Februar 2004

Mac

Apples GarageBand - Avanti Dilettanti

Ein neues Spielzeug hat den Weg zu mir gefunden – Apples GarageBand. GarageBand öffnet den Weg zu einer Entwicklung die den Personal Computer in den 20 Jahren seiner Geschichte begleitet hat und die durch das Web noch einmal einen neuen Schub bekommen hat, nämlich die Exhibition des eigenen Dilettantismus durch Laien. Als die ersten DTP-Programme kamen hielt sich plötzlich jeder für einen begnadeten Layouter, als die ersten “WYSIWYG”-Webeditoren kamen für einen begnadeten Webdesigner, als die Digitalkameras kamen für einen begnadeten Fotografen – und nun hält sich jeder Mac-User, der 45 Euro locker sitzen hat, für einen begnadeten Musiker.

<img src=“http://www.das-netzbuch.de/images/uploads/screenshot-garageband.jpg” border=“0 alt=”Screenshot: GarageBand" width=“420” height=“279” />

 
Diese messerscharf analysierte Erkenntnis über den Lauf der Dinge hält mich natürlich in keinster Weise davon ab genau diesem Weg zu folgen (hey, ich bin Blogger, als solcher kann mir per definitionem nichts mehr peinlich sein!), daher gibt es nun, als Ersatz für das ausgefallene Bahnbild, meine erste GarageBand-Komposition, natürlich auch inspiriert von einer Bahnfahrt:

DJ ralle feat. Hedwig the Silver Mac vs. Steve J.`s Incredible Digital Combo: “Regionalexpress” (MP3, 4,7 MB, 3:24 Min.)

Linux

Apache Friends brauchen Hilfe

Wer unter Windows oder Linux mal flugs ein “Cutting Edge” Apache-MySQL-PHP-Perl-System aufsetzen will oder muß, der fummelt nicht an allen einzelnen Programmpaketen der Projekte herum, sondern lädt sich (seit nunmehr über zwei Jahren) das vorzügliche XAMPP-Paket der Apache-Friends herunter – “downloaden”, auspacken, starten, fertig! Mit im Paket sind noch zahllose Extras wie expat, Ming, Sablotron, die PEAR-Classes – kurz und gut, ein “Rundum-Sorglos-Paket”. Die hohe Qualität dieser LAMPP resp. WAMPP-Distribution machte XAMPP populär, allein im Januar wurde XAMPP fast 36.000 mal heruntergeladen!

Nun haben die beiden Macher des Projektes, Kai `Oswald` Seidler und Kay Vogelgesang, Ärger am Hals. Ein Trittbrettfahrer, der mit dem XAMPP-Projekt nichts zu tun hat, meldete XAMPP beim Deutschen Patentamt als Wortmarke auf seinen Namen an. Da Kai und Kay verständlicherweise etwas dagegen haben, dass irgendwer mit der Popularität ihres Projekts Geld verdient, wollen sie mit Hilfe eines Anwalts gegen diese Marken-Registrierung vorgehen und bitten deshalb die Community um Spenden:

»Es ist schon traurig: Kaum hat man mit einem freiwilligen, ehrenamtlichen, unkommerziellen Projekt Erfolg, gibt es Trittbrettfahrer, die einem in die Quere kommen und versuchen ihren eigenen Profit raus zu schlagen. […] Einige haben uns gefragt, warum wir nicht die Konfrontation vermeiden und XAMPP einfach umbenennen. Aber verschieben wir damit das Problem nicht nur in die Zukunft? Wir nennen XAMPP nach LALALA um und sind damit erfolgreich. Und dann kommt der nächste und klaut uns dann LALALA? Sollen wir uns dann wieder einen neuen Namen suchen?
Es ist nicht richtig, dass uns jemand unseren Namen klaut und wir lassen uns das nicht gefallen!!!
Aber das können wir nicht selbst (ein Politologe und ein Informatiker) alleine durchsetzten. Dafür brauchen wir die Hilfe eines Anwalts und für den Anwalt brauchen wir Geld. Und da kommt ihr ins Spiel. Da brauchen wir eure Hilfe.«

Also, wer ein paar Euro übrig hat, und sich vielleicht mit XAMPP die Arbeit erleichtern konnte, findet hier die richtige Adresse um die Euro loszuwerden. ;-)

Was sind das nur für Zeiten …

Techkram Perennen

Blogroll aus OPML generieren

Inspiriert von Martins “Weblogs, die ich lese”-Seite habe ich nun auch meine RSS-Feeds als “Blogroll Nummero Zwo” zugänglich gemacht. Dazu habe ich meine RSS-Feeds aus NetNewsWire als OPML-Datei exportiert und über eine geschwind programmierte PHP-Funktion (basierend auf einem “Code-Brocken”, den man auf “The Tao of Mac” finden kann) umgewandelt und in die Seite eingebunden.


Wie das hier im Netzbuch so gute Sitte ist ;-), steht diese Funktion zur freien Verwendung zur Verfügung. Die OPML-Datei aus NetNewsWire funktioniert problemlos, auch die von mir testweise verwendete OPML-Datei von Martin, mit dem SharpReader erzeugt, funktionierte klaglos.

Den Code findet Ihr hier: OPML-Blogroll. Diesen speichert Ihr als “opml-blogroll.php” ab und “loadet” sie auf Euren Webserver “up”. pMachine-UserInnen haben es gut, sie brauchen diese Datei nur in das pm/scripts-Verzeichnis zu werfen und haben die Funktion dann automatisch verfügbar, alle anderen müssen die Datei mit include("opml-blogroll.php") in ihre Seite einbinden. Als nächstes exportiert Ihr die OPML-Datei aus Eurem Feedreader und ladet sie ebenfalls auf Euren Webserver hoch. Aufgerufen wird die OPML-Blogroll dann mit:


opml2html($opmlfile,$myFeedSymbol);


$opmlfile steht für den Pfad oder die URL zu Eurer OPML-Datei, der optionale zweite Parameter $myFeedSymbol definiert ein Symbol für den Link zum RSS-Feed. Das kann einfach ein Text sein wie “XML”, aber auch ein HTML-Code-Brocken der ein Bildchen referenziert, prinzipiell alles was man halt so als Link verwenden darf. Wird der zweite Parameter weglassen, wird als Voreinstellung “[XML]” für den Link zum RSS-Feed verwendet.


Die Funktion erstellt eine alphabetisch sortierte “unordered list”, die Ihr mit einem div drum herum und CSS-Selektoren nach eigenen Wünschen formatieren könnt.


Die Funktion erfordert ein PHP mit der expat-Library für die XML-Funktionen auf Eurem Webserver. Wenn es Probleme gibt mit einer OPML-Datei, einfach lamentierend kommentieren. ;-)


Verwendung natürlich nur auf eigenes Risiko, sollte Euer Server explodieren oder sich sonstiges Unheil ereignen bin ich unschuldig! ;-)

Rundesleder

Heute abend ...

Bild: Runder Ball! … sind wir alle Aachener, die glorreich das überaus sympathische großkopferte Kick-Ensemble aus München aus dem Pokal eliminiert haben! Und in der nächsten Runde, das Jupp-Land-Derby: Aachen gegen Borussia “MG-Action-Town”. Yo!

Der Plan sieht folgendermaßen aus: Borussia kommt ins Finale gegen Bremen, gewinnen wir das ist sowieso alles bestens, verlieren wir, wird Bremen Meister und wir sind trotzdem im UEFA-Pokal. Manchester und Madrid, wir kommen! ,-)

Linux

Linus Torvalds spricht ...

… in der Wirtschaftswoche zur leidigen SCO vs. Linux-Geschichte:

»Ich finde es ziemlich verwirrend – und persönlich verletzend –, wenn SCO sogar Urheberrechte am Programmcode geltend machen will, den ich selbst geschrieben habe. Die stecken inzwischen offenbar in einer derart aussichtslosen Lage, dass sie versuchen müssen, alte Lügen mit neuen Lügen zu verbergen.«

Nebenbei ist Linus auch der Ansicht dass sich Linux so weiter entwickeln wird dass es sich letztendlich auf Heim-PCs gegen Windows durchsetzen wird.

Tut nichts zur eigentlichen Sache, ist aber ärgerlich: Diese Geschichte fand ich auf de.internet.com (absichtlich kein Link), dort wird der Eintrag der Wirtschaftswoche fast wörtlich zitiert, ohne dass man es für nötig hält, den Link auf den Originaleintrag zu setzen. Es könnte ja jemand woanders hin surfen und dadurch Werbeeinnahmen auf der mit mit “Produktinformationen” zugekleisterten Seite entfallen. So viel damit zum Thema: “Die Werbung auf der (meiner, unserer) Website beinflußt doch nicht die (meine, unsere) Inhalte!”

Momentaufnahme

Kuppel

[Bild: Glaskuppel am Fernbahnhof Frankfurt-Flughafen]

Mit dem beinahe wöchentlichen Bahnbild rufe ich hiermit vorzeitig das Wochenende aus!
Das Bild zeigt die Glaskuppel der Bahnhofshalle des Fernbahnhofs am Frankfurter Flughafen, auch liebevoll “das Treibhaus” genannt, weil es im Sommer, wenn die Sonne ordentlich auf das Glas knallt, dort immer so mollig warm ist …

Ich wünsche Euch allen da draußen an Euren teuren Spielzeugen ein schönes Wochenende!

Weblogtalk

Neu aus dem Hause pMachine: ExpressionEngine

Die von mir überaus geschätzte pMachine erreicht ihre nächste Evolutionsstufe und hört nun auf den Namen ExpressionEngine, gestern erschien offiziell die Version 1.0 Beta, mit einer eindrucksvollen Feature-Liste. Das könnte das System sein wonach ich damals gesucht habe.

Der Haken: Die Zeiten des Systems “für umme” sind im Hause pMachine vorbei, ExpressionEngine kostet 199$, für pMachine Pro-Besitzer 99$. Eine Menge für ein Hobby-Blog, aber sehr günstig als Basis für über ein Weblog hinaus gehende Projekte. Entwickler Rick Ellis hat sein Haus verkauft um die Entwicklungszeit finanzieren zu können (lt. diesem Interview), daher ist der Preis durchaus angemessen. Ich weiß, das wird im Zeitalter der Blogosphere-Attitüde des “ich will alles, aber für umme” nicht sehr beliebt sein …

Nach dem ersten ausgiebigen Test wird es hier mehr dazu zu lesen geben, ein Weblog mit ExpressionEngine gibt es schon: WorldWideKleins “Sehr große Apfelsine”.

Zeugs

Was schämen

Okay okay, Herr Kniebes, Sie haben Recht, ich schäme mich jetzt mal eine Runde ganz fürchterlich:

»Als erstes fallen natürlich die akzeptablen plinks ins Auge. Nicht mehr dieser comments.php?id=Pxxx_0_1_0 Unsinn für den sich jeder webworkende Weblogbetreiber was schämen sollte […]«

Techkram

Server mit Sonne

Webcam-Schnappschuß

Manchmal produziert die seelenlose Technik, gefangen in ihrem von Menschenhand befohlenen immerwährenden Zirkel des Automatismus, wahre Kunstwerke. Auf meine “mal gucken ob der Server schon brennt”-Webcam fiel durch das Dachfenster die Sonne und produzierte diesen interessanten Effekt. Die komischen Punkte sind normal, das ist eine fast 6 Jahre alte Webcam die schon ein paar mal herunter gefallen ist. ;-)

Zeugs

Netzbuch intern: Zurück zur Standard-Edition!

Nachdem ich letztens geträumt habe, eine Mars-Sonde zu sein und am nächsten Morgen mit verspannter Muskulatur aufwachte, dachte ich mir dass es an der Zeit ist das Netzbuch wieder zurück zur “Standard-Edition” zu bauen. Freunde der “Mars-Edition” können sich diese auch noch anschauen. Mit Style-Switcher kann ich nicht arbeiten da mein Code zu schlampig ist, oder positiv ausgedrückt, organisch gewachsen ;-). Auch dafür müsste man sich als Webworker mal ordentlich schämen.

Nachtrag: Auch die “Jahresendzeitfestivitäten- oder Winter-Edition” kann man sich noch anschauen, wenn man möchte. ;-)

Mac

iPod und die Konkurrenten

David Pogue, Buchautor und Kolumnist der NYT, über den iPod und seine Konkurrenten: “For iPod. 6 Flavors of Flattery” (kostenlose Registrierung erforderlich, die sich aber lohnt, via Dienstraum). Sein Fazit:

»Apple could have been some character from Greek mythology: blessed with ingenious, culture-changing innovation yet cursed with seeing its ideas co-opted by rivals who wind up making all the money. In the iPod`s case, though, none of the companies who lust for some of Apple`s pie can deliver the elegance and convenience of Apple`s music trinity: iPod, the iTunes software and the iTunes music store.
But if an iPod isn`t for you, you could do worse than buying the Dell for its simplicity and economy, the iRiver for its super-geeky feature list or the Rio Karma for its excellent design and compact dimensions. In this election, at least, there can be more than one victor.«

Momentaufnahme

Vorsicht an der Bahnsteigkante!

Bild: Piktogramm auf dem Hauptbahnhof Wiesbaden

Und da haben wir auch schon wieder Freitag, also ist es Zeit für das beinahe wöchentliche Bahnbild. Diesmal haben wir ein drastisches Piktogramm, dass den Reisenden als solchen davon abhalten soll an der Bahnsteigkante herum zu turnen und dabei die magische weiße Linie zu überschreiten.
Schönes Wochenende Euch allen, und immer schön an der Bahnsteigkante aufpassen! ;-)

Mac

Die passende Applikation für den Valentinstag

Was es nicht alles gibt:

HappyWife-Screenshot

HappyWife ist ein Programm für Mac OS X das regelmäßig vorher eingebene Liebeserklärungen auf den Desktop des/der Angebeteten darstellt. Den Namen des Programms kann man ändern, von wegen “Wife”. ;-) Das passende Valentinstag-Programm für das moderne Mac-nutzende Paar von heute …

Ich könnte mir da noch ein paar Erweiterungen vorstellen, z.B. statt des einen Buttons eine Auswahl “Yes, No, Cancel”. Im Falle von “No” wird dann direkt per Email die passende Botschaft generiert sowie ein XML-RPC-Ping für den zukünftigen “Technorati-Love-Status-API”-Indikator im Blog abgesetzt. Oder ein AppleScript löscht im Falle von “No” alle Mails sowie den Eintrag im Adressbuch. Da sind noch Entwicklungsmöglichkeiten …

Linux

Das fehlt noch

Infoworld: »IBM to launch MS Office for Linux.«

Das braucht wirklich kein Mensch. Schon jetzt kann man 98% aller Office-Dokumente mit Linux verarbeiten, da die typischen Büromenschen Word wie eine Schreibmaschine benutzen, und es um die Multimediaeffekte aus Powerpoint, die beim Import verloren gehen, sowieso nicht weiter schade ist. Statt den proprietären Pseudo-Standard auch noch Linux aufzudrücken sollte man sich lieber um die Etablierung offener Standards kümmern.

(Via Linuxtoday)

Internet

Zensur bei Google?

Unter diesem ein wenig reißerischen Titel beleuchtet nun auch Telepolis die Geschichte die hier bereits letzte Woche erzählt wurde, nämlich das Hinauskicken einer Umweltschutzorganisation aus dem Google-Adword-Programm, weil diese einem mächtigen Kunden zu Nahe getreten ist.

Bemerkenswert finde ich das Schweigen in der Blogosphäre zu diesem merkwürdigen Vorgang, wo sonst alles was nur ansatzweise nach Zensur durch Monopolisten riecht (ich denke da nur einmal an die Story mit den G5-Fotos auf dem Microsoft-Campus) mörderisch aufgeblasen und mit großem Geschrei von Blog zu Blog eifrig verlinkt wird. Ist da schon die Schere im Kopf aktiv, von wegen der Hand die füttert … ?

Lagedernation

Stolpe und die Tech-Elite

Seit gestern abend, 21:00 Uhr, sitzen Manfred Stolpe und die Steuermittelgeier von Toll Collect jetzt zusammen. Ne, ist klar, es war bisher noch nicht so viel Zeit um das Thema mal gründlich zu besprechen, und wenn man einmal zusammen sitzt, und so jung kommt man ja auch nicht mehr zusammen …

Unsere Polit- und, natürlich, unsere Technik-Elite aus unseren richtig guten deutschen Vorzeigeunternehmen, demonstriert eindrucksvoll was koordiniertes Vorgehen, Planung und Konzentration auf wesentliche Dinge zu leisten vermag. Ein Vorbild für uns alle!

Webworking

John Hicks im Interview

Ich halte nicht viel von Personenkult im Web (es sei denn er wird um mich betrieben), aber trotzdem gibt es so einige Seiten wo ich einfach mal gerne vorbei schaue, herumschmökere, und dann beginne mich für den “Mensch dahinter” zu interessieren. Eine davon ist Hicksdesign, und eben jener John Hicks gibt in skinnij ein wirklich lesenswertes Interview über das Leben als freischaffender Webkünstler, das neue Mozilla-Firefox-Logo (Ihr wisst schon, jenes mit dem läufigen Fuchs der sich über die Welt her macht) und andere Dinge des Web-Lebens.

Seltsames

Kommentar

  • !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
  • !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
  • !!!!!!!IF YOU CHANGE TABS TO SPACES, YOU WILL BE KILLED!!!!!!!
  • !!!!!!!!!!!!!!DOING SO FUCKS THE BUILD PROCESS!!!!!!!!!!!!!!!!
  • !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
  • !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Kommentar aus dem Windows2000-Quellcode, zitiert nach kuro5hin.org

Lagedernation

Das Maut-Debakel und die Lehren daraus

Das Presseecho auf das Maut-Debakel fällt angemessen verheerend aus:

Frankfurter Rundschau: »Die Notbremsung bei der Lkw-Maut, die Verkehrsminister Manfred Stolpe am Mittwoch hinlegen musste, schadet dem Image des “Standorts D” vermutlich mehr als angeblich zu hohe Löhne oder zu kurze Arbeitszeiten. […] Die Schuld tragen Industrie und Politik in diesem Punkt gemeinsam. […] Der Wunsch, noch vor der Bundestagswahl 2002 mit einem verkehrspolitischen Vorzeigeprojekt dazustehen, führte dazu, dass beide Seiten jede Vernunft fahren ließen. Das war der Startpunkt für die mutmaßlich peinlichste Technologie-Initiative, die eine deutsche Regierung bisher ergriffen hat. Ein Eintrag im Geschichtsbuch ist ihr damit sicher. Wetten: Es ist keiner, auf den sie stolz sein wird.«

taz: »Verkehrsminister Manfred Stolpe hat mit der Kündigung der Mautverträge einen winzigen Rest seiner politischen Würde gerettet. Monatelang haben ihn die Weltkonzerne Telekom und DaimlerChrysler wie einen Schädling behandelt und arrogant auf Zeit gespielt. Selbst Dauerlächler Stolpe konnte die Blamage am Ende nicht mehr mit seiner Konsenssoße zukleistern. […] Manche freuen sich aber jetzt schon auf die große Pointe: eine Neuausschreibung mit einem neuen Angebot von der alten Stümpertruppe Toll Collect. Ham wir gelacht!«

Süddeutsche: »Verursacht haben dieses Debakel allein die Deutsche Telekom und DaimlerChrysler, die viel versprachen und nichts halten konnten. Die beiden Vorzeigekonzerne haben zwar auf mehr oder minder subtile Weise versucht, diesen Umstand in der Öffentlichkeit und gegenüber ihren Aktionären zu verschleiern. […] Immerhin, ein gravierendes Problem haben Schröder und Stolpe lösen können: Die angeschlagene rot-grüne Regierung erhält durch die Kündigung einen Teil ihrer Glaubwürdigkeit zurück. Sie lässt sich nicht von mächtigen Konzernen erpressen und zeigt sich ungewohnt durchsetzungsstark. Der Wähler sieht dies gern.«

Die FAZ ruft nach einem Untersuchungsausschuß: »Skandal ist ein zu schwaches Wort für die Sache mit der Maut. Es ist eine Haupt- und Staatsaffäre. Was da geschehen ist, kann man nicht vergleichen mit Skandalen à la Hohmann, Möllemann oder Däubler-Gmelin. Die Aufregung über dergleichen verläuft nach ähnlichen Mustern wie die über Küblböck und die Kakerlaken; das eine kann man inszenieren wie das andere. Doch über die Mautaffäre regt sich kaum jemand auf. Auch die Opposition hat sich nur zögernd dieses Themas angenommen. Dabei gab es schon lange nichts mehr, was so nach einem Untersuchungsausschuß geschrien hat.« Dort lässt man halt keine Gelegenheit aus dem ungeliebten Rot-Grün eins an den Karren zu fahren …

Die FR beleuchtet in einem weiteren Artikel das eigentliche Problem, nämlich dass das modische “Staat zieht sich zurück und überträgt Aufgaben an die Wirtschaft” sowie “Selbstverpflichtung der Wirtschaft ist besser als Gesetze” nicht funktioniert. Ob Klimaschutz, Ausbildungsplätze, Dosenpfand oder eben die LKW-Maut, “Public Private Partnership” funktioniert in Deutschland nicht: »Die Maut ist vielleicht nur das eklatanteste Beispiel dafür, wie unternehmerisches Versagen und dessen dreiste Vertuschung zu Lasten einer Regierung gehen, die – auch w e i l sie eine rot-grüne ist – um ein kooperatives und konsensuales Verhältnis zur Wirtschaft bemüht ist. Dabei gewährte Rot-Grün den Selbstregulierungskräften der Wirtschaft in etlichen Bereichen haftungsfreien Vertrauensvorschuss. Die Regierung versteht dieses Vorgehen nicht als Blauäugigkeit, sondern als politische Philosophie, die Deutschland derzeit auch innerhalb der Europäischen Union propagiert: Politik und Wirtschaft, zwei natürliche Verbündete auf Ehrenwortbasis. Ein Vertrauensverhältnis zwischen Partnern mit ungleicher Macht. Beim Wortbruch saß bisher stets die Politik am kürzeren Hebel.«

Genau! Und darum sollte die Lehre aus dem Maut-Debakel auch sein: Schluß mit der “Kuschelei” mit der Wirtschaft, die Politik hat die Verantwortung und muß die Wirtschaft mit Gesetzen verpflichten und, wenn es nicht anders geht, entsprechende Sanktionen verhängen. Auch wenn die mächtigen Konzerne und ihre Protagonisten in den Talkshows laut aufschreien werden, die üblichen Drohgebärden von Arbeitsplatzverlagerung ins Ausland etc. aufgefahren werden, es kann nicht sein dass Gewinne in die Konzernschatullen wandern und Verluste sozialisiert werden.

Linux

Fakten Fakten Fakten

Jetzt auch auf deutsch, vom guten alten Microsoft: Fakten zu Windows und Linux. Dort gibt es Studien und Referenzfabeln, denen eines gemein ist: Sie belegen, dass das schillernde Microsoft-Pferd auf jeden Fall weniger Hafer frisst als der gefräßige häßliche Linux-Gaul. Propaganda der alten Schule halt. Via Pro-Linux, die trocken bemerken: »Der Alltag von Windows-Installationen besteht aus Fehlfunktionen, Viren, Würmern und Trojanern, die natürlich in der bunten Werbewelt von Microsoft nicht auftauchen.«

Momentaufnahme

Frankfurt-Niederrad, Freitag Morgen

Bild: S-Bahnhof Frankfurt-Niederrad im Spiegel

Die Sonne zeigte sich mal wieder im Hessenlande, wo wir alle ja so schön Together sind. In der glitzernden Fassade eines Hochhauses spiegelt sich der S-Bahnhof Frankfurt-Niederrad und der Messeturm, der gleich zweimal.

Im Netzbuch ist es gerade ein wenig ruhig geworden, viele Dinge sind derzeit zu tun und elementare Fakten des Lebens entwickeln Eigenschaften die nach Veränderung schreien. Aber, jetzt ist erst einmal Wochenende, wie das Bild vom Bahnhof zweifelsfrei belegt ;-), daher wünsche ich allerseits ein schönes eben solches!

Webworking

Rick Ellis im Interview

Noch ein Interview mit pMachine- und ExpressionEngine-Kreator Rick Ellis, diesmal auf AppleMatters, sogar mit Foto. ;-) Ein Zitat daraus:

»Is ExpressionEngine a weblogging tool or a content management tool?
ExpressionEngine is a publishing tool that has strong roots in weblogging but can be used effectively as a content management system. Our goal is to blur the distinction between the two.«

Sehr ambitioniert, aber IMHO meines Erachtens eine sinnvolle und erfolgsversprechende Sache, die Welt schreit nach einem CMS dass sich leicht wie ein Blog handhaben lässt, denn für viele Anwendungsfälle sind “Brummer” vom Schlage Typo3 der reine “Overkill” …

Webworking

Bloglines

Ich habe mir einmal Bloglines angeschaut, eine angenehme Überraschung. Für einen webbasierenden RSS-Reader kann man damit relativ zügig arbeiten. “Bauartbedingt” kann ein webbasierender Reader natürlich niemals so flott sein wie eine Desktop-Applikation.
Eine Funktion die ich im NetNewsWire vermisse bietet Bloglines auch, nämlich das Speichern eines Beitrags den man sich später noch einmal näher anschauen möchte. Etwas undurchsichtig ist der Zeitpunkt der letzten Aktualisierung, so wie ich das verstanden habe wird wohl jeder Feed einmal stündlich abgeholt und steht dann allen Benutzern zur Verfügung, was eine sehr effiziente Technik ist.

Fazit: Bisher der beste webbasierende RSS-Reader.

Weblogtalk

Pings, Pings, Pings

Neil`s World hat eine Übersicht über Weblog-Dienste die man “anpingen” kann. Sehr interessant, oder kennt etwa jemand euro.weblogs.com? (Via Clagnut Blogmarks)

Deutsche Dienste fehlen in der Übersicht, mir fallen da noch blogg.de und Blogbot ein, wobei letzterer den freundlichen Asmodeus anbietet, der einem die Mühsal des Anpingens aller möglichen Dienste abnimmt. Netter Asmodeus! Was man von seinem Namensgeber nicht unbedingt sagen kann