Mai 2004

Techkram

10 PRINT "Happy Birthday, BASIC!"

Gestern vor 40 Jahren, am 1. Mai 1964, ließen John Kemeny und Thomas E. Kurtz das erste BASIC-Programm laufen (Zitat):

»BASIC was invented at Dartmouth College in 1964 to give students a simple programming language that was easy-to-learn. It turned out that easy-to-learn and use was also a good idea for faculty members, staff members, and everyone else. The official languages (then, Fortran and Algol; now, C, C++ and Java) were designed for professionals. There were very few choices for students, teachers, and others who didn`t want to dedicate their lives to programming. Our programming language provided the solution and has played an important role in the field ever since. Even with all the new languages introduced since then, BASIC use continues to grow.«

Auch der Autor dieser Zeilen lernte das Programmieren vor knapp 20 Jahren am BASIC-Interpreter des C64, so wie Generationen von Computer-Nutzern. In den 80er-Jahren waren BASIC-Interpreter die “Killer-Applikationen” für neue Rechner, der BASIC-Interpreter des MS-DOS legte den Grundstein für die Erfolgsgeschichte von Microsoft, sogar Steve Jobs suchte für den Macintosh händeringend nach einem Lieferanten für einen BASIC-Interpreter. Das von Microsoft zu Beginn der 90er-Jahre herausgegebene Visual Basic war essenziell für die Erfolgsgeschichte von Windows, denn es ermöglichte die Entwicklung von Windows-Programmen ohne Kenntnis der “strengeren” Programmiersprachen C oder Pascal und führte zu einer Flut von kleinen und preiswerten (Shareware-)Anwendungen, es sorgte für die Vielfalt an Anwendungen die Windows als Plattform so attraktiv machte.
Meinereiner verdiente anfangs der 90er ein paar DM mit Visual Basic-Programmierung, das schlief dann ab 1995 ein als ich das Internet als neuen Tummelplatz entdeckte. Mein letztes VB-Programm habe ich, wenn ich mich recht entsinne, 1999 geschrieben, es war ein Programm dass das globale Adressbuch eines Exchange-Servers zur weiteren Verarbeitung auslas, und es war schrecklich langsam. ;-)

Noch ein paar Links:

Noch eine kleine Anekdote: Mitte der 80er tauchten die ersten PCs in Kaufhäusern auf, stolze Verkäufer liefen zwischen Schirmen umher auf denen “C:>” leuchtete. Es war ein großer Spaß, wenn der Verkäufer abgelenkt war, kurz an den PC zu gehen, mit “gwbasic” oder “basica” den Interpreter zu starten und die zwei Zeilen
10 PRINT “Syntax Error!”
20 GOTO 10
in den Interpreter zu tippen und mit “run” das Progrämmchen zu starten. Wenn dann der Verkäufer auftauchte, betrachteten wir aus sicherer Entfernung die wachsende Verzweiflung in seinem Gesicht, als er versuchte die Ursache dieses merkwürdigen Phänomens zu ergründen. ;-)

(Angeregt durch den Metafilter)

Zeugs Ontour

Vienna calling!

Nachdem letztes Jahr die Insolvenz “meiner” Muttergesellschaft den BlogTalk-Besuch vermasselte, bin ich dieses Jahr dabei. Zwei Tage “Problematisieren” über Weblogs, das kann man sich einfach nicht entgehen lassen!


Das Programm Ver. 0.95 verspricht interessante Vorträge, die “üblichen Verdächtigen” aus der deutschen Blogosphäre sind auch dabei, kann man sich ein paar Autogramme holen. ;-)


Damit es sich lohnt, werde ich eine Woche in Wien verbringen, ich war seit sieben Jahren nicht mehr dort und habe mal wieder richtig Lust darauf, den Ruf Falkos zu erhören. Kann ich gleich mal die eine oder andere CompactFlash-Karte füllen, von Wien habe ich nur blasse Papier-Bilder.


Vielleicht trifft man ja zu diesem “Event” den einen oder die andere Netzbuch-LeserIn in der Welthauptstadt des gepflegten Kaffee-Trinkens? Würde mich außerordentlich erfreuen!

Internet

iPod-Legenden im Qualitätsjournalismus

Christoph Dallach schreibt in Spiegel Online, durchaus euphorisch, über den iPod: »Jukebox in der Hosentasche«

Ich bin ja nur ein Weblogger, darum weiß ich nichts über journalistische Qualitätsstandards. Ich weiß nur, dass die iPod-Mordgeschichte ein Hoax war, und habe dies, nachdem ich darauf herein gefallen war, umgehend korrigiert. Dallach aber führt diese Geschichte, fast zwei Monate später, als “unbelegt” auf. Sie ist nicht “unbelegt”, sondern bewiesenermaßen ein Witz. Ebenso wie die angebliche Warnung der britischen Polizei an iPod-Besitzer, diese wegen der Diebstahlgefahr versteckt zu tragen und die weißen Kopfhörer zu wechseln. Macworld UK berichtete seinerzeit dass die BBC auf diese Story verzichtete, weil sie sich nicht mit Fakten belegen ließ.

Ich stelle mal die These auf: Das, was heute im Journalismus scheinbar “Qualitätsstandard” ist, würde jeder Weblogger, der ein wenig Talent zum Schreiben hat, mit ein wenig mehr Routine in Rechtschreibung, etwas mehr Zeit zum Recherchieren und Zugang zu Archiven und Quellen, auch hinbekommen. Was für den Berufsstand der Journalisten und ihre Ausbildung ein wenig peinlich ist.

Zeugs

Morning Glory

Guten Morgen, Welt! Was für ein schöner sonniger Tag da draußen, wa? Aber keine Sorge, das ändert sich bald. ;-)

Wenn es dann regnet, könnt Ihr Pepino zum Weblog-Geburtstag gratulieren (Glückwunsch!), François Nonnenmachers neueste Variation über “Was ist ein Weblog” lesen oder Euch Gedanken machen über die neueste “Herum-Ping-Idee”, TrackForward.

Und, eine Aufgabe für diese Woche: Diese Woche sind wir alle Bremer, darum heißt es fleißig Daumen drücken für den SV Werder, dass sie es schaffen in München Meister zu werden (hach, wäre das schön!) und endlich dem unsäglichen bajuwarischen Wurstfabrikanten das Maul stopfen.

Zeugs

Spendet!

Guten Morgen, verehrte Zielgruppe! Während sich Jörn fragt, warum er eigentlich bloggt, bin ich mir nun sicher, warum: Nämlich um “Watchblogger” zu werden. Das läuft so: Ich beobachte die rechten Medien und stelle entstellende Berichte über die Grünen richtig, im Gegenzug spendet Ihr mir 2 Mio. Euro. So wie bei ihm, wenn man dem Spindoktor glauben schenken darf. Das ist ein wirklich gutes Geschäftsmodell, das mir immer besser gefällt, je länger ich darüber nachdenke. Dafür gibt es dann auch weiterhin keine Google Ads, versprochen!

Größenwahn? Ich nicht. Ein koreanischer Sektenguru lässt Videos verbreiten, in denen er in Washington zum Messias gekrönt wird, das nenne ich Größenwahn. Aber doch nicht die paar Spenden.

Übrigens: Spammer haben 600.426.974.379.824.381.952 verschiedene Schreibweisen von Viagra entwickelt, um den Spamfiltern zu entwischen.

Und nun zur “Anti-FC-Bayern-Woche” im Netzbuch. Heute haben wir ein schönes Zitat von Willi Lemke. Der ehemalige Werder-Manager und jetzige Bremer Kultussenator ist zwar selbst etwas obskur (er war im letzten Sommer bekanntlich Vorkämpfer gegen die verlotterten Kleidungssitten der Schülerinnen und Schüler), aber gegen Bayern ist jeder willkommen. Er schreibt auf Sport1.de:

»Die Bayern haben doch die Pappnase auf. Die sind im Pokal bei einem Zweitligisten rausgeflogen. Die sind in der Champions League früh ausgeschieden. Und in der Bundesliga hecheln sie jetzt hinter uns her und spielen doch nur noch in den Medien eine Rolle. […] Wir trinken sowieso immer nur aus zwei Anlässen. Wenn Werder gewinnt und wenn Bayern verliert.«

Zeugs

Ein Rabe?

Warum ist denn Josh neuerdings ein Rabe? Defaced, Kreativpause, Datenbankcrash, oder wat?

Dieses ewige Kommen und Gehen in der Blogosphäre macht mich ganz krank, der Hauptmann in Büchners Woyzeck hat das treffend formuliert:

»Es wird mir ganz Angst um die Welt, wenn ich an die
Ewigkeit denke. Beschaeftigung, Woyzeck, Beschaeftigung! Ewig: das ist
ewig, das ist ewig – das siehst du ein; nur ist es aber wieder nicht
ewig, und das ist ein Augenblick, ja ein Augenblick – Woyzeck, es
schaudert mich, wenn ich denke, dass sich die Welt in einem Tag
herumdreht. Was `n Zeitverschwendung! Wo soll das hinaus? Woyzeck, ich
kann kein Muehlrad mehr sehen, oder ich werd melancholisch.«

Zeugs

Blogerallala

Während die einen wg. ihres Weblogs ins Gefängnis wandern, die anderen Weblog-Geburtstag feiern (Glückwunsch an Andreas und Johannes, keep on blogging ;-)), wieder andere den Laden dichtmachen oder schlimme Dinge befürchten, suchen andere den »Profit mit der Weblog-Welle« (via Dienstraum) und brauchen mehr Weblogs, viel mehr Weblogs. Logisch, unterbeschäftigte Adserver wollen mehr Arbeit haben. ;-)

Aber, es gibt wichtigere Dinge. Zum Beispiel eine exklusive Vorschau auf das neue G5-Powerbook (via MacGuardians). Glücklicherweise sind Computer, Weblogs und das Internet relativ ungefährliche Beschäftigungen, Heimwerken ist da von ganz anderem Kaliber, wie der Mann der in die Nagelpistole fiel bestätigen wird.

Und nun wieder zur “Anti-FC-Bayern-Woche”. Die Bayern reden sich selbst stark, wie Kapitän Kahn:

»Die Bremer haben in den letzten Wochen mehrmals die Chance gehabt, die Meisterschaft zu entscheiden. Das haben sie nicht geschafft, sie haben Nerven gezeigt«

Klar. Die nervösen Bremer sind ja nur seit 22 Spielen ungeschlagen und haben im letzten Heimspiel nur knapp mit 6:0 gewonnen, während die starken Bayern souverän den Tabellenletzten Köln mit einem 2:1 – Kantersieg schlugen. Die Bayern erinnern an das laut flötende Kind im finsteren Wald …

Webworking

CSS+Design

Der css Zen Garden auf deutsch: CSS+Design, ein Projekt der e-Workers, hinter denen der auch schon jahrelang im Netz “rumhängende” /pa.eng steckt, der mir schon zu alten CompuServe-Zeiten über den virtuellen Weg gelaufen ist. Daher kommt dieser Link mit einer ganz besonderen Empfehlung und einer Aufforderung an alle CSS-Bastler, dort mit zu mischen …

Zeugs

Weblog-Geburtstag und andere Petitessen

An einem Morgen wie diesem, verehrte Zielgruppe, wird man sich grausam gewahr wie die Zeit vergeht, und dass die Relativität der Zeit in ihrer subjektiven Wahrnehmung mit zunehmendem Lebensalter einen beschleunigenden Charakter gewinnt. Äh, ja.

Was ich eigentlich anmerken wollte: Das Netzbuch wird heute zwei Jahre alt. Bei der Gelegenheit einmal ein herzliches “Danke schön” an alle Leserinnen und Leser. Seit dem letzten Weblog-Geburtstag hat sich die Zahl der durchschnittlichen “Visits” glatt verdoppelt, es ist für mich (wie wahrscheinlich für jeden Weblogger, dessen Ego sich nicht in behandlungsbedürftigen Dimensionen bewegt) stets ein erstaunlicher Fakt, wie viele Leute sich für mein Geschreibsel interessieren. Okay, das reicht, auf in das nächste Jahr!

Passend dazu (nicht wirklich, aber der Link muß weg): Whose blog is it?

Noch ein Link, der weg muß: The Shining in 30 seconds with bunnies, Flash-Kurzfilm nach Stanley Kubricks Meisterwerk.

Und nun zur “Anti-FC-Bayern Woche”: Manchmal streift selbst Teile des hochgradig irren Vorstands-Ensemble des FCB ein zarter Windhauch der Realität, so den Dauerwerber Franz Beckenbauer, der im Kicker zitiert wird: »Warum sollten die Bremer nervös werden?«

Seit je her eine beliebte Taktik des üblen Klubs von der Isar ist es, Aufkaufgerüchte zu streuen oder Spieler anderer Klubs madig zu machen, um damit Unruhe zu stiften. Bei den Bremern lief in der Hinsicht nichts (sie boten keine Angriffsfläche), bei Dortmund (Frings-Theater) und Stuttgart (Magath-Theater) war dieses Spielchen wie immer erfolgreich. Unverständlich, wer will schon zu den Bayern? Da kann man nur den Toten Hosen zustimmen:

»Es kann so viel passieren

Es kann so viel geschehen

Ganz egal wie hart mein Schicksal wär

Ich würde nie zum FC Bayern München gehen


Was für Eltern muß man haben

Um so verdorben zu sein

Einen Vertrag zu unterschreiben

Bei diesem Scheiß-Verein«

In diesem Sinne, schönen Tag!

Rundesleder

Ein Hoch dem Meister!

pic Ich ziehe meinen Hut und verneige mich ehrfurchtsvoll vor dem neuen Deutschen Meister, dem SV Werder Bremen. Das war eine souveräne Leistung, und gerade der Sieg in München war das Tüpfelchen auf dem i einer tollen Saison. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Bayern in letzter Zeit mal so trocken abgefertigt wurden in ihrem eigenen Stadion.

Schon die alten Römer wussten, als sie von den Galliern besiegt wurden: Vae victis! (= “Wehe den Besiegten”). Nun wird über die Bayern kübelweise Häme entleert werden, und das völlig berechtigt. Wer den großen Worten stets dürftige Taten folgen lässt, darf sich darüber nicht beschweren. Und, wie beim “FC Hollywood” üblich, sie werden sich zerfleischen und Hitzfeld zum Saisonende rausschmeißen. Eine alte Fußballweisheit hat sich wieder einmal bewahrheitet: Geld schießt keine Tore!

Damit hat die “Anti-FC-Bayern-Woche” ein großartiges Ende genommen, da auch Gladbach heute einen wichtigen Sieg eingefahren hat bin ich mit den Fußballgöttern im Reinen, und werde heute Abend mein Glas auf den Deutschen Meister 2004 erheben!

Internet

Kopfgeldjäger der Moderne

pic Das digitale Zeitalter bringt ganz erstaunliche Comebacks hervor. Z.B. das der Kopfgeldjäger: »Microsoft will 250.000 US-Dollar Belohnung an Informanten zahlen« Für denjenigen, der den Kopf des Sasser-Programmierers präsentiert hat.

Okay, Würmer auf das Internet loslassen, ist nicht gerade die feine Art. Der Bursche hat eine Lektion verdient. Aber wenn jetzt ein 18-Jähriger Schadensersatz zahlen soll, weil ein Wurm eines Hobbyprogrammierers die Unternehmens-IT zum Stillstand bringt, wäre das ein Skandal. Die Hauptursache sind doch die IT-Leiter mit ihrer “Arsch-Absicher-Mentalität” (für die Anschaffung von Microsoft wurde noch keiner gefeuert), gepaart mit einem gewaltigen Reservoir an Unfähigkeit in diesen IT-Abteilungen. Es kann und darf einfach nicht passieren, dass solch ein Wurm die IT eines Unternehmens lahmlegen kann. Da ist auch ein Kopf fällig, und zwar der des IT-Verantwortlichen. Alle wissen um die groteske Anfälligkeit von Microsoft-Systemen, trotzdem setzen sie es ein, und kümmern sich dann nicht einmal anständig um die Sicherheit. So etwas kann doch nicht wahr sein!

Und Microsoft sollte das Geld mal lieber in die Sicherheit ihrer Software investieren, statt zu versuchen, die Folgen der Verbreitung ihrer grandiosen Software mit Kopfgeldern zu beseitigen.

Gibt es eigentlich überhaupt ein Gesetz in Deutschland, welches das Programmieren eines Wurms und das Ausprobieren im Internet verbietet?

Seltsames

Schwarzes Loch frisst Menschen auf!

pic

Ui ui ui! Bahnbrechende Entdeckung! Ich denke mal, diese tückischen Schwarzen Löcher fressen nicht nur Menschen auf, sondern auch Socken, Schlüssel, Stifte von PDAs oder Polster von Ohrhörern.

Da diese Entdeckung in Bild steht, ist sie wahr. Also mache ich morgen blau, übermorgen gehe ich zur Arbeit und sage: »Ist heute nicht Dienstag? Oh, dann habe ich wohl einen Tag im Schwarzen Loch gesteckt!«

Seltsames

Der Mann von der Startaufstellung: Jimmy Jump

Kennt Ihr “Jimmy Jump”? Wer den Grand Prix von Spanien letztes Wochenende gesehen hat, kennt ihn. Gemäß “Motorsport aktuell” war Jimmy Jump der Bursche, der nach dem Aufbruch des Feldes in die Aufwärmrunde plötzlich mit einem Transparent auf der Strecke herum lief und von den Streckenposten eingefangen wurde. Er wollte damit gegen ein teures Kulturprojekt in Barcelona protestieren.

Im “Hauptberuf” treibt sich Jimmy Jump auf Sport- und anderen Veranstaltungen herum und lässt sich dann mit ahnungslosen Promis fotografieren, seine Website jimmyjump.com (Vorsicht, Flash und schlimme Musik!) zeigt ihn u.a. neben diversen Fußballstars und dem spanischen König.

Lagedernation

Nachrichten in diesen Zeiten

Man traut sich im Moment kaum noch Nachrichten anzuschauen, weil man unvermutet damit rechnen muß, mit Bildern gefolterter Gefangener, Geköpfter, aufgehangener verbrannter Leichen, bei Terroranschlägen Zerfetzter und ähnlichem konfrontiert zu werden. Information über all` diese Dinge muß sein, logisch. Aber nach meinem Geschmack wird bei vielen Sendern mit dem Tod anderer Effekthascherei betrieben.

Nach dem Motto: “Na, wer hat die längsten Dauerschleifen mit den ekligsten Bildern, n-tv oder N24? Schalten Sie ein, meine Damen und Herren, wir haben die Bilder die Ihnen den Magen umdrehen, garantiert ohne langweilige Analyse. Gleich, nach der Werbung!”

Minutenlange Bilderserien, danach hat ein Korrespondent genau 18 Sekunden, um die politische Einschätzung dazu zu liefern. Das ist das Charakteristikum der Gegenwart, im Zeitalter der Herrschaft der Dummen, äh, der Demokratie, muß dem Stimmvieh die “Message” mit dem Holzhammer, respektive Blut, eingehämmert werden, damit das beim nächsten Kreuzchen setzen Wirkung zeigt. Und dann wird die Glotze ausgeschaltet oder die Bild beiseite gelegt und geschaut, ob man das Video nicht irgendwo im Internet unzensiert bekommen kann, ich bin schon in amerikanischen Blogs über entsprechende Links gestolpert. Ob echt oder Fake, kann ich nicht sagen, ich habe es nicht angeklickt und will sowas nicht sehen.

Was für Zeiten!

Internet

Preisverdächtig?

Soso, der Versand von Videos mit schlammverkrusteten Frauen, die ihr Auto im Schlamm festfahren, gewinnt also einen Webby-Award: »The Webby Awards is the leading international honor for achievement in technology, creativity and individual achievement.« Das wäre aber in der Kategorie E-Commerce in der Tat besser aufgehoben gewesen, denn damit Geld zu machen ist fürwahr ein Husarenstreich!

Man schaue sich mal die Seite näher an, die ist unfreiwillig “retro”. Ich glaube, wir bloggende CSS- und Gestaltungsfans leben in einer anderen Internet-Welt als der Rest der Welt …

Webworking

Referer-Spammer-Offensive

Irgendwie haben in den letzten Tagen die Referer-Spammer eine Offensive gestartet, die Referer-Statistik wird langsam unlesbar. Mir ist aufgefallen, dass die in ihrem “User-Agent-String” irgendwo immer “.WONKZ” stehen haben. Darum werden wir zumindest mal diesen Brüdern und Schwestern das Türchen zuschlagen, indem wir folgendes einer .htaccess-Datei im Stammverzeichnis unseres Weblogs hinzufügen:

SetEnvIfNoCase User-Agent “.*WONKZ” bad_bot

<FilesMatch “(.*)”>

Order Allow,Deny

Allow from all

Deny from env=bad_bot

</FilesMatch>

Eine unentbehrliche Hilfe in solchen Fällen: »dive into mark: How to block spambots, ban spybots, and tell unwanted robots to go to hell« Die “WONKZ” standen zwar noch nicht in dem Artikel drin, aber wenn man nachliest wie es geht kann man das bei neu auftretenden Störenfrieden leicht selbst ableiten.

Noch ein Tipp für einen Test: Im Mozilla kann man, wenn man “about:config” in die Adressleise tippt, alle Konfigurationswerte ändern, so auch “general.useragent.misc”. Dem Wert fügt man temporär “.WONKZ” hinzu, damit ist man nun selbst ein “WONKZ” im User-Agent-String. Nun testet man seine .htaccess, und löscht es anschließend wieder heraus.

Zeugs

Overblogged?

Bedenklich: Im RSS-Reader einen interessanten Link entdecken, draufklicken und feststellen, dass es der eigene “Quickies”-Newsfeed (den ich, wie alle meine Feeds, zu Testzwecken stets “downloade”) ist, also ein Link den man selbst reingestellt hat…

Das ist ein Zeichen, Gute Nacht allerseits! ;-)

Weblogtalk

MovableType: Neues Lizenzierungsmodell

Schaut man sich die Preismodelle für die kommende neue Version 3.0 von MovableType an, dann erscheint das “Pricing” für die ExpressionEngine deutlich fairer. Insbesondere die Restriktionen in der Anzahl der Benutzer und Weblogs erscheinen mir etwas seltsam. Das schreit nach Ärger, und der ist da, wenn man sich einmal die unter dem Artikel in “Mena`s Corner” verlinkten Reaktionen darauf anschaut. Man darf gespannt sein, ob Six Apart das so durchhalten können wird.

Weblogtalk

Trackback-Weltrekord

pic

Ich glaube nicht, dass es in der kurzen Historie der Weblog-Kultur jemals einen Beitrag mit mehr Trackbacks gegeben hat als Mena Trotts Erläuterungen zum neuen MT-Preismodell. Und der Beitrag ist auch ein abschreckendes Beispiel für die Idee, es auf professionellen (im Sinne von “gewinnorientiert betrieben um ein Irgendetwas zu verkaufen oder anzubieten”) Weblogs mit der kommunikativen Offenheit zu “übertreiben” und Trackback anzubieten. Die verehrte Zielgruppe möge in diesem Zusammenhang auch den Artikel zum selben Thema (samt Links) von Dunstan zur Kenntnis nehmen: »Trackback on business sites«

Webworking

Webworking-O-Rama

Die letzten Tage waren sehr ergiebig, was neuen Lesestoff für Webworker angeht.

Zunächst zur Abteilung “Gucken”. Das altehrwürdige Digital Web Magazine erntet allenthalben Beifall für das Redesign, ich finde es ist ziemlich durcheinander geraten. Überall ist irgendetwas, das alte Design war klarer und zielgerichteter. So unterschiedlich sind die Geschmäcker. ;-)

Ein Trend neigt sich dem Ende entgegen: Oceanen ist »last award for a bloggy-looking site that uses a wallpaper pattern … promise« (Web Standards Award). Schlecht, ich hatte noch keine 70er-Jahre-Tapete als Hintergrund, wie immer bin ich zu langsam.

Und noch etwas Lesestoff:

Seltsames

Unsere Tochter Apple

Aus der Abteilung Klatsch (als Apple- und Britpop-Fan ist die Verkündung Pflicht): Die ehrwürdige BBC vermeldet, dass Schauspielerin Gwyneth Paltrow und ihr Gemahl, Coldplay-Sänger Chris Martin, Eltern einer Tochter geworden sind, die auf den schönen Namen “Apple Blythe Alison Martin” hört. Naja, klingt allemal besser als “Medion” oder “Dell”. Um es mit einer Coldplay-Zeile zu kommentieren:
»Blame it all upon
A rush of blood to the head«

(Via Apfeltalk)

Rundesleder

Borussia gerettet!

Bild: Runder Ball!Borussia Mönchengladbach hat auch in diesem Jahr den Klassenerhalt geschafft, den 60ern sei Dank. Auch wenn mir der 60er Kioyo irgendwie leid tat und ich gewisse Sympathien für 1860 München habe, gilt doch: Besser die als Borussia. Obwohl mir ein anderer Münchner Klub als Absteiger erheblich besser gefallen würde!

Nächstes Jahr möchte ich gerne einmal nicht zittern müssen, Borussia muß zwei Defensivleute und einen “richtigen” Stürmer kaufen, dann könnte man vielleicht mal an die Plätze für den Döner-Cup anklopfen. Abstiegskampf ist auf Dauer ein wenig zu nervenaufreibend.

Ach ja, und mein Bayern-Fluch scheint immer noch zu wirken! ;-)

Zeugs

Will auch `ne ExpressionEngine!

So ziemlich jeder bekommt eine ExpressionEngine geschenkt, nur ich nicht, weil ich fälschlich davon ausgegangen bin, dass bestehende pMachine-Kunden bei der “Make the switch!”-Aktion nicht mitspielen dürfen. Menno! Wer der Menschheit solch` wundervolle und einzigartige pMachine-Skripte geschenkt hat, hätte das allemal verdient. So wird es wieder mal so sein, dass ich der einzige bin, der dafür löhnt. Mich dünkt, ich weine jetzt mal `ne Runde! Oder ich rauche fünf Stück hintereinander!

Oder ich steige auf MovableType 3.0 um! ;-)

Lagedernation

Politischer Suizid

Manfred Stolpe wird immer mehr zum Kurt Cobain der deutschen Politik. Seine Ideen zur Autobahnfinanzierung kann man nur noch als politischen Suizidversuch verstehen. Stolpe sind die Umfragewerte der SPD wohl ein wenig zu üppig, anders kann man diesen Vorstoß zum jetzigen Zeitpunkt nicht begreifen. Kaum ein Thema ist so emotional beim Wahlvolk besetzt wie die sogenannte “Freie Fahrt für freie Bürger”-Ideologie, und kurz vor der Europawahl gräbt der Herr Minister solche Ideen aus. Unfassbar!

Mac

Angetestet: PulpFiction

Schon vor der Veröffentlichung in der Blogosphere ordentlich “angehypt”, erschien am Wochenende mit PulpFiction ein neuer RSS-Reader für Mac OS X, der angetreten ist dem Platzhirsch in diesem Segment, NetNewsWire, das Fürchten zu lehren. So ein Hype wirkt natürlich auch auf mich ;-), daher habe ich PulpFiction gestern mal angetestet.

Screenshot: PulpFiction in Action!

Der Test

Ich habe mal meine 226 Feeds aus dem NetNewsWire exportiert und in PulpFiction importiert, um gleich mal einen realistischen Härtetest durchführen zu können. Um es vorweg zu sagen: Bronskis ersten Eindruck kann ich bestätigen, auf meinem 867MHz-Powerbook ist PulpFiction unerträglich träge. Während des Saugens der Feeds springt der Ventilator an, die Prozessorlast steigt auf 100% an und das Programm ist nicht mehr ansprechbar, während ich beim NetNewsWire bereits während des Downloads mit dem Lesen beginnen kann.

Das Hauptfenster orientiert sich (wie der Screenshot zeigt, den man mit einem beherzten Klick vergrößern kann), an Apples Mail.app. Was nicht unbedingt eine gute Idee ist, denn Mail und RSS-Feeds sind in meinen Augen verschiedene Dinge. Man kann seine Feeds in PulpFiction nicht gruppieren, sondern muß sie zur Ordnung mit farbigen “Etiketten”, den Labels, versehen. In dem anderen Fenster (auf dem Screenshot oben links) sind die Feeds aufgelistet, leider kann man nicht mit einem Klick auf einen Feednamen zu den dazu gehörigen Beiträgen springen. Wenn man nicht linear alles in einem Rutsch lesen möchte, sucht man sich in dem “Mail”-Fenster einen Wolf nach den Einträgen eines speziellen Blogs.
Ein gutes Feature, was ich im NetNewsWire schon immer vermisst habe, ist das Markieren von “zu bloggenden Einträgen” mit einer kleinen Flagge, sehr praktisch. Ebenfalls praktisch: Ähnlich wie in einem Mailprogramm kann man Filter definieren, die dann die gesaugten Einträge in Ordner kopieren oder verschieben.

Unpraktisch hingegen, zumindest für deutsche Tastaturen, ist der “Shortcut” für das Springen zum nächsten ungelesenen Beitrag. Während NetNewsWire dazu einfach das “+” benutzt, besteht PulpFiction auf Fingerakrobatik. Das “[” springt weiter, für Deutsche nur mit Apfel-Alt-7 erreichbar.

Wie “wir Insider” ja wissen ;-), ist die Versionslandschaft der RSS-Feeds, bedingt durch die persönlichen Eitelkeiten der Protagonisten, ein einziges Durcheinander. Jeder Feed jedes Weblogtools ist irgendwie anders. NetNewsWire ist fehlertolerant, PulpFiction hingegen hatte mit gut 20% meiner Feeds (die wahrscheinlich syntaktische Fehler enthielten) Probleme und “loadete” sie nicht “down”. Fehlertoleranz ist aber in meinen Augen in der heutigen RSS-Landschaft ein “Muß” für jeden Feedreader!

PulpFiction speichert alle Einträge in einer Datenbank, die dann beim zweiten Download aller Feeds eine Kette von Fehlermeldungen produzierte, jeden dieser Fehler muß man in einem modalen Fenster bestätigen. Ungut!

Fazit

PulpFiction bietet gute Ansätze, ist aber im gegenwärtigen Zustand eindeutig “Beta” und viel zu ressourcenhungrig, um damit arbeiten zu können. Die Bedienung ist mir zu umständlich, im NetNewsWire kann ich mit zwei Tasten, “+” und “K”, meine über 200 Feeds komfortabel und schnell durchschauen. Die unterschiedlichen Anzeigemöglichkeiten (Einträge pro Blog, pro Gruppe oder alle auf einmal durchblättern) des NetNewsWire erscheinen mir auch praktischer als die Anordnung à la Mail.app. Ich werde vorerst bei NetNewsWire bleiben.

P.S.: Natürlich nöhle ich nicht nur hier im Blog herum, sondern habe die Fehlermeldungen und den Gesamteindruck auch an die Entwickler “gemailt”.

Lagedernation

Gerhard und der Mann im Anzug

Gestern war SPD-Wahlkampf in Mannheim, und ein “Anzugträger” schlägt unser aller Kanzler. Bedeutung und Wahrnehmung sind immer relativ, wie die Schilderungen dieser Veranstaltung im “SPD-Newslog” und bei Spiegel Online zeigen (schön gegenübergestellt von Nico). Dass der Typ einen Anzug trug oder “elegant gekleidet” erschien, fasziniert die professionellen Beobachter des Zeitgeschehens aller Orten, wie itw aufgefallen ist. Tja, liebe Journaille, mal die heimeligen Redaktionen verlassen und ein bißchen in die Realität gehen, in der Welt des Business gilt: Je eleganter der Anzug Deines Gegenübers, desto mehr musst Du auf der Hut sein!

Das Schlußwort zu diesem Thema hat Hugo: »Wenn ich jeden Politiker und Funktionär ohrfeigen würde, der mir nicht passt, dann würde mir die Hand abfallen vor Schmerzen …«

Linux

Enthüllt: Linus hat Linux gar nicht erfunden!

Der fünften Kolonne Microsofts und SCOs, einer Alexis de Tocqueville Institution, ist es zu verdanken, dass Linus Torvalds endlich mit der Wahrheit rausrückt:

»Ok, ich gebe es zu. Ich wurde nur von der Zahnfee und dem Weihnachtsmann vorgeschickt, sie wollten nicht zugeben, dass sie Interesse an Computern zeigen. Ursprünglich nannten sie es Freax, weil sie sich ohnehin wie Außenseiter fühlten. Sie hatten schon eine ganze Reihe von Betriebssystemen entwickelt, bei Linux jedoch wurde ihnen klar, dass sie es nicht länger geheim halten sollten und suchten somit jemanden, der die Rolle des Erfinders übernimmt. Da der Weihnachtsmann aus Finnland kommt, enge Verbindungen zur Universität von Helsinki hat, und die Zahnfee der Ansicht war, dass meine Zähne sehr kräftig sind, kam er auf mich.«

Aber Spaß beiseite, diese ominöse Institution hat natürlich völlig Recht, es kann in unserer modernen und freien Gesellschaft nichts existieren, das nicht von unseren geliebten und glorreichen Unternehmen in all ihrer kreativen und innovativen Gloria entwickelt und patentiert wurde, denn Patente schützen bekanntlich die Innovation vor so bösen Hackergestalten mit Open Source – Gelüsten …

Internet

Après Vatertag - Rundschau

Da ich ja kein Vater bin, habe ich heute Morgen auch keinen dicken Schädel, praktisch, das. Aber, dekadent und arbeitsscheu, wie wir abhängig Beschäftigte nun einmal sind (fragt Herrn Hundt oder Herrn Rogowski), reihe ich mich heute in den größten Klub Deutschlands ein: Den “Wir machen frei am Brückentag”-Klub! Der deutschen Wirtschaft, folgen wir der kruden Logik bei der Produktion statistischer Artefakte in der Art eines Milchmädchens, wie bei Wirtschaftsfunktionären üblich, entstehen heute Verluste in Millionen-Höhe. Und ich schäme mich nicht mal dafür …

In New York wird nun das vorgeschlagen, worauf ich im Zeitalter der Terror-Hysterie schon die ganze Zeit warte: »US TRAIN SPOTTERS FACE ARREST ABOUT TERROR ATTACKS«; und: »NYC transit officials propose ban on subway photos, videos to deter terrorists« (via Metafilter). Es ist nur eine Frage der Zeit, bis solche Vorschläge auch in Deutschland von einem stellvertretenden Stellvertreter des stellvertretenden innen- und rechtspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion gemacht werden, wartet nur ab. Jeder, der Bahn-Fotos macht, ein potenzieller Terrorist. Wahrscheinlich ist das Leben viel unkomplizierter, wenn man mit einem schlichten Weltbild gesegnet ist …

In mehr blogosphärischen Neuigkeiten ist zu vermelden, dass der Schuldige am MovableType-Kommunikationsdebakel ausgemacht wurde: Es ist Anil Dash, der nun zur Strafe nach San Francisco zieht.

Wer keinen Brückentag hat und sich gerade langweilt, sollte sich folgenden dramatischen Flash-Reißer anschauen: »The Attack of the Giant Red Octopus. Oben, neben “The Movie”, auf die gewünschte Sprache klicken und genießen (schon wieder via Metafilter).

Und zum Schluß noch etwas richtig Ekliges vom Metafilter: »Bad Neighbor«. Jemand hat fotografiert, wie die Wohnung des Nachbars aussah, aus dessen Wohnung sich ein fauliger Geruch ausbreitete. Nicht anschauen, wenn man gerade gefrühstückt hat. ;-) Arme Sau, die diese Wohnung aufräumen und renovieren muß …

Zeugs

pMachine-Basteleien

Es ist gar nicht so einfach, der pMachine beizubringen, immer die letzten sieben Beiträge des Netzbuchs auf der Titelseite darzustellen, es sei denn es gibt an einem Tag mehr als sieben Beiträge, dann natürlich alle anzeigen. Und nach der letzten Meldung des letzten Tages die Quicklinks der letzten 35 Stunden, 36 Minuten und 37 Sekunden ausgeben, was insofern etwas diffizil ist, weil es sich bei den “Quickies” technisch um ein separates Weblog handelt. Und danach dann so viele Einträge, bis sieben Stück vorhanden sind. Damit das möglich ist, musste ich die “fehlende” Funktion “weblog_entries_offset” programmieren. Es ist zwar mit den Schlagzeilen-Funktionen möglich (siehe unten), erst mit dem achten Eintrag anzufangen, aber es geht nicht mit der normalen “weblog_entries”-Funktion. Jetzt schon, sobald ich Risiken und Nebenwirkungen ausgetestet habe stelle ich sie der Allgemeinheit zur Verfügung.

Wie man sieht, wehre ich mich nach Kräften gegen den Terror der glatten Zahlen. Wieso 10 Einträge und 36 Stunden? 7 Einträge und 35 Stunden, 36 Minuten und 37 Sekunden sind auch legitime Zeiträume. Immer müssen alle Zahlen glatt sein, furchtbar! Das ist eine künstliche Barriere im Denken der Menschen, die abgebaut werden muß! Jawoll! ;-)

Weblogtalk

Bill Gates, Weblogs und der BH

Guten Morgen! Gestern war der Tag, nach dem Webloggen nie mehr wie früher sein wird. ;-) Denn er, der leibhaftige Bill Gates, hat die Wörter “Blogging” und “RSS” in den Mund genommen. Für uns, verehrte Zielgruppe, war das so neu ja nicht, denn wir hatten das bereits vor 24 Stunden in den “Quickies”. (Netzbuch-LeserInnen wissen sowieso wahrhaft wichtige Dinge stets früher als der Rest ;-))

Doc Searls fasst Mr. Gates` Rede unter dem launigen Titel “Den BH anheben” zusammen:

»blah blah networking blah blah storage blah blah tablets, blah blah RFID, blah blah templates, blah blah RSS, blah blah spam, blah blah MSDN… Huh? wtf? Rewind….«

Was Bill Gates gesagt hat, ist hier dokumentiert:

»Another new phenomenon that connects into this is one that started outside of the business space, more in the corporate or technical enthusiast space, a thing called blogging. And a standard around that that notifies you that something has changed called RSS.[…]
And so, what blogging and these notifications are about is that you make it very easy to write something that you can think of, like an e-mail, but it goes up onto a Web site. And then people who care about that get a little notification. And so, for example, if you care about dozens of people whenever they write about a certain topic, you can have that notification come into your Inbox and it will be in a different folder and so only when you`re interested in browsing about that topic do you go in and follow those, and it doesn`t interfere with your normal Inbox.[…]
And so, getting away from the drawbacks of e-mail — that it`s too imposing — and yet the drawbacks of the Web site — that you don`t know if there`s something new and interesting there — this is about solving that.«

Wenn Microsoft beschließt, in der nächsten Version des unvermeidlichen Outlook einen RSS-Reader einzubauen, und sich dabei für ein Format entscheidet, dann hat das Format “gewonnen”, denn niemand, schon gar nicht einer von Ihnen, kann es sich erlauben die Armee der Outlook-Lemminge zu ignorieren. In dem Zusammenhang hochinteressant: Der Scobleizer verrät, dass zwei Microsoft-Experten ein Meeting der “Atom-Group” besuchen werden.

Und noch eine Stimme zu Bill Gates` Rede, von einem seltsamen Raumsschiff namens USS Clueless:

»Blogging is now officially passé. Bill Gates has praised it and says that corporate executives should run blogs for the benefit of their customers. And there is broad expectation that Microsoft will start making tools for blogging.
Sigh… and we were all having so much fun, too…«

Lagedernation

Das Wochenende der Entscheidungen

An diesem Wochenende werden viele drängende Fragen der Zeit geklärt: Steigt Eintracht Frankfurt ab oder gibt es mal wieder ein Wunder? Steigt der FSV Mainz 05 auch im vierten Anlauf nicht in die Bundesliga auf? Wird Michael Schumacher in seinem 200. Grand Prix einen neuen Startrekord (6 Rennen, 6 Siege) aufstellen?

Aber da war doch noch etwas! Ach ja, am Sonntag tritt die Bundesversammlung zusammen und wählt einen neuen Bundespräsidenten. Wer gerade nichts zu tun hat ;-), kann sich die Liste der von den Parteien nominierten Damen und Herren als PDF herunter laden und nach Promis suchen. Der Spiegel versucht sich zwar noch im Erzeugen künstlicher Spannung, weil es vielleicht dem einen oder anderen sauer aufstoßen könnte, dass auch im Jahre 2004 ein Nazi-Richter den Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland wählt, aber ich denke, wir werden um den Finanztechnokraten Köhler als Präsidenten nicht herum kommen. Denn ein anderes Ergebnis wäre ein Super-Debakel für Angela Merkel. Das wäre zwar eine schöne Sache, aber nicht alle schönen wünschenswerten Sachen werden Realität. Von Horst Köhler werden wir salbungsvolle Reden der Art “blah blah Globalisierung blah blah Chance blah blah Veränderung blah blah Leistung blah blah Zeiten ändern sich blah blah Sozialstaat blah blah” usw. usw. im Mehrfach-Pack erwarten können. Freut Euch drauf! ;-)

Weblogtalk

Tschernobyl, Motorrad und überhaupt: Man weiß es nicht!

Guten Morgen, verehrte Zielgruppe! Das ist immer das Problem mit den Geschichten im Internet: Man weiß es nicht! Da gab es diese tolle Geschichte von Elena, ihrem Motorrad und den Bildern aus der Todeszone. Alle haben sie verlinkt. Die “normalen” Medien, Presse Funk und Fernsehen, haben drüber berichtet. Und nun das: In einem Web-Forum behauptet eine Dame aus Kiew, dass diese Geschichte so nicht wahr sein könne, da niemand in der Todeszone mit dem Motorrad spazieren fahren dürfe. In Wirklichkeit sei sie ihrem Ehemann und einem Motorradhelm in einem Auto herum gefahren worden (via Bronski).

Ich hatte auf einen Link verzichtet, da mir an dieser ganzen Geschichte von der furchtlosen Frau auf dem Motorrad mit der Kamera in der Todeszone etwas komisch vorkam, das war aber mehr ein Gefühl als irgendwelches Faktenwissen. Darauf sollte man hören. Auf einer Internet-Seite etwas behaupten kann jeder. Man neigt dazu, vertrauensvolles soziales Wesen, dass der Mensch nun einmal an und für sich ist, an das Gute im Menschen zu glauben und alles für bare Münze zu nehmen, was da so auf dem Schirm erscheint. Aber letztendlich weiß man es nie so genau und muß immer abwägen, ob man auf etwas verlinkt. Auch wenn es alle tun, wird dadurch eine Geschichte noch lange nicht plausibler. Womit ich jetzt nicht behaupten möchte, dass die Tschernobyl-Motorrad-Geschichte komplett erfunden ist. Aber man weiß es nicht, und wenn der Bauch sagt “Vorsicht”, dann verzichtet man lieber drauf. Auch wenn es die großen wichtigen Superblogs und Spiegel Online als wahre Geschichte verkaufen.

Webworking

Neuer Trend: Kontrolliertes Durcheinander

Wenn Cameron Molls 80/20-Axiom (80% aller Webdesign-Trends werden von 20 Personen bestimmt) stimmt, dann ist nun der Trend: Weg vom feinziselierten Kunstwerk mit Tapeten-Hintergrund, hin zu einem Stil den ich als “kontrolliertes Durcheinander” bezeichnen möchte. Zwei von den 20 Trendsettern präsentierten jüngst neue Designs:

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Digital Web Magazine

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Mezzoblue

Gemeinsam ist beiden neuen Sites, dass man erst einmal gründlich schauen muß, wo man denn was finden kann. Bei Digital Web stört mich, dass einfach überall irgend etwas zum anklicken ist, zwei Navigationen, zwei Spalten, Kästen mit Bildern und Zitaten – einfach überall. Es fehlt Raum. Mezzoblue wirkt etwas geordneter, aber trotzdem noch ziemlich “voll”. Ziemlich bunt sind beide Sites. Dieser Trend sagt mir nicht so zu, aber achtet drauf, das werden wir in Zukunft häufiger sehen.

In diesem Zusammenhang lesenswert: Asterisk: »The Risks Of Web Redesign«

Lagedernation

Der Kalif von Kölle, der Staatsfeind Nr.1!

Lachhaft, Spiegel Online heute Mittag:

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Geht`s noch? Man könnte den Eindruck gewinnen, dieses unser Land hat keine andere Sorgen als den selbsternannten Kalifen von Kölle. Und die Volksseele hat mal wieder was zu kochen. Da Florida-Rolf wieder in Deutschland ist, gab es in dieser Hinsicht eine schwer zu besetzende Vakanz. Nun erregt sich aber der Volkszorn, nachdem er in der Bild die neuesten Nachrichten gelesen hat: “Ist alles unser Rechtsstaat-Scheiß da schuld, dass Terroristen bei uns frei rumlaufen.” Selbst Vorgänge von durchaus gemäßigter Komplexität können in den breiten Massen bekanntlich heutzutage nur noch ungenügend verarbeitet werden (vgl. dazu: Kanal voll, Kopf leer). Die Frankfurter Rundschau stellt uns einmal die Fakten zusammen:

»Zugleich vermittelt der spektakuläre Fall Kaplan der Öffentlichkeit den Eindruck, dass auch die übelsten ausländischen Straftäter nicht abgeschoben werden können, wenn sie sich nur geschickt genug anstellen.
Dabei ist genau das weit von der Realität entfernt. Deutschland ist ein Abschiebeland. Mehrere zehntausend Menschen werden jedes Jahr gegen ihren Willen herausgeschafft. Die meisten von ihnen unbescholtene Leute, die nicht in der Bundesrepublik bleiben dürfen. […]
Dabei ist der Fall eigentlich ein Beispiel dafür, dass der Rechtsstaat gegen seine Feinde funktioniert. Kaplan hat wegen Aufrufs zum Mord im deutschen Gefängnis gesessen. Seine Organisation wird seit Jahren vom Verfassungsschutz “bearbeitet”. Und die Klärung der Frage, ob ihm nach der Abschiebung Folter droht, hat die Bundesregierung zu einem Vorstoß für Menschenrechte in der Türkei genutzt. Mit dem Versagen von Köln treten diese Erfolge in den Hintergrund – mit fatalen Folgen.«

Und die taz meint:

»Wie immer, wenn es um Metin Kaplan geht, ist die Aufregung größer als der Anlass. Niemand ist verpflichtet, zu Hause auf eine überraschende Verhaftung zu warten. Erst am Dienstag hätte sich Kaplan wieder bei der Polizei melden müssen.
Dennoch prasselt nun der Spott der Republik auf die Behörden in Köln und Düsseldorf nieder – und sie haben auch kein Mitleid verdient. Schließlich haben sie eifrig daran mitgewirkt, Kaplan zum Symbol zu stilisieren, an dem sich die Wirksamkeit des deutschen Ausländerrechts beweisen müsse. Jetzt war das Symbol im entscheidenden Moment nicht da. Künstlerpech. Wer symbolische Politik inszenieren will, muss besser planen.«

Man darf gespannt sein, wie sich das Thema weiter entwickelt. Die Hassprediger à la Beckstein werden sich diese Chance nicht entgehen lassen, öffentlichkeitswirksam auf die “laschen Gesetze” hinzuweisen. Symbolische Politik halt. Der Trend zur symbolischen Politik liegt aber nicht nur am politischen Personal, sondern auch und vor allem daran, dass große Teile des Wahlvolks politische Zusammenhänge nur wahrnehmen können, wenn sie sich an Symbolen festmachen lassen. Eines der Symbole läuft nun in Kölle herum. Das ist allemal eine Eilmeldung wert. Endlich haben wir auch mal einen Staatsfeind!

Momentaufnahme

Onboard-Kamera

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Es wird mal wieder Zeit für das “Beinahe wöchentliche Bahnbild”! Das Bild zeigt die Anfahrt auf den Wiesbadener Hauptbahnhof, geknippst mit der Onboard-Kamera meiner Privatlokomotive, mit der ich heute Morgen ein bißchen herum gefahren bin. ;-)

Ein wunderschönes Rest-Pfingstwochenende wünsche ich den verehrten Leserinnen und Lesern!