Juli 2003

Zeugs

Wieder da, oder: Fast eine Postkarte

So ein Urlaub vergeht wie im Fluge, kaum hat man die Abwesenheits-Nachricht ins Blog gestellt sitzt man auch schon wieder daheim vor dem Rechner. Da man nach einer Pause ja einen angemessenen Einstieg benötigt, erlaube ich mir heute mal einen Ausflug ins Diaristische bevor das gewohnte “Netzbuch-Premium-Content-Quality-Blogging” wieder los geht … ;-)

Highlight!

[Concorde im Anflug auf den Baden-Airport] Der Urlaub begann schon mit einem unverhofften “Highlight”, ich bekam überraschend die Gelegenheit zum wahrscheinlich ersten und einzigen Male in meinem Leben eine leibhaftige Concorde mit eigenen Augen zu sehen. Auf dem Baden-Airport gab es am Tag vor der Abreise die letzte Concorde-Landung in Deutschland, das war ein großes Volksfest, halb Baden fand sich dort ein, inklusive Würstchenbuden und Getränkestände, unsere guten Badener sind halt immer geschäftstüchtig. ;-)
Bilder können nur unzureichend einfangen wie eindrucksvoll dieser Riesenvogel ist wenn er majestätisch, vom satten Sound der bärenstarken Triebwerke begleitet, durch die Luft gleitet. Der Pilot drehte eine Ehrenrunde um den Baden-Airport und man hatte die Gelegenheit das eigentümliche Flugverhalten einer Concorde im Landeanflug zu studieren. Für mich als “Flugsimulator-Piloten” eine wirklich tolle Sache!

Los geht`s

Am nächsten Tag ging es dann los, mit einem unverhofften Luxus, nämlich eine Dreier-Sitzreihe im Airbus mit nur zwei Personen besetzen zu dürfen, daher hatte man Platz zum “Faxen machen”, z.B. aus dem Fenster heraus mit der Digicam die Welt unter dem Flugzeug zu fotografieren. Der kanarische Sonnenschein war dann die Belohnung für viereinhalb Stunden Flug.


[Abflug Baden-Airport, über die Rhein-Staustufe bei Rastatt]

[Landeanflug auf Gran Canaria]

Kanarischer Müßiggang

Wer nach Gran Canaria fliegt weiß was ihn erwartet, nämlich Sonnenschein, Nichtstun, Meer, knackige junge Damen in knappen Bikinis mit und ohne Oberteil, braungebrannte junge Herren in eng sitzenden Badehosen, verhärmte Typen die einen mit einem dämlichen Rubellos (Überraschung, Sie haben ein T-Shirt und eine Kamera gewonnen) eine “Time-Sharing”-Wohnung aufschwatzen wollen und tatsächlich immer noch Dumme finden die sich darauf einlassen, Shopping-Center und Geschäfte bis zum Abwinken voller enthusiasmierter Damen und etwas gelangweilt schauender männlicher Begleitung, und mehr oder weniger gelungene Show-Darbietungen im Hotel.

[Am Donnerstag ist Mittwoch. Hä?] [Urlaubsimpression]

Wobei es aber auf Gran Canaria etwas dezenter zugeht als z.B. auf Teneriffa, in den neuen Gebieten wird darauf geachtet nicht die typischen grausamen “Touri-Wüsten” voller schreiender Plakate und häßlicher Betonklötze entstehen zu lassen, auch die kanarische Tourismusindustrie ist lernfähig. Übrigens, manchmal gewinnt man auch im Urlaub erstaunliche philosophische Erkenntnisse über die Relativität der Zeit, wie z.B. “Am Donnerstag ist Mittwoch” auf einer Tafel vor einem Cafe mit grausiger “Folklore” (siehe Bildchen oben links) …


Nix Computer, Hombre!


Wie immer hatte ich mir vorgenommen während des Urlaubs keinen Computer anzurühren, und trotz einer permanenten lockenden Versuchung in Form eines Internet-Cafes im Hotel wurde dieser gute Vorsatz durchgezogen. Obwohl ich ja zugeben muß dass es mitunter schon ordentlich im Mausfinger zuckte. Aber, nichtsdestotrotz wurde der selbstverordnete Müßiggang in aller touristischer Ernsthaftigkeit durchgezogen, wie der folgende “Touri-Action-Shot” des Netzbuch-Chronisten belegt:


[Netzbuch-Chronist in Touri-Action]


Heimwärts


Aber nach zwei schönen Wochen war alles wieder vorbei, wieder in den Flieger und ab nach Hause. Diesmal war es voll wie immer und es gab einen Platz am Gang, also nix mit Faxen machen mit der Digicam. Aber eine Erkenntnis gab es zu gewinnen: Junge dynamische Damen von heute trinken im Flieger Tomatensaft mit Pfeffer drauf, igitt! Nach einem ruhigen Flug landete der stählerne Donnervogel wieder sanft auf dem Baden-Airport, Deutschland hat uns wieder!


Fazit, zwei sehr schöne Urlaubs-Wochen waren das, einfach mal Nichtstun tut ausgesprochen gut und man kommt voller Tatendrang zurück, mal schauen wie lange der anhält …

Nun muß ich mal schauen was sich in den zwei Wochen so getan hat, die Mailbox durchschauen und natürlich das Netzbuch auf pMachine 2.3 “updaten”. Einiges zu tun also! ;-)

Internet

Deutsche Bildungsmisere, oder: Das Grillen von Studenten

Soziologie ist eigentlich eine durchaus ernsthafte Wissenschaft, hat aber ein katastrophales Image. Dieses wird gefördert durch Unterfangen wie die Soziologische Modernisierungstheorie des Grillens. Dieses Projekt ist eine Fundgrube für abenteuerliche Thesen und unfreiwillige Komik, besonders herausragend ist dabei eine Untersuchung mit dem Titel Für welches Problem ist Grillen die Lösung? Der Gender-Aspekt beim Grillen (PDF). Zitat: »In einem Zeitraum von 14 Tagen, hat unsere Arbeitsgruppe das Grillverhalten von verschiedenen Gruppen (ab 5 Personen) am Seepark in Freiburg beobachtet. Dabei muß unser Ansicht unter zwei Arten des Grillens unterschieden werden. Zum einen das Grillen von Studenten, oder anderen jungen Leuten und zum Anderen das Grillen von Familien, wobei diese entweder einzeln oder im Familienverbund (2-3 Familien oder mehr ) grillten.« Das muß ein wahres Massaker im Seepark gewesen sein, ich hoffe die Studenten und Familien waren gut durch. ;-) Wenn das nicht die exemplarische Manifestation deutscher Bildungsmisere ist, dann weiß ich es auch nicht mehr. Die Autorinnen stellen gewagte Thesen über die Geschlechterverteilung bei der Tätigkeit des Grillens auf, zitieren Habermas und Luhmann (armer Kerl, er dreht sich wahrscheinlich im Grab um …), und ziehen den ganz großen Bogen von der Macht über die Grillgabel hin zu Frauen in Männerberufen und wieder zurück. Das famose Werk kulminiert in der Hypothese (Zitat): »Das Grillen stellt sich als einer der wenigen konfliktfreien Räume für die Geschlechter in unserer Gesellschaft dar.«


(Via Spiegel Online)

Weblogtalk

pMachine 2.3 und Trackback

So, nun läuft das Netzbuch unter der pMachine 2.3. Bis auf die selbstgestrickte Kommentarübersicht in der rechten Spalte läuft alles, und der deutsche Datums-Header muß wieder manuell eingebaut werden.

Mit der neuen Version hat nun auch das “Trackback” Einzug gehalten in die pMachine-Welt, Couchblog-Nico hat zum Thema “Trackback” mal einen hervorragenden Artikel im Bloghaus geschrieben, zur “Belohnung” habe ich Nico nun auserkoren um das Trackback mal zu testen. ;-)

Die Mark Pilgrim vs. Dave Winer RSS-Fehde ist doch ein hervorragendes Testobjekt, ich glaube die beiden Jungs haben definitiv zu viel Zeit und sind mit ihrer “richtigen” Arbeit irgendwie nicht ausgelastet …


Geht aber nicht. :-/

Zeugs

Zur Werbung

1 Frankfurter Rundschau: 1,20 Euro

1 Lucky Strike: 3,20 Euro

Nach dem Urlaub wieder ins Büro gehen und obszöne Mails von ehemaligen MitarbeiterInnen (mit Absenderangabe ;-)) aus dem Kontaktformular der Firmenwebsite in der Mailbox finden: unbezahlbar …

Musik

Leeres Ölfaß

Telepolis über Metallica:

»Letzten Samstag. Metallica treten bei RTLs “Top of the Pops” auf. Ob Alexander, der dort seinen Knüller “Stay with me” vorstellte, sich ein Autogramm geholt hat? So mancher Metallica-Fan ist enttäuscht: “Treten die da etwa auf? Gott, wie tief sind die gesunken? :´-(” Ein Blick in die deutschen Albumcharts… Platz 5 (letzte Woche noch 2): Daniel Küblböcks “Positive Energie”; Platz 3 (Neueinstieg): “The Final Album” von Modern Talking; Platz 1 (schon seit vier Wochen): Metallica mit “St. Anger”. Moment mal. Modern Talking steigen nicht auf 1 ein? Seit wann schreibt Dieter Bohlen Metallicas Songs? Tut er nicht. Ein Grund, sich mit “der letzten der großen Rockbands” (Playboy) und ihrem Straßenfeger auseinander zu setzen.«

Mehr: Telepolis

Internet

In der Kürze ...

… liegt die Würze:

Linus stellt Linux-Kernel 2.6 zur Verfügung (Heise).

Foto-Album aus dem Handy: »Vom Weblog zum Moblog: Amateurfotografen halten inzwischen fest, was keiner sehen will – mit Foto-Tagebüchern im Internet. In Tokio traf sich die Szene zu einer ersten Konferenz« (Netzeitung).

»Musikindustrie: Web-Tauschbörsen für Verluste verantwortlich«(Golem). »Illegale Musikdownloads kurbeln den Albumverkauf an« (Netzeitung). Hm?

Und die Topmeldung des Tages: »Robbie Williams fast von Videowand erschlagen« (Netzeitung). Und das auch noch in Deutschland, für alle Zeiten wären wir Deutsche als “Robbie-Killer” gebrandmarkt worden …

Webworking

Netscape R.I.P.

AOL hat Netscape als Marke getötet, die Mozilla-Entwickler die noch bei AOL (die vor einigen Jahren Netscape übernommen hatten) beschäftigt sind werden gefeuert, und die Weiterentwicklung der Mozilla-Familie wird zukünftig von einer Stiftung finanziert. Das ist die Quintessenz eines “digitalen Blätterrauschens” in den amerikanischen Weblogs, ausgelöst durch einen Eintrag im mozillaZine. Dort ist zu lesen dass sogar die Netscape-Logos von den Büro-Gebäuden abgeschraubt wurden. Radikaler Schnitt, sozusagen. Auch der für Netscape arbeitende CSS-Guru Eric Meyer bestätigt dass sein Team aufgelöst und in andere AOL-Abteilungen zerstreut wurde. Auch Daniel Glazman wurde gefeuert. Das ist also das ruhmlose Ende eines großen Webpioniers, Netscape ist Geschichte …

Wie erwähnt, die Mozilla-Entwicklung wird zukünftig von einer Stiftung finanziert, deshalb strahlt nun auch die Website von Mozilla.org in neuem Design. Um unser aller Lieblings-Browser Mozilla braucht man also keine Angst zu haben, nur den Netscape-Browser (Mozilla [Gecko]-Engine mit überflüssigem AOL-Zeugs drumherum) wird es nicht mehr geben. Was ja nicht so tragisch ist …

Diese Geschichte wird die nächsten Tage durch Netz und Presse geistern und Unkenrufe über Microsofts endgültigen Sieg im Browser-Krieg auslösen, ich kann mich in dieser Hinsicht nur Simon Willison anschließen: »With Netscape dead, less enlightened web developers may be tempted to drop all pretences at cross browser compatibility and go back to targeting Internet Explorer. This would be a folly: even without Netscape, the browser ecosystem is thriving now more than any time before in the history of the web. The browser wars are dead and gone, and with due attention to standards they need never come back. Let`s hope this truth is not lost in the media barrage we can expect over the next few weeks.«

Zeugs

Nietzsche-Entchen

[Bild: Das Nietzsche-Entchen aus der Schmidt-Show] Die Harald-Schmidt-Show ist ja meistens sehenswert, aber gestern abend hat er sich selbst übertroffen, ich bin fast von der Couch gefallen als das “Nietzsche-Entchen” mit dem Buch voller Ehetipps auf die Bühne kam. Das hat mir so gut gefallen dass ich das “Nietzsche-Entchen” nun hier für die Ewigkeit festhalten muß.

Für die Nicht-Schmidt-Seher: In irgendeiner Illustrierten war zu lesen dass Brigitte Seebacher-Brandt einen Manager geheiratet hat und die beiden auf den Spuren von Friedrich Nietzsche auf Hochzeitsreise sind. Wer Nietzsche ein wenig kennen gelernt hat weiß dass er nicht gerade ein Romantiker war (Kostproben-Zitat: “Durch Frauen werden die Höhepunkte des Lebens bereichert und die Tiefpunkte vermehrt” ;-)), also kam das Nietzsche-Entchen auf die Bühne, gab Harald ein Buch und er las besonders bösartige Zitate von Nietzsche über die Ehe vor. Herrlich! Aber auch der Rest der Sendung von Harald als Empfangschef bis Big Johns Auftritt am Ende, einfach gut. So hat man wenigstens einmal am Tag etwas zu lachen …

Internet

Vergoogelung.ppt

Martin zur Spiegel-Mär die “Vergoogelung” des Web vergrößere sie die Abhängigkeit von qualitativ hochwertigen kommerziellen Produktionen: »Viele akademische Inhalte verschwinden einfach, weil sie in PDF- oder DOC-Form am Netz hängen und saumäßig aufbereitet sind. Da ist dann nicht Google oder die Kommerzialisierung schuld, sondern die Unfähigkeit der Publizierenden. Es hilft nichts, Dokumente mit Titeln wie “Präsentation_endgültige_fassung.ppt” ans Netz zu hängen und dann zu jammern, dass sie keiner findet.« Mein Reden, solange ich denken kann. Eine Unsitte par excellence. Es kann doch nicht so schwer sein ein Dokument mal eben in HTML umzusetzen. Ist es aber wohl offensichtlich. Ist eigentlich auch ein Thema für die kleine Netzbuch-Reihe der “Internet-Plagen.” “Flash-Only”-Websites kann man gleich mit dazu packen, wie soll eine Suchmaschine einen Flash-Film indizieren?

Übrigens beweist das hohe Ranking von Weblogs in Google-Suchanfragen dass es eben nicht viel Geld braucht um gefunden zu werden. Vor kurzem war noch zu lesen es bestehe die genau umgekehrte Gefahr, nämlich dass es Webloggern zu einfach ist gefunden zu werden und die wertvollen Infos der kommerziellen Anbieter darunter “verschütt” gehen. Was denn nun?

Internet

Netscape R.I.P.

Das Webstandards Project hat eine ausführliche Übersicht mit Links zu aktuellen Artikeln und Meinungen zum Tod von Netscape.

Ein interessantes Zitat daraus: »Browsers aren`t typically chosen by people who care about things like independence and technical superiority. Browsers are chosen by end users. […] end users don`t understand tech and don`t want to. They choose technology based on what they think is safe. Well-known brands appear safe because so many other people are using them. Aside from IE, the only browser brand with any recognition outside Web developer circles is Netscape. With the Netscape browser dead people – including some Web developers – may conclude there is no viable alternative to IE. Worse, many may decide that Web standards are synonymous with `works in IE/Win`.

It`s up to us (and you) to ensure that doesn`t happen.«

Weblogtalk

Howard Dean - Per Weblog ins Weiße Haus?

Die Frankfurter Rundschau und die Heise-News (der FR-Artikel ist “substanzieller”) beschäftigen sich mit dem amerikanischen Politiker Howard Dean. Dean ist einer der Bewerber für den Posten des Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, also des Herausforderers Nr.1 von Präsident Bush im nächsten Jahr. Da es dem amerikanischen System eigen ist, dass in den herausfordernden Parteien erst einmal eine Wahl vor der Wahl statt findet, muß schon ein Kandidat Wahlkampf bestreiten um überhaupt in der eigenen Partei bekannt zu werden. Deans Internet-Kampagnenleiter Mathew Gross etablierte zu diesem Zweck ein Weblog namens Blog for America, dass sich durch den typischen Weblog-Stil wohltuend von den (auch von deutschen Politikern) bekannten Politiker-Verlautbarungs-Websites abhebt. Seine politische Positionierung als “linker Anti-Bush” (“links” für amerikanische Verhältnisse, natürlich) tut ein übriges dazu ihn für den liberalen Teil des amerikanischen Spektrums, der im Internet zahlenmäßig stärker und lautstarker wirkt als er es tatsächlich ist, interessant zu machen. Diese Kampagne wirkt, laut FR gibt es schon über 60 “inoffizielle” Weblogs zu Deans Unterstützung, und Dean gewann eine “Internet-Vorwahl” mit 44% und 20 Prozentpunkten Vorsprung auf den nächsten Verfolger.


Das alleine bringt es natürlich nicht, das weiß auch Mathew Gros (Zitat lt. FR): »Vieles, was wir jetzt ausprobieren, wird in der Zukunft zum Standard-Repertoire einer Wahlkampf-Kampagne gehören.« Aber: »Wahlen werden nicht im Internet entschieden, sondern in der Wahlkabine.«

Internet

Guck ma, ich bin im Netz

“Schon” eine Woche alt, aber erst heute entdeckt: Die FR über private Homepages im Netz: »Mehr und mehr Deutsche stellen ihr Privatleben im Internet vor – freilich nur so weit, dass es auch die Mutter lesen darf.«

Wie kann man nur … Oops, hallo Mama!

Linux

Linux Heroen im Gespräch

»Applikationen sind nur Testfälle für den Kernel.«

Andrew Morton, Maintainer des neuen Linux-Kernels 2.6, im Interview mit Computerworld Australien.

Linus Torvalds im Gespräch mit CRN über den SCO vs- Linux-Streit über angeblich abgekupferten Code im Kernel: »I am personally convinced that exactly because we are so open we can follow the code through any time. If something bad happens, you have the trail, you can see who did it, what happened, how did it get here, which is actually not that common in proprietary systems. It is actually much harder, usually, to see that in other systems just because you can`t go through the main list archives. That in itself says if something bad happens we can stop it. We can go and look at what was going on. […] But I mean it was clear that in the U.S.-business kind of climate [that] once enough money is involved, lawsuits will happen. This is not an `if,` this is a `when` question. And most lawsuits are resolved. This one has gotten a lot of press because Linux finally got big enough that people decided we can make money more easily by suing somebody than by using Linux. In the end, SCO is not a very surprising [company to bring a lawsuit]. Their business was zero and it was shrinking.«

(via Pro-Linux)

Internet

Bundesgerichtshof: Deep Linking ist zulässig!

Manchmal siegt die Vernunft auch vor Gericht: Das “Handelsblatt” hatte gegen “Paperboy” geklagt weil letzterer Dienst “Deep Links” auf Handelsblatt-Artikel setzte. In erster Instanz hatten sie damit sogar Erfolg, die Revision und heute der Bundesgerichtshof kassierten das Urteil:

»Ein Berechtigter, der ein urheberrechtlich geschütztes Werk ohne technische Schutzmaßnahmen im Internet öffentlich zugänglich mache, ermögliche dadurch bereits selbst die Nutzungen, die ein Abrufender vornehmen könne. Es sei seine Entscheidung, ob er das Werk trotz der Möglichkeit, daß nach dem Abruf auch rechtswidrige Nutzungen vorgenommen würden, weiter zum Abruf bereithalte. Auch ohne Hyperlink könne ein Nutzer unmittelbar auf eine im Internet öffentlich zugängliche Datei zugreifen, wenn ihm deren URL (Uniform Resource Locator), die Bezeichnung ihres Fundorts im World Wide Web, genannt werde. Ein Hyperlink verbinde mit einem solchen Hinweis auf die Datei, zu der die Verknüpfung gesetzt werde, lediglich eine technische Erleichterung für ihren Abruf. Er ersetze die sonst vorzunehmende Eingabe der URL im Adreßfeld des Webbrowsers und das Betätigen der Eingabetaste. Ob das Setzen eines Hyperlinks in der Form eines Deep-Links urheberrechtlich unzulässig sei, wenn der Linksetzende dazu technische Sperren umgehe, könne offenbleiben, weil die Klägerin nicht dargelegt habe, daß sie technische Schutzmaßnahmen gegen den unmittelbaren Zugriff auf “tieferliegende” Webseiten ihrer Internetauftritte anwende« (Pressemitteilung des Bundesgerichtshof, gleich mal “deep” gelinkt ;-))

Gerade für Weblogger ein nicht gerade unwichtiges höchstinstanzliches Urteil!

(via Netlife-Mailingliste)

Linux

Die Botschaft des Pinguin

[Der Rollberg] Linux inspiriert – zu Reflexionen über die Gesellschaft als solches, z.B. diese Woche im Freitag: Kann ein Nischenphänomen als Utopiemaschine dienen? fragt sich Rainer Fischbach in einem lesenswerten Artikel und möchte Software als ein “öffentliches Gut” sehen: »Die Logik, der ein öffentliches Bildungswesen folgt, stimmt auch für die Standardsoftware: eine einheitliche Systemplattform, einheitliche Formate und Protokolle für den Datenaustausch, einheitliche Text- und Rechenblattsoftware sind etwas Ähnliches wie eine einheitliche Sprache und ein einheitliches Maßsystem. Zeitgenossen wie Bill Gates sind deshalb vor allem Rentiers: Sie kassieren eine Gebühr für die nahezu kostenfrei erstellte Kopie ihrer Version der digitalen Grammatik. Was liegt da näher, als diese Version durch eine öffentliche zu ersetzen? Ganz nebenbei sägen nicht allein die deutschen öffentlichen Hände auch ein wenig an der Position der US-Wirtschaft: Die ökonomische Basis des Empire wird löchriger. […] Nichts spricht dagegen, diese Fäden wieder aufzunehmen und die Entwicklung offener Software auch öffentlich zu finanzieren. Zugleich könnte offene Software als Modell für mehr Transparenz und für einen offen ausgetragenen Wettbewerb um gesellschaftlich sinnvolle Ideen und Konzepte dienen. Die öffentliche Hand veranstaltet schließlich auch Architektenwettbewerbe. […] Die Macht der Begutachtungs- und Beratungskartelle in Politik und Forschungsförderung ließe sich so erheblich begrenzen. Statt Konformismus in fast allen wirtschafts- und sozialpolitischen Fragen würden wir vielleicht mehr von dem erleben, was diese Gesellschaft mehr denn je braucht: einen offenen und informierten Dialog über Reformen, die diesen Namen verdienen.«


(Auch auf dem Rollberg)

Weblogtalk

Der weblogs.com-Ping ...

… geht mir langsam aber sicher schwer auf den Geist, das wird ja von Tag zu Tag langsamer. :-/

Mich dünkt der Server kommt langsam aber sicher an seine Belastungsgrenze, was schlecht ist da ja weblogs.com die Basis für so ziemlich jedes Auswertungs- und Ranking-Gimmick ist was es in der Blogosphere so gibt.

Weblogtalk

Blog-Perlen

»Wenn man von Xavier Naidoos Gejammere geweckt wird, ist man für den Rest des Tages doch impotent. Wenn das Erste, das man am Morgen hört Jannette Biedermann ist, verliert man seine Lebenslust vollkommen oder wenn mir so’n Deutsch-HipHopper ins Ohr nuschelt, muß ich schon vor’m Frühstück kotzen« (Markus zur Problematik des Weckens mittels Radiowecker angesichts der musikalischen Qualität gängiger Radioprogramme).

»Beim Anblick mancher Gewählter stellt sich doch die Frage, ob die Demokratie wirklich die beste aller denkbaren Staatsformen ist« (WorldWideKlein besucht eine Pressekonferenz die ihn nachdenklich stimmt).

»Angeblich sollen durch die Massnahmen die Beiträge bis 2006 auf 13 Prozent gesenkt werden. Schwachsinn. Warum sollten die Kassen das tun, wenn sie nicht gezwungen werden? Und selbst wenn sie es wider Erwarten täten: was bringt das, wenn die eingesparten Euro für eine Pflichtversicherung für den Zahnersatz draufgehen? Und von den anderen Zuzahlungen? 300 Euro pro Behandlungsfall im Krankenhaus – na klasse, was macht Oma Kasulke mit ihrer Mini-Rente? Den PC mit dem frisch installierten Linux verkaufen, weil die Gallensteine raus müssen?« (Hugo zur sogenannten “Gesundheitsreform”)

Internet

New York Lifestyle

Manchmal muß man Spiegel Online einfach mal loben, z.B. für Anette Frischs Artikel Wirklich gute Comics findet man nur im Internet. Es geht um “Powerpoint-Slams”, bunte Abende mit Comic-ZeichnerInnen, die ihre Brötchen mit Internet-Comics verdienen und sie dem geneigten Publikum per Powerpoint-Präsentation vorführen, von Musik untermalt. Schön auch der Einblick in den “internettigen” New Yorker “Lifestyle” am Beispiel der Zeichnerin Dorothy Gambrell: »Der regelmäßige Austausch ihrer Inhalte ist also wichtig, und deshalb tüftelt die 24-Jährige täglich an ihren Online-Episoden – in ihrer Mini-Wohnung, in der das Schlafzimmer gleichzeitig das Arbeitszimmer ist, ein Schlagzeug und ein Keyboard das Wohnzimmer beherrschen und die Katze, die “Katze” heißt, den Überblick vom Küchenschrank aus sucht.« Herrlich! Dazu läuft im Hintergrund “Nada Surf” oder “Interpol” und ab und an gibt es “Poerpoint-Slams” in umgebauten Fabriken.


Wie langweilig ist doch dagegen das Leben des gemeinen deutschen Büromenschen. Aber nicht verzagen, auch Du und ich können nun einen virtuellen Fuß nach New York setzen, indem wir uns ein Weblog bei Sparkpod zulegen, 60 Tage für “nix”, danach 25 Dollar pro Jahr. Das sehr sehr “cool” und absolut exklusiv. »Und, was für noch mehr Exklusivität sorgt: Sparkblog wurde auf Macs programmiert und designt und läuft auf Apple XServes« (ITW).


Na dann, go!

Weblogtalk

Medien und Weblogs

Roland (selbst Journalist) vom Late Night Blog beleuchtet in Moes PlasticWiki das Verhältnis von Medien und Weblogs. Roland sieht Weblogs als Träger einer Gegenöffentlichkeit zu den etablierten Medien als (Zitat) »Rammbock an der Mauer des Schweigens. Lange genug wurden Weblogs als das spinnerte Hobby selbstdarstellerisch veranlagter Nerds belächelt. Doch zunehmend zeigt sich auch, dass Weblogs die Aufgaben wahrzunehmen beginnen, die konventionelle Medien nicht mehr wahrnehmen wollen oder können. Eindringlichstes Beispiel, das zugleich eine neue Untergattung des Weblogs, das Warblog, hervor brachte, ist die Weblogszene zu Beginn und während des Irakkrieges. Während amerikanische Medien, beinahe gleichgeschaltet durch eine monopolisierte Medienlandschaft, ganz “auf Linie” der US-Administration berichteten und die Wächterfunktion der Medien vielen nur noch als hohle Phrase erschienen, schlüpften Blogger in genau diese Rolle […].«


Eine interessante Betrachtung, sie sollte zukünftig für alle “fachfremden” Journalisten, die vor haben über Weblogs zu schreiben, Pflichtlektüre sein. Und noch ein schönes Zitat zum Schluß:


»Webloggen bedeutet in erster Linie eben nicht, zu schreiben, sondern zu lesen und sich zu informieren.«


(via Moe`s Blog)

Zeugs

Heute: Lob!

[Bild: ICE von vorne] Man muß auch jönne könne: Dieses Wochenende war bei der Bahn alles bestens, pünktliche Hin- und Rückfahrt, und alles hat funktioniert. Besonders nett: Der Lokführer des ICEs hat einer Mitreisenden und mir ein wenig die Funktionsweise des Lokführer-Cockpits erklärt. So macht Bahnfahren richtig Spaß!

Internet

Mobile Phone Throwing Association

In Telepolis: Wie ein kleiner Scherz in einer Telepolis-Glosse die Runde machte und zur seriösen Nachricht wurde. Telepolis hatte eine Glosse im Angebot die behauptete, ein Oleg Schwez habe in der Ukraine einen Weltrekord im Handy-Weitwurf aufgestellt, aber es sei fraglich ob die “Mobile Phone Throwing Association” diesen anerkenne. Diese Organisation war frei erfunden, aber im Telepolis-Artikel kann man nachlesen wie diese Ente die Runde machte. Ein Hoch auf die gründliche Recherchearbeit der Damen und Herren Redakteure! Ob die bei anderen Themen auch so gründlich arbeiten?

Zeugs

Private Dinge entblöden - Rechnernamen

WorldWideKlein: »Und wenn ich schon mal dabei bin, private Dinge zu entblöden – was spricht eigentlich mehr gegen mich: daß ich meine Rechnersammlung “Erwin” (Linuxkiste, nach einem sehr klugen, leider von mir gegangenen WorldWideKater), “Killer” (Windows-Notebook, nach einem nicht ganz so klugen, aber zum Glück seeehr lebendigen WorldWideKater) und “Pooh” (nach der extracoolen WorldWideKatze) benannt habe – oder was?«

Gute Idee: Sage mir wie Deine Rechner heißen, und ich sage Dir wer Du bist!
Ich sitze gerade an der “rattengoettin” (mein Arbeitsrechner), neben mir plärrt die “rattendisko” (Linux-Rechner mit Giantdisc-MP3-Datenbank) fröhlich vor sich hin, und für die Netzverbindung in die weite Welt und die “Aufsicht” über das Netz sorgt der “rattenpfoertner” (Linux-Router-Rechner mit Firewall). Was sagt das nun aus? ;-)

Egal wie man sie nennt, wichtig für Rechnernamen ist: Sie müssen einprägsam sein, bei meinem Arbeitgeber beherzigt man eine völlig kranke Konvention die dazu führt dass Rechner Namen wie “nwip-de13454” oder “nlms-ffm003” haben. Was dazu führt dass man ständig eine Liste der Rechner neben sich haben muß an denen man arbeitet. Dann kann es auch gleich bei IP-Adressen belassen, denn die Idee hinter der Idee Rechnern im IP-Netz Namen zu geben (der Trick mit den Domain-Namen halt) war dass sie für Menschen leichter merkbar als IP-Nummern sein sollen …

Webworking

PHP5 erscheint am Horizont

So langsam wird es ernst: PHP Beta 1 steht schon seit letztem Monat zur Verfügung, ergo wird es für alle, die ihr Geld u.a. mit PHP verdienen, allerhöchste Zeit mal einen Blick drauf zu werfen. Z.B. in dem man den Sitepoint-Artikel PHP5: Coming Soon to a Webserver Near You liest (via generation neXt).


Und wenn es etwas spezieller sein darf: The Template Method Pattern in PHP 5 auf Zend.com (via PHP Everywhere).


Nicht dass ich jetzt übermäßige Lust hätte mich mit den intimen Neuerungen von PHP5 zu befassen, aber irgendwann muß man es ja mal installieren und schauen was alles nicht mehr funktioniert. ;-)