November 2004

Aufregender Abend - Kein Strom in Frankfurt

Zeugs

Ein bißchen länger auf der Arbeit an possierlichen Skripten gearbeitet, gerade den Finger auf die Maus gelegt, um den Rechner runter und sich selbst heimwärts zu fahren, da wird es schlagartig zappenduster in Frankfurt-Niederrad, statt Feierabend also Notfallprogramm. Bei den noch oder bald wieder Anwesenden kursieren wilde Gerüchte über einen Terroranschlag auf das Heizkraftwerk, es war aber “nur” ein Unfall.
Übrigens entspricht der Artikel beim HR nicht so ganz den Tatsachen, als gegen 22:30 meine Spätschicht beendet war, lief ich durch das noch stets ziemlich finstere Niederrad gen noch finsteren S-Bahnhof, begleitet nur vom fahlen Glimmen notbeleuchteter Treppenhäuser und dem monotonen Rattern zahlloser Notstromaggregate. Und genau an solch einem Tag, wo der Stadtteil so einmalig eigentümlich beleuchtet ist, hat man keine Kamera dabei. Ärgerlich, sehr ärgerlich …

Strom!

Momentaufnahme

Übrigens: Frankfurt-Niederrad hat wieder Strom, wie dieser billige Webcam-Schuß demonstriert! Heute morgen um fünf Uhr wurde in der Bürostadt der Strom wieder eingeschaltet, lasst Euch nicht von Pressemeldungen was anderes erzählen. Früher, als Strom noch von ordentlichen Stadtwerken kam, und nicht von auf deregulierten Märkten operierenden Unternehmen, wäre 10 Stunden Ausfall undenkbar gewesen. Aber Privatisierung macht ja alles besser, toller, effizienter, sagen uns die Markt-Ideologen …

Der Neue

Rundesleder

Das ist er also, der neue Trainer des VfL Borussia Mönchengladbach: Dick Advokaat, bis zur EM Trainer der Niederlande. Zu dem Herrn habe ich keine Meinung (ich bin in erster Linie mal froh, dass Lodda in Ungarn bleibt), daher wird nun erst einmal abgewartet, was der Bursche aus der Mannschaft macht. Ein großer kluger Ball-Philosoph ist er jedenfalls (Zitat): »Wenn man offensiv spielen kann, muss man offensiv spielen, wenn man besser defensiv ist, spielt man lieber defensiv. Bei allen Vereinen wo ich gearbeitet habe, haben wir viele Tore geschossen und wenige bekommen. Ich denke, dass ist das wichtigste.« So ist es! Nicht dass ich das hier nun unbedingt hätte bloggen müssen, aber so kann man bei der nächsten Entlassung besser nachvollziehen, wie lange der Herr in Amt und Würden war. ;-)

Der fremde Blick auf das Vertraute

Zeugs

Beim Betrachten von Irenes Frankfurt-Bildern fiel mir auf, dass ich seit sechs Jahren im Rhein-Main-Gebiet wohne, seit über vier Jahren jeden Tag nach Frankfurt ins Büro fahre, aber noch nie auf die Idee kam, in Frankfurt Fotos zu machen. Treibe ich mich aber in der Fremde rum, weicht die Kamera kaum vom Auge. Schon ziemlich merkwürdig, anscheinend erscheint das Gewohnte zu gewöhnlich, um fotografierwürdig zu sein.

ToDo: Einen fremden Blick auf das Vertraute, schon tausend Mal gesehene, angewöhnen!

Es erschien ein Feuerfuchs

Internet

Was ich Euch jetzt erzähle, ist exklusiver Premium-Content, den Ihr heute garantiert noch nirgendwo gelesen habt, und schon gar nicht in irgendeinem Blog: Firefox 1.0 ist erschienen!

Ich habe ja ein durchaus gespanntes Verhältnis zum Firefox, aber weil der FF solch ein exklusiver Geheimtipp ist, habe ich den Männerbrowser Mozilla mal zur Seite gelegt und der bunten Mädchenvariante Firefox noch einmal eine Chance gegeben. Bis jetzt funktioniert alles, die Probleme mit der Aktualisierung und dem Verlust der History scheinen behoben zu sein. Mal schauen, vielleicht wird das doch noch was mit mir und dem fuchsigen Stöberer …

»Firefox ist Bloggers Liebling …«

Update: Das hier ist übrigens die FF-Startseite bei einer neuen nackten Installation ohne vorhandenes Profil, Mozilla.org und Google bilden ein geheimes Kartell zur Machtübernahme im Internet, schließe ich daraus messerscharf! Das ist gefährlich für die Freiheit des Internets, ich glaube ich setze auf meinem Windows-System lieber auf einen unbekannten Außenseiter

Und noch’n Update: Woran erkennt man sofort, auch ohne einen Schnatz japanisch lesen zu können, dass das hier ein Blog ist? ;-)

Innovation auf Hessisch

Lagedernation

In Hessen, genauer gesagt in Hünfeld, gibt es demnächst bekanntlich etwas gar Innovatives zu bewundern, nämlich die erste teilprivatisierte Haftanstalt Deutschlands. Natürlich nicht, um mit einer Billiglösung zu sparen, sondern es geht dem hessischen Justizminister Wagner um eine »wirtschaftliche Innovation des Strafvollzuges durch die Nutzung privaten Sachverstandes« (lt. Fuldainfo).
Das Privatisieren originär staatlicher Infrastruktur-Aufgaben hat in diesen trüben Zeiten des real existierenden Marktradikalismus Hochkonjunktur, aber das ist eine neue Dimension, da hier hoheitliche Aufgaben des Staates berührt werden. Und dass durch Privatisierung das Qualitätsniveau der Dienstleistungen steigt, ist ein Märchen, das jeder, der mit der Deutschen Post AG zu tun hat, nicht mehr glauben wird. Die Privatknast-Geschichte ist das persönliche Steckenpferd des hessischen Justizministers: Sehr schön sieht man das auf der Seite des Justizministeriums, wo ein Fachartikel des Justizministers als juristische Literatur zum Thema angeführt wird. Der rechtspolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Andreas Jürgens, dazu (Zitat): »Der Justizminister musste in der letzten Wahlperiode erst mühsam davon überzeugt werden, dass Strafvollzug keine Privatsache ist. Jetzt will er aufs Neue sein Steckenpferd ‘Privatknast’ reiten, verstößt damit gegen die Verfassung und gefährdet die Sicherheit in den Anstalten.«

Was bieten uns die Martkideologen als nächstes an? Privatisierung der Bundeswehr (Deutsche Krieg AG), mit externen Dienstleistern für Kosovo und Afghanistan?

Diaristisches

Seltsames

Oh Unheil! Heute, im Morgengrauen, als das Außenthermometer -5 Grad Celsius anzeigte, und die Dächer auf dem Freudenberg mit Rauhreif überzogen waren, und ich, frierend und hungrig, mich auf den Weg in die Küche machte, nicht ohne vorher das Licht einzuschalten, denn es war nicht nur kalt, sondern auch noch dunkel, und nur das Kratzen der Eisschaber die dunkle kalte Stille des dräuenden Morgens durchbrach, um mein überaus gesundes Frühstück einzunehmen, störte mein lauter Fluch die Stille und übertönte das Kratzen der Eisschaber, denn: Uri Geller hat meine Löffel verbogen!

MSN-Search

Internet

Bekanntlich möchte Microsoft eine eigene Suchmaschine, wie man auf gut Krawattensprech so sagt, am Markt etablieren. Ein gewisser Herr Tinker von einem ebenso gewissen Investmenthaus aus San Francisco sagt dazu (lt. Yahoo): »Es dürfte zwei Jahre brauchen, bis Microsoft sich ernsthaft etablieren kann. Aber niemand sollte vergessen, dass das große, böse Biest da draußen lauert.« Das große böse Biest kann schon besucht werden, es sieht dort ziemlich google-ig aus. Und man kann Spaß haben, wenn man z.B. (auf Englisch, versteht sich) nach dem besten Betriebssystem sucht (via Jörn, der auch ein Beweisfoto hat, falls das große böse Biest mittlerweile eingegriffen hat) oder einmal schaut, was selbigem zum Wort word einfällt.

Da Microsoft nicht nur Freunde hat, gibt es auch schon eine Anti-MSN-Search-Bewegung, deren Zentralorgan »Boycott Microsoft Search!« ist. Die Motivation zu dieser Aktion ist bei Idle Words dokumentiert.

Also dann, ran an die robots.txt, haltet Euch das große böse Biest vom Leibe. ;-)

Roböxotica

Internet

Tja, in Wien müsste man sein. Dann könnte man z.B. vom 19. bis 27. November im Museumsquartier die Roböxotica, Festival für Cocktail-Robotik besuchen: »Bis vor kurzem gab es keine Versuche, die Rolle der Cocktail-Robotik als Index für die Integration technologischer Entwicklung in die menschliche Lebenswelt öffentlich zu thematisieren und der Entstehung neuer, a priori dem Radikalhedonismus verschriebener Berührungspunkte in der Mensch-Maschine-Kommunikation zur Dokumentation zu verhelfen. Dieses Vakuum versucht Roböxotica zu füllen.« Generalthema ist »das schöne Scheitern«. Und gemäß Ankündigung sind alle »[…] geladen vorbeizuschauen und eine siliziumschwangere Barkonversation zu betreiben.«

Also, Wienerinnen und Wiener, nix wie hin!

(Via rohrpost-ML)

TXP an der Schnittkante

Txp Zeugs

Aufmerksamen Betrachtern dieses formidablen Weblogs ist wahrscheinlich an der neuerdings etwas merkwürdig wirkenden Kommentarübersicht (»In Euren Worten«, die Äuglein nach links, bitte!) aufgefallen, das irgendetwas anders ist. Ich habe die von dev.textpattern.com erhältliche aktuelle cutting edge Entwicklungsversion von Textpattern (die sich im Backend mit 1.0rc2 identifiziert) geladen, da sie die die nervtötenden Bugs im Backend (der “doppelte Eintrag”-Bug, das Nichtfunktionieren des Löschens von Artikeln und der Listeneinstellungen bei Artikeln und Bildern) beseitigt. Dafür sieht die Funktion recent_comments nun etwas verhärmt aus, was auch schon länger bekannt ist, aber noch nicht gefixt wurde.

Das Einspielen des aktuellen Codes ist durch die Verwendung von Subversion im Hause TXP sehr elegant gelöst. Man kopiert sein /textpattern-Verzeichnis nach /textpattern-old (und ein Dump der Datenbank kann auch nix schaden) und holt sich auf der Shell mit svn co http://textpattern.com/svn/repos/current/textpattern den aktuellen Code. Danach kopiert man aus /textpattern-old seine config.php in das neu entstandene /textpattern-Verzeichnis, macht mit chmod 000 textpattern/setup.php und chmod 000 textpattern/txpsql.php die »gefährlichen« Dateien unsichtbar (wenn man sie einfach löscht erhält man sie beim nächsten Update per svn wieder zurück). Fortan kann man mit einem simplen svn update auf der Shell sein Textpattern-Verzeichnis aktuell halten. Das funktioniert so selbstverständlich nur, wenn man Shell-Zugriff auf den Webserver hat und der Subversion-Client installiert ist. Sollte das nicht der Fall sein, erhält man hier statisch kompilierte Binaries, die man einfach ohne Installation in sein home-Verzeichnis kopieren und ausführen kann.

Hat man keinen Shellzugiff, muß man sich den Code wohl oder übel mit svn auf seinen Arbeitsrechner ziehen und dann per sftp oder gar ftp auf den Webserver hochladen. Was den Eleganzfaktor natürlich ein wenig in den Keller treibt … ;-)

Ramadan - Futter für die ungesunde Volksseele

Lagedernation

Na, da hat Christian Ströbele dem so genannten gesunden Volkempfinden mit seinem Vorschlag zur Einführung eines moslemischen Feiertags in Deutschland ja mal richtig was zum Echauffieren geliefert. Nicht nur das Blatt mit den vier großen Buchstaben, sondern auch Stimmen aus der Blogosphäre reflektieren den Sachverhalt polemisch bis konstruiert sachlich.

Da eine demokratische Republik per se neutral gegenüber allen Religionen und Weltanschauungen zu sein hat, gibt es eigentlich keinen vernünftigen Grund, der gegen einen moslemischen Feiertag sprechen würde. Argumente der Art »in Saudi-Arabien gibt es auch keinen Ostermontag« gehen meterweit an der Sache vorbei, denn man kann eine demokratische Republik nicht mit einer monarchistischen Klerikaldiktatur vergleichen. Es spricht hingegen sehr viel gegen religiöse Feiertage als solches, ich bin sowieso der Ansicht dass die Gekreuzigtensekte in ihren beiden institutionell organisierten Ausprägungen in diesem unseren Lande viel zu viel Einfluss hat. Ob Rundfunkrat oder in den euphemistisch Jugendschutzgremien genannten staatlichen Zensurausschüssen, überall hängen Vertreter der Kirchen herum, wieso? Also, weg mit allen christlichen Feiertagen, wer seinen Glauben ausüben möchte, kann an diesen Tagen Urlaub nehmen. Hey, Rogowski wird mich lieben für diese Idee!

Übrigens, das gesunde Volksempfinden bereitet mir mehr Unbehagen als alle moslemischen Haßprediger zusammen, darum bin ich im Zweifel schon alleine deshalb für Ströbeles Idee, weil das Volksempfinden dagegen ist …

Firefox: Windows hui, Mac OS X pfui!

Techkram Mac

Meine Firefox-Erfahrungen mit der Version 1.0 sind zwiespältig.

Die Windows-Variante funktioniert nun sehr zuverlässig, die Issues, die ich damit hatte, nämlich der Verlust der History einzelner Tabs und das Nicht-Funktionieren der Aktualisieren-Aktionen bei meinen üppigen Statistik-Tabellen, scheinen verschwunden zu sein. Selbst das Laden des Monstrums schlechthin, des PDF-Plugin des Adobe Acrobat Readers, ist zwar nach wie vor, verglichen mit dem Werkzeug des Teufels aka IE, höllisch langsam, aber tötet den Firefox nicht mehr regelmäßig. Fazit: Zuverlässig und brauchbar!

Die Mac OS X-Variante, die ich ein paar Tage lang, inspiriert durch diesen Blog-Eintrag, als Standard-Browser verwendet habe, ist hingegen ziemlich unbrauchbar. Zweimal täglich schmiert der Feuerfuchs ab, insbesondere wenn man viele viele Links im Netnewswire anklickt, die sich im Firefox in einem neuen Tab öffnen sollen. Und wenn man einen Sourceforge-Download abbrechen möchte, weil man nur den URL des Mirrors in der Zwischenablage haben möchte (es ist albern, ein Archiv auf den Arbeitsrechner herunter und anschließend wieder auf den Server, wo es hin soll, hoch zu laden, dafür hat man wget auf dem Server), so kann man den Firefox reproduzierbar töten, indem man, während der “Speichern”-Dialog des Firefox erscheint, in ein anderes Programm wechselt. Buntes rotierendes Bällchen für die Ewigkeit ist die grausame Strafe. Fazit: Experiment abgebrochen, Firefox unter Mac OS X ist leider unbrauchbar. Safari, ich komme reumütig zurück. ;-)

Textpattern-Basteleien, oder: Trackback mich!

Txp Zeugs

Ein Weblog ohne Trackback ist irgendwie kein richtiges Weblog! Darum wurde mal wieder der Editor angeworfen und ein wenig gebastelt, denn im Hause Textpattern ist, aus welchen Gründen auch immer, damit in absehbarer Zeit wohl nicht zu rechnen. Also gilt: Selbst ist der Mann, ran ans Werk.

Nach einem Blick auf frei erhältliche Trackback-Skripte gTrackback und phptrackback entschloß ich mich dazu, die Sache selbst anzugehen. Ersteres hantiert mit Textdateien herum (was für mich nicht in Frage kommt), zweiteres wirkt etwas halbgar, z.B. sucht das Skriptchen nach einer Post-Variable namens expert, die es aber niemals finden wird, da die Trackback-Variable excerpt heisst. Nicht unbedingt vertrauenserweckend ;-)
Die Lektüre eines Artikels von unblogbar und der Trackback-Spezifikation von MT führten zu der Erkenntnis, dass das so schwer eigentlich nicht ist und keine Bastelei in vorhandenen Skripten lohnt.

Nun ist es also eingebaut, ich habe es mit pMachine, MovableType und Adam Kalseys Trackback-Formular getestet, scheint zu funktionieren. Die Trackbacks werden entgegengenommen und als TXP-Kommentar abgespeichert. Da ich nicht jedes System dieser Welt installieren möchte, nur um Trackbacks zu senden, möchte ich Euch, verehrte Zielgruppe, um ein paar Test-Trackbacks bitten. Wenn alles korrekt funktioniert, wird das Skriptchen natürlich hier für die Welt verfügbar sein. Die Trackback-URL ist unter jedem Beitrag als Link zu finden.

Domäne zu verkaufen ;-)

Seltsames

adresso.de schätzt, nach welchen Kriterien eines digitalen Nachfolgers bekiffter antiker orakelnder Tempelpriesterinnen auch immer, den Wert von Domänen. das-netzbuch.de bringt es nur auf schlappe 860- 1.000 Euro. Aber meine gute alte Homepage, netz8.de, auf stolze 18.000 – 20.000 Euro!

Hey, ich bin bereit, wenn auch schweren Herzens, auf meine Domäne zu verzichten. Preis? Siehe oben! ;-)

(Gefunden bei schlappe 250-290 Euro Webpropaganda-Nico)