April 2005

Zeugs Mac

Schock am Abend, oder: Wie man einen iPod-Reset durchführt

Gestern, verehrte Zielgruppe, war ich am Ende. Aber völlig! Ich stehe im Frankfurter Feierabendverkehr in der S-Bahn, höre Adam Green (in S-Bahnen muß ich gerade ständig Adam Green hören, ich finde, Adam Green macht klassische S-Bahn-Musik), plötzlich ist Stille auf den Ohren. Wie kann das sein, mitten im Stück, mit vollem Akku?
Ich dachte, ich hätte den Kopfhörer rausgezogen, schaue mir in einer stillen Ecke den iPod an, und muß konstatieren, dass der kleine weiße Liebling einfach mitten im Abspielen eingefroren ist. Auf keinen Knopf mehr reagiert. Akku kann man nicht rausnehmen, Reset-Knopf gibt es auch keinen. Na klasse! Kaputt! Mein Leben – ohne Sinn!

Und natürlich, später am Abend, S-Bahn ohne iPod. Mit vollem Programm, das ganze Arsenal des Übels des Nahverkehrs: Kinderschreien, kichernde junge Damen, lautstark diskutierende krasse Jugendliche, klingelnde Mobiltelefone – und kein akustischer Eskapismus möglich!

Wieder daheim, direkt an den Computer, die Rettung: »How to reset an iPod«. Für die Akten, die Prozedur:

  1. iPod an den Strom (per Firewire/USB oder Netzteil) anschließen
  2. Hold – Schalter ein bißchen an- und ausschalten
  3. Play/Pause und Menu gleichzeitig gedrückt halten
  4. Der Apfel erscheint auf dem Display
  5. Alles wird gut. :-)

Nun spielt er wieder, das wichtigste Utensil für den ÖPNV-Pendler, das je geschaffen wurde …

Linux

Das dünne Eis freier Projekte

Wenn man auf freie Projekte setzt, kann man unter Umständen auf sehr dünnem Eis stolzieren. Beim Debian-Projekt hat ein Server die Grätsche gemacht, was zur Folge hat, dass ich seit Tagen bestimmte Pakete nicht bekommen kann. Und ich bräuchte dringend die Subversion-Pakete für Woody. Wie kann man einen Server auch ausgerechnet nach ihm benennen. ;-)

Es ist schon ein Kreuz. Debian ist genial, hängt aber am seidenen Faden der Erreichbarkeit, SuSE saugt, RedHat sowieso, Gentoo ist zu mühsam für richtige Server – was soll man bloß nehmen?

Nachtrag: Ganz einfach, man macht das wie ein richtiger Mann, lädt sich die Sourcen herunter und kompiliert alles selbst. Brandneues Subversion mit Apache-Modul. Und die ganzen halbgaren Bastelserver freier Projekte können einem fortan gestohlen bleiben. ;-)

Netzbuch Zeugs

In den Zeiten des sparsamen Bloggens

Tach! Während dee noch immer kein Comeback gegeben hat, in den US of A mit der Pro-Bloggers Association ein Verband für professionelle Weblogger gegründet wurde (via Webmaster Blog), die BlogInitiativeGermany (Toller Name! ;-)) nach Papieren zu Praktiken des Bloggens fragt, mit Typo ein erstes Weblog-System in der neuen Modetechnologie Ruby On Rails das Licht der Welt erblickt hat, sogar things magazine mal wieder eine Runde bloggt, und Gerrit mit Loudblog ein Weblog-System speziell für Podcasts vorgestellt hat, ist in diesem kleinen Weblog ein wenig Ruhe eingekehrt. Ich glaube, 10 Tage Blogpause ist außerhalb von durch Reisen bedingter Absenz im Netzbuch noch nicht da gewesen. Aber so ist das halt manchmal, man lebt ’ne Runde oder zwei und kommt partout nicht zum Verkünden von gebloggten Weisheiten.

Hier im Netzbuch wird auch in den nächsten Wochen ein wenig ruhiger sein. Oh, die Roadmap, na klar, wir brauchen ’ne Roadmap, nix läuft ohne Roadmap. Also, die Roadmap ist die:
Ablösung von Textpattern als tragendes System des Netzbuchs durch die weiland einmal angerissene Wiki-Eigenentwicklung, die sich im Laufe der Entwicklungszeit zu einer Synthese aus Wiki und Weblog entwickelt hat (dazu dann beizeiten mehr). Und ein neues Design ist auch geplant, und das Ganze soll um den 7. Mai herum fertig sein, dem Netzbuch-Geburtstag, um den herum stets der alljährliche Designwechsel statt findet. Wir werden sehen, ob das klappen wird …

Linux

Hoary Hedgehog, oder: Ein Linux auf die Platte bügeln!

Letztes Wochenende begab es sich, dass ich meinen PC und das Notebook der Liebsten, letzteres auf den liebevollen Spitznamen »die Virenschleuder« lauschend, mit einer aktuellen unproblematischen debianesken Linux-Distribution versehen wollte.
Bisher lief mein PC unter Gentoo. Damit war ich auch stets hoch zufrieden, aber die ewige Kompiliererei bei jedem Update ging mir nun doch ein wenig auf die Nerven, zumal ich den Linux-PC eher selten benutze und das Linux zumeist lediglich der Netzwerk-Wrapper für die Backup-Festplatte ist, auf der die Daten meines Powerbooks gesichert werden. (Aber ich habe natürlich ein Image des Systems erstellt, falls der Verzicht auf Gentoo mich doch reuen sollte. ;-)) Und ich wollte es einheitlich haben, fast alle Server, mit denen ich zu tun habe, laufen auf Debian. Und ich wollte eine aktuelle Distri, um die neuesten Spielzeuge stets zeitnah verfügbar zu haben.
Bei dem Notebook war das Ziel, die Hardware ohne große Fummelei zu erkennen, um Power-Management und WLAN zu ermöglichen. Neben diversen bei mir herumfliegenden Knoppixen waren Debian sarge, Aurox (steht im Ruf, besonders gut mit Notebooks zusammen zu arbeiten), Kanotix und Ubuntu im Rennen. Das Kanotix und Ubuntu just an diesem Wochenende mit neuen Versionen heraus kamen, war purer Zufall.
Nach diversen Tests in einer VMWare-Umgebung und mit Live-CDs entschieden wir uns schließlich für Ubuntu. Auf dem PC lief es unproblematisch, aber auf dem Notebook bewahrheitete sich wieder einmal der Eindruck (der nicht nur der meinige ist, vgl. The Tao Of Mac: Laptop Linux, Revisited), dass Linux auf dem Notebook einfach nicht mit vertretbarem Aufwand zum Arbeiten zu bringen ist. Mit zum Arbeiten bringen meine ich, dass mindestens die unter Windows übliche Funktionalität des Geräts vorhanden ist. Insbesondere die (durchaus gängige) WLAN-Karte funktioniert überhaupt nicht, auch nicht nach dem ich mich mit grotesken Spielereien mit Ndiswrapper-Modulen und solchem Zeug eingelassen hatte. Ich fühlte mich schon wie ein junger Gott, als nach diversen Kernel-Modul-Spielereien tatsächlich die LED auf der WLAN-Karte leuchtete. Fazit, von The Tao Of Mac schön formuliert: »Want Painless Laptop UNIX? Get a Mac – For Now«

Davon abgesehen, Ubuntu Linux »The Hoary Hedgehog« gefällt mir sehr gut, auf dem PC läuft es ganz ausgezeichnet, bisher gab es auch keine Probleme mit den Paketen aus Universe. Die Software ist topaktuell, und das System gehorcht der (mir) geläufigen Debian-Logik. Feine Sache!

Mehr zum aktuellen Ubuntu-Release: