Juni 2004

Lagedernation

Hassprediger beim nationalen Benzinpreisgipfel

Kühl! Ich habe es fertig gebracht, ohne sachlichen Zusammenhang meine beiden derzeitigen Lieblingswörter in der Überschrift unterzubringen: Hassprediger und nationaler Benzinpreisgipfel. Zu ersterem ein Kommentar der linker Untriebe unverdächtigen ftd:

»Kaplan, ein verurteilter Schwerverbrecher, darf nun bis auf weiteres in Deutschland bleiben, um auch noch das letzte Mittel gegen seine Abschiebung auszuschöpfen, die Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht. Für Edmund Stoiber ist das zu viel des Guten: “Ich erwarte, dass im Fall von Hasspredigern eine schnelle Rechtsprechung und eine schnelle Abschiebung passieren”, forderte er am Wochenende – und sprach damit aus, was viele seine Wähler denken: Der deutsche Rechtsweg ist zu lang, und er wird missbraucht. “Mit Leuten wie Kaplan muss künftig kurzer Prozess gemacht werden”, setzte Stoiber noch einen drauf. An manchen Stammtischen wird er damit sicher gepunktet haben, doch für einen anerkannten Juristen wie ihn sind derartige Wild-West-Parolen mindestens eine peinliche Entgleisung.«

Kontrastprogramm, die Realität im Abschiebeland Deutschland sieht so aus: Erhan A., psychisch krank, in Deutschland geboren und aufgewachsen, wird in die Türkei abgeschoben, weil er einfach viel zu teuer ist. Nachzulesen in der FR: »Abschiebung aus Kostengründen.« Alles nach Recht und Gesetz, und das ist sowieso zu lasch. Fragt die Hassprediger: Beckstein, Schily und Stoiber.

Lagedernation

Was macht der Kanzler?

Die Antwort gibt REGIERUNGonline (kühle Kombi von Majuskeln und Minuskeln, Alda!):

»Bundeskanzler Gerhard Schröder hat am 2. Juni die Region Rennsteig in Südthüringen besucht. Der Bundeskanzler löste mit diesem Besuch eine Zusage vom Februar dieses Jahres ein. […] Im Anschluss daran begegnete Schröder in Hinternah geladenen Gästen und Bürgerinnen und Bürgern auf dem Gemeindeplatz. Dort haben Folkloregruppen in Musik-, Gesangs- und Theatervorführungen die touristischen Reize und regionalen Besonderheiten der Gegend vorgestellt. […] Danach folgte Schröder “auf Schusters Rappen” der Wanderstrecke auf dem Rennsteig des Thüringer Waldes, dem die Region ihren Namen und touristischen Hauptanziehungspunkt verdankt. Die Wanderung führte über die Anhöhe Triniusstein bis zur Triniusbaude, einer für die Landschaft typischen gastronomischen Versorgungsstation, wo der Bundeskanzler einen Imbiss eingenommen hat.«

Gastronomische Versorgungsstationen wurde umgehend in den Wortschatz einsortiert, gleich neben nationaler Benzinpreisgipfel.

Techkram

Von Betriebssystemen und kaputten Fenstern

John Gruber aka “Daring Fireball” philosophiert wieder einmal brilliant über Betriebssysteme und ihre Gefahrenpotenziale: »Broken Windows.« Ausgangspunkt ist die Frage, warum (in Windows-Dimensionen) relativ ungefährliche Sicherheitslücken in Mac OS X im “Mac-Web” ein Echo produzieren, dass bei Windows-Gefahren nur apokalyptische Killerwürmer erreichen. Er vergleicht das mit der bekannten Theorie vom urbanen Verfall, die besagt, dass wenn in einem Haus einmal eine Scheibe zerbrochen ist und nicht repariert wird, nach und nach alle Fenster kaputt gehen und die einzelne Scheibe nicht mehr wahrgenommen wird:

»It’s similar to the “broken windows” theory of urban decay, which holds that if a single window is left unrepaired in a building, in fairly short order, the remaining windows in the building will be broken. Fixing windows as soon as they are broken sends a message: that vandalism will not be tolerated. But not fixing windows also sends a message: that vandalism is acceptable. Worse, once a problem such as vandalism starts, if left unchecked, it flourishes.«

Der Mythos von “wenn Mac OS X verbreitet wäre wie Windows, gäbe es genauso viele Risiken” wird auch besprochen. Fakt ist, dass Windows einfach viel mehr Möglichkeiten und Angriffsflächen für üble Sachen bietet als unixoide Systeme wie Mac OS X oder Linux.

Es ist ja nicht so, dass ich Windows “hasse”. Aber ich habe wirklich überhaupt keine Lust, mich ständig um Sicherheitslücken, Viren, Würmer, Spy- und Adware, Anhänge in Mails (auch von bekannten Absendern, wer sagt mir, dass die sich nichts eingefangen haben?) und ähnliches Zeugs zu kümmern. Wenn ich für den Mac oder Linux im Netz etwas über ein interessantes Programm lese, “downloade” und installiere ich es. Unter Windows habe ich mir wahrscheinlich ein wenig Ad-, Spy- oder sonstwas-Ware eingefangen.
Bei meinem Arbeitgeber erledigen die Windows-Sicherheit meine Kollegen. Im HomeOffice löse ich dieses Problem, in dem ich einfach kein Windows benutze.

Es ist grotesk: Letztens habe ich den PC einer Bekannten neu aufgesetzt, die damit direkt an ihrer DSL-Leitung hängt. Daher habe ich den PC aus meinem Netz rausgenommen und testhalber direkt an die DSL-Leitung gestöpselt. Nach zwei Minuten “nackt” am Netz wurde der PC selbstständig herunter gefahren. Das ist lächerlich! Oder, letztens bei einer der Wurmwellen, hatte ein großes Maschinenbauunternehmen im Rhein-Main-Gebiet zwei Tage lang keine Email mehr, da ihr Windows-Netz samt Exchange-Server sich etwas eingefangen hatte. So kann man nicht arbeiten, so will ich nicht arbeiten. Ich bin kein Missionar, wer mit diesem ganzen Krampf leben möchte und kann, soll das gerne machen, ich wünsche viel Spaß dabei und fröhliches Gruseln bei der nächsten Wurm-Warnung in der Tagesschau. ;-)

Seltsames

Aus dem digitalen Kindergarten

Pro Linux verkündet folgendes:

»Dave Whitinger, einer der Mitbegründer des Nachrichtentickers `Linux Today`, ruft in einem Statement auf LXer zum Boykott des Newsdienstes auf.
Als eine der wichtigsten englischsprachigen Publikationen im Netz zum Thema Linux schadet nun der Ticker der Linux-Community. Zu diesem Resümee kommt der Gründer des Nachrichtenportals und ruft zum Boykott der Seite auf. Als Begründung stützt sich Dave Whitinger auf die seit geraumer Zeit auf Linux Today erscheinenden Microsoft-Banner, die nach Meinung des Gründers das freie Betriebsystem Linux diffamieren. Die sehr pro Microsoft und teilweise sehr gegen Linux ausgerichteten Anzeigen haben nach Meinung von Whitinger auf einer Linux-Seite nichts zu suchen.«

Das ist in meinen Augen Kinderkram, daher nicht Kategorie “Linux”, sondern “Seltsames” …

Lagedernation

Gedanken zur Europawahl

Wenn man, von Rastatt kommend, über den Rhein nach Frankreich fährt, fährt man über eine Brücke. Auf dieser Brücke fährt man über noch gut erhaltene Eisenbahnschienen. Die liegen dort nicht etwa herum, weil da eine S-Bahn-Linie geplant war, sondern damit Kriegsgerät schneller über die Grenze Richtung “Erbfeind” geschafft werden konnte. Im Zeitraum von 1870 bis 1945 gab es allein drei Kriege zwischen Deutschland und Frankreich. Dass uns heutigen Zeitgenossen die Vorstellung eines Krieg unter den in der EU vereinigten Ländern wie eine Erzählung von einem anderen Planeten vorkommt, verdanken wir vor allem der europäischen Einigung.

Wer also etwas von “die EU ist überflüssig, das Europaparlament sowieso” faselt, dokumentiert damit nur dass er oder sie keine Ahnung hat, wovon er oder sie eigentlich spricht. Ein Blick in eine richtige Zeitung oder meinetwegen auch Berichte von Auslandskorrespondenten im TV (nein, nicht “Bild” oder “Explosiv”) über den Stand der Dinge im Rest der Welt vermittelt vor allem eine Erkenntnis: Wir leben in Europa auf einer Insel von Frieden und Wohlstand. Den europäischen Einigungsprozess als solchen in Frage zu stellen, nur weil man mal etwas von Agrarquoten und Geld gehört hat, zeugt von einem sehr schlichten Gemüt.

Sehr amüsant ist auch der Fakt, dass die “Europaparlament ist doof und nutzlos”-Sprüche von denen kommen, die überhaupt keine Ahnung haben, wofür das Europaparlament eigentlich gut ist. Der Zustand der EU-Institutionen und ihrer Machtverteilung ist in der Tat optimierungsbedürftig, äußerst optimierungsbedürftig sogar. Nur können sich die meisten gar kein Urteil drüber erlauben, weil sie davon gar nichts wissen. Und wenn ich von etwas nichts weiß, kann ich es auch schlecht beurteilen. Liegt eigentlich auf der Hand, oder? Aber in der Politik ist diese simple Weisheit außer Kraft gesetzt, jeder darf drüber reden, auch wenn keinerlei Sachkenntnis das Urteil trübt …

Das bringt uns zur anstehenden Europawahl. Moe möchte z.B., dass alle Nichtwähler ihre Stimmen ungültig machen (Kursive Worte nachträglich zur Präzisierung hinzugefügt, R.). Dazu kann ich nur sagen: In einer Demokratie bekommt das Volk immer genau das politische Personal, das es verdient hat. Von dieser Regel gibt es keine Ausnahme. Die sind wir, wir sind die. Jammern über die politische Klasse ist also nichts weiter als jammern über sich selbst, wer Schröder ohrfeigt muß sich konsequenterweise anschließend selbst ohrfeigen …

Parteienstreit (“die labern da alle eh nur rum, ey”) um den richtigen Weg gehört in einer Demokratie dazu, bei uns gibt es eher zu wenig Streit als zu viel, auch wenn das harmoniesüchtige Volk das nicht wahr haben will und auf den großen harmonischen Konsens zur Lösung aller Probleme wartet. Den kann und wird es nicht geben. Weder in Europa, noch in Deutschland. Mit einer “eh alles doof, ey”-Einstellung kommt man nicht weiter, da es keine Alternative zur Demokratie gibt. Weder wird (hoffe ich zumindest) ein großer weiser Führer, der für niedrige Benzinpreise, Arbeitsplätze und einen stärkeren Angriff der Nationalelf sorgt, über uns kommen, und schon gar nicht möchte ich von einer “Diktatur des geistigen Bild-Leser-Proletariats im Sinne des gesunden und harmonischen Volkswillens” regiert werden. Grausige Vorstellung.

So werde ich, wie bisher bei jeder Wahl, seit ich 18 bin, am Sonntag mein Kreuzchen bei der Partei machen, die für mich das kleinste Übel ist. Nichts anderes ist Demokratie, die Wahl der Partei, mit der man am wenigsten Probleme hat. Weder der Pleb-Nihilismus der Bild-Leser-Fraktion (“alles scheiße, ey”) noch der “aufgeklärte Nihilismus” à la Moes Beitrag werden irgendetwas bewirken. Was soll denn die “Message” der ungültigen Stimmzettel sein? “Ihr da oben seid alle doof”, oder was? Oder: “Wir wissen zwar nicht, was wir wollen, aber zumindest schon einmal, was wir nicht wollen: Euch!” Super Sache!

In diesem Sinne: Nachdenken und wählen gehen! Am Sonntag. Das Europaparlement. Ihr seid der Souverän, schmeißt nicht in einem Anfall modischen Polit-Gejammers Euren Anteil an der Macht in die Tonne.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!

Seltsames

Kommentare abschalten ...

Und geblendet von den Strahlen der aufgehenden Sonne denkt sich der Protagonist: »Si tacuisses, philosophus mansisses.«

Und für die noch stets einfallenden »Weblog-Katastrophentouristen« gilt das alte Gorbi-Motto: Wer zu spät kommt, den straft das Leben! ;-)

Editiert am 10.6.2004

Zeugs

Renovierung abgeschlossen

Die Renovierung des Netzbuchs ist nun erst einmal abgeschlossen, etwa 2,5 Monate hat es gedauert.

Auch im “Werkzeug des Teufels” aka MS Internet Explorer sollte nun alles richtig erscheinen, und die Spalte links enthält alle Funktionen, inklusive Themen- und Zeitarchiv unter dem Link “Etcetera”. Prinzipiell validiert das Netzbuch nun auch wieder, allerdings hat Textpattern noch ein Problem mit “&” in dem URL, selbst wenn man es händig mit dem passenden Entity korrigiert, wandelt Textpattern es wieder um. Aber man sollte den Webworker-Fetisch “Validierung” auch nicht überbewerten und deshalb anfangen in den Textpattern-Scripten rumzumachen, zumindest deshalb nicht. ;-)

Internet

Firefox 0.9

Heute ist das neue Release des einzig wahren Browsers für Redmonder Fensteroberflächen (und natürlich auch für Linux und Mac OS X, aber da ist die Auswahl größer) erschienen: »MOZILLA RELOADS FIREFOX«.

Und schon “downgeloadet”, noch ging es fix! Also Gas geben, bevor “sie” es alle bemerken!

Musik

iTunes Music-Store kommt ...

… nach Europa, zunächst nach Großbritannien, Frankreich und Deutschland, berichtet IT&W von der aktuellen Steve-Audienz in London. 99 Cent pro Song soll der Preis sein.

Nun können die komischen Download-Stores (die, welche sowieso nicht funktionieren, ich sage nur Phonoline) mit ihren seltsamen WMA-Songs einpacken, bevor sie richtig ausgepackt haben.

Musik Zeugs

Nervende bestialische Jungs

So wie es den Herrn Kniebes nervt, auf seiner Blogtour ständig über die Fußball-EM lesen zu müssen, so nervt es mich kolossal dass in jedem dritten Weblog die grausame Kapelle Beastie Boys gehypt wird. Ich fand, finde und werde sie immer be… scheiden finden, und hatte eigentlich gedacht sie würden verdientermaßen im Anhang des letzten Bands der immerwährenden Musikhistorie verstauben. So hat jeder sein Kreuz zu tragen. ;-)

Netzeitung: Beastie Boys: ‘Ja, man schämt sich’ (Via LinkDump)

Weblogtalk Internet

Online-Identitäten

Jason Kottke betätigt sich als Online-Detektiv , um der Frage nach zu gehen, ob eine Webloggerin namens “Plaine Layne” mit abenteuerlicher Vita und Sexleben existiert oder nicht. Für die Lesenden vor dem Schirm übt die Frage, ob die Person, dessen Weblog sie lesen, “echt” ist oder nicht, offenkundig eine große Faszination aus. In der deutschen Blogosphere gab es vor einigen Monaten bekanntlich einen ähnlichen Fall in kleinerem Maßstab, als über die Identität einer beliebten “Sexbloggerin” allerlei Spekulationen angestellt wurden.

Der bekannteste dieser Fälle, der in keiner “Kurzen Geschichte des Webloggens” fehlen darf, war der Kaycee Nicole (Swenson) – Hoax, die Geschichte der todkranken Kaycee Nicole, die ihr Leiden am Krebs bis zu ihrem Tod in ihrem Online-Journal beschrieb. Die Geschichte hatte nur einen kleinen Haken: Kaycee Nicole existierte nie.

Weitere berühmte “Online Identity Happenings”, den Kommentaren bei Jason Kottke entnommen:

Die Frage der Identität ist seit Anbeginn der Internet-Kommunikation ein Faszinosum. Man stellt sich bei der Lektüre eines Weblogs immer den Menschen hinter den Worten vor, und wenn sich dann herausstellt, dass die einfühlsame Dame mit dem wilden Sexleben in Wirklichkeit ein gelangweilter vollbärtiger Systemadministrator ist, macht sich Enttäuschung breit. Dabei gilt seit jeher das Motto: »Im Internet weiß niemand, dass Du ein Hund bist. Solange Du nicht bellst.«

Weblogtalk

Winer-Bashing

En vogue in der Blogosphere, auch in Deutschland: Winer-Bashing. Weil Dave die “für umme” gehosteten Weblogs abgeschaltet hat. Aber, wo Dave Recht hat, hat er Recht.

Man kann sich nicht auf einem Umsonst-Host für die Ewigkeit einnisten und sich dann überrascht zeigen, dass eines Tages Feierabend ist. Erstaunlicherweise sind gerade die Betroffenen die freundlichen, und die, die gar nichts mit der Sache zu tun haben, die Rumnöhler (Zitat): »One thing is gratifying, the weblogs.com users have uniformly been patient, supportive, gracious, and just plain nice. The people who are behaving badly are people on the sidelines. This is a great community, I’ve been serving them for four years for free, and surprise, most of them get that and appreciate it.«

Wer bei mir gehostet ist, braucht aber nicht zu befürchten, dass ich den Mini-Dave gebe. ;-)

Nachtrag: Ausgiebige Diskussion dazu auf Joho The Blog (via Martin)

Musik Seltsames

Schwere Geschütze ...

… fährt die Musikindustrie in ihrer großen Aktion zur Kriminalisierung der eigenen Kunden auf: »57-jähriger Realschullehrer im Raum Stuttgart muss 10.000 Euro Schadenersatz für 2.000 illegale Musikangebote in Tauschbörse zahlen«.

Besonders possierlich: Laut Spiegel Online lässt sich die Polizei bei ihren Aktionen von einer privaten Spitzelbrigade der Musikindustrie “unterstützen”, das ist absolut skandalös. Eigentlich sollte man überhaupt keine Musik mehr kaufen …

Txp Zeugs

Netzbuch-Feeds: Kommentarzähler deaktiviert

Ich weiß nicht wie die verehrte Zielgruppe das sieht, aber mir geht es granatenmäßig auf alle möglichen Teile, wenn im RSS-Reader ein Artikel als “neu” definiert wird, aber in Wirklichkeit lediglich ein Kommentar hinzugefügt wurde. Darum habe ich das für die Netzbuch-Feeds flugs mal abgeschaltet.

Dazu setzt man in der textpattern/lib/admin_config.php den Wert für “show_comment_count_in_feed” auf 0 (Null).

Sollte sich ein vielköpfiger Demonstrationszug mit Plakaten der Art “Wir wollen Kommentarzähler im Netzbuch-Feed” durch Wiesbaden bewegen, mache ich das selbstverständlich wieder rückgängig. ;-)

Zeugs

Samstag: MacExpo

Da mich die Fügungen des Seins am Wochenende gen Westen treiben, werde ich am Samstag auf der MacExpo in Kölle zu finden sein. Vielleicht treibt sich aus der verehrten Zielgruppe auch jemand dort rum, ein mittelgroßer Sitzriese mit dunkler Mädchenfrisur und blauer Crumpler-Tasche, das bin ich. Einfach anquatschen, ich beiße nicht. ;-)

Lagedernation

Stimmungsmache für Studiengebühren

Letztens geisterte eine Umfrage durch die Gazetten (den Link habe ich “ergoogelt”, war an zahlreichen Stellen zu lesen): »Studenten mehrheitlich für Studiengebühren«

Die FR enthüllt, wie solche Umfragen ergebnisorientiert “gebacken” werden: »Stimmungsmache für Studiengebühren«. Ein “Centrum für Hochschulentwicklung” und eine Initiative mit dem wunderschönen Namen “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft” (INSM) versuchen, ihre Lobbyarbeit für eine Bildungspolitik im Arbeitgeberinteresse durch Umfragen und Kooperationen mit Bildungsträgern vom Stigma der Lobbyarbeit zu befreien und selbiger einen “objektiven” Anstrich zu geben, Zitat:
»Die Initiative selbst versucht, durch eine Reihe von Kuratoren und Botschaftern den Eindruck einer Bürgerinitiative zu vermitteln. Dabei wird sie von den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie finanziert. Seit vier Jahren arbeitet INSM mit einem millionenschweren Budget auf marktwirtschaftliche ‘Reformen’ hin, auf den Rückzug des Staates und den Abbau und die stärkere Privatisierung sozialer Sicherung. Mit der Verschleierungstaktik versucht die Initiative, das Glaubwürdigkeitsproblem der Wirtschaftsverbände zu umgehen. […] Diese PR-Tricks und Verflechtungen hebeln eine demokratische und transparente Entscheidungsfindung aus. Obwohl diese Strategien in den letzten Jahren zugenommen haben, wird ihre Problematik bislang kaum diskutiert. Es ist Zeit für eine neue Debatte um wirtschaftliche und neoliberale Einflussnahme auf die Politik.%laquo;

Lesen und lernen, wie Demokratie in diesen Zeiten funktioniert, und anschließend nur müde lächeln wenn der nächste “PR-Meldungen – Copy and Paste”-Journalist interessengeleitete Umfragen als Fakt verkaufen möchte …

Zeugs Mac

Die ausgefallene Bootsfahrt, oder: Fast eine MacExpo-Nachlese

Meine MacExpo-Nachlese kommt ein wenig spät, ich war halt unterwegs im “Internetzugangs-Notstandsgebiet-West”. Dafür beschränke ich mich auf die Marginalien, denn ob Firma X ein neues Produkt Y vorgestellt hat, interessiert Euch ja sowieso nicht, und es gab und gibt in der Blogosphere genug darüber zu lesen. Dem “Handbuch für Kölle-Reisen” entnahm ich, dass zu Messeterminen eine Fähre den Rhein vom Hauptbahnhof zum Messegelände am anderen Ufer überquert. Mit der mir eigenen Konzentration auf das Wesentliche wollte ich natürlich genau so vom Bahnhof zur Messe herüber. Den Anlegeplatz (auf dem Bild vorne, der erste Steg samt Schiff) fand ich schnell, aber außer dem vor sich hin dümpelnden Boot war dort – nix. Kein Plan, kein Mensch, einfach nix. Was für ein enttäuschender Auftakt, so sind sie, die Kölschen!
Also musste ich wohl oder übel zu Fuß über die Eisenbahnbrücke, als Ausgleich fand ich dort oben aber jede Menge Material für das “beinahe wöchentliche Bahnbild”. Ist ja auch was! Nach einem kurzen Fußmarsch war ich dann endlich dort, wo ich eigentlich hin wollte: Halle 6. Eine große iPod-Werbung erwartete den erwartungsfrohen Apfel-Freund. Nachdem man bei einer reizenden jungen Dame eine ausgedruckte Email in ein Ticket umgetauscht hatte, durfte man sich in das Getümmel stürzen. Die Atmosphäre war recht angenehm, das Gedrängel hielt sich ebenso in Grenzen wie die Dimension der Messe.
Eine stete Quelle der Heiterkeit waren die Freaks, die mit demonstrativ zur Schau getragenen iPod-Kopfhörer herum spazierten, auf einer Messe ungefähr so sinnvoll wie das Tragen einer Sonnenbrille im Kino. Die verschiedentlich zu lesende Legende, die Apple-Anhänger wären ja viel kühler und toller als die Besucher anderer computerlastiger Messen, stimmt nicht, wie überall gibt es solche und solche, die Drängler, die Eitlen, die Wichtigtuer – man findet sie selbstverständlich auch auf der MacExpo, nur die Anzahl ist geringer. Der Unterschied: Bekommt man auf der MacExpo einen Rucksack ins Gesicht, handelt es sich nicht um ein Werbegeschenk aus Plastik, sondern um einen Crumpler …
Neues erfuhr man nicht, wenn man regelmäßig die Mac-Seiten im Web liest weiß man eh Bescheid. Aber man konnte ein paar Sachen anfingern, insbesondere die edlen Grafiktabletts von Wacom fühlten sich ausgesprochen gut an. Das “Evil Empire” Microsoft war auch vertreten, aber erstaunlicherweise war es dort ein wenig leerer als vor den anderen Ständen. Auf dem Bild kann man gut erkennen, wie die Heerscharen mit einem gewissen Sicherheitsabstand um den Microsoft-Stand herum gehen, ganz so als lauere dort ein ansteckendes Übel …
Nach ein bißchen hier gucken und da gucken kam es dann noch zu einem kleinen Blogger-Treffen mit Nina, majo, Bronski, Thomas und Achim dem Leser (gut zu wissen, dass es auch noch Blog-Leser gibt, und nicht nur Blog-lesende Blogger), über das bei IT&W bereits alles gesagt wurde.
Fazit: Meine erste Mac-Messe war eine kleine aber feine Veranstaltung, sollte es sich einrichten lassen werde ich nächstes Jahr wieder vorbei schauen. Unten findet Ihr noch ein paar Impressionen, ein Klick auf das Bildchen öffnet eine größere Variante in einem separaten Fenster.



Lagedernation

Im Spiegel von Abu Ghraib

Folter, in zivilisierten Staaten mit Recht (und durch Recht!) verboten, wird in gewissen Kreisen (bspw. im Springer-Blatt “Welt”, wo “Querdenken” ein Synonym für “nach Rechts ausschlagen” ist), wieder salonfähig. Ob entführte Kinder oder Abwehr von Terror-Anschlägen – mancher fragt sich, ob in gewissen Situationen die Folter nicht vielleicht doch ein auch für einen Rechtsstaat legitimes Mittel sein kann.

“Nein”, meint Jan Philipp Reemtsma in einem vorzüglichen Artikel in der taz: »Wer meint, es sei moralisch erlaubt, gar geboten, diese Norm zu übertreten, tut dies aus Überzeugung. Diese individuelle Überzeugung mag man achten; es mag sogar derjenige, der nach solcher Überzeugung handelt, von manchen – oder von der Mehrheit – für einen Helden gehalten werden. Nur ändert das nichts daran, dass das Verbot der Folter keine Ausnahme zulässt, auch nicht im Falle desjenigen, der bereits einer Tat überführt ist. Das Verbot der Folter gehört zwar auch zu jenen Schutzrechten, die auch die Schuldigen schützen, weil nur so die Unschuldigen geschützt werden können, aber das ist nicht alles. Das Verbot der Folter ist vor allem mit jenem Schutz deckungsgleich, den der Rechtsstaat als solcher gewährt, und steht nicht der einzelfallbezogenen Abwägung offen. […] Die Diskussion um die mögliche Re-Legitimierung der Folter zeigt, dass die Fotos aus den Kellern von Abu Ghraib unser Spiegel sind. In dieser Weise kann das Gesicht unserer Zivilisation zur Fratze werden. Das Beispiel Algerien hat gezeigt, dass es dabei nicht bleiben muss. Beginnen wir mit dem Schluss der Diskussion darüber, ob wir der Fratze etwas abgewinnen könnten.«

[taz: Als wir endlich den Kopf hoben]

Seltsames

Ich schreibe ein Buch

Das machte meinen Tag, gefunden im Forum von pathologie-online.de: »Ich habe mir vorgenommen ein Buch zu schreiben, was ansich nicht so schwer ist. Nun bräuchte ich aber informationen darüber wie eine etwa vier Monate alte Leiche ausscahut die Im Moor gelegen hat, erwürgt wurde, achzehn Jahre alt, es fehlt der rechte Ringfinger und die Augenlieder wurden ihr auch abgeschnitten.«

(Via Melody)

Lagedernation Seltsames

Standorte

Endlich mal wieder ein schönes Wort! Lesen wir die folgenden Zeilen in der Westfälischen Rundschau (gefunden beim Herrn Kniebes): »Als einen ‘entscheidenden Baustein für den Gesundheitsstandort Bochum’ bezeichnete NRW-Gesundheitsministerin Birgit Fischer gestern die Eröffnung des Projektbüros im Technologiezentrum Ruhr.« Der Gesundheitsstandort! Was für ein schönes Wort. Für diese sprachliche Weltklasseleistung müsste Frau Fischer eigentlich mit nicht unter drei Auftritten bei Sabine Christiansen bestraft werden.

Übrigens, der Windstandort Wiesbaden ist heute einer der Leader im globalen Wettbewerb der internationalen Windstandorte. Man muß bedenken, die Zeiten der alten Sicherheiten sind vorbei, und die Globalisierung eröffnet auch für unsere Windstandorte Chancen. Man muß sich halt von alten Wind-Sicherheiten verabschieden, vor allem die Gewerkschaften werden mit ihrem alten Wind-Denken nicht mehr auf die Höhe der globalen Wind-Ökonomie kommen. Eigenverantwortung ist bei den Winden von heute gefragt, sonst werden unsere Windstandorte von den neuen Windstandorten in Osteuropa überflügelt …

Linux

LinuxTag hat begonnen!

Der LinuxTag hat begonnen, in der Blogosphere gibt es die ersten Berichte zu lesen und auch die ersten Fotos zu sehen.

Ich werde im Morgengrauen des morgigen Freitags gen Karlsruhe aufbrechen und mich Freitag und Samstag am Programm ergötzen, ob es davon hier etwas zu lesen gibt hängt davon ab, ob es irgendwo “Connectivity” gibt. Und natürlich möchte ich noch einmal auf die Hostsharing-Veranstaltung am Sonntag im Anschluß an den LinuxTag aufmerksam machen, deren aktualisiertes Programm auf der HS-Website zu finden ist.

Linux

Gruß vom LinuxTag

Ich grüße die Welt vom LinuxTag!

Dank eines WLAN der KaLUG kann man auf dem LinuxTag vorzüglich bloggen, wenn man des Anhörens von Vorträgen und des Anschauens von Ständen überdrüssig geworden ist und erst einmal eine Runde mit dem Notebook auf dem Schoß entspannen möchte. Ich sitze hier in der Sitzecke im Erdgeschoss des Kongresszentrums, wo man sich dank der leuchtenden Äpfelchen auf dem Schoß der BesucherInnen sofort heimisch fühlt. Neben mir sitzt eine reizende Apple-Userin, die mich bereits während meiner höflichen Anfrage, ob der Platz neben ihr frei ist, keines Blickes gewürdigt hat. ;-)

Man kann hier ein Vermögen für Merchandising-Zeugs ausgeben, Pinguin-T-Shirts, -Tassen, -Pins und allerlei anderen kühlen Tand gibt es käuflich zu erwerben. Da werde ich wohl zuschlagen müssen. Ähnlich wie bei der MacExpo hat sich auch auf den LinuxTag das “Evil Empire” Microsoft mit einem eigenen Stand hingetraut, im Programmheft betonen sie aber, dass sie zu einem sachlichen Dialog zur Verfügung stehen. “Was macht Ihr denn hier, Ihr Wurmschleuder-Spacken” wäre wohl nicht der Auftakt zu einem sachlichen Dialog im Sinne Microsofts.

Ich war noch nie auf einem Kongress oder einer Messe, wo so viele Besucher mit kurzen Hosen und Sandalen rumrennen, kommt auch nicht oft vor dass ich mich auf einer Veranstaltung dieser Art für “overdressed” halte.

Das soll’s für’s erste gewesen sein, wenn ich den nötigen Grad der Schmerzfreiheit erreicht habe, um mit der Kamera um den Hals durch die Gegend zu laufen, gibt es auch ein paar Foto-Impressionen.

Linux

Auf dem Berg der Verzweiflung

Ein echtes Programm-“Highlight” am gestrigen Freitag war der Vortrag von Kristian Köhntopp (Bild oben) und Oliver Stoll (Bild unten) von web.de über Wachstumsschmerzen mit Linux. Die beiden plauderten aus dem Nähkästchen, berichteten vom “Berg der Verzweiflung” und haben echte Entertainer-Qualitäten, der geneigte Zuhörer nahm die Erkenntnis aus der Praxis mit, dass kein Hardwarehersteller die Versprechungen halten kann die sie gemeinhin so machen.

Da Blogger, wenn sie unterwegs sind, meistens andere Blogger treffen ;-), hatte ich gestern das große Vergnügen Beate kennen zu lernen und den Nachmittag auf dem LT in höchst angenehmer Gesellschaft zu verbringen.

Heute habe ich dann erst einmal verschlafen, und musste mich nun in höchster Not an eine Steckdose in der WLAN Ecke (vgl. Eintrag von gestern ) retten um mein Powerbook erst einmal aufzuladen, wenn man WLAN benutzt kann man zuschauen wie sich der Akku lehrt, wie gesagt, kein Hardwarehersteller hält seine Versprechungen …

Im Moment ist die WLAN-Ecke von allerlei Linux-Kiddies bevölkert, es ist schön zu sehen dass nicht die gesamte “Jugend von heute” auf einem schlechten Weg ist! ;-)

Linux

LinuxTag-Impressionen

Ein weiterer Höhepunkt des LinuxTags war der Vortrag von Klaus Knopper, der die LinuxTag-DVD-Edition von Knoppix vorstellte. Mit der Tücke des Objekts konfrontiert, sprich, sein Laptop wollte nicht so richtig mit dem Beamer zusammenarbeiten, machte Klaus aus der Not eine Tugend und demonstrierte, wie man den Knoppix-Bootvorgang in solchen “Krisensituationen” steuert und sich mit dem Framebuffer-Device rettet. Er stellte den üppigen Umfang der LinuxTag-DVD-Edition vor (ganz geschickt mit einem komprimierten Dateisystem versehen, so dass auf eine 4,7 GB-DVD satte 6 Gig Inhalt passen) und machte sie dem geneigten Publikum so schmackhaft, dass ich gleich nach dem Vortrag los und sie für 10 Euro erwerben musste.

Ein Fazit des LinuxTags: Eine recht interessante Veranstaltung, die Vorträge können, bedingt durch ihre Länge (besser: Kürze), bei den meisten Themen nur an der Oberfläche kratzen (wie z.B. die über den Apache oder GIMP, die ich besucht habe). Man kann halt andere Linuxer einmal “in Augenschein” nehmen, und allerlei Devotionalien erwerben, so z.B. einen äußerst kühlen Gentoo-Badge für meinen PC. Und ein herzliches Danke schön geht an die KaLUG, die das Bloggen vom LinuxTag mit ihrem kostenlosen WLAN erst möglich machte.

Zum Abschluß noch einige Bild-Impressionen, ein Klick auf das kleine Bild öffnet eine vergrößerte Ansicht in einem separaten Fenster.



Weblogtalk

Andere Länder, andere (Blog-)Sitten

Weblogs sind gut! Sie lenken manchmal den auf den eigenen deutschen oder europäischen Hof fixierten Blick auf Gegenden der Welt, die man sonst nicht wahrgenommen hätte. So lenkt Daniel (der Gedankenreiter) den Blick auf die Weblog-Szene in Korea, in Form eines Artikels von ‘KOREAheute’: »Koreaner entdecken die schöne neue Welt der ‘Blogs’«. Lt. einer Statistik des größten koreanischen Webloganbieters Cyworld sind 90% ihrer Weblogger Frauen im Alter von 19 bis 24 Jahren. Kim Ki-duk von Cyworld (Zitat): »Eine der vorherrschenden Reaktionen unserer Nutzer ist die Einstellung, eine Berühmtheit sein zu wollen. Mit all den Funktionen zur Selbstdarstellung lernen sie, ein Idealbild von sich in der Blog-Welt zu kreieren.« Andererseits fürchten die koreanischen Weblogger sich davor, zu viel von sich zu offenbaren, was die Psychologin Ha Jee-hyun zu folgendem gewagten Vergleich animierte (Zitat): »Exhibitionismus und der Wunsch nach Privatsphäre sind wie die zwei Seiten einer Münze, ein dualer Mechanismus, der im Kopf der Menschen existiert. Einerseits möchten sie nicht die Aufmerksamkeit anderer Leute auf sich gerichtet wissen und möchten nicht Thema des Klatsches sein, andererseits möchten sie aber auch von Zeit zu Zeit ihre persönlichen Gefühle mit der ganzen Welt teilen. Denken Sie nur einmal an die Heimvideos, die die Menschen an die Fernsehsender schicken. „Blogging“ ist nichts anderes.« Wie Daniel schreibt, wird der “Blogging-Boom” im Zusammenhang mit einem anderen zeitgenössischen Phänomen in Korea gesehen, dem Momjjang (“perfekter Körper”) – und Eoljjang (“perfektes Gesicht”) – Phänomen, einer Art Schönheits- und Fitness-Wahn. Auch darüber schreibt KOREAheute: »‘Momjjang Mania’ – Korea im Fitnessfieber«. Wer da nicht mithalten kann oder will, kapituliert, strebt in andere Sphären nach Maumjjang – dem “perfekten Geist” …

Linux

Gentoo und kde - Falle

Eine böse Falle: Wenn man unter Gentoo-Linux kde mit deutscher Lokalisierung aktualisieren möchte, so muß man vor dem emerge kde kde-i18n ein export LINGUAS=“de” absetzen, sonst schaut man nach Stunden nach und ärgert sich schwarz, dass nix kompiliert wurde. Damit ich das nicht beim nächsten Mal wieder vergesse, wird es nun hier “abgebloggt”!

Warum kde? Der Vortrag von Klas Kalass auf dem LinuxTag wurde mit solch einer ansteckenden Begeisterung intoniert, dass ich mal wieder kde aktualisieren und zum Standard-Desktop machen musste.

Lagedernation

Der Staat Hand in Hand mit Lobbyisten

Dieser Bericht bei Heise ist wirklich ein starkes Stück, oder auch »Moppelkotze«, wie Hugo es so schön ausdrückt. Manchmal frage ich mich wirklich, wo wir eigentlich leben. Warum eigentlich übergeben wir den Staat nicht ganz einfach gleich vollständig den Konzernen, die können dann ja ihre Privatpolizei aufstellen und ihre eigenen Straftatbestände erlassen.

Wenn ein(e) WebloggerIn “gestalkt” wird, muß er oder sie praktisch darauf warten, dass etwas gewalttätiges passiert, um an diese Daten heran zu kommen, die Industrie mit ihrem nicht einmal präzise benennbaren Verlust (die Milchmädchenrechnungen à la “jeder verkaufte Rohling = X Euro” kann man nicht ernst nehmen) soll aber einfach direkt bei den Providern wühlen dürfen. Erfolgreiche Lobbyarbeit, Gratulation.

Und dann würde mich noch interessieren, ob der Mensch vom Justizministerium sich tatsächlich den Kampfbegriff “Raubkopierer” zu eigen gemacht hat. Raub ist bekanntlich die Entwendung von Eigentum unter Androhung oder Anwendung von Gewalt, davon kann bei Urheberrechtsverletzungen keine Rede sein. Ein Vertreter vom Justizministerium sollte sich da um begriffliche Neutralität bemühen, sonst ist zu offensichtlich mit wem er gemeinsame Sache macht …