März 2005

Zeugs Musik

Winter Tale

Wenn der Kopf gerade zu leer ist für Anstrengungen aller Art, bloggt man über das Wetter. ;-)

Aber darüber muß man mal ein ernstes Wort verlieren, so geht das nicht weiter. Jede Nacht zwischen -10 und -15 Grad, wenn man morgens das Haus verlässt, hat man das Gefühl, dass sich das Leben auf Erden dem Ende entgegen neigt, weil eine dräuende Eiszeit alles hinwegfriert. Ich fordere daher die Bundesregierung auf, umgehend für wärmeres Wetter zu sorgen! Ich fürchte nur, der Einfluß der Bundesregierung auf das Wetter ist ähnlich groß wie der auf die Beschäftigungslage in diesem unseren Lande.

Der passende Soundtrack für diese kalten Tage kommt schon wieder von DE:BUG: »Winter Tales« von OpenLab Records. Das beim Stapfen durch die Kälte in den Ohren, und man gerät schnurstracks in den Gefrierfach-Flow … ;-)

Schoenes Seltsames

Project C-90

Das, liebe Kinder, ist eine Musikkassette. Auf der nahm man damals, als Eure Eltern noch jung waren, Musik und sogar Daten auf. Die sequentielle Zugriffsmethode einer Kassette und der damit einhergehende zeitliche Aufwand erzog den Benutzer zu einem deutlich bewussteren Umgang mit den darauf gespeicherten Informationen. Die Generation MP3 kann nicht ermessen, welch’ ein Aufwand es was, mit der Kassetten-Rekorder-Zählwerk-Zahlen-Teiler-Methode ein bestimmtes Musikstück zu finden. Alle nur denkbaren Kassettenmarken gibt es beim Projekt C-90. Die für den Commodore findet man in der Kuriositäten-Rubrik.

Übrigens, hier im Regal stehen heute noch Musikkassetten, mit Aufnahmen von Schostakowitsch- und Mahler-Sinfonien aus der Musikbücherei Düsseldorf. Bin ich Retro!

P.S.: Sollte ich jemandes wohlverdienten Via vergessen haben, so war das keine böse Absicht, sondern ich weiß es einfach nicht mehr, wo ich das her habe. Ich möchte ja niemanden zu klagenden Elegien über die Schlechtigkeit der Bloggerkollegen nötigen. ;-)

Seltsames Techkram

Clocky, der hüpfende Wecker

Ich bin ziemlich schlimm! Ich habe eine Armada von lärmenden Weckern auf dem Nachttisch, bringe es aber trotzdem fertig, zu verschlafen. Schuld ist die auch vom Rückenmark erlernbare simple Armbewegung auf den Nachttisch zum Aktivieren der sogenannten Schlummer-Taste. Der Name ist viel zu niedlich, eigentlich müsste sie Drück-mich-nicht-oder-Du-endest-als-Hartz-IV-Kandidat-fauler-Sack – Taste heißen. Die Spezies vom MIT, immer auf der Suche nach diabolischen hilfreichen technischen Lösungen für die grundlegenden Probleme der Menschheit, haben sich auch dieses Problems angenommen und präsentieren die Lösung: Clocky. Clocky ist ein Wecker, der nach einem Druck auf die Schlummertaste vom Nachttisch hüpft und sich irgendwo im Zimmer versteckt. Klingelt er nun das nächste Mal, muß man aufstehen und das blöde Dingen im Zimmer suchen und ist dadurch so wach, dass man tatsächlich aufsteht. Genial! Oder grausam, je nach dem … ;-)

(Via futurezone)

Mac

Camino - Mozilla Power, Mac Style

Der meiner unmaßgeblichen Meinung nach weltbeste Browser für Mac OS X, Camino, hat sich webauftrittsmäßig von der Mozilla Foundation emanzipiert und residiert fortan, seiner Bedeutung als eigenständiges Projekt innerhalb der Gecko-Familie entsprechend, auf einer eigenen Site: CaminoBrowser.org (via mozillaZine).

Übrigens, die Kommentatoren im mozillaZine, welche die Meinung vertreten, Camino sei überflüssig, man solle sich lieber auf Firefox für OS X konzentrieren, haben sicher noch nie mit dem Firefox unter OS X gearbeitet. Schlimmer noch als sein »un-mac-iger« Style ist seine Angewohnheit, das (zumindest aus dem Fundus von mir benutzter Anwendungen) crash-anfälligste Programm für OS X überhaupt zu sein. Viva Camino!

Weblogtalk

Bloggende OpenBCler in Stuttgart

Oliver bloggt live vom OpenBC-Treffen in Stuttgart und stellt einige der Anwesenden vor. Ein herzlicher Gruß aus der hessischen Landeshauptstadt in jene von Baden-Württemberg. Ich hoffe, Ollis blog-missionarische Tätigkeit ist von Erfolg erfüllt und die latente Infektionsgefahr des Blogvirus schlägt wieder einmal zu – vielleicht lesen wir einige der Anwesenden demnächst in ihrem eigenen Blog …

Aber ein Fluch ist dieses digitale Zeitalter ja irgendwie schon, ich wollte mich gerade nach einem Termin zum Kuscheln am Paschmina-Schal erkundigen… ;-)

Weblogtalk

Weblog-Tag in der FR

Überraschung bei der Lektüre der Morgenzeitung in der Bahn: Die Frankfurter Rundschau hat heute ihren großen Weblogtag. Mario Sixtus liefert mit »Ohne Filter« eine Einführung in die Thematik, Monika Porrmann berichtet in »Das bloggst du aber nicht, oder?« über ihr Doppelleben als FR-Redakteurin und Bloggerin, und Thomas N. Burg verrät in einem Interview, wieso Blogs die Kommunikation fördern und äußert sich zum Modethema »Weblog vs. Journalismus«: »Der Vergleich von Weblogs und Journalismus mag sich zunächst aufdrängen, doch im Kern geht es doch darum gar nicht. Es gibt natürlich Weblogs, die einen journalistischen Anspruch haben. Das ist aber eine absolute Minderheit. Ich glaube, Weblogs sind ganz einfach Hilfsmittel, um die Kommunikation zwischen Menschen zu erleichtern und die Kommunikationsfrequenz zu erhöhen. Das heißt, mehr Menschen können, wenn sie es wollen, miteinander in Kontakt treten – auf viel leichterem Weg.« Und zusätzlich gibt es noch eine Linkliste mit Blogs, Blogtools und Blogdienstleistern. Fazit: Berichterstattung über Weblogs in den sogenannten normalen Medien muß nicht zwangsläufig so aussehen, sondern kann sogar lesenswert, kompetent und einfach gut sein …

Weblogtalk

Weblog für einen Tag

Ein Weblog für einen Tag: »Weltweit 24.Maerz«. Reporter dokumentieren den Alltag von Menschen in aller Welt einen Tag lang, in Texten und Tönen. Zitat: »Was bewegt die Bankerin in London, was treibt den Friseur in Buenos Aires um, wie gestaltet die Köchin in Lima ihren Alltag, was erhofft sich ein Straßenverkäufer in Nairobi, was erwartetet ein Geistlicher in Teheran, was treibt ein Kindermädchen in Paris oder eine Näherin in Bombay um? Reporter befragen sie und andere Menschen nach ihren Lebensumständen, nach Ihren Plänen und Hoffnungen und nach dem, was sie gerade tun: Weltweit – am 24. März 2005.«

(Gefunden im gerade neu gestalteten Pixelbrand)

Momentaufnahme

Allgegenwärtiger Zufall

Ein Nachtrag zum Berlin-Trip vorletzte Woche. In Berlin kann man der Apple-Werbung für den iPod shuffle nicht entrinnen, sie ist quasi allgegenwärtig, egal ob quadratmetergroß an Häusern oder als leuchtende Dekoration am Bauzaun. Das habe ich in Wiesbaden oder Frankfurt bisher noch nicht gesehen, die hippe Zielgruppe ist wohl nur in Berlin verortet. Die Bilder wurden übrigens aus einem fahrenden Bus aufgenommen und sind daher ein bißchen merkwürdig. Überhaupt, der Zufalls-Modus. Darüber hatte ich kürzlich schon einmal problematisiert. Man kann mit einiger Plausibilität die These vertreten, dass die Reihenfolge eines musikalischen Gesamtwerkes, eines Album, oder gar eines Mixtapes, eine Rolle spielt und mit Bedacht so gewählt wurde. Somit zerstört das zufällige Abspielen von Stücken, in einer Reihenfolge, die ein Algorithmus sich mit der ihm eigenen kalten Computerlogik »ausgedacht« hat, einen Teil des Gesamtwerkes. Liebevoll zusammen gestellte Mixtapes werden obsolet, da die Beschenkten selbiges in ihre digitale Zufallsmaschine werfen. Symptomatisch die Erfahrung von MP3-Blogger calistan: »I’m wounded. I made a mix CD for a good friend for her birthday and I sent her an email last week asking if she liked it. Her response was, “I’m a bad friend, I haven’t gotten around to putting it in my IPod yet so I haven’t been able to listen to it.”
Wrong answer. I once predicted a relationship was headed for ruin the day I saw a mix tape I made for a girl on the floor of her car covered in mud. It was like reading the bones.«
Ich kann mir das lebhaft vorstellen, wie der arme Kerl an der Reihenfolge der Stücke gefeilt hat, die Dramaturgie des Mixes immer wieder umgeworfen hat, nur um dann so eine Antwort zu bekommen. Harte Zeiten, um eine Message musikalisch rüber kommen zu lassen. ;-)

Internet Techkram

Telefonier- und Kommunizier-Vision

Martin experimentiert mit Skype-VoIP-Spielzeugen. Insbesondere die Jyve-Card ist eine kühle Sache. Nur: Neben Festnetztelefon@Home, Mobiltelefon privat, Festnetztelefon@Work, evtl. Notfall-Mobiltelefon@Work mit all’ ihren Ruflisten und Voice-Boxen einen weiteren Plagegeist anschaffen – ne, muß nicht sein. Meine Vision vom Telefonieren (genauer: Kommunizieren! Die uns im wohlbegründeten kommerziellen Interesse der Dienstanbeiter anerzogene Unterscheidung der Kommunikationsmethoden nach ihren Anbietern wird fallen müssen!) der nahen Zukunft (auch davon hatte es Martin übrigens kürzlich):
Eine Nachrichten-Station wie die Jyve-Card. Aber klüger. Sie weiß, wann ich online erreichbar bin, schlägt Kommunizierwütigen den gerade gangbaren Weg vor. Dazu ein Telefon, dass ebenfalls weiß, wenn ich im Büro oder @Home im Internet bin und dann Skype (oder wer auch immer VoIP gerade anbietet) benutzt, ansonsten ein normales Mobilfunknetz. Kostentransparent und verläßlich, ohne dass ich groß rummachen muß. Das Telefon und die dahinter stehende Applikation wechselt auch auf Knopfdruck die Rollen, eine Taste und ich bin Privatmann und Business landet auf »Halde«. Ziel: Ein Gerät, eine zentrale Messaging-Applikation, die private und geschäftliche Kommunikationswege koordiniert, unabhängig vom Anbieter, und intelligent auf die Netzsituation reagiert (damit die »Ich liege halbtot im Treppenhaus und mein DSL geht gerade nicht und ich kann keinen Krankenwagen rufen.«-Situation gar nicht erst eintreten kann). Naja, man wird ja mal träumen dürfen … ;-)

Momentaufnahme

Ostermarsch in Düsseldorf

Das Osterwochenende habe ich im Westen verbracht und bin ein bißchen durch meine Geburts- und Heimatstadt Düsseldorf geschlendert. Vor dem alten Schloßturm fand sich dieser traurige Rest der einst stolzen Ostermarsch-Bewegung ein und versammelte sich unter Fahne der PDS vor einer Bühne, auf der eine voluminöse Dame merkwürdige Friedensweisen aus den 60er- und 70er-Jahren gröhlte sang. 750 Teilnehmer sollen es gewesen sein, ein großer Teil davon war wohl schon in die benachbarte Altstadt abgezogen, als dieses Foto entstand … Was aber wohl eine Frage der Motivation ist, denn beim Ostermarsch gegen das Bombodrom gab es mehr als 10.000 Teilnehmer.

Wikipedia: Ostermarsch

Lagedernation

Feinstaub

Das Wort der Stunde ist zweifellos Feinstaub, und ein feiner Staub legt sich auf eine Debatte über Fahrverbote. Die Gefahren werden sowieso übertrieben dargestellt, lässt sich ein Umweltmediziner von tagesschau.de zitieren: »Der Stuttgarter Umweltmediziner Rainer Dierkesmann relativierte Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wonach es in Deutschland pro Jahr bis zu 14.000 ‘Feinstaub-Tote’ gebe. Durch die Partikel würden «vorwiegend mehr kranke Menschen etwas früher sterben, als sie sonst sterben würden", sagte er der vom Auto Club Europa (ACE) herausgegebenen Zeitschrift ‘Lenkrad’.« Und das ist ja nun wirklich kein Grund, die Dreckschleuder stehen zu lassen …

Was mich wirklich ärgert: Seit Jahren wird ein Riesen-Geschiss um die ach so schlimmen gesundheitlichen Auswirkungen jeder Zigarette gemacht, während wir mit in der gleichen Zeit mit Tonnen von giftigem Feinstaub vergiftet wurden. Aber das Auto ist der deutsche ideologische Fetisch schlechthin, es muß rollen, da wird dann auch halt mal ein wenig gegen EU-Recht verstoßen. Wenn eh nur ein paar Kranke ein bißchen früher sterben, macht doch nix, spart auch Geld für die Krankenkassen …