Oktober 2003

Das Einheitsgeschenk: Konvent für Deutschland

Lagedernation

Hallo Zielgruppe! Dem deutschen Teil der Leserschaft wünsche ich einen fröhlichen Einheitstag verbracht zu haben, dem Rest einen fröhlichen Arbeitstag. ;-)

Wenn man sich während eines albtraumgeschwängerten Drogenrauschs die ultimative “Sabine-Christiansen-Dummbabbler-Talkrunde” zusammenfantasieren würde, käme genau das dabei heraus: Konvent für Deutschland. Heute, am deutschen Nationalfeiertag, wie Dieter Bohlen sagen würde, “supi-super-symbolisch”, hat Ex-Bundespräsident Roman Herzog, von Hause aus schon immer einer der enervierendsten Schwätzer Deutschlands, den Konvent für Deutschland gegründet, und alle Laberköppe dieser Republik machen mit: Roland Berger, Hans-Olaf Henkel, der selbsternannte grüne Querdenker (warum ist eigentlich jeder Grüne der sich auf den Weg nach Rechts macht ein “Querdenker”?) Oswald Metzger, Otto Graf Lambsdorff, Peter Glotz und noch ein paar Gestalten dieses Kalibers. Motto der Unternehmung (Zitat):

»Heute sind Tempo und Umfang der Reformen zu langsam und zu wenig nachhaltig. Anhaltende hohe Arbeitslosigkeit, steigende Staatsverschuldung, sinkende Qualität der Bildung und immer schlechter funktionierende Sozialversicherungssysteme zeigen deutlich, dass Deutschland im internationalen Vergleich in vielen Bereichen zu spät reagiert und zurückfällt. Während man anderswo eigene politische Entscheidungsprozesse überprüft und den neuen Verhältnissen angepasst hat oder dabei ist, es zu tun, müssen die Verantwortlichen in unserem Land immer noch auf der Grundlage eines vor 55 Jahren zustande gekommenen Entscheidungssystems zurechtkommen, welches zudem noch durch fortschreitende Vermischung von Verantwortlichkeiten zwischen Gebietskörperschaften, Bundestag und Bundesrat immer weiter an Bewegungsfähigkeit eingebüßt hat. Zusätzlich hat eine wachsende Bürokratisierung in fast allen Lebensbereichen die direkte Beteiligung der Bürger an politischer Willensbildung eingeschränkt.«

Sie wollen also im Prinzip unser politisches System abschaffen. Das Beste daran: Die Krise die sie nun beklagen, haben die honorigen Polit- und Wirtschafts-Pensionäre (außer Metzger, der politische Frührentner, er hatte eh nie viel zu melden) in ihren besseren Zeiten selbst nach Kräften herbei geführt, oder, wie die Berliner Zeitung trocken bemerkt: »Man [braucht] keine Kommission, schon gar nicht eine der größten Kritiker der Elche, die früher selber welche waren.«

Man darf gespannt sein was uns diese weisen Leute schenken werden, aber schon in der Antike wusste man: “Was auch immer das sein mag, ich fürchte die Danaer, wenn sie Geschenke bringen.” Andererseits (wenn man schon in antiken Metaphern versinkt) sollen die Herren sich lieber ihrer Danaidenarbeit widmen, bevor sie sonst irgendwo Schaden anrichten …

Das Image der Linux-Benutzer ...

Linux

… ist nicht das allerbeste. Das Problem ist dass arrogante Besserwisser in der netz-öffentlichen Wahrnehmung einen prägenden Eindruck hinterlassen. Da lese ich z.B. gerade bei Urban Netizen: »[…] ihr seit[sic!] selbst schuld, ich werd IE in absehbarer Zeit hier verbieten, also besorgt euch einen vernuenftigen Client.« Das ist genau so unsäglich wie die Webseitenproduzenten die Seiten ins Netz stellen auf denen steht: “Um unser Angebot zu besuchen benötigen Sie IE6 mit aktiviertem Schwuppwuppdiwupp.” Das zweite Gesicht des selben Januskopf. Warum kann man es nicht bleiben lassen anderen Leuten Vorschriften machen zu wollen?

Ich benutze Linux seit 94, genauso lange verfolge ich die “Szene” im Internet, arrogante Missionare wie der urbane Netzbürger treiben sich aber erst in den letzten zwei-drei Jahren gehäuft im Netz herum. Man muß schon ein ziemlich armer Wicht sein, wenn man meint aus seinem Betriebssystem und einem wie auch immer akkumulierten technischen Wissen eine Position “von oben herab” einnehmen zu können …

Dummschwatz der Woche

Seltsames

Nach langer Zeit ist es heute mal wieder Zeit einen “Dummschwatz der Woche” zu küren. And the winner is:

»Der Rechtsstaat ist ein Aktivum des Standortes Deutschland. Auf der anderen Seite habe ich schon den Eindruck, dass dieses Verfahren in hohem Maße auch ein politisches Verfahren ist, dass in diesem Verfahren die deutsche Neidgesellschaft ihren Ausdruck findet.«

(Roland Berger über das Gerichtsverfahren gegen Josef Ackermann und andere “Spitzenfunktionäre” im Zusammenhang mit der Übernahme Mannesmanns durch Vodafone, lt. Heise-Ticker)

Was ist ein Blog?

Weblogtalk

Diese Frage ist leicht zu beantworten, wenn man dem Perseus-Blogsurvey glauben darf: »Blogging is many things, yet the typical blog is written by a teenage girl who uses it twice a month to update her friends and classmates on happenings in her life.«


In dieser Untersuchung gibt es interessante Zahlen. Perseus hat die Blog-Dienste Blog-City, BlogSpot, Diaryland, LiveJournal, Pitas, TypePad, Weblogger und Xanga analysiert und dort 4,62 Millionen Blogs gefunden. 66% davon sind seit mehr als zwei Monaten nicht mehr aktualisiert worden, 1,09 Millionen Blogs überlebten ihren ersten Tag nicht. Das durchschnittliche aktive Blog wird nur alle 14 Tage aktualisiert, und 13.600 Blogs erlebten ein “Comeback” nach monatelanger Pause. Eine interessante Lektüre!


Der Haken an dieser Untersuchung: Es werden keine selbst “gehosteten” Blogs untersucht, und LiveJournal- und Diaryland-Blogs sind tendenziell mehr “klassische” Tagebücher als “klasssische” Blogs, man müsste also für eine intensivere Untersuchung erst einmal definieren was genau man eigentlich unter einem Blog versteht, das versäumt die Perseus-Studie leider.


Die großen “Tagebuch-Communities” im Untersuchungsgebiet erklären dann auch die Durchschnittswerte: Teenager hat eine Lebenskrise (oder das was Teenager dafür hält ;-)), schreibt sich im Diary den Frust von der Seele. Irgendwann ist aber alles wieder gut und es gibt keinen Grund mehr das Tagebuch zu füllen, andere Interessen drängen sich ins Leben. Also stirbt das Blog den langsamen Tod des “nicht mehr aktualisiert werden” …


Mehr: Perseus-Untersuchung The Blogging Iceberg


(Via Heise)


Und noch ein trockener Kommentar aus dem Heise-Forum dazu: »Für mich sind Blogs in vielen Fällen ein Armutszeugnis für das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung in unserer Gesellschaft.«

Die Eigendynamik der Digitalkamera ...

Internet

… beschäftigt Telepolis:

»Wer sich mit einer gezückten Kamera zeigt, wird, so unauffällig er sich geben mag, als bewaffnet angesehen. Fußgänger bleiben stehen und warten, bis er seine Arbeit beendet hat, Radfahrer ducken sich unter der Linse weg. Eine eigenartige Nervosität breitet sich im Umkreis des Fotografen aus, als sei jemand anwesend, der etwas belegen kann. Mit einem Wort: Kamera und Fotograf erzeugen im Handumdrehen Paranoia. Diese Paranoia drückt sich auch in dem misstrauischen, verwunderten oder ausgesprochen feindseligen Tonfall derer aus, die ihre Angst überwinden, und den Fotografen nach Motiv und Motivation fragen: Was da zu fotografieren sei? Welche Zeitung das drucken wolle? Was man eigentlich im Sinn habe mit diesen Blumenbildern aus einem privaten Vorgarten?«

Feindseligen Tonfall habe ich bisher noch nicht erlebt, aber man erregt eine Aufmerksamkeit an die man sich erst gewöhnen muß, anfangs fühlte ich mich unbehaglich mit der Kamera irgendwo zu stehen und angeguckt zu werden. Mit der Zeit stumpft man da aber ab und verliert jegliche Hemmungen. Je nach dem, wo man fotografieren möchte, muß man auch erst den im lokalen Kontext bestehenden “Respekt vor bestehenden Eigentumsverhältnissen”, wie das eine Autorin im c`t-Sonderheft so schön ausdrückte, einschätzen.

Noch ein blumiges Zitat: »Worauf will die digitale Fotografie hinaus? Auf eine technologische Form der Telepathie. Das Ideal wären Bilder und Filme, von den Augen selbst aufgezeichnet und im Gehirn gespeichert, die ohne Umwege über externe Apparate in Echtzeit überallhin versendet werden können.«

Mehr: Telepolis

Herbstnebel

Momentaufnahme

[Bild: Nebliger Morgen am Wiesbadener Bahnhof]



Deutschland im Herbst. Der Weg, die Gleise entlang, endet im undurchdringlichen Nebel. Wenn dieses Bild kein Zeichen ist …

Schlägt man die Zeitung auf, Nebel überall. Jeder Tag eine neue Version für eine “Reform” der Sozialsysteme, wie es wirklich werden wird liegt im Nebel. Wann gibt es die Autobahnmaut? Liegt im Nebel. Wer regiert uns übernächste Woche? Liegt im Nebel. Wird Schumi Weltmeister? Liegt im Nebel. Qualifizieren wir uns für die EM? Liegt im Nebel.

So könnte man sich dran halten. ;-) Alles im Nebel! Der einzige Trost: Irgendwann verzieht sich der Nebel auch. Die Frage ist nur ob das, was dann zum Vorschein kommt, nicht besser im Nebel am Ende der Gleise geblieben wäre …

Die Einflußreichsten

Internet

Nun, nach dem philosophischen Ausflug im letzten Beitrag gibt es jetzt die Bruchlandung auf dem Boden der Banalität: Silicon.com hat die 50 einflußreichsten Persönlichkeiten der Tech-Welt gekürt, hier die Top 5:


  1. Steve Jobs

  2. Bill Gates

  3. Greg Dyke (Direktor der BBC, für den Aufbau des Online-Angebots der BBC trotz diverser Anfeindungen)

  4. Hu Jintao (Präsident von China, für die Abkehr von der MS-Welt und das Schaffen der quasi amtlichen chinesischen “Red Dog”-Linux-Distribution)

  5. Linus Torvalds



Und auf Platz 42: Der Autor des Sobig-Wurm. ;-)

(Via Slashdot)

Hasta la vista, baby!

Seltsames

Unglaublich: Arnie ist der Gouvernator. Man muß sich mal wieder fragen ob Demokratie tatsächlich das beste Modell der Herrschaft ist, bei solchen Resultaten kann man da wankelmütig werden.

Unbestätigten Gerüchten nach wird Atze Schröder nächster Spitzenkandidat der SPD für den Ministerpräsidentenposten in NRW

Rätselhafte Referrer

Weblogtalk

Gerade schaue ich mal in die Referer-Statistik und finde in den Morgenstunden des heutigen Tages diverse Zugriffe von Domänen aus so unterschiedlichen Ländern wie Polen, Österreich und Brasilien die angeblich von elict.org/awards.html kommen. Neugierig wie ich bin (außerdem steht ja “Awards” in der URL ;-)) schaue ich mir das mal an und was gibt es? Eine leere weiße Seite. Sowohl in Safari als auch in Camino. Weiß jemand was es damit auf sich hat? Lässt man “awards.html” weg dann steht einfach trocken “test” auf der Seite. Wundersame Dinge!
Ein Referrer-Spam auf eine leere Seite ist ja eigentlich ziemlich sinnlos. Windows-Benutzer sollten vorsichtig sein mit der URL da oben, vielleicht verbirgt sich dahinter irgend etwas Übles was sich auf dem Mac, an dem ich gerade sitze, nicht auswirkt.

Weblog-Artikel im php-Magazin

Weblogtalk

Heute fällt mir das aktuelle PHP-Magazin in die Hände. Darin findet man einen (auf der Website nicht verfügbaren) Artikel über Weblogs, geschrieben von den Bloggern thorte und Nico. Abgesehen davon, dass bei der Besprechung von PHP und MySQL-basierten Systemen die ja nicht so ganz unbedeutende pMachine fehlt, ist das ein “knackiger” und treffsicherer Artikel, besonders gut gefällt mir die Einleitung (Zitat PHP-Magazin 6.2003, S. 92):


»Viele Marketing-Abteilung in Unternehmen und Journalisten in Radio und TV reduzieren einen Blog gerne auf ein `Online-Tagebuch`, da es nur so möglich erscheint, Otto Normalverbraucher eine Vorstellung davon zu geben, womit er es hier zu tun hat. Doch diese minimalistische Definition wird dem, was man unter Bloggen versteht, und der Philosophie, die dahinter steht, in keiner Weise gerecht. Wer hätte schon Lust, sein persönliches Tagebuch im Internet zu veröffentlichen?«


Damit ist das schon mal geklärt bevor es um die Sache selbst geht. Und natürlich ist das schon ein toller Artikel weil in dem Kasten “Deutschsprachige Blogs” am Ende des Artikels auch das “Netzbuch” aufgeführt ist … ;-)


In dem Artikel taucht auch ein mir bis dato unbekanntes Weblog-System namens Serendipity auf, welches sehr interessant aussieht. Ausprobieren!

Linkhub

Linkhub

Gentoo Linux Performance Metrics: Gentoo-Linux schlägt in Sachen Performance jedes vorkompilierte Standard-Linux, “Fakten, Fakten, Fakten” gibt es auch.


Jeffrey Zeldman über die Konsequenzen der Eola vs. Microsoft-Klage: Erst mal aussitzen. Und: Eolas will Internet Explorer per Gericht stoppen (Golem).


Oh weia: Wahrer Profi (sieht man schon an der ausgefeilten Website) verkauft Euch ein “Favicon” für schlappe 116 Euro, für weitere 116 Euro gibt es auch eine ausführliche Doku dazu … (Via CSS-Technik-News)


Der Regenbogen (via taz)


Linux Today: “Building an LDAP Server on Linux, Part 1”


Ars Technica: 15-inch Aluminum PowerBook G4. Sehr ausführlich! (via fscklog)


Netzeitung: `New York Times` will Weblog starten

Computer-Philosophisches: Linuxzeit - Bastelzeit

Linux

Ich konnte es natürlich nicht lassen: Irgendwo gelesen dass Gnome 2.4 draußen ist, musste ich natürlich haben. Dank des genialen Gentoo-Portage-System sollte das ja kein Problem sein – ist es natürlich doch. Es scheint einfach so zu sein: Alle, aber wirklich alle, Paketverwaltungen für Linux saugen. Die eine mehr, die andere weniger. Sicher, ich kann ja bei Debian Woody bleiben, da saugt die Paket-Verwaltung eigentlich nicht, nur kann ich dann frühestens im Frühjahr 2005 mit Gnome 2.4 rechnen. Bei einem Produktivsystem würde ich das sogar machen, mein Linux daheim ist aber zu einem gewissen Grad auch “Fun”, und da gehört es einfach dazu dass man neue bunte Sachen einmal ausprobieren möchte.

Es liegt einfach in der Natur der Sache: Mit den immer komplexeren Desktop-Umgebungen ist einfach ein Durcheinander von Abhängigkeiten im Linux-System erreicht dass man nur von, nun ja, Windows kennt. Gentoo will alles mögliche kompilieren für ein Gnome-Update, und mittendrin bleibt ein Paket mit einem Kompilierfehler stehen. Und damit geht nun kein X mehr. Sicher, nun kann man lesen, suchen, lesen, suchen, kompilieren, lesen, suchen, und irgendwann ist der Fehler dann behoben. Ich habe schon im Gentoo-Forum gelesen dass genau dieses Paket bekannt für seine Probleme ist. Nur eine Lösung gab es keine. ;-)

Ich will Euch mal was verraten: Ich mag Linux wirklich. Ist ein feines System, ein Traum, wenn es einmal läuft. Macht einfach Spaß damit zu arbeiten. Aber: Vielleicht liegt es am zunehmendem Alter, ich habe einfach keinerlei Lust mehr bei jeder Aktualisierung damit rechnen zu müssen dass irgendwas Schlimmes passiert. Seit 1994, als ich mein erstes Linux installierte, wird das schlimmer statt besser. Wie gesagt, die Komplexität nimmt zu. Das wird das Problem sein. Und das ist keine spezifische Gentoo-Sache, damit muß man bei allen Linux-Distributionen rechnen. Dieses ewige suchen, lesen, basteln, suchen, lesen, basteln, wenn man etwas “außergewöhnliches” wie z.B. einen PDA an die USB-Schnittstelle anschließen, möchte. Braucht man erst mal dieses und jenes Kernelmodul, dank des grandiosen Prinzips dass Treiber im Kernel laufen heisst es dann erst einmal: Fröhliches Kernel-Backen. Und dann 7 Man-Pages, 3 Docs in /usr/share und 37 HTML-Dokumente lesen, konfigurieren und machen und tun – einfach keinen Bock mehr drauf!

Als Alternative (Windows ist natürlich indiskutabel) gefällt mir MacOsX immer besser. Eigentlich sitze ich auch daheim nur noch am Powerbook. Gut, MacOsX kostet Geld. Aber nicht nur Geld ist eine Ressource, sondern auch Zeit, insbesondere für den erwachsenen Menschen der einer geregelten Tätigkeit nachgehen muß. Und da stellt sich die Frage ob es nicht einfacher ist ab und an Steve und seinem Apfel-Laden 130 Euro für ein MacOsX-Update, dass man dann einfach reinschiebt, einen Moment wartet und es läuft, in den Rachen zu werfen als ständig stundenlang seine Zeit mit dem Studium von trockenen Dokus, Basteleien und Suchaktionen im Netz zu verbringen nur weil man jetzt gerne mal schöne neue Sachen hätte (oder “Unmögliches” verlangt wie den PDA an USB anschließen, oder gar PowerManagement auf einem Notebook). Ich tendiere nun ernsthaft zu ersterem. Vielleicht sollte ich den PC verkaufen, den Sparstrumpf füllen und dann durch einen G5 ersetzen. ;-)

Noch mal: elict.org

Weblogtalk

Da es schon wieder zig Zugriffe mit einem Referrer von “www.elict.org/awards.html” gab, und diese Sache offensichtlich nicht nur mich beschäftigt (es gab reichlich Zugriffe die über entsprechende Suchbegriffe von Google kamen) müssen wir darauf mal einen näheren Blick werfen. Da eine weiße Seite nicht das ganze Geheimnis sein kann, habe ich diesen Referrer mal per Telnet besucht um zu schauen was genau vorgeht. Im Gegensatz zum weißen Browser-Fenster liest man dort dann dass das Dokument zu 217.160.92.178 umgezogen ist. Genau dort hin wird man auch umgeleitet wenn man einfach “www.elict.org” aufruft, zu “global.admedia.adfarm.de/ref/a8932212380/solution/”. Beide Domänen, elict.org und adfarm.de, gehören einem Manual P. aus Rostock.

All das macht die Sache nicht durchsichtiger und vertrauenserweckender. Bleibt noch die Sache dass die Zugriffe über alle möglichen Netze kommen. Aber auch da gibt es in “Fachkreisen” Wege und Möglichkeiten, man schaue sich z.B. einmal diesen Wired-Artikel an.

Wie auch immer, ich will diesen Mist nicht auf meinem Server, also schreibe ich in die .htaccess im Dokumentenverzeichnis für “das-netzbuch.de” auf dem Webserver folgendes:

setenvifnocase Referer "^http://www.elict.org/" spam_ref=1<br /> &lt;FilesMatch "(.*)"&gt;<br /> Order Allow,Deny<br /> Allow from all<br /> Deny from env=spam_ref<br /> &lt;/FilesMatch&gt;<br />

Wenn das auf dem Webserver aus irgendwelchen Gründen nicht möglich ist kann man auch mit PHP arbeiten, wir schicken ihn einfach zu sich nach Hause ;-) in dem man in die .php-Seite folgenden Code als allererstes einfügt:

if(strstr($HTTP_REFERER,"elict.org")) {<br /> header("Location: http:// www .elict.org");<br /> }

Zwischen “http usw.” und “www” und “.elict.org” muß ein Leerzeichen entfernt werden, ich wollte nur die pMachine daran hindern einen Link zu basteln. Damit hat sich das Thema dann erledigt, und Manual P. kann seine obskuren Experimente woanders durchführen …

Unkonkretes vom Unglücksbringer

Zeugs

Das wollte ich einfach mal ausprobieren: Einfach nix schreiben und warten wie lange es dauert bis jemand nachfragt. ;-)

Gestern abend gab es ein nettes Meeting mit Sven (der “heimlich” wieder mit dem Bloggen angefangen hat) und Martin. Natürlich wurden brandheiße Informationen ausgetauscht und geheime Strategien ausgeheckt, wie das halt immer so ist wenn Blogger sich treffen. Und Martin kennt nun das Preisniveau in Wiesbadener “In-Schuppen” …

Heute hat mich die Meldung schockiert dass ein ehemaliger Kunde von mir insolvent gegangen ist. Wie so viele Firmen mit denen ich zu tun hatte. Ich hoffe mal dass das an den Umständen liegt und nicht an mir …

10.000 freie Bücher!

Internet

Project Gutenberg hat mit der Magna Charta das 10.000. Ebook online gestellt. Das Projekt gibt es nun schon erstaunliche 32 Jahre lang. 1971 wurde es gegründet mit dem Anspruch Informationen, Bücher und andere Materialien der Öffentlichkeit in einer elektronischen Form so zur Verfügung zu stellen, dass die große Mehrheit der Menschen mit ihren Programmen und Computern die Bücher lesen, benutzen, zitieren und durchsuchen können. Deshalb sind es schlichte Ascii-Texte, die jeder Rechner dieser Welt darstellen kann.

Neuerdings gibt es aber auch “modernes Zeuch” im Project Gutenberg, wie z.B. freie Hörbücher bei Radio Gutenberg.


Solche Projekte geben einen schönen Einblick was aus der Idee “Internet” hätte werden können wenn die Welt nicht so wäre wie sie nun einmal ist …


(Via Slashdot)

Apple Musik-Kampftag

Techkram

Heute war mal wieder “Steve kündigt etwas an”-Tag, genaueres kann man wie immer bei itw nachlesen.

Eine Sache finde ich aber äußerst interessant: Den Belkin iPod Media Reader. Damit kann man den putzigen iPod nicht nur zum andächtigen Lauschen, sondern auch als transportablen “Image-Tank” benutzen, sehr praktisch. Ein weiteres Argument für einen iPod.

Schlecht!

Weblogtalk

blo.gs kaputt = keine Blogroll mehr. Das Skript überschreibt die Blogroll gnadenlos mit “nix” wenn blo.gs keine Daten liefert, übel!

Sollte blo.gs jemals wieder funktionieren muß das umgehend geändert werden. Und einmal muß es noch funktionieren, denn die Blogroll existiert nur bei blo.gs, diese erlesene Sammlung von Top-Blogs bekomme ich nie mehr wieder zusammen.
Daran sieht man mal wieder: Man verlässt sich viel zu schnell auf “Amateurdienste” (ist nicht abwertend gemeint, Privatleute können nun einmal nur eine begrenzten Aufwand an Zeit und Material investieren) und deponiert dort für einen selbst wichtige Daten. Das muß ich mir mal schleunigst abgewöhnen, alles was wichtig ist muß hier auf meinem eigenen Server liegen.

Linkhub

Linkhub

Wie Personal Firewalls ausgetrickst werden können.


Pro-Linux: “Probleme mit SuSE 8.2.” Ein packender Erfahrungsbericht, kommt mir bekannt vor, das “Frankenwindows” ist nicht das “easy going Einsteigerlinux” für das es immer gehalten wird.


futurezone: Neue Patchlawine von Microsoft.


BBC: “Odd mishaps cause computer grief”, oder: Das Schlimmste was digitalen Daten passieren kann ist der Mensch … (via Slashdot)


Eine faszinierende Sache trocken betrachten: Seb`s Weblog research links helfen dabei (via Schockwellenreiter)


Space.com: What`s Really Visible from Space


Jeffrey Zeldman im Interview auf Lounge 72: »Generally, content is the most important thing.«

Schlachtenbummeln

Zeugs

Bild: ICE



Beim Kollegen sind es die Hundebilder, bei mir die vielfältigen Bahnbilder die verkünden: Wochenende!

Heute geht es in die Heimat, zur Familie nach Mönchengladbach. Und morgen nachmittag auf den Bökelberg, wenn die überaus liebenswürdige Borussia aus MG auf die miesen dreckigen Großkot…, äh, ich meine, das überaus sympathisch und bescheiden auftretende Team des FC Bayern trifft. Aus der Historie hat sich ergeben dass die Bayern nun einmal die Erzfeinde des gemeinen Gladbach-Anhänger sind, schon wenn die ersten Bayern-Spieler den Platz betreten um sich aufzuwärmen erfüllt ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert den Bökelberg, immer wieder herrlich. ;-)

Ich wünsche Euch allen da draußen ein schönes Wochenende!

Kost` alles extra!

Lagedernation

Eigentlich verfechte ich, gestählt von diversen Semestern Politikwissenschaften, immer die These dass man politische Prozesse analytisch und sachlich betrachten sollte. Nun lese ich aber gerade mal die Nachrichtenseiten durch, und ich bin gerade dabei diese These umzuwerfen. Brandschatzend, dabei die politische Klasse gefesselt vor sich hertreibend, durch das Regierungsviertel von Berlin zu ziehen, erscheint mir ein adäquaterer Ausdruck politischer Bürgerbeteiligung in diesen Zeiten.

Streifen wir doch einmal ein wenig durch die Nachrichten. Trotz ihrer durchaus unterschiedlichen Themen zieht sich eines wie ein roter Faden durch die Nachrichten: Alles kostet extra! “Nothing inclusive.” Monat für Monat bekommt man einen ordentlichen Batzen vom Gehalt abgezogen für die Krankenkasse, zur Belohnung kostet es beim Arzt demnächst Eintritt. Ein noch größerer Batzen geht an Steuern ab, davon werden so schöne Sachen wie Diplomaten, Polizisten und Soldaten finanziert. Benötigt man diese nützlichen Staatsbediensteten einmal, weil man zufällig gerade von finsteren Gesellen entführt wurde, passiert was? Genau, es kostet extra.
Ein weitere hübscher Batzen wird an die Arbeitslosenversicherung abgeführt, Jahr für Jahr wandern die Summen an die Bundesanstalt. Nebenbei, wie einem das die Westerwelles dieser Republik raten, spart man ein wenig für schlechte Zeiten. Nun wird man arbeitslos, und findet nix neues. Was passiert? Genau, man bekommt, zusätzlich zu all dem was man sowieso jahrelang abgedrückt hat, noch seine Ersparnisse für schlechte Zeiten abgenommen.
So alles in allem betrachtet, ist Arbeitnehmer in Deutschland sein ein Garant für einen lausigen “ROI.”

Apropos Westerwelle, dieser hat sich gerade selbst zum Spitzenkandidaten für die nächste Bundestagswahl gekürt. Gut zu wissen, dass es auch in finsteren Zeiten Politiker gibt die sich den Blick für das Wesentliche bewahrt haben …

Doppelsieg für deutsche Chatbots!

Internet

“Jabberwock” und “Elbot”, Chatroboter aus deutschen Landen, haben den “Loebner-Preis für menschenähnliche Kommunikation” gewonnen, berichtet die BBC. Kriterium für den Sieg ist der sogenannte Turing-Test, nach dem ein Computerprogramm intelligent genannt werden darf wenn es in seinem “Output”, in diesem Fall seinem Chat, nicht von einem echten Menschen unterschieden werden kann.

Wer mal einen Chat besucht hat könnte natürlich auf den Gedanken kommen dass das nicht so schwierig sein kann …

Spaß mit cal

Linux Perennen

Unter der unscheinbaren Unix-Kommandozeile (z.B. in Mac OS X und Linux) schlummert so manches unentdeckte Schätzchen. Z.B. der cal Befehl. Wenn man gerade in einem Terminal tippt und mal schnell nachschauen möchte wann man Geburtstag hat, so hackt man mal kurz ein cal -y in die Kommandozeile und erhält einen wunderhübschen Jahreskalender. Unter Linux kann man auch ncal -y benutzen, das formatiert den Jahreskalender etwas eleganter.

cal funktioniert für den Zeitraum ab dem Jahr 1 nach Christus. Sehr interessant ist ein cal -y 1752. Bekanntlich gab es bereits im Jahre 1582 die Gregorianische Kalenderreform, die aber erst 1752 in ganz Europa umgesetzt wurde. Daher sieht der September 1752 sehr interessant aus …


Aber es steckt noch mehr drin. Unter “/usr/share/calendar” sind in Mac OS X und Linux Kalenderdateien mit historischen Daten versteckt, Paso bedient sich im fscklog immer dieser Funktion für seine “Jubiläen aus dem Terminal”. Unter Mac OS X gibt ein cat /usr/share/calendar/* | grep `date +"%m/%d"` auf dem Terminal aus was sich alles so ereignet hat, Linux-User brauchen nur ein trockenes calendar in das Terminal zu hacken.


Mit calendar -a kann der oder die “root” des Systems alle Jubiläen und Termine eines Tages per Mail an alle User senden, und (zumindest unter Linux) kann sich auch jede® Benutzer(in) eine Kalenderdatei im Home-Verzeichnis anlegen die dann durch cal und calendar ebenfalls verarbeitet wird.


Wie man sieht, es müssen nicht immer große bunter Programme sein, auch in der unscheinbaren Kommandozeile findet man nützliche Sachen …

Beobachter der Szene

Internet

Spiegel Online über Apples iTunes Music Shop: »Eine Million Lieder haben die Windows-Nutzer bei iTunes seit dem Start am vergangenen Donnerstag gekauft. Experten fürchten allerdings den Missbrauch im großen Stil, schließlich sei der Kopierschutz relativ einfach zu knacken. Das Wissenschaftsmagazin `New Scientist` beruft sich auf seiner Internetseite auf Beobachter der Szene, die davon ausgehen, dass iTunes etliche Hacker auf den Plan rufen könnte. Dazu würden vor allem die lockeren Sicherheitsbedingungen einladen. So können zum Beispiel Lieder direkt auf CD oder Apples iPod kopiert werden.«

Hallo? Ist letztere schlimme Quelle des Mißbrauchs nicht der Grund warum man sich Lieder auf einer Website gegen Bares besorgt? Wenn ich schon in einem Artikel von ominösen “Experten” und “Beobachtern der Szene” ohne Namen und Quelle lese, dann komme ich nur zu einem Schluß: Einfach eine “Scheißarbeit”, eine Frechheit so etwas Schlampiges zu veröffentlichen.

Aber ich bin ja nur ein kleiner Weblogger, wie ja Martin berichtete ist man bei Spiegel Online der Ansicht dass nur ausgebildete Journalisten in der Lage sind sauber und gründlich zu recherchieren und handwerklich einwandfreie Arbeit abzuliefern, sozusagen die für uns Dummerchen viel zu komplexe Welt zu verstehen und in handlichen Info-Häppchen darzureichen, damit wir auch etwas Weisheit abbekommen. Quod erat demonstrandum …

Triathlon

Zeugs

Gewichtige Events stehen an, daher gab es gestern und heute im Büro mal wieder den “Marketing-Spezialisten-Triathlon”: Erst drucken, dann falten und das Grande Finale – eintüten …

Wer keine Arbeit hat ...

Linux

… der macht sich welche: Mein Gentoo-Linux-System ist völlig hinüber, jeglicher Versuch neu zu kompilieren führt zu Fehlern. Was lernen wir daraus? Ab und an mal ein “Image” von der Systempartition zu ziehen lohnt sich. Zumindest wenn man es braucht.

Nun muß wohl mal ein trüber Herbsttag herhalten für eine langwierige Neuinstallation …

Postgebremster Panther in der Dienstleistungswüste

Zeugs

Menno! Thomas Gottschalk wird zwar von gelben Autos verfolgt, ich aber nicht. Bekanntlich ist ja seit Freitag der Panther los, schon vor Wochen habe ich mein Päckchen bestellt. Samstag bin ich extra zeitig aufgestanden um gleich morgens die Einkäufe zu erledigen, um ja nicht den Paketwagen zu verpassen. Als ich wieder kam war der Briefkasten noch leer. So weit, so gut.
Spätnachmittags ziehe ich wieder los, öffne den Briefkasten, und was liegt drin? Eine Benachrichtigungskarte, man hätte mich ja nicht angetroffen. Meine sich augenblicklich entwickelnden blutigen Gewaltfantasien gegenüber Gestalten in gelben Uniformen behalte ich mal lieber für mich, das ist sie, “live und in Farbe”, die Dienstleistungswüste Deutschland …

Nur der Mond schaut zu ...

Momentaufnahme

Sonnenaufgang auf dem Freudenberg


… wenn über Wiesbaden und Mainz die Sonne aufgeht und der Netzbuch-Chronist halbnackt, im eisigen Wind, im Dachfenster hängt und versucht den Sonnenaufgang festzuhalten. Dieser Ring um den Mond ist übrigens kein Artefakt, der Mond sah Freitag morgen fast aus wie bei einer Mondfinsternis.

Gentoo mit Gnome 2.4

Linux

[Screenshot Gentoo-Linux mit Gnome 2.4
Screenshot des Wiedergeborenen. Klick öffnet Bild in voller Pracht!



Jubelstürme auf dem Freudenberg: Mein Gentoo-Linux lebt wieder! Nach einer etwas gründlicheren Analyse dessen was schief lief stellte ich fest dass das letzte Update fstab sowie die rc.conf völlig verhärmt hatte, nach einer händigen Reparatur, der Auswahl eines anderen Gentoo-Mirrors und einem beherzten emerge rsync, gefolgt von einem aufgeregt verfolgten emerge system, ist alles wieder in Ordnung. Man fragt sich zwar wie es sein kann, dass man mit den normalen Befehlen des Paketmanagers sein System so kaputt machen kann dass man nicht mal mehr eine deutsche Tastaturbelegung nach dem Reboot hat und kein Paket mehr kompiliert (ich schwöre beim Rasen des Bökelbergs, ich habe nichts händig in irgendwelchen Config-Dateien verhärmt!), aber sei`s drum, “you get what you pay for.” Ein emerge gnome reparierte X11 und nun strahlt Gnome 2.4 in voller Pracht.

Dieses Gnome-Release gefällt mir sehr gut, endlich ist dieses Durcheinander mit Desktop-Umgebung plus separater Fenster- und Dateimanager, die irgendwie mehr oder weniger integriert wurden, weg (oder so gut versteckt dass es nicht mehr auffällt). Dieses Konzept wollte mir nie einleuchten, daher habe ich Gnome nie genutzt. Das könnte sich nun ändern, es ist nicht so “windowsig” wie KDE und ein wenig komfortabler als fluxbox. Performance ist bei meinem PC glücklicherweise kein Entscheidungskriterium, das System ist mit allen grafischen Umgebungen sehr schnell. Also darf nur der Geschmack und die Freude am grafischen Schnick-Schnack entscheiden. ;-)

Der Panther ist los!

Techkram

Gestern habe ich endlich das Päckchen abgeholt und den Panther auf dem Powerbook installiert. Dauerte etwa eine Stunde und fünfzehn Minuten (mit X11 und allem Gedöns), und ging völlig problemlos. Alles funktioniert wie vorher, das ganze System ist ein wenig “zackiger” geworden, und das “Exposé” ist einfach nur geil. Man fragt sich wie man vorher ohne leben konnte. ;-)

So müssen Updates sein, einfach CDs reinschmeißen, installieren und alles geht! Und, was sie bei Apple halt drauf haben, schon die Verpackung sieht so cool aus dass man sie unmöglich wegwerfen kann …

Alle möglichen Panther-Tipps aufzuführen erspare ich mir, lest einfach bei itw und Paso, da findet man alles was man zu Panther wissen muß.

Bayern liegt in Weißrussland

Seltsames

Da hat die Netzeitung mal einen Brüller ausgegraben: Die bayerische Tourismus-Marketingzentrale firmiert im Internet unter bayern.by im Internet, .by ist die Top-Level-Domain für Weißrussland, das Reich des kleinen Diktatoren Lukaschenko. Eine .de-Domain war den Bajuwaren aber nicht “knackig” genug, nun soll Stoiber Weißrussland kolonisieren, zumindest in Sachen Internet (Zitat): »Ein Hotelier aus dem Allgäu habe vorgeschlagen, dass Ministerpräsident Edmund Stoiber nach Weißrussland reisen sollte, um die Domain nach Bayern zu holen.«