September 2004

Mac

Skype für Mac OS X, oder: Kommunikativer Overkill

Die beliebte Internet-Telefonie-Software Skype ist gestern als Beta-Version für Mac OS X erschienen (Merci, Martin) und wurde damit auch für mich interessant. Also wurde sie gleich mal gesaugt und installiert, und ich bin enthusiasmiert! Mit Kopfhörer und eingebautem Powerbook-Mikro habe ich mal ein bißchen rumtelefoniert, das Telefonieren über das Internet mit Skype funktioniert wirklich ganz ausgezeichnet und macht Spaß. Und in null komma nichts ist der Abend herum. ;-)

Den Status “Beta” trägt die Software nicht von ungefähr, zweimal ist sie mir richtig derbe abgeraucht, einmal so dass gar nix mehr ging und das bunte Bällchen nicht mehr verschwinden wollte. Aber da muß man halt durch, wenn man Beta-Software verwendet. Und man benötigt ein Bluetooth-Headset – kann jemand aus der verehrten Zielgruppe eines empfehlen, was problemlos mit einem Powerbook zusammen werkelt?

Ein eher philosophischer Aspekt: Wir befinden uns auf dem Weg in den totalen kommunikativen Overkill, oder sind vielleicht schon angekommen. Als ich so da saß, mit dem Skype offen, den ICQ/AIM-Fenstern blinkend, diversen E-Mail beim hereinrauschen zusehend und von RSS-Feeds mit ständigen Neuigkeiten versorgt, und dann zur Krönung noch das “normale” Telefon klingelte, da wähnte ich mich einen Moment lang in einer grotesken Parodie auf die Informationsgesellschaft eine Hauptrolle spielend. Man muß schon aufpassen, dass man sich aus dem geekigen Spieltrieb heraus nicht selbst zum Sklaven der Technik macht. Ab und an muß das alles einfach mal abgeschaltet werden, Powerbook zuklappen, und Ruhe. So wie jetzt. Gute Nacht. ;-)

Internet

Chinesische Frauenbilder und ein Päckchen aus der Zukunft

»Iron Women and Foxy Ladies« – Über das Frauenbild auf chinesischen Propagandapostern. Eigentlich wie die Werbung im “Westen”, nur mit anderer “Message” und anderen ästhetischen Mitteln (via Metafilter).

Apropos Metafilter, gerade entdeckt, völlig anderes Thema: »Da steht einer vor der Tür für Dich, er sagt, er kommt aus der Zukunft.« Kolin Pope erhält ein Päckchen aus der Zukunft … Auflösung hier … ;-)

Weblogtalk

PC-Booklet über Weblogs

Ein guter Geist aus der Nachbarschaft (Merci Jens) machte mich auf ein neues Druckwerk über Weblogs aufmerksam, das es ganz ohne die “szenetypische” Aufregung in die Regale des gut sortierten Zeitschriftenhandels geschafft hat. Nämlich ein Heftchen aus der Reihe PC-Booklets mit dem schlichten Namen Weblogs, von den Dänen(!) Jesper Balslev und Jens Winther verfasst.
Nach einer kurzen, dem üblichen Standard einhaltenden Einleitung (»Ein Weblog ist eine Art Online-Tagebuch.«) zum Thema werden kurz und knackig blogger.com, Typepad und die pMachine vorgestellt (was es mit dem auf dem Titelblatt angekündigten “SPIP” auf sich hat, entzieht sich meiner Kenntnis, im Heft gibt es jedenfalls davon nichts, ich kenne auch kein System solchen Namens doch, kenne ich wohl, im Heft wird es trotzdem nicht erwähnt ;-)). Danach gibt es ein paar praktische Tipps für das Blogger-Leben, wie »Füllen Sie Ihr Weblog nicht mit unnötigen Anmerkungen, die für Ihre Leser nicht von Interesse sind«, und diverse Beispiele real existierender Weblogs mit kleinem Screenshot und Link. Und das in der Rubrik “Fotoblogs” mein Zweitblog 720 Pixel aufgeführt ist, spricht nicht nur für den guten Geschmack des für die Auswahl Verantwortlichen, sondern war auch der Grund, warum ich das Heftchen haben musste. ;-)

Fazit: Für nicht mal 5 Euro erhält der blogwütige Einsteiger eine Handreichung, die auch nicht schlechter ist als so manches mit monumentalen Wortgefechten in der Blogosphäre angekündigte Weblog-Buch zu einem Mehrfachen des Preises. Zum Einstieg reicht das, alles weitere erfährt man sowieso direkt im Medium – dem Web.

Webworking

Ein »geekigeres« Wiki: Instiki

Also, wissen Sie, verehrte Zielgruppe, ich bin ja nicht so der Wiki-Typ. Kollektiv-Wiki sowieso nicht: Basisdemokratisches Problematisieren ist mir ein absolutes Greuel. Aber heutzutage hat ja auch jede/r BloggerIn ein individuelles Wiki (qed). Ich natürlich auch, schon seit Mai 2003, das darbte aber greulich vor sich hin. Außer ab und an lieblos einen Link reinzuklatschen, habe ich damit nix gemacht, und wer es sich anschaut stellt fest, dass ich bei der Gestaltung der Fußzeile endgültig die Lust daran verlor. Ausge-wiki-t!

Dann aber begab es sich, dass ich mal wieder bei “Blog-Legende” Matthew Haughey vorbei schaute und Instiki entdeckte. Ein Wiki, entwickelt in einer exotischen Sprache namens Ruby. Instiki bringt seinen eigenen Web-Server mit. Und für Mac OS X gibt es ein “Rundum-Sorglos-Paket”, welches man einfach runtersaugt und anklickt, und schon läuft ein kühles lokales Wiki auf dem Mac, inklusive neuem Menüpunkt “Wiki” in der Safari-Menüleiste. Und das Allerbeste daran: Es versteht, wie mein Blogsystem TXP, Textile (und Markdown und RDoc). Instiki hat auf meinem Powerbook nun das MacJournal als lokale Notiz- und Schreibapplikation, oder, hochtrabend ausgedrückt, als zentrales Knowledge-Management-System, abgelöst.

Wenn man einen eigenen virtuellen oder echten Server zur Verfügung hat, kann man Instiki natürlich auch als Wiki im Internet verwenden. Da Instiki einen eigenen Server auf Port 2500 startet, kann man es nicht auf einem Shared Host aka Webspace verwenden.

Man benötigt unter Linux erst einmal den Ruby-Interpreter. Unter Debian-Woody hat man das Problem, dass das mit apt-get erhältliche Ruby-Paket hoffnungslos veraltet ist, ergo habe ich ruby 1.8.1 aus dem Source selbst gebacken, einfach downloaden und den Dreisatz ./configure, make und make install anwenden, schon hat man ein frisches Ruby auf der Debian-Kiste. Sodann besorgt man sich Instiki als tgz, packt es aus und startet instiki.rb. Fertig! Und es funktioniert nicht. ;-) Das tgz “vergisst” im Instiki-Verzeichnis die Verzeichnisse “storage/2500” anzulegen, holt man selbiges händig nach, läuft Instiki auf http://server:2500.

Da ein URL auf :2500 hochgradig unkühl ist, nutzt man den sowieso vorhandenen Apachen als Proxy (Modul mod_proxy muß natürlich vorhanden und aktiviert sein), indem man in der httpd.conf einen virtuellen Host hinzufügt:

<VirtualHost *>
    ServerName ein.toller.virtual.host
    ProxyPass / http://127.0.0.1:2500/
    ProxyPassReverse / http://127.0.0.1:2500/
</VirtualHost>

Nun ist das wiki unter http://ein.toller.virtual.host verfügbar.

Läuft Instiki einmal, kann man mit ein paar Mausklicks beliebig viele neue, in sich geschlossene Wikis hinzufügen, auch das ein Pluspunkt für Instiki. Und man kann einzelne Wikis mit Passwörtern schützen, das Wiki als Bündel von HTML-Seiten exportieren, usw. usw., einfach mal die Feature-Liste lesen.

Um wieder zum Anfang dieses länglichen Beitrags zurück zu kommen: Nun wird mein Wiki mit Instiki neu aufgebaut, vielleicht bin ich ja doch der Wiki-Typ. ;-) Instiki ist genau die Software, die einen ausreichenden Spaß- und Geek-Faktor besitzt, um einen neuen Wiki-Anlauf zu unternehmen.

Mac

Aufkleber auf dem Powerbook?

Joi Ito: »As usual, there were a lot of PowerBooks at this conference. Interestingly, Esther Dyson, Lawrence Lessig, Bruce Sterling and I were the only people I noticed who had stickers on our PowerBooks. […] I wonder what this means? What do those of us who are willing to vandalize our pristine PowerBooks with stickers have in common?« Vielleicht einen leicht destruktiven Hang zu geschmackloser Dekoration? ;-) Mein elegantes silbernes Powerbook mit einem Aufkleber zu verunstalten, wäre so ziemlich das Letzte was mir einfallen würde, die Idee an sich ist eigentlich schon geschmacklos. Zumal diese Biester nach einiger Zeit unansehnlich werden und sich nie mehr wieder entfernen lassen. Autoaufkleber benutze ich übrigens auch nicht, isch ’abe nämlich gar kein Auto …

Andererseits kann man Aufkleber benutzen, um ein häßliches PC-Notebook ein wenig zu verschönern, wie man bei diesem Herrn bewundern kann (via vowe), der Aufkleber an sich ist also nicht von Übel. ;-)

Nachtrag: Eine flickr-Gruppe zum Thema Powerbooks mit Aufklebern (Via fscklog)

Mac Seltsames

Petitionen, die die Welt bewegen

Das Gute am Web ist, dass man so leicht seine primären Probleme und Sorgen in Online-Petitionen umsetzen kann, mein Liebling in dieser Hinsicht ist und bleibt natürlich die an Sinnlosigkeit nicht zu unterbietende Aktion gegen Copy & Paste in GB’s (sic!). Die Amis sind uns wie immer voraus, da gibt es tatsächlich einen ganzen Server mit nichts als Petitionen, darunter solche hübschen Sachen wie die Petition gegen die Heiligsprechung Isabellas von Kastilien oder die Petition für einen Anno 1503 Multiplayer-Modus.

Das neueste Produkt dieser Gattung ist die Petition gegen die Lücke während der Wiedergabe im iPod. Ein wirklich schlimmes Übel! Okay, es stört mich z.B. bei “Nirvana Unplugged”, der Kurt erzählt was, Lücke, und dann spielt er erst. Aber ich hasse Online-Petitionen, daher werde ich sie nicht ausfüllen. ;-)

(Via MacNews)

Zeugs

Webloggiges

Aufgrund gesteigerter Artikulation öffentlichen Interesses ;-) habe ich das automatische Schließen der Kommentare nach sechs Wochen hier im Weblog wieder deaktiviert, mal schauen ob man als TXP-User von Kommentar-Spam verschont bleibt.

Und ein Comeback ist zu vermelden, denn Wiesbadens berühmteste Blog-Persönlichkeit, tzwaen, bloggt wieder: tzwaen.systems – brainstorm. Willkommen zurück. :-)

Musik Seltsames

The Killers und das FBI

Hilfe, ich habe die CD gerippt, muß ich mich nun auf der Straße nach Männern in dunklen Anzügen umschauen?
Noch nie gesehen: Die bei Amazon erworbene Scheibe »Hot Fuss« von The Killers verschreckt mich mit einem FBI-Logo auf der Rückseite. Vielleicht ist das ja in den US of A gängige Praxis, für deutsche Augen wirkt das aber ziemlich ridikül. Gut, dass in Deutschland Polizei Ländersache ist, sonst würden wahrscheinlich auch schon Sterne auf den CD-Rückseiten zu bewundern sein. Aber sie wissen eben nicht, welche Polizei zuständig ist, und bis sich eine Bund-Länder-Kommission darüber geeinigt hätte, wären CDs schon lange out … ;-)

Wie schon die bloggenden Herren Robinson, Kottke (Link zu dem MP3 ist leider tot) oder Blanton kann ich »Hot Fuss« wärmtens empfehlen. Vorausgesetzt, man steht auf die Gitarrenschiene à la Strokes, Franz Ferdinand, BRMC oder Libertines. Easy Listening Rock mit ein wenig elektronischem Geklimper garniert, der sich umgehend in die Gehörgänge windet, ohne dass man gleich melancholisch wird wie bei den Strokes oder dem BRMC. Das bei Asterisk als Song Of The Week vorgestellte »Somebody Told Me« ist ein Ohrwurm, nach ein paar Mal hören ertappt man sich dabei, »somebody told me, you had a boyfriend, who looks like a girlfriend, that I had …« vor sich hin zu singen …

Auf Website der Killers soll man übrigens, nach vorheriger Registrierung, ein wenig legal Probe hören können, vorausgesetzt man verfügt über die notwendige Windows-Software von M$ und Real (Ads, ich will Ads auf meinem Rechner, Real rulez!). Da ich nicht gewillt bin, solchen Dreck zu installieren oder gar zu nutzen, konnte ich das nicht näher überprüfen. Aber es gibt ja noch andere Orte im Netz, wo man Probehören kann… ;-)

Webworking

Bildschirmschüsse

Zwei praktische Programme zum Erstellen von Screenshots von Websites unter Mac OS X drängen heute in den webloggigen Aufmerksamkeitsfokus:

  • webkit2png ist ein Kommandozeilenwerkzeug in Python zur Erledigung eben jener Aufgabe (via plasticbag).
  • Wer lieber die Maus schubst, beauftragt seinen eigenen Paparazzi! um prominente Websites zu fotografieren (via Leos fscklog).
  • Ein weiterer Bildschirmfotograf: SnapWeb. Allerdings Shareware (Danke, ix).

Aber auch BenutzerInnen des Industriestandards in Sachen Viren und Würmer, M$ Windows, müssen nicht weinend zuschauen, wenn die Mac-UserInnen eifrig Screenshots speichern, denn für sie gibt es url2bmp und IECapt.

Und die JüngerInnen des bierseligen Pinguins brauchen ebenfalls nicht am Katzentisch Platz zu nehmen, für Linux gibt es khtml2png und, besonders geeignet für die automatische Erstellung von Screenshots, eine Python-Lösung mit GtkMozEmbed. Außerdem ist in neueren KDE-Versionen (zumindest in 3.2, das hier läuft) das Kommandozeilen-Programm kwebdesktop enthalten, das ebenfalls eine Website in eine PNG konserviert.

So, nun haben wir sie alle durch: Mach mir den Screenshot, Baby!

(Aktualisiert am 13.09.04 um 22:45 Uhr, besten Dank an Markus für die Ergänzungen :-))

Zeugs

Firefox unter Windows XP - Eine Leidensgeschichte

Ich weiß, Mozilla Firefox ist everybody’s darling, besonders in Bloggerkreisen. Aber der Feuerfuchs und ich kommen einfach nicht zusammen.

Im Büro habe ich (leider) Windows XP im Einsatz. Da MSIE bekanntlich völlig indiskutabel ist, habe ich wie jeder vernünftige Mensch den Feuerfuchs installiert. Mit 0.8 lief es eigentlich gut. Eigentlich. Der Browser läuft bei mir den ganzen Tag, in einem Tab eine Auswertung der Firmenwebsite, die ich ab und an mal “refreshe”. Der unangenehme Nebeneffekt war, dass der Tab seine “History” vergaß und die Seite sich nicht mehr aktualisieren ließ, man konnte Ctrl-R drücken so oft man wollte, es passierte nichts mehr. Erst wenn man den URL in einen anderen Tab übernahm, funktionierte es wieder einige Zeit.

Dieser Bug blieb in 0.9.x erhalten. Dazu kamen weitere “Features” wie gelegentliches völliges Einfrieren des Firefox, sehr angenehm wenn man gerade in 13 Tabs arbeitet. Frame-Seiten wie phpMyAdmin funktionieren nicht richtig, nach einiger Zeit wird das Hauptfenster nicht mehr aktualisiert. Vor ein paar Tagen funktionierte der Fuchs überhaupt nicht mehr, ich legte ein neues Profil an, aktualisierte auf 0.9.3, und hoffte dass alles gut werden würde. Wurde es aber nicht, seit gestern funktioniert keinerlei Datenübermittlung via GET mehr. Nun habe ich den “richtigen” Mozilla 1.7.3 installiert, noch geht alles. ;-)

Spaßeshalber habe ich den Firefox gestern auch mal im Home-Office unter WinXP installiert (da lief bisher ebenfalls ein “richtiger” Mozilla), da startet er gar nicht erst. Liegt bei mir auf der Kombi “Firefox und Windows” ein Fluch, oder ist die Win-Version wirklich so buggy?

Linux

Pinguineskes: Großes Update und KDE3.3

Linux feiert heute 13. Geburtstag, sagt der vom H-Blog in sein eigenes Ameisendorf umgezogene thorte (die Release-Notes des ersten Kernels 0.0.1 kann man sich noch anschauen, und sogar den Kernel 0.0.1 downloaden), und irgendwann diesen Monat vor 10 Jahren installierte ich mein erstes Linux. Das genaue Datum lässt sich nicht mehr nachvollziehen, es waren sowieso mehrere Tage (und Nächte, selbstredend), die ich damals brauchte, um mein erstes Linux in Gang zu kriegen, ein SuSE war das damals noch. Und da auch noch eine wohlbekannte Bloggerin sich hochgradig enthusiasmiert über das neue KDE 3.3 äußerte, war es an der Zeit, mein vor lauter Apfel-Begeisterung in letzter Zeit arg vernachlässigtes Gentoo Linux-System mal wieder zu aktualisieren.

Mit einem beherzten Tippen von emerge rsync, emerge portage und, schließlich, die Krönung, der herrschaftliche Befehl schlechthin, zwei Worte die eine gewaltige Download-, Stromverbrauch- und Kompilierorgie auslösen, emerge world in die gierig auf Eingabe wartende Kommandozeile, startete der Upgrade des elegantesten Linux-Systems von allen. Etwa 34 Stunden dauerte die Neukompilierung und Aktualisierung des Gesamtsystems, dreimal blieb es stehen. Einmal, weil ich die von mir selbst gebloggten weisen Ratschläge natürlich nicht beherzigt habe (obwohl ich schwören könnte, die LINGUAS-Variable in /etc/profile gesetzt zu haben, aber sie war nicht da ;-)). Beim zweiten Mal stolperte emerge über die DSL-Zwangstrennnung nach 24 Stunden, die wohl zu einem ungünstigen Zeitpunkt kam, und beim dritten Mal ließ sich ein Paket namens ml_donkey (Wer hat denn das installiert? So etwas würde ich nie benutzen!) nicht kompilieren. Ansonsten lief alles problemlos, alles war aktuell, und vor allem, alles funktionierte auf Anhieb. Lieber 34 Stunden warten, als nach dem Upgrade gewisser RPM-basierter Systeme anschließend tagelang in Newsgroups und Foren nach einer Lösung für beharrliches Nicht-Funktionieren zu suchen. Nach dem grafischen Login erfreute sich mein von der Kommandozeile schon arg getrübtes Auge an der frischen Pracht eines KDE 3.3.-Desktops (ein Klick! auf das Bildchen öffnet den Screenshot in der Originalgröße von 1280×1024 Pixeln, und die artifizielle Dame, die sich neckisch im Hintergrund des transparenten Terminals präsentiert, gehört nicht zur KDE-Distribution): Der Unterschied zu KDE 3.2 ist nicht so arg groß, Spielsachen wie die transparenten Menüs funktionieren nun zügiger, es gibt endlich einen vernünftigen “Theme-Manager”, und die Integration des ganzen PIM-Gerödels zu einem großen Outlook-Imitat ist weiter fortgeschritten. Der KDE-Stammbrowser Konqueror wurde weiter verbessert. Er hat nun ein sehr kühles Feature, wenn man einen der Tabs angeklickt hat, kann man mit dem Scrollrad der Maus schwungvoll zwischen den einzelnen Browser-Tabs hin und her wechseln.

Eine für Blogger interessante Neuerung ist die Integration eines RSS-Readers in den Konqueror, Newsticker genannt. Das Anlegen der Feeds ist etwas umständlich, ohne Zwischenablage und Dialog-Klickerei geht es nicht, da ist noch Raum für Verbesserungen, ich denke da an automatisches Erkennen des Feeds einer Seite auf Knopf- oder Tastendruck. Hat man den Feed angelegt, erscheinen die Einträge in der Seitenleiste, und mit einem Klick bekommt man den entsprechenden Eintrag im Browserfenster angezeigt. Nett, aber wäre mir für Dauerbenutzung zu umständlich und zu langatmig.

Eine eher putzige Neuerung ist das neue Malprogramm Kolourpaint, ein astreines Plagiat des mit Windows ausgelieferten MS Paint. Wenn Gimp zu kompliziert ist, findet man in Kolourpaint ein einfacher zu bedienendes Pixel-Grafik-Programm zum Malen und Zeichnen großer digitaler Meisterwerke in KDE. Die beiden kleinen Screenshot-Ausschnitte kann man sich übrigens auf einem weiteren großen Screenshot in 1280×1024 Pixel in Originalgröße betrachten.

Fazit: Gefällt mir gut, das neue KDE 3.3. Nicht-Linuxer sollten sich mal eine Linux-Live-Distribution wie z.B. SLAX besorgen und es einfach mal ausprobieren, im Grunde unterscheidet sich die Arbeit mit Linux und KDE nur noch in Spezialfällen von der mit Windows. Ob das so wünschenswert ist, aus der Linux-Perspektive, steht natürlich auf einem ganz anderen Stück Papier …

Musik Schoenes

Rock den Montag

Am Wochenende wollte ich ein bißchen denken, bin ich aber nicht zu gekommen. So wie ein Teil unserer wahlberechtigten Brüder und Schwestern im Osten, der Teil denkt aber auch nicht, wenn er dazu kommen würde, fürchte ich. Denn selbst Teilzeitdenker wählen keine braune Brut, wenn ich im Fernsehen diese Penner von NPD und DVU sehe, deren Schlägervisagen nur mühsam in die Kaufhausanzüge passen, wird mir geradewegs furchtbar schlecht. Zu schöneren Dingen, wie beispielsweise gebloggten Oden auf Moleskines. Jemand, der eine Runde gedacht hat, ist Milo von Radio Free NYC: »I spent the past few days walking around and thinking. […] I did get one more thing, which was the biggest impulse buy a moleskine notebook. It’s really neat, it oozes old world craftsmanship and features I never seen in a notebook like this. Like the grid ruling, imitation leather covers, elastic band, bookmark, and coolest of all a secret pocket. […] there is something extremely punk about this book. I can’t describe it. Maybe I’m easily bought to the marketing thinking that I am using something that the greats used.« Wenn man bei Milo auf der rechten Seite auf RFNYC Radio klickt, kann man äußerst kühler Musik lauschen (via Moliskenerie).

Apropos kühle Musik, wenn man mal ein wenig in MP3-Blogs stöbert, findet man einige sehr hörenswerte Sachen. Damit nicht alles immer nur Old Fart ist, solltet Ihr die Woche mit einer Dosis Dogtree von The Ex starten, danach braucht man ein bißchen Erholung bei I lied von Spain, bevor es dann mit Unity von Operation Ivy aus der Rock against Bush – Compilation weiter geht (alles gefunden bei music for robots). So sind wir dann gestählt für den Auftakt einer weiteren Woche! ;-)

Mac

Apple AirPort Express und Netgear WG602

Heute kam die heiß erwartete AirPort Express ins Haus geflattert, iTunes an die Stereoanlage anschließen, damit man nicht ständig aufstehen und CDs wechseln muß, war die Mission, die es zu erfüllen galt, drahtlose Beschallung der Gemächer vom Powerbook aus. Und vernünftige Radioprogramme aus dem Netz hören können, um nicht ständig mit Verkehrshinweisen und Gewinnspielen belästigt zu werden. Ist ja auch ganz einfach, einfach auspacken und anschließen. Sagt zumindest Apple: »Was Sie dazu tun müssen, ist denkbar einfach: Schließen Sie Ihr Soundsystem mit einem Audiokabel […] an den Audioanschluss der AirPort Express Basisstation an. Dann lässt AirTunes Sie Ihre iTunes Musik über Ihre Stereoanlage oder Aktivlautsprecher abspielen – völlig ohne Kabel. iTunes erkennt die Verbindung zu Ihren entfernten Lautsprechern automatisch.« Tja, was haben wir gelacht, 2 Stunden hat es mich gekostet, das kleine Kästchen dazu zu überreden, mit meinem Netgear WG602 Access-Point zusammen zu arbeiten, ohne auf jegliche Sicherheitseinstellungen zu pfeifen. Vowes Erfahrungen kann ich nur bestätigen. Statt aber vowes Text wörtlich zu nehmen, musste ich natürlich erst einmal versuchen, die Express-Station mit allen aktivierten Sicherheitseinstellungen ins Netz hinein zu bekommen, was im ersten Versuch derartig schief ging, dass ich die Express-Station mit dem Reset-Knopf wiederbeleben musste. ;-) Nun weiß ich zumindest schon mal wo der ist …

Das Rezept zum Umgang mit Fremd-Access-Points (also nicht-Apfel-Produkten): Zunächst einmal alle Sicherheitseinstellungen ausschalten, mit dem Assistenten die Express-Station erkennen lassen und schauen dass alles funktioniert. Dann (sofern man MAC-Adressen-Filterung aktiviert) die MAC-Adresse der Express-Station (steht in winziger Schrift auf dem Gehäuse, eignet sich vorzüglich als Sehtest) eintragen, und MAC-Adressen-Filterung wieder aktivieren. Natürlich nach jeder Änderung Access-Point rebooten, Netzwerk-Einstellungen am Mac ändern. Wenn die Express-Station immer noch erkannt wird, mit dem Airport-Admin-Dienstprogramm (nicht mit dem merkwürdigen Assistenten!) die WEP-Schlüssel in der Express-Station eintragen, und erst danach WEP am Access-Point wieder aktivieren. Im umgekehrten Fall hat man keine Chance, an die Express-Station noch einmal heran zu kommen, ohne im Access-Point alles wieder rückgängig zu machen. Wenn man dann den Access-Point auf WEP umstellt, selbiges am Mac wieder aktiviert, den Access-Point rebootet und den Mac mit wieder aktivierter WEP-Verschlüsselung wieder ins WLAN bekommt, dann sollte es auch mit WEP und der Express-Station klappen. Sehr mühsam!

Nun funktioniert es aber perfekt, ich sitze auf der Couch mit dem Powerbook auf dem Schoß und lausche meinem Lieblings-Internet-Radio Energy X über die Stereoanlage statt über die piepsigen eingebauten Lautsprecher! Voll der Digital Hub, ey! ;-)

Techkram

Microsoft: Keine Lizenz - keine Flicken

Na, das verspricht ja lustig zu werden. Microsoft beginnt damit, beim Download von Updates eine Überprüfung der Lizenz durchzuführen, schreibt ComputerBase. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass die zahlreichen Benutzer “dezentraler Sicherheitskopien” dann zukünftig von Updates Abstand nehmen werden, ein gefundenes Fressen für Würmer und Viren (via Jörn). Microsoft erläutert auch, warum die Validierung der Lizenz notwendig ist: »Greater reliability: Using genuine Microsoft software helps you stay up to date with the features and enhancements that keep your PC running as smoothly and securely as possible.
Faster access to support: Using genuine Microsoft software is the best way to receive support and assistance from Microsoft.
Overall richer experiences: New enhancements and updates available to genuine Microsoft software users help you keep pace with the latest technology and constantly expand and improve the capabilities of your PC.«
Eines muß man ihnen ja lassen: Sie haben Humor!

Techkram

Von PC-Usern und Erbrochenem

Ein furioser Artikel bei Mac-TV: »Eilmeldung: Microsoft hat abgewirtschaftet und Windows ist technisch bankrott«.
Ein religiöser Text, natürlich, aber im Grunde hat der Autor ja durchaus Recht (Zitat): »Es heißt, wir Mac-Fans würden unsere Plattform mit Zähnen und Klauen verteidigen, und da ist auch was Wahres dran, aber wie sieht es denn bei den PC-Usern aus? Die kleben doch an ihrer Plattform, obwohl sie diese selbst nicht leiden können. Anstatt endlich die Konsequenzen zu ziehen und sich einzugestehen, dass sie ein mieses Produkt haben, kaufen sie beim nächsten Mal schon wieder so eine Mühle! So fanatisch und verblendet (oder so blöd) kann ein Mac-User gar nicht sein!« Da ist was Wahres dran, lässt man einmal die Polemik beiseite. Wenn ich auffe Maloche mit bekommen habe, was für ein Aufwand betrieben wird, betrieben werden muß, um mit Windows sicher arbeiten zu können, fragte ich mich so manches mal: »Warum machen die das eigentlich? Warum installieren sie sich nicht ein Linux oder stellen einen Mac dahin und gut ist?« Und das sind keine Leute, die exzentrische Spezialanwendungen haben, die schreiben Texte, Mailen, gucken im Web herum. Also alles Dinge, die mit jedem System erledigt werden können. Rational ist dieser Zustand der IT-Landschaft kaum noch erklärbar.

Sehr schön finde ich auch folgendes Zitat ;-): »Mac-User werden als fanatische Schreihälse hingestellt, während die PC-User brav und anständig sind. Die Wahrheit ist: Die PC-User sind nur deshalb so still, weil sie den Mund voll haben mit Erbrochenem.« Gefunden bei Stefan, der auch ewas dazu zu sagen hat.

Txp Zeugs

Textpattern 1.0rc1 läuft!

Habt Ihr gar nicht bemerkt, aber hier läuft seit gestern schon die neue Textpattern-Version 1.0rc1. Das Update klappt problemlos. Es gibt einige kleine Fehler, die aber von Dean schnell ausgebügelt werden.

Auf http://dev.textpattern.com/ gibt es nun ein via Browser zugängliches Subversion-Repository, wo man sich jederzeit den aktuellen Stand besorgen kann.

Auch recht nützlich, insbesondere wenn man eigene PlugIns für Textpattern schreiben möchte: »Global variables in Textpattern«.

Internet

taz-Interview mit Lawrence Lessig

Die taz interviewt Lawrence Lessig, Kopf des »Creative Commons«-Projekts und Rechtsgelehrter zur Problematik der Bemühungen der Medienindustrie, das Internet unter der Knute des Urheberrechts in ihren Würgegriff zu nehmen. Lessigs Meinung ist es, dass das Internet ein freies öffentliches Gut sein müsse, wenn dadurch die Medienindustrie Einbußen hinnehmen muß, wäre das gesamtgesellschaftlich betrachtet nicht weiter tragisch. Zitat: »Man wird niemals einen Fortschritt erreichen, solange man es nicht schafft, zwei sehr mächtige Akteure gegeneinander antreten zu lassen. […] Die Rechteindustrie bei uns setzt im Jahr etwa 80 Milliarden Dollar um. Die Industrie, die die Hardware bereitstellt, […] liegt bei 750 Milliarden Dollar. Also gehen wir zu denen und sagen: Seht mal, ihr habt eine Menge zu verlieren in dieser Auseinandersetzung, und ihr müsst euch endlich besser organisieren. Denn die Gegenseite ist sehr gut organisiert. Für die Gesellschaft ist es viel wichtiger, dass die 750-Milliarden-Industrie weiter wächst als die 80-Milliarden-Industrie.« Und zu seinem eigenen Berufsstand, den Rechtsgelehrten, und ihrer Rolle als Erfüllungsgehilfen der Medienindustrie: »Es gibt einen kulturellen Widerstand, sogar einen Unwillen unter Rechtsanwälten, die Bedeutung von Technologie anzuerkennen. […] Sie reklamieren vollständige Autonomie für sich und sind nachgerade stolz darauf, von Technologie keinerlei Ahnung zu haben. Man muss den Rechtsanwälten wieder Bescheidenheit beibringen.«

Lesen: taz – »Das erinnert mich an die Sowjetunion«

Seltsames

»Luftpiraterie ist kein Kavaliersdelikt!«

Feldpolitik.de – Luftanbieter wollen schärfer gegen Schwarzatmer vorgehen: »Mit harten Bandagen will das Management des Atemluft-Konzerns BlueAir künftig gegen Luftverbraucher vorgehen, die sich der seit drei Jahren geltenden Gebührenpflicht für den Gebrauch von Atemluft zu entziehen versuchen. Bis zu 1.500 Euro Strafe, im Wiederholungsfall sogar Gefängnisstrafe bis zu zwei Jahren drohen Gebührendrückebergern nun.« Richtig so!

Musik Liedgutderwoche

Das »Liedgut der Woche«

Es wird zu viel problematisiert, und zu wenig über schöne Dinge gebloggt, wie z.B. Musik. Darum gibt es nun im Netzbuch, mehr oder weniger regelmäßig, inspiriert von Keith’ Song Of The Week auf Asterisk, das Liedgut der Woche. Alte, neue, kühle, wilde, sanfte Songs werden vorgestellt, auf dass sie vielleicht neue Hörerinnen und Hörer finden mögen. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie gefallen mir. ;-)

In diesem Zusammenhang: Wäre es nicht schön, wenn die Musikverwalter dieser Welt keine Leidenschaft für Juristerei, sondern für Musik hätten, und man dieses Liedgut der Woche gleich mal als MP3 einfach an den Eintrag dranhängen könnte, ohne auf Post vom Anwalt warten zu müssen? Ja, ich weiß, nur ein schöner Traum von einer besseren Welt …

Liedgutderwoche Musik

The Libertines - Music When The Lights Go Out

The Libertines
»Music When The Lights Go Out«
Album: »The Libertines« – 2004

Niemand, der die britischen Gitarrenrocker The Libertines ein wenig beobachtet hat, hätte wohl damit gerechnet, zwei Jahre nach dem grandiosen »Up The Bracket« mit »The Libertines« ein neues Album in den Händen halten zu dürfen. Die Libertines sind in erster Linie das Gesangs-, Gitarren- und Songwriterduo Pete Doherty und Carl Barât. Nach dem Erfolg des ersten Albums begannen die beiden sich öffentlich zu streiten, und Pete Doherty verfiel übelst den Drogen, saß im Knast, weil er in die Wohnung eines Bandmitglieds eingebrochen war, usw. usw. Die Nachrichtenübersicht zum Thema bei laut.de dokumentiert das ganze Theater vortrefflich.

Ich war sehr gespannt auf das zweite Album. Zweite Alben sind immer so eine Sache, die Erwartungen nach einem “Hammer-Erstling” steigen gewaltig an, und oft lauert die Enttäuschung im runden Aluminium. Umso schöner, wenn man, wie bei The Libertines, ein erstauntes “Wow!” in die Stille nach dem ersten Anhören werfen kann. Sie sind ein wenig ruhiger geworden, aber die Songs sind derartig gut, dass sie auch mehrfaches Hören überleben, ohne fad zu werden.

Ein Highlight des Albums ist das melancholische »Music When The Lights Go Out«, wie fast alle großen Pop- und Rocksongs ist auch dieser Kriegsberichterstattung vom großen Schlachtfeld der Gefühle (Lyrics): »Well I no longer hear the music when the lights go out
Love goes cold in the shades of doubt
The strange face in my mind is all too clear
Music when the lights come on
The girl I thought I knew has gone
And with her my heart it disappeared«
Wenn man diesen Zeilen voller bittersüßer Melancholie ergriffen lauscht, unprätentiös dargeboten von den vier wilden Jungs aus London, dann fragt man sich ein weiteres Mal, wie es möglich ist, dass (fast!) die ganze Weisheit des Lebens in ein paar Minuten Musik zusammengefasst werden kann. Das muß an der schlichten Konfiguration des Menschen an sich liegen. ;-)

Libertines-Links:

Internet

1 »Im Cartier-Design« = 10.000 Euro

Die FR hat ein frisches Beispiel aus dem grassierenden Wahnwitz des Marken- und Urheberrechts: »Markenfirmen überziehen Privatleute mit Abmahnungen. Ein Schüler soll mehr als 10 000 Euro bezahlen, weil im Text zu seiner Ebay-Auktion das Wort ‘Cartier’ vorkam.«

Der Bursche hat nicht mal ein Plagiat verkauft, sondern lediglich zu einem Schmuckstück beschreibend »im Cartier-Design" hinzugefügt. Man darf lt. FR nicht einmal »nicht von Cartier« in der Beschreibung verwenden, ohne die Abmahnkönige anzulocken. Absurd! Es ist etwas faul im ganzen System.

Seltsames

Rekorderrennen 2004

Wichtiger Termin: Am 12. Dezember 2004 findet in der Turnhalle des ESV München Ost das Rekorderrennen 2004 statt.
Hä, Rekorderrennen? Dachte ich auch, ein Blick auf die Rennställe des Rekorderrennens 2003 verschafft Erkenntnis. Dort fahren Kassettenrekorder, deren Motoren an Räder aller Art gekoppelt werden, ein Rennen. Wie der Name schon sagt! Was es alles gibt!

Und noch ein Hinweis für die Leserinnen ;-), zu finden auf der Seite Rennbedarf, weiter unten: »Die Rennleitung sucht Boxenluder zur Erstellung des Rennrekorderkalenders 2005 ! Vergesst Pirelli und Stihl! Nur ernstgemeinte Bewerbung mit Ganzkörperfoto!«

Seltsames

Become The Media

Become The Media, O-Ton-Feature von Johannes Ullmaier: » Den Titel einer Spoken-Word-LP von Jello Biafra aufnehmend, zielt das Projekt darauf, das Konventionsgerüst des akademischen Vortrags in Richtung auf die Diskurspraxis des Medienalltags selbst zu überschreiten: vom vorfixierten Skript zum im Reden verfertigten (Audio)Take, von hypotaktischer Systemik zum parataktischen Panorama, vom tendenziell Linearen, Denotativen, Abgerundeten, Monologischen, Objektivierenden und Deskriptivischen zum tendenziell Multilinearen, Konnotativen, Ausgefransten, Dialogischen, Subjektivierenden und Interventionistischen.« Lauter Wortfetzen, zusammengesetzt, als Medien-Werden. Und es (Zitat) »[..] wirkt der evidente Kunstcharakter gleichzeitig als Paravent gegen das Hörklischee der O-Ton-Authentizität.«

Nun ja, 180MB warten darauf, gehört zu werden!

[Via rohrpost-ML]

Musik

Meine ersten Platten

Nico, Thorte und Bronski zeigen ihre ersten Platten, mache ich doch mit (Mem, Mem!).

Als Grundschüler, mit 9, bekam ich den ersten Plattenspieler geschenkt, nebst einigen aussortierten Schlagerplatten, die ich bereits als Neunjähriger furchtbar fand. Erste bewusste Anschaffung (sprich, so lange quängeln bis sie mir gekauft wurde ;-)) war die Single »Kung-Fu Fighting« von Carl Douglas, die im Anschluß an die Anschaffung in, wie man heute sagen würde, Heavy Rotation genommen wurde. Meine armen Eltern, »ohhohohooooooo« …

Erste Langspielplatte war im Jahre 1978 »If you can’t stand the heat"« von Status Quo, damals meine absoluten Idole, die auch mein erstes Live-Konzert bestritten. Damals rockten sie noch, zumindest zwei von den Jungs sind ja immer noch aktiv und reisen als Karikatur ihrer selbst in der Welt herum. Alles was nach 1982 von Quo, wie wir Insider damals sagten, kam, kann man getrost in die Mülltonne der Musikgeschichte werfen.

Das digitale Zeitalter der kleinen runden Alu-Scheiben begann 1987 mit »Into The Pandemonium« von Celtic Frost, einer Metal-Kapelle aus der Schweiz mit ziemlich tief gestimmten Gitarren. Im Gegensatz zu den Scheiben oben, schleppe ich die erste CD noch heute im iPod-Musikbestand mit mir herum, muß aber zugeben dass ich sie schon lange nicht mehr angehört habe, aber die erste CD ist natürlich trotzdem irgendwie etwas besonderes.