Oktober 2004

Liedgutderwoche Musik

Rammstein - Amour

Rammstein
»Amour«
Album: »Reise, Reise« – 2004

Eine neue Scheibe der »Ossi-Pyromanen« ;-) Rammstein ist immer ein Ereignis. Mit dieser Band verhält es sich wie mit dem FC Bayern – man liebt sie oder man hasst sie. Seit ich Anno 1996 zum ersten Mal »Asche zu Asche« gehört habe, bin ich dem Tanzmetal verfallen. Ersteres also, in meinem Fall. Die schwermütigen Texte, gepaart mit der brachial-stampfenden Musik, sind für manche Gemütszustände exakt der richtige Soundtrack.

Drei Jahre nach »Mutter« nun also »Reise, Reise«. Der erste Eindruck: Rammstein sind irgendwie lascher geworden, man wartet beim Hören darauf, dass jetzt endlich mal richtig die Post abgeht, aber von wenigen gewittrigen Passagen abgesehen, bleibt das ganz große Stahlgewitter aus. Man bekommt neuerdings von Rammstein sogar Chöre und Mandolinen geboten. ;-) Ein Song, »Mein Teil«, deutlich inspiriert vom hessischen Kannibalen, löste die wohl einkalkulierte Empörung bei den üblichen Verdächtigen der Boulevard-Presse aus. Aber man muß schon sehr ironieresistent sein, wenn man diesen Song mit seinen Knüttelversen ernst nimmt. Überhaupt, die Texte – sie klingen diesmal für meine Ohren ein wenig knüttelig gereimt, früher waren sie deutlich lyrischer. Richtig gut gefallen mir »Dalai Lama«, der Song erzählt die Erlkönig-Geschichte in einem Flugzeug, und das Liedgut der Woche, »Amour«.

Ja, schon wieder ein Song über die Liebe: »Die Liebe ist ein wildes Tier
In die Falle gehst du ihr
In die Augen starrt sie dir
verzaubert wenn ihr Blick dich trifft«
Songs über die Liebe mit deutschen Texten balancieren auf einem schmalen Grat, bei jedem noch so kleinen Fehltritt lauert der Abgrund des Kitsches (fragt mal Xavier Naidoo ;-)). Erstaunlicherweise treffen Rammstein genau den richtigen Ton, meiner Meinung nach ist »Amour« das gelungste Liebeslied auf deutsch seit Element Of Crimes »Schwere See«. Und der Song besticht durch eine realistische Einschätzung über die Natur der Liebe an sich, die letzte Zeile lautet: »Bitte bitte, gib mir Gift« … ;-)

Links:

Lagedernation

Recht auf Karstadt?

Wenn man in Presse, Funk und Fernsehen (Links kann ich mir bei dieser omnipräsenten Sache sparen) die sogenannte »Karstadt-Krise« verfolgt, inklusive Meetings der Bürgermeister mit den Vorständen, könnte man den Eindruck gewinnen, eine nationale Krise bricht aus. Ein Karstadt-Warenhaus in der mehr oder weniger vorhandenen City scheint ein Menschenrecht zu sein…

Richtig ärgerlich: Arbeitnehmervertreter, die nicht zu allem umgehend Ja und Amen sagen, was Verzicht ist, werden von den z.B. in n-tv auftretenden »Experten« umgehend kritisiert. Hat aber jemand schon mal das öffentlich gesprochen gehört, was auf der Hand liegt, nämlich dass die Nieten in Nadelstreifen aka Vorstand als Hauptschuldige erst einmal ihre gut dotierten Posten niederlegen sollten?

Mac

Textmate 1.0 ist da!

Mit geschicktem Blog-Marketing und »Editor-Platzhirsch-Bashing« erreichten Allan Odgaard und David Heinemeier Hansson, dass die Welt erwartungsfroh auf einen neuen Texteditor für Mac OS X wartete – und nun ist er da: Textmate, nach eigenem Bekunden der Editor, auf den unter Mac OS X alle gewartet haben. Textmate ist Shareware, 30 Tage kann man testen, danach kostet er 39$, im Vergleich zum Platzhirsch BBEdit, mit dem ich mich nicht nur wg. seines Preises nie anfreunden konnte, ein Schnäppchen.

Ich werde Textmate nun mal ein wenig benutzen, Testbericht folgt!

Weblogtalk

MacLife über Weblogs

Die Apfelzeitschrift MacLife liefert in ihrer Novemberausgabe ein großes Weblog-Special. Marcel Magis führt mit einem recht launigen Artikel unter der Überschrift »Weblogs – ein Phänomen der besonderen Art« im Stile eines Weblogs in die Materie ein (Zitat MacLife 11/04, S. 110): »11.8.2004. Ich beschließe nicht mehr weiter zu schreiben. Bin deprimiert, und stöbere nebenher noch in anderen Weblogs. Finde eine Frau, die sich gerade frisch verliebt hat. In eine andere Frau. Das Leben ist ungerecht.« Außerdem gibt es Interviews mit Fry dem Schmuddelblogger und Lyssa (mit Foto ;-)), eine kurze Übersicht über Mac-lastige Weblogs und ein kleines Weblog-ABC. Ein schönes Zitat von Lyssa (ebd., S. 113): »Womöglich verwandle ich mich ohne Blog in den nächsten Jahren in eine dieser wunderlichen Frauen, die auch im Sommer Pudelmütze tragen und im Bus mit ihrem Teddybär reden.« Damit der Weblog-Schwerpunkt sich nicht nur um das Eine dreht, gibt es auch noch ein Interview mit Heiko Hebig über Typepad und Weblogs in Deutschland als solche, allerdings unter seinem Pseudonym »Heiko Herbig«: Das wundert den Betrachter aber nur, wenn man nicht regelmäßig MacLife liest, es gibt wohl kaum ein anderes gedrucktes Periodikum, in dem es derartig gehäuft von Rechtschreib- und Flüchtigkeitsfehlern wimmelt, Korrekturlesen scheint dort nicht üblich zu sein. Ein Zitat von Heiko (ebd., S. 114): «Ich wünsche mir: noch viel mehr Weblogs! Weblogs tun nicht weh! Ein Weblog muß nicht zwangsläufig öffentlich sein, und es muss dort auch kein Seelenstriptease erfolgen. […] In Deutschland wird gerne und viel gemeckert. Weblogs sind das ideale Medium, um sich Frust von der Seele zu schreiben und sich einmal richtig auszukotzen.« Fazit: Gelungene Artikel, interessante Interviews, von der Schlamperei mit Heikos Namen abgesehen ein gelungenes Special, die MacLife ist aber sowieso von allen Fachzeitschriften im Apfel-Bereich die am unterhaltsamsten zu lesende.

Weblogtalk

Referrer-Spammer in der Offensive

Da schaut man mal ein paar Tage nicht in die Referrer-Statistik, schon gibt es eine Referrer-Spammer-Offensive von bisher unbekannten Ausmaßen. In den letzten Tagen gab es Tausende von Zugriffen von Referrer-Spammern (so intensiv, dass eine Traffic-Warnung vom Host verschickt wurde!), dieses Mal aber so geschickt, dass man die üblen Gesellen nicht über Auswertung der IP-Adresse oder des User-Agent aussperren kann.

Aber nicht geschickt genug ;-), ein kleines Skript überwacht nun die Referrer und fügt Referrer-Domains beim Zutreffen bestimmter Kriterien automatisch einer Blacklist zu. Diese Blacklist könnt Ihr, sofern Ihr auch von diesen bösen Jungs gepeinigt werdet, hier anschauen, bereits fertig zum Einfügen in die .htaccess, einfach in die Zwischenablage nehmen und in die .htaccess einfügen. Dann hat es sich ausge-referrer-spam-t.

Man sollte diese lästigen Typen allesamt in Ferien nach Guantamo Bay schicken. ;-)

Zeugs

Was man nicht machen soll!

Hat bekanntlich Thomas gebloggt: »Wo man als Blogger nie hin sollte: Sich beim werten Leser zu entschuldigen, dass man gerade mal nicht bloggt.«

Ja, hier ist gerade etwas ruhig, das bekannte Trio Projekte, Leben und all’ so ’n Zeugs hat zugeschlagen. Und ich mache natürlich aus Prinzip das Gegenteil von dem, was landläufig so als Verhaltensweise für man angepriesen wird, daher dieser Eintrag! ;-)

Techkram

Kraftspielzeuge

Traditionell gibt es von Microsoft für die Windows-Systeme die sogenannten Powertoys. Das sind kleine pfiffige Programme von MS-Entwicklern, welche die Funktionalität von Windows erweitern, ohne Bestandteil der »offiziellen Distribution« zu sein. Natürlich gibt es auch für XP Powertoys, zwei davon finde ich für meine Büro-Fenster XP recht hübsch!
TaskSwitch (534 kB) erweitert den Windows Task-Switcher der auf Alt-Tab hört: Man bekommt verkleinert den Inhalt des Fensters angezeigt, so kommt unter Windows fast ein bißchen Exposé-Feeling auf. Deskman (550 kB) schafft die von richtigen Betriebssystemen bekannten »virtuellen Desktops« unter XP herbei, mit frei konfigurierbaren Hotkeys kann man von Desktop zu Desktop springen und sich somit mehr Ordnung im Fenster-Chaos schaffen. Jeder virtuelle Desktop kann individuell mit einer Hintergrundfarbe resp. Bild belegt werden, so dass man gleich weiß, wo man gerade ist.

Außerdem noch empfehlenswert: Open Command Window Here (514 kB), dieses Kraftspielzeug erweitert das Kontextmenü im Explorer mit dem Punkt »Command Window Here«, man kann eine »Eingabeaufforderung« öffnen und befindet sich gleich im korrekten Verzeichnis, sehr praktisch für Eingabeaufforderungs-Akrobaten!

Rundesleder

Skandal!

Skandal! Da gewinnen wir endlich mal wieder, dann wird Oliver Neuville nachträglich für zwei Spiele gesperrt, nur weil er ein wenig mit der Hand nachgeholfen hat, bzw., wie das Foto deutlich zeigt, seine Hand von Wiese und Hertzsch quasi vor den Ball geschubst wurde. ;-) Und überhaupt, ich denke es war die Hand des Geists von Hennes Weisweiler, die den Ball seiner gerechten Bestimmung, nämlich im Lauterer Tor zu landen, entgegen führte!
Wurde jemand nachträglich gesperrt, als letztens im Pokalhalbfinale gegen Gladbach die Aachener Abwehrspieler im eigenen Strafraum Torhüter spielten, ohne dass der Schiri dies gesehen hätte? Ne, natürlich nicht, aber jetzt. Dabei ist Tor genau dann, wenn der Ball ins Netz kullert und der Schiri zum Mittelkreis zeigt. Die (Fußball-)Welt ist ungerecht!

Mac

Von der Powerbook-Front

Seit ich Camino statt Safari benutze, fühlt sich mein Haar viel kraftvoller an! Ich meine, mein Powerbook. Ich weiß nicht wie es anderen Mac-BenutzerInnen geht, aber Safari verhält sich schon komisch. Was hat der Safari stundenlang mit dem buntem Bällchen zu rödeln, nur weil er ein Browser-Tab schließen soll? Ich habe mein eigenes Powerbook und ein befreundetes iBook auf Camino als Standard-Browser umgestellt, und alle beteiligten Personen berichten übereinstimmend von einem schnelleren Seitenaufbau und einem flotteren Gesamtsystem. Camino sollte man mal ausprobieren, kann ich nur empfehlen!

Ein weiteres Sorgenkind: SQLite als integrierte Datenbank in dem PHP5-Paket von Marc Liyanage. Auf dem Webserver unter Linux funktioniert die gerade in Entwicklung befindliche Web-App einwandfrei, aber unter Mac OS X kommt es zu rätselhaften Erscheinungen. Datensätze werden gespeichert, tauchen aber trotz exzessiver Reload-Orgie im Browser niemals auf, nach einem Reboot des Powerbook (s.u.) sind sie aber plötzlich da. Bin ich der einzige, der die ja ziemlich reichhaltig bebloggte und freudig begrüßte Mini-Datenbank auf dem Mac auch tatsächlich einsetzt, oder warum finde ich im Netz nichts über irgendwelche Probleme? Auch auf einem anderen System mit XAMPP für Windows kommt es zu seltsamen Phänomenen. So bekommt die Web-App nicht mit, wenn mit dem SQLite-Client die Tabellenstruktur geändert wurde (es wird eine nicht existente Tabelle angemeckert, die aber definitv existiert), erst nach dem siebten oder achten Reload wird sie dann akzeptiert. Richtig problemlos läuft SQLite eigentlich nur unter Linux. Ich sollte noch erwähnen, dass ich ADOdb benutze, möglicherweise liegt es auch daran. Sehr lästig, wenn man sich nicht sicher sein kann, ob ein Fehler an der selbst entwickelten App oder dem “Zubehör” liegt.

Und dann fängt, pünktlich, zwei Monate nach Ablauf der Garantiezeit, mein Akku an zu spinnen. Die Anzeige geht nie höher als 39%, wenn Mac OS X motzt, es wäre nicht mehr genug Energie da und überhaupt, ich wäre schon im Reservestrom, kann ich noch locker ein Stündchen weiter machen. Das ist ziemlich verhärmt, da man nie so genau weiß, wie lange der Akku wohl noch durchhalten wird. Ich habe mal diesen Hinweis von Apple ausprobiert und die Power Management Unit zurück gesetzt, mal schauen ob es etwas bringt. Immerhin, beim 12’ Powerbook braucht man nicht die Tastatur auseinander zu nehmen, nur um die PMU zurück zu setzen, wie bei anderen Modellen, mir wurde beim ersten Blick auf die Bildchen in diesem Dokument erst einmal ganz anders zu Mute …

Liedgutderwoche Musik

Interpol - Obstacle 1 / Obstacle 2

Interpol
Obstacle 1 / Obstacle 2
Album: »Turn On The Bright Lights« – 2002

Da es letzte Woche kein Liedgut gab (ich Schlamper!), gibt es diese Woche eine Doppelausgabe – eine Band, zwei Titel, zumal die beiden Stücke irgendwie zusammen gehören.

Im Windschatten der Strokes dringen allerlei Töne aus New York City ins alte Europa hinüber – Bands wie Radio 4, Nada Surf, und natürlich Interpol. Jeglicher Text, der Interpol den Ohren des geneigten Publikums näher bringen möchte, bemüht Remineszensen an Joy Division (was vom Sound her ein wenig hinkommen mag) und den Smiths (was in meinen Augen fast schon ehrenrührig ist). Interpol bieten einen Sound, der ebenso perfekt gestylt ist wie ihre dunklen Anzüge, mit denen sie sich bevorzugt im öffentlichen Raum aufhalten. Die Kunst, die Interpol beherrschen, ist es, trotz penibel gestylter Klangstrukturen die emotionalen Botschaften zu transportieren, ohne die Rockmusik keine Seele hat und zum bloßen Handwerk verkommt, oder, wie es der LAUT.DE-Biograf ausdrückt: »Stramm stehende Depressionen schweben über die Leichen des britischen Post-Punk und bleiben dabei rätselhaft an Melodien kleben, während ein Ian Curtis-Klon stilvoll gebrochen über die Leiden der Zwischenmenschlichkeit singt.«

Durch die NYC-Welle kam letztes Jahr »Turn On The Bright Lights« zu mir. Zunächst gefiel mir die Scheibe nicht übermäßig gut, aber je öfter ich sie hörte, desto mehr bohrten sich die filigranen Klangstrukturen in mein Ohr. Vor kurzem erschien übrigens das zweite Album von Interpol, »Antics«.

Die Songs der Woche drehen sich (schon wieder ;-)) um die Hindernisse (engl. Obstacle) auf dem Weg zum Glück, das landläufiger männlicher Meinung nach beim ewig lockenden Weibe zu verorten ist. Nichterfüllung resultiert im traurigen Sange, die Rockmusik lebt davon (Lyrics Obstacle 1): »It’s different now that I’m poor and aging, I’ll never see this face again, You go stabbing yourself in the neck« Und in rätselhaften Botschaften (Lyrics Obstacle 2): »Friends don’t waste wine when there’s words to sell«

Interpol-Links:

Lagedernation

Rommelplatz

tagesschau.de kommentiert des bayerischen Innenminister Becksteins glorreiche Idee, im nordafrikanischen Wüstensand von der Bundeswehr Sammellager für Flüchtlinge errichten zu lassen, mit einer beißenden Glosse: »Mit der Bundeswehr nach Afrika«. »Deutschlands wahre Friedensbewegung, so die Überlegungen des weitsichtigen Franken, könnte im sonnigen Nordafrika Flüchtlingslager für Flüchtlinge errichten – pardon: Informations- und Kontaktzentren für reiselustige Bürger außereuropäischer Urlaubsländer. Die Klarheit des Becksteinschen Gedankens besticht schon auf den ersten Blick. So ein paar Zelte sind ja schnell errichtet, und die Schränke für die Ablehnungsbescheide werden auch nicht viel Platz einnehmen. Und unsere Jungs würden endlich mal dienstlich in eine Gegend kommen, die sie schon auf einer der zu Recht beliebten Jeep- oder Kamel-Tour während des Sommerurlaubs erblickt haben. Das hebt die Motivation. […] Für Geschichtsbewusste drängt sich deshalb ein Name der Begegnungsstätten förmlich auf: Rommelplatz.«

Lesebefehl!

Weblogtalk

RSS - Die Todsünde

Gerade habe ich mal, mit Hilfe des wunderbaren Dinosaurierfensters von NetNewsWire 2, die als RSS abonnierten Blogs aufgeräumt, und bin zu dem Schluß gekommen, dass es keine größere Sünde geben kann, als den URI des Feeds zu ändern, ohne den URI des alten Feeds zu erhalten. Auch der Wechsel des Blogsystems ist dafür keine Entschuldigung, .htaccess ist unser Freund. Höchstens einen intentionalen Bruch mit der Blog-Vergangenheit lasse ich gelten, warum der Rest der verehrten Bloggerinnen und Blogger aber bei Systemwechseln u.ä. nicht einfach mal .htaccess bemüht, um den Feed-URI zu erhalten, erschließt sich mir nicht.

Botschaften wie »Ich habe mein Blog von MeinTollesBlogsystem auf MeinNochTolleresBlogsystem gewechselt, darum haben sich die Adressen meiner Feeds geändert, bitte ändern«, einhergehend mit Abschaltung der alten URI, heißen auf Deutsch übersetzt: »Leser, Du Arsch, ich weiß, Du hast nichts besseres zu tun als von meinem überaus bedeutsamen Blog die Feedadresse in Deinem Reader zu ändern, machst Du doch gerne, weil ich so bedeutsam für Dein Leben bin …«

Literaturtipp: W3.ORG: »Cool URIs don’t change«

Das musste mal gesagt werden, ich weiß nicht wie viele Feed-URIs ich in meinem Leben schon geändert habe …

Rundesleder

Same procedure as last year ...

Unglaublich, damit habe ich nun nicht gerechnet, O-Ton Borussia-Website: »Borussia Mönchengladbach und Trainer Holger Fach haben heute einvernehmlich beschlossen, die Zusammenarbeit zu beenden.« Sportdirektor Christian Hochstätter, der jetzt nach dem zweiten Trainerwechsel innerhalb eines Jahres auch mal fällig wäre, im DSF: »Wir wollten langfristig etwas mit ihm [Holger Fach, R.] aufbauen, die Trennung erfolgte jetzt nur wegen der Ergebnisse. Holger hat bei uns mehr als ordentlich gearbeitet, zuletzt fehlte eben auch das nötige Glück. Aber man kann nicht immer behaupten, die bessere Mannschaft gewesen zu sein, und trotzdem verlieren.« Nun ist es also mal wieder rum. Arme Borussia! Wenn das so weiter geht, hat bald jeder Bundesliga-Trainer mal bei Borussia gespielt oder war mal kurz Trainer dort. Wenn man bedenkt, dass Borussia in der Zeit von 1963 bis 1987 mit Hennes Weisweiler, Udo Lattek und Jupp Heynckes gerade mal drei Trainer hatte, und in der Zeit von 1987 bis jetzt schon zehn, dann sieht man, wie der schöne Verein vor die Hunde gekommen ist …

Lagedernation

Europaparlament

Ich muß jetzt mal nachkarten. Wer erinnert sich nicht an die fast einhellige Meinung der verehrten Bloggerinnen und Blogger, dass das Europaparlament eine machtlose Schwatzbude wäre und man sich das Wählen bei der Europawahl gleich sparen könne.

Und heute? Da bringt die machtlose Schwatzbude mal eben die an den diskreten Tischen der EU-Regierungen ausbaldowerte EU-Kommission zu Fall, das ist sensationell und nie da gewesen (taz: »Niederlage für die Schoßhunde«). Bravo, kann ich da nur sagen!

Seltsames

Land Of The Free 2004

Eine lustige Geschichte aus den US of A: Annie aus Charleston lästerte in ihrem Blog (Tagebuch, wie auch immer) auf LiveJournal über George Bush, und zwei Wochen später steht der Secret Service vor der Tür. Annies Original-Posting ist weg, verständlich, wer würde nicht ein Posting löschen wenn Männer in dunklen Anzügen an der Tür klingeln und man im Geiste schon die Handschellen klicken hört. Gegenüber Terry Heaton schrieb sie über den Inhalt des Original-Postings: »I made a post to my LiveJournal the morning after the final presidential debate, during which President Bush said something along the lines of how he could feel it every time someone prayed for him. Irked, I posted my own ‘prayer’, in which I asked God (after stating that I don’t actually believe in God, therefore rendering this prayer meaningless) to inspire Bush and his cronies to commit mass suicide. I then made the joke that if we all prayed hard enough together, maybe we could give Bush an aneurysm.« Dieser Eintrag, so die Männer in dunklen Anzügen, könne als Bedrohung der Sicherheit des Präsidenten verstanden werden. Die Herren überzeugten sich, dass Annie keine Bedrohung für den Herrn Bush ist, und verschwanden, nicht ohne sie zu ermahnen, so etwas künftig zu unterlassen.

Man mag Annies Beitrag für mehr oder weniger geschmacklos halten, aber daraus amtlich eine Bedrohung für Georg Dabbelju zu konstruieren, zeigt deutlich, wie die US of A herunter gekommen sind. Und es zeigt, dass irgendwer alles mit liest, bzw., dass es genug Leute mit ausgeprägter Blockwart-Mentalität gibt, die sich nicht zu blöd sind, so etwas gleich mal an die Behörden zu melden. Der Wahnsinn ist mittlerweile wohl offizielle Staatsreligion der USA

Rundesleder Momentaufnahme

Gladbacher Nebel

Da reist man um die halbe Welt, um das Gastspiel der dreck…, äh, überaus sympathischen und bescheidenen Kicker des FC Bayern bei der Borussia aus Mönchengladbach vor Ort, live und in Farbe zu verfolgen, und dann das: Ganz Gladbach im Nebel! So dichter Nebel, dass sogar der lokale Reiher den Flugbetrieb eingestellt hat, wie auf dem billigen Schuß da oben unschwer zu erkennen ist.

Unbestätigten Gerüchten zu Folge wurden sämtliche gefeuerten Gladbacher Ex-Trainer in den Borussia-Park abkommandiert, um den Nebel mit vereinten Kräften weg zu pusten. Mal schauen heute Nachmittag, ob sie erfolgreich waren!

Und besonders gespannt ist das Auditorium auf den ersten Auftritt der Borussia nach dem Trainerwechsel, Interimscoach Horst Köppel verbreitet Zweckoptimismus: »Einen schöneren Einstand gibt es doch gar nicht. Die habe ich als Spieler oft weggehauen.« Die Bayern nehmen auch, gewohnt bescheiden und sympathisch auftretend, den Mund voll, Coach Felix Magath: »Wir fahren mit Selbstbewusstsein dahin und haben keine Angst. Ich gehe davon aus, dass wir aus Gladbach drei Punkte mitbringen.« Ich werde auf der Tribüne alles geben, um das zu verhindern. ;-)

Lagedernation Seltsames

FDP will unsere Zeit abschaffen!

Der Preis für die Dummschwätzerin des Wochenendes geht an die FDP-Hinterbänklerin Gudrun Kopp. Die Dame fordert die Abschaffung der Winterzeit, denn diese sei nur unnötiger Aufwand (Standortnachteil dräut!) und bringe bei den Sissies dieses Landes den Biorythmus durcheinander (oh, oh, oh!).

Bei der Dame ist wohl selbst etwas durcheinander geraten, denn die Winterzeit gibt es nicht, das ist bekanntlich die Mitteleuropäische Zeit (MEZ), also unsere normale Zeit, d.h., die Zeit die näherungsweise dem Lauf der Sonne entspricht. Sie will also einfach unsere MEZ abschaffen! Wenn überhaupt, muß man die Abschaffung der Sommerzeit fordern, denn die geht der MEZ eine Stunde voraus.

Okay, ich gebe zu, das ist für eine FDP-Politikerin viel zu kompliziert! Gönnen wir der Dame den Sprung vom Schatten der Hinterbank in die Sonne der Nachrichtenwelt, auch wenn der Auftritt im Licht eher peinlich geraten ist …

Rundesleder

Schlechte Verlierer ...

… sind wie immer die Bayern. Felix Magath brachte, in Rage wegen der völlig berechtigten Roten Karte gegen Lucio (nach dem Abpfiff des Schiris hat man nicht mit seinem Fuß am Hintern des Gegenspielers herumzumachen, eigentlich ganz einfach), den Brüller des Wochenendes (Zitat sport1.de): »Das ist abenteuerlich. Man kann ja auch immer Bayern benachteiligen. So geht es auch!« Das ist das Sympathische an der Großkopferten-Truppe von der Isar, sie zeigen auch bei Niederlagen Größe und erkennen an, wenn sie einfach mal schlecht waren. Deshalb wirken die Herren Magath, Hoeneß und Rummenigge bei ihren TV-Auftritten nach Niederlagen immer so ungemein sympathisch …

Die Bayern werden systematisch benachteiligt, denn zu Saisonbeginn dauerten die Spiele immer so lange, bis die Bayern noch ein Tor machten. Kahn bekam, als er mit seiner Hand in der Nase von Miro Klose herummachte, keine Rote Karte, ebenso wie Ballack, der seinem Gegenspieler im Spiel gegen Bremen das Nasenbein mit dem Ellebogen brach. Arme Bayern, so was von benachteiligt!