailofdead

Linux Ontour

LinuxTag 2005 - Tag 3: »Was bedeutet Freie Software«

Georg Greve Der erste Vortrag des Samstags, des dritten Tags des freien Vortragsprogramm, wollte eine Antwort auf die Frage geben: »Was ist Freie Software?« Georg Greve, Präsident der FSF Europe, und bestens bekannt aus seiner »Brave GNU World«-Kolumne in verschiedenen Linux-Publikationen, hatte sich zur Beantwortung dieser Frage Verstärkung geholt: Federico Heinz von der argentinischen Freie Software Organisation Vía Libre versuchte sich zunächst auf Englisch, traf damit aber erstaunlicherweise auf Widerstand im Publikum und setzte seinen Vortrag in perfektem Deutsch fort.
Federico Heinz
Da man es einer Software nicht ansieht, ob sie frei oder unfrei ist, gibt es vier Kriterien, die eine Software frei machen:

Die Freiheit, sie nach Belieben zu benutzen. Beileibe keine Selbstverständlichkeit, wie das von Federico angeführte Beispiel eines HTML-Editors, der in seinen Benutzungsbestimmungen die Verwendung für Websites, in denen das Produkt kritisiert wurd, untersagt.

Die Freiheit, die Software zu studieren. Quelltextoffenheit, ein wichtiges Kriterium, wenn der Quelltext nicht mitgeliefert wird, weiß man auch nicht genau, was diese Software eigentliche genau macht. Und man hat die Möglichkeit, sie bei Bedarf zu verändern, Federico: »Wenn wir Software nicht an unsere Bedürfnisse anpassen können, verlieren wir die Selbstbestimmung in der Datenverarbeitung.«

Die Freiheit, kopierte Software zu verteilen. Der soziale Aspekt. Die Nutzungsbedingungen unfreier Software, die mir unter Strafandrohung verbieten, von mir benutzte Software weiter zu geben, schränkt die Freiheit ein, solidarisch zu sein. Der Reichtum, den ein Programm darstellt, wird künstlich begrenzt, weil jemand seinen Reichtum maximieren möchte.

Die Freiheit, das geänderte oder verbesserte Programm weiter zu geben.

Diese Freiheiten sind nicht selbstverständlich. Federico, der einen Hang zu zitierfähigen Ausführungen hat, drückte es so aus:»Freiheit ist eher seltzen gratis, Freiheit muß erkauftft werden, Freiheit muß erkämpft werden.« Es gibt genug Organisationen und Unternehmungen auf dieser Welt, denen die pure Existenz Freier Software ein Dorn im Auge ist, da sie ihre eigenen auf Profitmaximierung ausgelegten Software-Unternehmungen stört. Zur Unterstützung der Freien Software gibt es daher bereits seit 1985 die Free Software Foundation, und seit 2001 einen europäischen Ableger, die FSF Europe. Und als nächstes, gerade im Aufbau, die FSF Lateinamerika. Diese unterschiedlichen FSFs sind übrigens nebeneinander und voneinander unabhängig, nicht hierarchisch, organisiert.

Die FSF-Europe setzte übrigens weltweit zum allerersten Male gerichtlich die GPL gegen ein Unternehmen durch.

Was ist freie Software?

Zum Abschluß berichtete Fernanda Weiden aus Brasilien (auf dem Bild in der Mitte) über die Zusammenarbeit der Freie Software-Aktivisten in Brasilien mit der Regierung. In deren Büros findet man keinen Rechner, der unfreie Software einsetzt. Erstaunlicherweise können sie ihren Aufgaben dort nachkommen, ohne ein Word oder Excel. Ich sehe ihn vor meinem geistigen Auge, den beamteten IT-Verantwortlichen einer typischen deutschen Behörde, das Wort Industriestandardkompatibilität wie eine Monstranz vor sich her tragend.

linuxtag fsf freiesoftware

Linux Ontour

LinuxTag 2005 - Tag 3

Leon Shiman Leon Shiman von der XOrg-Foundation sagte: »The X Window System is the backbone of the Open Desktop.« Ansonsten bezog er Position in allerlei, wohl offenkundig heiß diskutierten Fragen bei der Entwicklung von X Window und stocherte in der Vergangenheit herum. Allein, mir fehlt das Hintergrundwissen, um das alles einordnen zu können.
Live im Grid! Interessanter, als von der »Papierform« zu erwarten, war der Auftritt der Hochenergiephysiker der Uni Karlsruhe. Sie gaben einen Überblick über ihre Projekte, die verwendete Hard- und Software und machten deutlich, welche wichtige Rolle die Freie Software bei ihrer Forschungsarbeit spielt. Demnächst fliegt sogar ein Linux aus Karlsruhe hinauf zur ISS. Interessant war auch (siehe Bildchen) ihre Live-Demonstration, bei der eine Berechnung im gewaltigen weltweiten Grid der Kernforscher durchgeführt wurde

Danach gaben vier Vertreter des Debian-Projektes einen von der Thematik her zwar hochinteressanten Einblick in den Aufbau und die Funktionsweise von Debian, aber böse Zungen würden wohl behaupten, dass dieser Vortrag ähnlich organisiert und strukturiert war wie die Release-Politik. Dieser Vortrag war leider ein Ausreißer in der Reihe gut vorbereiteter und präsentierter Vorträge, die ich gesehen habe, sprich: Das war gar nix.

Ben Mako Hill

Das Kontrastprogramm kam gleich hinterher, Benjamin Mako Hill, seines Zeichens sowohl Debian- als auch Ubuntu-Entwickler, stellte die Entwicklung von Ubuntu in einem engagierten und lebhaften Vortrag als gelungenes Beispiel eines der bei OpenSource-Projekten gefürchteten »Forks« dar. Interessant: Jedes halbe Jahr, nach einem Ubuntu-Release, nehmen die Ubuntu-Entwickler das zu dem Zeitpunkt aktuelle Debian-Unstable und packen die Ubuntu-Pakete neu. Der Bursche hat einen wirklich unterhaltsamen Vortragsstil, gestikuliert wild mit den Händen und turnt in Flip-Flops dazu auf der Bühne herum. Und weiß, wovon er spricht, natürlich. Sehr kurzweilig! Solltet Ihr je auf einer Konferenz sein, wo Benjamin spricht: Unbedingt anschauen!

Michael Kofler

Ubuntu war dann auch das Stichwort für den letzten Vortrag: Buchautor Michael Kofler stellte Ubuntu, »das afrikanische Linux« vor, beleuchtete dabei die Hintergründe des Projektes und zeigte sich durchaus angetan von Ubuntu. Das sei die Distribution, die er einem normalen Anwender installieren würde. Und auch der Poweruser kann, dank des ausgefeilten Debian-Paketsystems, durchaus mit Ubuntu leben. Deshalb hat er auch gleich ein Buch über Ubuntu geschrieben. ;-)

linuxtag debian ubuntu xorg

Linux Ontour

LinuxTag 2005 - Das wars!

Aus und vorbei! Aus und vorbei, der LinuxTag, lieblos hängt das Eintrittskärtchen mit seinem gelben Band am erstbesten Plakat auf der Straße. ;-)

Ein Fazit: Ich werde nicht in den »früher war alles besser«-Chor einstimmen. Im Gegenteil, ich finde es interessant, dass der LinuxTag, trotz aller Kommerzialisierungsbemühungen noch stets vom bunten Auftreten der Community geprägt ist und die business-uniformierten StandwächterInnen wie Wesen von einem anderen Stern wirken. Die Vorträge, die ich gesehen habe, waren bis auf einen gut vorbereitet und angenehm zu verfolgen. Man bekommt Anregungen, dieses und jenes einmal auszuprobieren, und es ist eine tolle Sache den Heroen der Freien Software-Welt einmal leibhaftig zu begegnen. Damit genug des Geblogge vom LinuxTag, meine Bildsammlung, die das gratis Flickr-Monatsvolumen gesprengt hat, gibt es hier zu sehen, aller Bilder mit dem Tag linuxtag sind auch einen Blick wert.

Andere Leute haben auch über den LinuxTag gebloggt. Der Preis für den kürzesten LinuxTag-Besuch geht an Steven: »Angekommen beim Kongresszentrum, wunderte ich mich schon, warum alle so gelbe Plaketten um den Hals trugen. Diese bekam ich dann aber beim Bezahlen der Eintrittskarten auch ;) Leider war das Event dann total auf die Firmenschiene gelegt, was mich dazu veranlasste nach knapp einer Stunde den Heimweg anzutreten.« Das mit der interessanten persönlichen Begegnung wird mitunter auch ganz eigen interpretiert, wie z.B. bei honza: »Es war auch interessant, mal die Typen zu sehen, die den ganzen Kram entwickeln. Ich hätte es nie gedacht und für ein Klischee gehalten, aber die meisten sehen wirklich irgendwie gestört aus. Manche von ihnen scheinen nur ab und zu mal Sonne oder Tageslicht zu sehen…« Und manchmal hinterlassen LinuxTag-Besuche auch ihre Spuren in den ewigen Annalen menschlicher Tragik, die Rammstein einmal so treffend mit »die selbe Sache, das alte Leid« besungen haben, höret was Tolimar zu berichten hat: »Met a nice girl the other day and I would really like to tell you all that I have fallen in love. But I haven’t, since she seems quite happy with her current boyfriend.« Das Schlußwort gehört dem Sil53r Surf3r, zum Thema LinuxTag und persönliche Begegnung: »Allein schon, einige der Gesichter zumindest einmal gesehen zu haben, macht bereits eine Menge aus. Um nicht zu vergessen, daß Software von Menschen für Menschen gemacht wird und daß es sich dabei nicht bloß um seelenlose Produkte handelt. Wenn man den Enthusiasmus erlebt, mit dem einige der Autoren ihre Projekte vorstellen, dann spürt man deutlich, wieviel Engagement und Herzblut sie – zum Teil über Jahrzehnte hinweg – in ihre Software-Produkte investiert haben und auch heute immer noch investieren. Das motiviert auch, sich als Anwender weiterhin intensiv damit zu befassen.«

linuxtag linux karlsruhe

Mac

Mac OS X Tiger - Der Reinfall des Jahres?

Es geht doch nichts über eine reißerische Überschrift. ;-) Aber mit einem durchaus ernsthaften Kern, mir geht es wie Jon, Jeremy oder Andreas: Mac OS X Tiger ist alles andere als der große Wurf. Zumindest auf meinem »schon« zwei Jahre altem Powerbook. Seit dem Update swapt der Rechner in allen Lebenslagen, letztens habe ich es in sieben Minuten(!) nicht geschafft, das aus iPhoto gestarte Photoshop zu schließen, iPhoto zu schließen und den bereits geöffneten Safari zwecks Upload des gerade bearbeiteten Bildes dazu zu bringen, auf Benutzereingabe zu reagieren. Fröhlich rotiert das Strandbällchen. Das ist lächerlich, die übelste Virenschleuder mit XP ist nicht so lahm!
Dashboard habe ich schon deaktiviert, den Spotlight-Prozeß nach jedem Boot mit renice niedrigste Priorität gegeben – trotzdem ist das Notebook ständig auf der Festplatte am rödeln. Und die Krönung – das Dingen stürzte tatsächlich im laufenden Betrieb ab oder das Trackpad reagiert plötzlich nicht mehr auf Eingaben, während der Rechner weiter läuft – früher undenkbar, was für eine bodenlose Schlamperei.

Okay, ich habe nun bereits von Jaguar auf Panther und von Panther auf Tiger aktualisiert – aber hey, das ist Mac OS X, nicht Windows ME, das muß das abkönnen. Nun muß ich es wohl oder übel wie Andreas am baugleichen Powerbook machen, nämlich eine Neuinstallation durchführen. Das geht mir granatenmäßig auf alles mögliche, ich habe auf solch’ überflüssige Beschäftigungen überhaupt keine Lust. Aber was will man sonst machen.

Fazit: Fetter, sehr fetter Minuspunkt für Apple.

mac tiger apple