Januar 2004

Man muß auch jönne könne ...

Zeugs

Wenn auf Bahnfahrten etwas schief läuft, dann schreibt der Weblogger als solcher sein Blog voll über all` das Unbill was ihm widerfahren ist. Ich war anläßlich der Jahresendzeitfestivitäten auf großer “Deutschland-Tournee” mit der Deutschen Bahn, und alles hat geklappt. Alle(!) Züge waren pünktlich, alles hat funktioniert, alles bestens. Muß man ja auch mal erwähnen! ;-)

Betriebssystem-Manie

Techkram

Lesestoff! Schrift größer stellen, Füße auf den Schreibtisch, und in Ruhe durchlesen:
Amin Singh von kernelthread.com hat sich richtig Mühe gegeben und ein umfassendes Dokument mit dem Titel What is Mac OS X? erstellt, entstanden aus einem Vortrag für seine lokale Linux-User-Group, denen er Mac OS X näher bringen wollte. Er hat eine ähnliche “OS-Karriere” hinter sich wie ich, daher kann ich wohl so manches nachvollziehen was er beschreibt. Besonders die psychologische Linux-Falle:

»The “trap” is to get sucked into this cycle of tweaking, configuration, tinkering, hacking, figuring out ho to make things work, which files go with which daemon or application, … and be happy about it. While such pursuits are noble and academic in their own right, the sense of accomplishment you get from doing thiscould be misleading – even false! There is a very thin line between doing something worthwhile (whether it be for yourself or others), or just believe that you are, but it is possible that your time, talent, and creativity could be better used elsewhere.«

Da kann ich im besten “Net-Slang” nur sagen: 100% Ack.! Es macht Spaß ständig am System herum zu basteln, und es gibt so unendlich viel zu entdecken und zu installieren und zu optimieren. Und ehe man sich versieht ist es 2:00 Uhr nachts und man hat nix gemacht von dem was man eigentlich machen sollte. Bestes Beispiel: Montag abend musste ich einfach Kernel 2.6 installieren. Warum? Weil es ihn gibt!

Auch Amins Fazit kann ich unterschreiben:

»Apple`s traditional emphasis on ease-of-use seems to work most of the time, although there are exceptions. In my opinion, Mac OS X is representative of a “best-effort” approach – Apple took technology they had collected over the years, along with technology that had flourished in the open source world, and put together a reasonable system.
Currently there is nothing that I want to be able to run (as per my needs and wants) that does not run on Mac OS X.«

(Via Slashdot)

Ein Wochenende auf dem Mars ...

Momentaufnahme

Bild: ICE im Fernbahnhof des Frankfurter Flughafens

… kann man (noch) nicht verbringen. Aber das Bahnbild ist ein untrügliches Zeichen: Es ist Freitag, und das Wochenende naht, auch ohne Mars! Ich wünsche Euch allen da draußen an den Browsern und RSS-Readern ein schönes Wochenende, lasst Euch nicht vom Regen weg spülen. ;-)

Interessant? SCO und IBM. Ein Testposting

Weblogtalk

»Vielleicht hat man bei SCO erwartet von IBM aufgekauft zu werden. Weit gefehlt. Und nun das: Ein internes Memo empfiehlt den Senior Executives von IBM bis Ende nächsten Jahres den Umstieg auf Linux auf dem Desktop. Wo stehen die Microsoft Aktien?« [MEHRZWECKBEUTEL]



Beim Experimentieren mit der Weblog-Post-Funktion des NewNewsWire wurde zu meiner Überraschung dieser Eintrag erzeugt, da er einmal drin ist bleibt er auch drin, sonderlich interessant ist er ja nun nicht und ich hätte ihn nie gebloggt (Sorry, Mehrzewckbeutel). Das Posten funktioniert, aber der NetNewsWire schafft es nicht alte Postings und Kategorien vom Netzbuch einzulesen und darzustellen. Blöd!



Getestet habe ich auch einmal ecto, das neueste Produkt von Kung-Tunes und Kung-Blog-Entwickler Adriaan. Der Beta-Test ist kostenlos, aber das fertige Produkt wird kosten. Und auch hier: Mit pMachine funktioniert es nicht. Vielleicht muß man ja für die wahren Profi-Blog-Tools auf MoveableType umsteigen? Will man aber eigentlich nicht wirklich, so ein Haufen Perl-Zeugs auf dem Server haben … ;-)

iPod schlechtester MP3-Player

Mac

Das Zentralorgan aller DAUs, Virenhamsterer und Raubkopie-Installierer, die Computer-Bild, hat einen Vergleichstest festplattengetriebener MP3-Player durchgeführt (leider nicht online verfügbar), und der iPod ist letzter. Das berichten die MacGuardians im gewohnt launigen Tonfall.

Moniert wurden die Abwesenheit einer Anleitung, die lausige Klangqualität der mitgelieferten Ohrhörer sowie die Tatsache, dass man den iPod nicht einfach so dranhängen und mit dem Explorer in der Festplattenstruktur rummachen kann. Letzteres ist bei der Computer-Bild-Klientel wohl ein Muß, denn sie fuhrwerken bekanntlich gerne im Explorer herum und machen alles kaputt. ;-)

Nachvollziehen kann ich nur die Kritik am Ohrhörer, der ist wirklich nicht das Gelbe vom Ei. Anleitung braucht man keine (es steht alles auf dem Display), und das Zusammenspiel mit iTunes macht den iPod ja gerade zum König der Player. Abgesehen davon kann man (zumindest unter Mac OS X) die Dateistruktur sichtbar machen und navigieren. Aber, wie gesagt, es gibt keinen Grund das zu tun.

Vergessen

Zeugs

Aus aktuellem Anlass (mein Schlüsselbund liegt gerade auf einem Tisch etwa 200 Kilometer südlich ;-)):

»Vermutlich kann eine Theorie des Vergessens überhaupt nur von Simulanten erzeugt werden. Denn schon die Bewältigung des Alltags erfordert eine große Menge an Gedächtnisleistungen; sind doch die Dinge, die man vergessen kann, schrecklich zahlreich: Vielleicht läßt man das Licht im Hause brennen. Oder auch den Herd. Oder man kann nicht mehr in das Haus hinein, weil man den Schlüssel vergessen hat. Dem, der chronisch vergißt, geht so das Heim verloren. Ohne ein geordnetes Innenleben ist er grausamer Äußerlichkeit ausgesetzt, sobald seine Erinnerung ihn verlassen hat.«

Cai Mosich: Vergessen

Prêt-à-Porter, digital

Webworking

Adam Polselli sagt die Modefarben der Web-Saison 2004 voraus:

»This past year has whipped through such trends as the dark, and oftentimes depressing, gothic look, the sleek and vibrant “mod” look, and even some throwbacks to the earth-toned ’70s and the fluorescent ’80s. After an acid-trip like that, designers are very likely going to be searching for repose in more laid-back design trends. This leads me to my color forecast for 2004: calming neutrals, peaceful blues and greens, stable dark shades, and a few vibrant hues to add life.«

Wirklich sehr schöne Farbpaletten, kann sich jeder Web-Schaffende zur Inspiration anschauen.

Von Stürmen, Kakerlaken und Besuchsgebühren

Lagedernation

Man redet ja nicht über das Wetter, aber ich muß hier trotzdem mal los werden dass mir dieses ewige Regen-und-Wind-Wetter langsam granatenmäßig auf die Nerven geht!

Aber dieses unser Land hat in Wirklichkeit ganz andere Sorgen. Da wären zum Beispiel einige bemitleidenswerte Promis der B-Liga, die von RTL nach Australien gekarrt und im Dschungel ein wenig getriezt werden. Andreas hat eine kleine Presseschau zu diesem bewegenden Thema zusammen gestellt. Es ist geradezu krank. Die Medienwächter machen sich Gedanken über die Menschenwürde, und die Tierschützer melden Bedenken an wg. der armen Kakerlaken und Emus. Realsatire pur. Tierschützer sind sowieso eine ganz eigene Kategorie, aber die dissen wir ein anderes Mal…
Unter dem Titel “Kakerlakenbad des Fun” meldet sich Harry Nutt im Feuilleton der FR zum Thema:

»Die Dschungel-Show, so ein vorläufiges Fazit, schickt Menschen in Extremsituationen, die irgendwann in ihrem Leben schon einmal glauben durften, es zu etwas gebracht zu haben. In der Stunde des Elends des Privatfernsehens, das alles bis zur Erschöpfung bereits durchgearbeitet zu haben schien, wird ein Personal vorgeführt, das vor der Kamera der Erfahrung sozialer Entwertung ausgesetzt ist. Die Show formuliert eine Erfahrung, die zuletzt den Plot der gesellschaftlichen Erzählung bestimmte. In einer Zeit, in der man beim Arzt die Scheine auf den Tisch legen muss, werden auf bisher nicht gekannte Weise die Modi des Privaten neu verhandelt. Vielleicht schaut man deswegen noch einmal oder schon wieder hin.«

“Scheine auf den Tisch legen” bringt uns zu einem anderen beliebten Thema, der “Arzt-Eintrittsgebühr.” Jeden Tag meldet sich ein(e) HinterbänklerIn zu Wort und fordert Befreiung für Kreti und Pleti. Soziale Strukturen brechen schleichend zusammen, die Macht globaler Unternehmen unterhöhlt die Demokratie, und der Volkszorn entzündet sich an maximal 40 Euro im Jahr, das macht 3,33 Euro im Monat. Kleingeistiger geht es kaum noch. Offensichtlich ist politischer Diskurs nur noch an handlichen Symbolen aufzuhängen, 10 Euro auf den Tisch legen ist ein übersichtlicher Vorgang und in seiner gesamten Komplexität auch vom Einfältigsten überschaubar. Hätte man die Beiträge um 0,1% erhöht statt eine Praxisgebühr einzuführen, hätte es ein dezentes Murren gegeben, aber weiter wäre nichts passiert. Denn das wäre ja nicht so schön symbolisch.

Und das alles während im Main ein gieriger Wels an einem Karpfen erstickt! Noch Fragen? ;-)

Netzbuch RSS-Feed

Zeugs

Der RSS-Feed des Netzbuchs ist modernisiert worden, es gibt nun:

Das bedeutet, wer den alten Feed abonniert hatte braucht nichts zu tun. Diejenigen, die den RSS 2.0-Feed unter der Adresse netzbuch20.xml abonniert haben auch nicht, index.xml ist nur ein Symlink auf netzbuch20.xml. Das waren ja schon einige, wie ein Blick in die Zugriffsstatistik zeigt. ;-)

Sollte es Probleme geben, einfach aufschreien!
Und als nächstes muß dann ein Atom-Feed her! ;-)

BSD für Linuxer

Linux

Weit angelegte Betrachtungen über Betriebssysteme im Kontext anderer Betriebssysteme scheinen in Mode zu kommen. Nach Amit Singhs »What is Mac OS X?« (im Netzbuch am 8.1.04 gewürdigt) folgt nun: »BSD vs. Linux« (via Linux Today). Vom Autor Matt Fuller selbst als “Rant” (dt. etwa: Phrasengedresche, Wortschwall) klassifiziert, ist Matts Text ähnlich wie Amits Ausführungen aufgebaut, also Einleitung, technische Exkursionen, philosophische Fragmente und persönliches Fazit.
Matts Fazit:

» Why should you run BSD?
Well, I don`t know. Does what you have now meet your needs? Then you probably don`t have an urgent need to change anything.
There`re plenty of essays and rants on there about why X works better than Y, for any values of X and Y. I don`t want to write another one. If and when you do get time or inclination or resources to try BSD, I want this essay to help you understand why some of those differences are there, and what the result of those differences is.«

BlogStats

Weblogtalk

Ein neues Spielzeug aus der Hexenküche der orangen “Blog-Weltherrschafts-Gang”: BlogStats. Dort findet man die “Charts” der blogg.de-Blogger, also was von den dort bloggenden Damen und Herren am liebsten angeklickt wurde. Wurde ja auch Zeit dass mal statistischer Blog-Spielkram für die deutsche Blogosphere “gelaunched” wird!

(Via Noch`n Blog)

Winter im Windkanal

Momentaufnahme

Bahnhof Wiesbaden Ende Dezember 2003

Beinahe hätte ich das beinahe wöchentliche Bahnbild vergessen! Schließlich ist es doch Wochenende, und in Anbetracht des noch stets nervtötenden Wind-und-Regen-Wetters gibt es heute eine optische Reminiszens an die Zeit um Weihnachten 2003 herum, als sich der Winter tatsächlich ein wenig nach Winter anfühlte, und nicht nach Dichtigkeitsüberprüfung im Windkanal …

In diesem Sinne, ein schönes Wochenende Euch allen da draußen!

Weg mit der GUI! Konsole rules!

Linux

“Echte Männer” benutzen Linux. Das ist mal Fakt (`tschuldigung, liebe Leserinnen, Ihr wisst ja, im heutigen medialen Umfeld, in dem sich auch der Blogger als solches bewegt, muß auch ein trockener Blogeintrag über Linux-Konsolen-Anwendungen einen Aufhänger, ne, ich meine, wie sagen die Glattgekämmten, `nen “Eyecatcher” haben). Die richtig harten Burschen und Mädels benötigen die grafische Oberfläche aber nur um mehrere Terminal-Fenster gleichzeitig laufen zu haben. Konsequenz: »Throw That GUI Out the Door: Console Applications That Shine«

»The applications available for the console are at a level of quality that should satisfy a large array of *nix users whether your goal is to add some new applications to your arsenal or to use the console exclusively. My favorite advantage gained by using console applications is the ability to run a ssh daemon and access these applications from anywhere with a basic ssh client.«

Der Artikel stellt einige nützliche Programme für die Konsole vor. Eine der “Konsole-Killer-Applikationen” hat Autor Scott aber vergessen: Den Mailclient mutt. Da ich tagsüber hinter einem recht dichten Firewall sitze komme ich lediglich per ssh-Kette nach “draußen” und lese meine Mails auf der Konsole direkt auf dem Rechner meines Providers Hostsharing. Man täuscht sich, mutt als Konsolenprogramm steckt in Sachen Übersicht und Geschwindigkeit jeden grafischen Mailclient locker in die Tasche, selbst IMAP-Folder mit einigen tausend Mails sind mit mutt spielend zu beherrschen. Die Konfiguration ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, ist diese Hürde aber genommen kann man damit hervorragend arbeiten. Als Linux-User(in) sollte man mutt einmal ausprobieren!

Wintermorgen

Momentaufnahme

Bild: Wintermorgen 1

Wenn über dem Wiesbadener Industriegebiet die Sonne aufgeht, wird es höchste Zeit es ihr nach zu machen!

Bild: Wintermorgen 2

Denn die Schornsteine müssen ja rauchen, damit es in der Republik der knappen Kassen aufwärts geht!

Bild: Wintermorgen 3

Wenigstens gibt es jetzt sogar im Rhein-Main-Gebiet einmal einen Hauch von Winter, kalt, weiß und klar, so muß Winter sein!

Solche schönen Morgen wird es auf dem Mars garantiert nicht geben, darum bleiben wir lieber hier! ;-)

Happy Birthday Macintosh

Mac

Bild: Anzeige für den ersten Macintosh 1984

Heute feiert der Macintosh seinen 20. Geburtstag, zu diesem Tag einen “Apfel-Linkhub”, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Steve Jobs im Interview auf MacWorld: »All I can say is, I think the Mac reinvented the personal-computer industry in the eighties, and Microsoft copied it in the nineties — and that`s been a big success for them, too. We finally got out ahead again with Mac OS X, and I think you`ll see Microsoft copying that in the future.« (Via itw)
  • taz: »Die Maschine der Freiheit. […] Der “Mac”, wie ihn seine Verehrer schon sehr bald liebevoll nannten, ist immer noch, 20 Jahre nach seinem ersten Auftritt, nicht nur ein Computer, sondern ein Symbol für gehobene Lebensart, für Stil und einen Geschmack, der sich deutlich vom Durchschnitt abhebt.«
  • MacGuardians: Welcome to Macintosh … Gedanken zum 20. Geburtstag einer Revolution, mit einer ordentlichen Liste von Links zur Mac-Historie.
  • Weitere Links hat `my two cents` gesammelt, dort habe ich auch das Bildchen geklaut, das widerum von einer Reproduktion einer Newsweek-Beilage aus dem Jahre 1984 auf cupertino.de stammt. So geht`s im Web. ;-)

Warten auffen Zuch

Momentaufnahme

Bild: Bahnhof Rheydt-Odenkirchen

Das näherungsweise wöchentliche Bahnbild zum Wochenende führt uns heute in das Land der verrottenden Bahnhöfe, das Areal zwischen Köln und Mönchengladbach. Auf der Strecke hat die Bahn eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 38 km/h, von der Natur schon halb zugewucherte, zerfallene Bahnhöfe, auf denen ein Fahrkartenautomat und eine Laterne schon die gesamte Infrastruktur der Moderne sind, säumen die Strecke. Das Bild zeigt eine auf dem Bahnhof Rheydt-Odenkirchen völlig unmotiviert auf dem Bahnsteig herumstehende Bank an den von der Natur bedrängten Gleisen. Abseits der glitzernden ICE-Bahnhöfe der Metropolen kümmert sich die Bahn nicht mehr übermäßig um die Anlagen. Aber dafür werden auch dort regelmäßig die Preise erhöht!

Und mit diesen Blick in das Fotoalbum des bahnreisenden Netzbuch-Chronisten wünsche ich Euch allen da draußen noch ein unverhärmtes Wochenende!

Ende des Managements

Lagedernation

Josh macht auf einen Artikel in Telepolis aufmerksam: »Ende des Managements«, von Artur P. Schmidt. Schmidt vertritt die These dass man die Tätigkeiten, die sich die Manager als solches selbst als “Fähigkeit” zu Gute halten, genauso gut von Maschinen ausführen lassen kann. Und er rechnet auch sonst mit den hochbezahlten “Nieten in Nadelstreifen” ab:

»Abfindungen in Höhe von fast 60 Millionen Euro sind verwerflich, da dieses Kapital dem Unternehmen entzogen wird und somit die Eigenkapitalquote sinkt. Statt auf Innovationen als Wachstumsmotor zu setzen, fallen einfallslosen Managern meist nur Bilanzmanipulationen und Übernahmen ein, um sich ihre Positionen im Top-Management-Karussel zu sichern.
Zwar sind die Gehälter europäischer Manager im Vergleich zu den USA deutlich geringer, aber dies kann nicht der Maßstab sein, um die moralische Verwerflichkeit ausufernder Abfindungen zu legitimieren. Auch mag man die Zuständigkeit des Gerichtes kritisieren. Da es jedoch in der Wirtschaft durch das Versagen der Aufsichtsräte keine Instanz gibt, die Exzesse von Managern kontrolliert, kann es gar keinen anderen Weg geben, als ein bundesdeutsches Gericht zu bemühen, um Aufsichtsräte zur Räson zu rufen.«

In meinen Augen sind die Machtmenschen aus dem Managerkarussell längst das Hauptproblem der deutschen Wirtschaft geworden, eine Wirtschafts-“Elite” die den eigenen Vorteil und den “Shareholder-Value” zum Maß aller ökonomischen und sozialen Vorgänge macht, delegitimiert sich schleichend selbst und bringt die längst abgelegt geglaubte Systemfrage langsam aber sicher wieder auf den Tisch …

Wahre Liebe im Warenkorb?

Internet

[Nachtrag: Bitte auch diesen Artikel dazu lesen!]

Der Begriff “Social Networks” ist ein heißer Kandidat für das nächste Buzzword-Bingo, wie Pilze schießen die passenden Dienste im Moment aus den Festplatten unschuldiger Webserver. Nächster Aspirant: Bücherversender Amazon. Wie Denounce Newswire berichtet eröffnet Amazon demnächst ein “Social Network” namens Pricekut, mitmachen darf nur wer etwas kauft. Die Mitglieder sollen sich gegenseitig ihre Warenkörbe öffnen und kommentieren, und natürlich soll es das übliche “Freunde von Dir die `Der Mann im Hemd` erwarben kauften auch `XML for Dummies` und `Die 100 besten Sexspiele`” geben. Die wahre Liebe findet man halt nur im Warenkorb …

(Via dive into mark)

The Strokes - Room On Fire

Musik

Wenn Pepino seine Lieblings-CD vorstellt mache ich das glatt auch mal, da sie sowieso täglich läuft:

Bild: Cover von The Strokes - Room On Fire

Das zweite Album der Strokes, “Room On Fire”, wurde allgemein mit Bangen erwartet, denn nach dem Hammer-Debut “Is This It” fragte man sich ob die Jungs aus New York noch einen drauflegen können – sie können. Besonders die ersten vier Stücke, und davon wiederum das erste, “What ever happened?”, beschreiten den Weg zum “perfekten Rock-Song”, wie in irgendeiner Plattenkritik zu lesen war, ein gutes Stück. Ins Ohr schleichende Melodien, mal singende und mal scheppernde Gitarren, und dazu des Sängers Julian Casablancas` rotziges Genöhle – einfach klasse! Wer Affinität zu Musik mit Gitarren hat (und welcher Mensch mit Geschmack hat das nicht?), muß in diese Scheibe einfach mal reinhören …

So, erst Pepino, nun ich, wer stellt als nächstes seine derzeitige Lieblings-CD vor, damit die Leserschaft Anregungen zum Downl…, äh, ich meine, CD-Kauf bekommt? ;-)

Fluch des RSS-Readers, oder: Pricekut revisited - Reingefallen!

Zeugs

Der Fluch des RSS-Readers: Beim gestrigen Eintrag Wahre Liebe im Warenkorb? bin ich, wie auch diverse amerikanische Blogger, auf eine Satire reingefallen. Denn Denounce ist (Zitat von ihrer Site) »recognized around the world as the best source for completely fictional news and information.« Das Problem ist halt, dass die Realität der Satire mitunter so nahe kommt dass man die Satire für Realität hält. Pardon für die Fehlinformation.


Das zeigt aber auch das Problem mit dem RSS-Reader: Der Text wird seiner Umgebung, der Website auf der er veröffentlicht wurde, entrissen, und erscheint einfach so auf dem Schirm. Und damit fehlt ein wichtiges Element zur Einschätzung der Information, nämlich eben jene Umgebung. Im RSS-Reader erscheint er sogar in einer seriöseren Umgebung, zwischen Tagesschau und BBC, sozusagen, und der mit maschineller Hilfe rationell Informationen verarbeitende Mensch vor dem Schirm verliert manchmal das Gefühl für den “Wert” dieses Textes. Wieder was gelernt! ;-)

Aufreger des Tages: Toll Collect

Lagedernation

Man muß sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Im August 2003 sollte Toll Collect das Autobahn-Maut-System starten, nun möchten sie gerne im Januar 2005 einen Pilotbetrieb und im Januar 2006 den Echt-Betrieb starten (vgl. taz). Und auf ihrer Homepage verkünden die Projektmanagement-Götter von Toll Collect daraufhin stolz: »Einführung der Lkw-Maut in Deutschland: Arbeiten laufen mit Hochdruck.« Fakt ist doch dass Toll Collect sich den Millionen-Auftrag mit falschen Versprechungen an Land gezogen hat. Man sollte Toll Collect und Verkehrsminister Stolpe umgehend in die Wüste schicken! Zeit für eine Kabinettsbereinigung, Gerhard …

Was mich daran besonders ärgert: An Toll Collect beteiligt sind genau die Sorte von Firmen, die umgehend das große Herumhärmen beginnen wenn sie Aufträge an “Kleine” vergeben, die Preise bis zum geht nicht mehr drücken und es dabei Verzögerungen von Tagen gibt. Alles selbst erlebt.

G5 ausschlachten

Seltsames

Das ist wirklich “krass”, wie man heute so sagt: Ein “0v3rcl0ck3r” bekommt zu Weihnachten einen Apple G5 geschenkt, schlachtet ihn aus und baut einen Athlon ein (man muß beim Aufruf dieser Seite ein wenig Geduld haben). Denn er hätte lieber einen Dell bekommen, und als Krönung dekoriert er ihn noch mit grünen “Case-Modder-Weihnachts-Lichterketten.” Aus Schaden klug geworden, tendiere ich einmal zu der Ansicht dass diese Geschichte eine gezielte Provokation eines begnadeten Satirikers ist.

Gefunden habe ich diese Perle bei den MacGuardians. Ebenso interessant wie die Story selbst sind die mittlerweile 206(!) Kommentare, die jeden Freitags-Thread bei Heise locker in den Schatten stellen …