Juni 2003

Gentoo auf LinuxWorld

Linux

Nick Petreley bespricht auf LinuxWorld meine favorisierte Linux-Distribution, Gentoo. Er kommt, wenn ich das mal so unbescheiden schreiben darf ;-), zu den selben Schlüssen wie ich. Nur scheint er einen etwas langsamen Rechner zu haben, die von ihm angegebenen Kompilierzeiten kann ich nicht bestätigen. Heute abend habe ich mal wieder erlebt wie einfach Gentoo ist, ein neues KDE ist raus, kurz drauf ist es auf Gentoo verfügbar und der User tippt mal kurz “emerge kde” in die Root-Shell ein, und knapp 3 Stunden später (auf einem System mit Pentium 4 2,5 GHz und 512 MB RAM) hat man ein frisch kompiliertes KDE 3.1.2 auf der Kiste. Nicht dass ich das nun unbedingt bräuchte, aber ich wollte mal das Update ausprobieren. Drei Stunden klingt lang, wer aber schon mal ein ja angeblich soooo unkompliziertes Update per SuSE-RPMs durchgeführt hat und dann stundenlang suchen musste, weil eine Konfigurationsdatei nach dem Update an der falschen Stelle gesucht wurde, kompiliert lieber ein bißchen. Dafür funktioniert es anschließend.

Nicks Fazit ist auch mein Fazit: »Do I still like Debian? I absolutely love it. But until further notice, Gentoo is now my flavor of Linux" (ebd.).

Wer hat Angst vorm Pinguin?

Linux

Das fragt c`t. c`t startet mit der aktuellen Ausgabe eine Serie für Umsteigewillige, ein “Teaser” ist auch online verfügbar. Gut gefällt mir ein Bonmot aus diesem Artikel:

»Linux oder Windows – die Debatte ist Schnee von gestern. Die Realität heißt längst Linux und Windows. Statt mit Vorurteilen und längst ausdiskutierten Argumenten um sich zu werfen, ist der PC-Kenner in beiden Welten zu Hause.«

Da ist was dran. “OS-Wars” sind genauso “out” wie Browser-Kriege, außer vielleicht in den Heise-Foren.

Schlecht ...

Zeugs

… ist folgende Situation: Ohne Jacke mit kurzärmeligen Hemd und halboffenen Schuhen im Büro zu sitzen und draußen fällt ein exorbitanter Regenguß aus dem hessischen Himmel herunter. Wie kommt man nun trocken zum Bahnhof?

Das war nun mal ein echter “Gonzo-Blogger”-Eintrag. ;-)

Netzzensor Büssow tritt aus gegen Kritiker

Internet

[Der Rollberg] Unglaublich, ausgerechnet der Regierungspräsident meiner Heimatstadt Düsseldorf, der beliebte und bekannte Netzzensor Jürgen Büssow, führt sich auf wie ein Parteisekretär der chinesischen KP:

Alvar Freude, des Regierungspräsidenten Büssows ärgster Kritiker im Netz, wird versucht mit Androhung von Gefängnis und indem ihm der Gerichtsvollzieher auf den Hals geschickt wird mundtot zu machen. Alvar hat die Vorgänge detailliert belegt, das ist wirklich ein himmelschreiender Skandal. Mitten in Deutschland fühlt sich ein nicht einmal vom Volk gewählter politischer Beamter zum Kreuzzug gegen das “böse” Internet berufen und schreckt beim Vorgehen gegen seine Kritiker vor nichts zurück. Das ziemlich undemokratische System der Bezirksregierungen in NRW spielt Büssow in diesem Fall in die Hände, es gab außer dem legendären Kölner Regierungspräsi Antwerpes und seinen ebenso legendären Autobahnsperrungen bei Nebel aber noch keinen Regierungspräsidenten in NRW der seine vom Gesetzgeber verliehene Macht so eklatant mißbraucht hat wie Büssow.

Meines Erachtens ist Büssow schon lange nicht mehr tragbar und gehört umgehend abgesetzt. Für den Anfang sollte man aber dafür sorgen dass er und seine Machenschaften mal ein wenig bekannter werden in der Öffentlichkeit …

(Via Rollberg)

Blog-Perlen

Weblogtalk

»My blog is extremely tedious, and I`m buggering off for a few days to think of something interesting« (Blogtastic).

»The nutty blog hype, such as it is, has been inflated by a handful of weblog tools vendors and exhibitionists who desperately see this as their big moment. By promoting the humble blog as a social tool that heralds an “Emergent Democracy”, or a fabulous network that can overthrow Big Brother, they`re crowning themselves with the mantle of populist heroes« (The Register).

»1. Virtual sociality is real and important. 2. Bodies are real and important. I`m having trouble bringing the two ideas together, but I am unwilling to give up either« (Joho The Blog).

iX über Bloggen

Weblogtalk

Ich weiß nicht ob das irgendwer schon verkündet hat, aber in der in der aktuellen ix (6/2003) gibt es einen Artikel über das Webloggen mit dem Titel “We Blog”.

Zitat: »Wohin geht die Reise? Weblogs und das Bloggen als Hobby sind aktuell voll im Trend. Wird bald die große Hypewelle über den Blogs zusammenbrechen, genau wie bereits bei der Homepage für jedermann zum günstigen Preis von nur 99 Cent pro Monat oder den individuellen 0700-IRGENDWAS-Telefonnummern, die die totale Unabhängigkeit von Mobiltelefon, Bürorufnummer oder Privatapperat versprechen? Die ersten Schritte zur Kommerzialisierung sind klar erkennbar. Beispielsweise bietet blogger.com kostenpflichtige Premium-Leistungen an, und das Weblog-Portal 20six erlaubt jetzt das Bloggen via GPRS und MMS. Gibt es aber einen Unterschied zur 08/15-grüngelb-auf-cyanem-Hintergrund-Homepage? Vielleicht: Blogger müssen nichts von Webdesign verstehen und wollen eine konkrete Message vermitteln. Und sei es nur die, dass es sie gibt – aber ist das wirklich ein Unterschied?«

Terraforming ...

Internet

… gibt es bis jetzt zwar “praktisch” nur bei Star Trek, aber es gibt kluge Köpfe die sich Gedanken darum machen wie man z.B. den eher ungemütlichen Mars in einen wohnlichen Ort zum Auswandern umwandeln kann. Eine Fundgrube über das wissenschaftliche Nachdenken darüber sind The Terraforming Information Pages. Besonders hübsch sind die Visionen von “terrageformten” Welten in der Terraforming Art Galery, die mich eher an futuristische Bildbände aus den 70er Jahren erinnern.

[Mars Desert Research Station] Es gibt mit der Mars Society sogar eine Art “Verein” der sich mit der Besiedlung des Mars beschäftigt. Mit der Mars Desert Research Station haben sie schon einmal ein bißchen “Mars besiedeln” geübt. Ein Container wurde in die Wüste gestellt und die Bewohner mussten so tun als wären sie auf dem Mars, und durften nur die Hilfsmittel verwenden die man realistischerweise mit einem in naher Zukunft realisierbaren Raumschiff mitnehmen könnte.

Und in der Lightworld Image Gallery kann man sich eine Bildfolge anschauen die in künstlerischer Darstellung das Terraforming auf dem Mars vom kargen staubigen Planeten zum “blühenden Garten Eden” darstellt.

Was ich immer erstaunlich finde: Wir (die Menschen als solche) haben nicht mal unseren eigenen Planeten im Griff, wie kann man da so anmaßend sein einen fremden Himmelskörper “umwandeln” zu wollen?

Marschflugkörper für den Hausgebrauch

Internet

Wenn ich mit meinem derzeitigen Bastelprojekt “MP3-Server mit ”http://www.giantdisc.com/" >GiantDisc fertig bin brauche ich eine neue Herausforderung. Die Netzeitung hat da eine schöne Idee, der Australier Bruce Simpson arbeitet gerade daran mit per Internet-Versand erhältlichen Teilen einen Marschflugkörper mit 160 km Reichweite zu bauen und dokumentiert das im Web. Die Details gibt es zwar nur wenn man löhnt, aber naja, andere Hobbies sind auch kostspielig …

So eine Cruise Missile kann man immer brauchen. Ärgert Dich Dein Chef? Schick` ihm einen Marschflugkörper. Deine Ex will Dein Geld? Schick` ihr einen Marschflugkörper. Die Bayern gewinnen zu oft in der Bundesliga? Schick` ihnen einen … Genau!
Und das sind nur drei von vielen denkbaren Anwendungen …

Oh, der Infostress!

Internet

Nach der Internetsucht gebiert das Zeitalter der vernetzten, wie Netz-Faktotum Ossi Urchs immer sagt, “ubiquitären” Total-Information eine weitere Modekrankheit: Den Infostress! Heise berichtet darüber und zitiert den australischen Forscher Neville Meyers:

»Infostress ist jener Stress, den wir verspüren, wenn wir mit zu vielen Informationen konfrontiert werden; wir können mit dem Vorhandenen nicht umgehen, das Treffen von Entscheidungen wird behindert, und wir kommen nicht voran — das sind die Momente, in welchen wir wirklich auf Probleme stoßen und sogar krank werden.«

Yo! Dienstag bin ich krank, ich habe “Infostress.” Ich bin besonders gefährdet. Früher ging man einfach zum Bahnhof und stieg in den Zug und tankte sich irgendwie durch. Aber jetzt? Stundenlang tunt “tuned” man die Fahrpläne im Internet, berechnet diese Route, jene Route, diesen Tarif, jenen Tarif, druckt sich Fahrpläne, Wegeskizzen und Stadtpläne aus, überträgt sie auf den PDA – und hat schließlich so viele Informationen dass man nicht mehr weiß wo man herkommt, wo man eigentlich hin will, und vor allem, warum man da hin will. Und schuld ist nur das Internet …

Symbolische Politik: Das Beispiel Kongo

Lagedernation

Die taz schreibt: »An der deutschen Diskussion über eine Beteiligung der Bundeswehr am internationalen Kongo-Einsatz zeigt sich, wie weit die Militarisierung der deutschen Außenpolitik fortgeschritten ist.« Falsch! Die Diskussion zeigt viel mehr dass Politik in diesen Zeiten sich fast ausschließlich in symbolischen Handlungen erschöpft. Die deutschen Soldaten werden keinen einzigen “Kindersoldaten” zu Gesicht bekommen, die Entwaffnung dieser Milizen, wie überhaupt den Löwenanteil der “europäischen Friedenstruppe”, übernehmen französische Fremdenlegionäre. Es liegt im Interesse Chiracs diesen (französischen) Einsatz unter die europäische Flagge zu stellen, wg. seiner Idee der Emanzipation der europäischen Außenpolitik von der amerikanisch-britisch dominierten NATO.

Die deutschen Schlachten finden vorwiegend verbal an der Heimatfront statt. Dieses Handeln ist wie immer inkonsequent. Entweder man sagt “Ja” zu einem Militäreinsatz, dann aber richtig, mit allen Konsequenzen, auch den auf “Kindersoldaten” schießen zu müssen, oder man lässt es einfach bleiben.

Der Bürgerkrieg in der “Demokratischen Republik Kongo” (ehemals Zaire) tobt bereits seit 1998, etwa 1,5 Millionen Menschen wurden getötet. Da die Gemetzel aber nicht live in CNN und n-tv zu sehen sind interessieren und interessierten sie niemanden. Hintergrundinformationen zu diesem Konflikt findet man auf der Seite der AG Friedensforschung der Uni Kassel, und, zur aktuellen Lage, bei Ärzte ohne Grenzen. Lesenswert ist auch ein Artikel von dem in Sachen Afrika immer sehr engagierten Dominic Johnson in der taz über das vergessene Massaker vom September 2002.

Google und Weblogs

Weblogtalk

Moe auf plasticthinking.org über einen weiteren Artikel des notorischen Webloghassers Andrew Orlowski auf dem von mir hochgeschätzten Register:

»Google ist weder eine Institution noch eine moralische Instanz, sondern eine kommerziell operierende Firma. Man sollte vielleicht nicht vergessen, dass, wenn überhaupt, sich ihre Suchmaschine an das real existierende Netz anpassen muss – sicher nicht müssen die Netzinhalte dieser Suchmaschine gerecht werden.
Und ich werde her schlichtweg das Gefühl nicht los, dass es bei dieser ganzen Diskussion nicht um Information, sondern um Macht und Kapital geht. Durch Google Geschäfte zu machen ist ohne Weblogs vielleicht einfacher. Vielleicht ist es auch einfacher, Meinungen zu kontrollieren. Mehr aber auch nicht. Nur wäre es ein tragisch, wegen irgendwelchen Netzkapitalisten die freie Meinung, das lebendige, dynamische, menschliche im Netz auszublenden. Auf dass man in Ruhe wieder Geschäfte machen kann, ohne böse Blogger die dazwischenreden.«

Genau so ist es! Es ist ein großes Mißverständnis zu glauben, dass es ein Anrecht für Unternehmen gibt bei einem Stichwort als erstes in Google zu erscheinen. Man muß Google die Stärke wünschen sich gegen jegliche Begehrlichkeiten dieser Art zu wehren.

In Wirklichkeit ist es doch nur Neid: Weblogs bringen es fertig, ohne es gezielt anzustreben, im Suchindex an Positionen aufzutauchen, wofür, um diese zu erreichen, manches Unternehmen ohne Erfolg teure “Schamanen des Internets”, die sogenannten “Suchmaschinen-Optimierer”, verpflichtet.

Ziemlich warm ...

Zeugs

[Bild: Mein Thermometer im Home-Office] … ist es derzeit. Nun habe ich zwar nichts gegen warme Tage mit Sonnenschein, aber, wie man so schön “denglisch” sagt, “too much is too much.” Das Bildchen oben links zeigt die Temperatur heute nachmittag in meinem Home-Office unterm Dach, oben außen, unten innen. Der geregelte Rechner-Lüfter arbeitet auf Volllast, aber trotzdem geraten die Temperaturen im Innenraum des Rechners langsam aber sicher in kritische Bereiche. Gut dass ich keinen AMD-Prozessor habe, diese haben die Angewohnheit einfach abzurauchen wenn es zu warm wird, mein Pentium 4 stellt “nur” den Betrieb ein …
Ich hätte nichts dagegen wenn es mal so 10 Grad kühler werden würde, im Moment scheint es in diese Richtung zu gehen. Desweiteren hat mich gestern abend ein fliegendes Untier in den Finger gestochen, der Finger wird dick und ich bekomme Pusteln an der ganzen Hand, dagegen bin ich wohl allergisch. Diese Viecher leben richtig auf wenn es schön schwül-warm ist. Die Nachbarn grillen eine Runde, dem Geruch nach zu urteilen gibt es dort wohl alte Reifen zum Abendessen. Ach, wie schön ist doch heißes Sommerwetter … ;-)

Und was ich noch vergessen habe zu erwähnen: Im Zustand geistiger Umnachtung (zu viel Sonne auf den Kopf bekommen) habe ich die (natürlich ungesicherte) Speicherkarte meiner Digitalkamera mit hochklassigen künstlerisch wertvollen Aufnahmen ;-) drauf gelöscht …

Digitaler Videorekorder mit Linux

Linux

Das Gute an Linux: Es ist so flexibel dass man damit alles mögliche anstellen kann. Z.B. einen digitalen Videorekorder aufbauen, wie Wired vorschlägt: »If you want a really super-duper digital video recorder, you have to build your own. All you need is knowledge of Linux, plenty of cash for hardware and, if anything goes wrong, hundreds of hours to troubleshoot the device.« Eine Übersicht über die dafür geeigneten Softwarepakete gibt es beim Linux PVR Depot, empfohlen wird im Wired Artikel ein Projekt namens MythTV.


Dazu gibt es übrigens auch eine Artikelreihe in der Zeitschrift Linux-User, Teil 1, Teil 2 und Teil 3 von insgesamt sechs Teilen sind auch “online” verfügbar.

Auf der Suche nach dem "Gonzo-Blogger"

Weblogtalk

Es ist gar nicht so einfach dem (zumindest für mich) kurz vor der “BlogTalk”-Konferenz aufgetauchten Begriff “Gonzo-Blogging” (ich habe natürlich die Links zu den entsprechenden Diskussionen nicht mehr, die sind irgendwie “wech”) auf den Grund zu gehen. Es gibt zwar einige Blogger wie Rageboy die sich selbst als “Gonzo-Blogger” bezeichnen, aber definiert wurde der Begriff meines Wissens nirgends.

Ich schätze einmal er stammt ab von dem im Windschatten der Macher des Cluetrain Manifest aufgetauchten Begriff des Gonzo-Marketing. Das besagt, kurz zusammengefasst, dass es erfolgsversprechender ist für ein Individuum oder eine Organisation mit der rauhen Stimme des “echten Menschen” nach außen zu kommunizieren als mit den geschliffenen realitätsfremden Floskel-Konstrukten der berufsmäßigen Marketing- und PR-Menschen. Letztere bauen eine Barriere auf dem Weg der Botschaft von Mensch zu Mensch (was ja letztendlich jeder Kommunikationsversuch ist, oder besser, sein sollte) auf, während die ungeschliffene “echte” Stimme direkt “durchkommt”. Das bringt mich aber nicht wirklich weiter. Wenn der “Gonzo-Blogger” also einer ist der “Gonzo-Marketing” für sich selbst über sein Weblog betreibt in dem er oder sie mit den “echten” ungekünstelten Worten aus dem Innern seiner oder ihrer Persönlichkeit daherplaudert, dann ist ja im Prinzip jeder Weblogger ein “Gonzo-Blogger.” Da muß also noch mehr hinter stecken. Und warum ausgerechnet “Gonzo”, eine Figur aus der Muppet-Show?


[Nachtrag: Hallo Bloghaus-BesucherInnen, die Suche nach dem Gonzo-Blogger geht hier weiter.]

Blog-Perlen

Weblogtalk

»Jason Shellen meldet sich in einer Diskussion aus dem Publikum: “Hi, I`m Jason Shellen!” AUs dem Publikum und vom Podium (!) hört man Frauenstimmen: “Uh!” :-)« (Martin live bloggend von der WBS).

»Warum [..] tun alle so, als müsse man sich rechtfertigen (oder es geheimhalten), wenn man an einem sonnigwarmen Sonntag vor dem PC sitzt? Es ist zu warm, um sich per Auto fortzubewegen. Freibäder und Seen sind zugeseucht. Alle freizeittauglichen Orte sind überflutet mit plärrenden, quengeligen und nervigen Kindern samt Eltern und Sonntags-Grillern und Sonntags-Spaziergängern, alle Restaurants mit Biergarten sind übervoll und auf Balkonen hat man Dutzende von anderen Leuten neben sich, die entweder Lärm machen oder sich im eigenen Sud drehen« (Melody sehr treffend über heiße Sommer-Wochenend-Tage).

»Je mehr Druck das Verstehen ausübt, desto entgleitet das Bloggen wie ein Stück Seife unter Wasser dem zupackenden Verstand« (McFrisbee in einem Kommentar bei ITW).

Digitaler Videorekorder mit Linux - 2

Linux

Zum Thema Digitaler Videorekorder mit Linux gibt es noch ergänzende Informationen von wil (dessen wurch.log in einem äußerst schicken neuen Design erstrahlt):


Das VDR-Portal beschäftigt sich, in deutscher Sprache, mit allen Dingen rund um das Software-Paket Video Disk Recorder, Hubertus Sandmann liefert eine sehr schöne Installationsanleitung dazu. Diese muß man wg. “Frame-Alarm” links im Menü selbst auswählen …


Danke für den Tipp, wil!

Der "Gonzo-Blogger" wird eingekreist ...

Weblogtalk

Dank eines Tipps von Roland (vielen Dank!) gewinnt die Gestalt des “Gonzo-Bloggers” langsam Konturen. Außer dem “Gonzo-Marketing” gibt es auch einen Gonzo-Journalismus, der von dem Amerikaner Hunter S. Thompson erfunden wurde. Dieser erhebt das Subjektive und das Fiktive zum Konzept der Berichterstattung, getreu dem Motto “gute Fiktion kommt der Wahrheit immer näher als der reine Journalismus”, das dem Schriftsteller William Faulkner zugerechnet wird. Besonders, wenn Thompson seinen Einfallsreichtum durch extensiven Gebrauch von Drogen noch ein wenig ankurbelte, entstanden äußerst “farbige” Reportagen. Thompsons erste Reportage dieser Art, von einem berühmten Pferderennen in Kentucky, veranlasste seinen Kollegen Bill Cardoso zu dem Satz “I don`t know what the f*** you`re doing, but you`ve changed everything. It`s totally gonzo”, und damit war der Begriff eingeführt. Gonzo bezieht sich nicht auf das Viech aus der Muppet-Show, sondern kommt wohl von einem kanadisch-französischen Wort namens “gonzeaux” das “leuchtender Pfad” bedeuten soll (das Wort kenne ich nicht und finde es auch nicht im Wörterbuch). Oder vom spanischen “gonzagas”, das bedeutet “jemanden auf den Arm nehmen.” Behauptet zumindest gonzo.org. Hunter S. Thompson schrieb später ein berühmtes Buch namens “Fear and Loathing in Las Vegas”, das dann vom ex-Monty Python-Mitglied Terry Gilliam mit Johnny Depp in der Hauptrolle verfilmt wurde. Habe ich leider nicht gesehen, werde ich natürlich umgehend nachholen.


Zurück zum “Gonzo-Blogger”, im Lichte dieser neuen Erkenntnisse ist der Gonzo-Blogger also ein Blogger der irgendeinen Fakt zum Anlaß nimmt um darum eine subjektive, zum Teil erfundene, Geschichte zu spinnen und ins Weblog zu schreiben. Diese Geschichte hat dann mit dem ursprünglichen Fakt nicht mehr viel zu tun, so wie z.B. Rageboy exemplarisch über Sid and Nancy. Oder der Blog-Eintrag erzählt letztendlich mehr über den Schreibenden als über das Objekt des Eintrags, das wiederum würde mehr in Richtung Gonzo-Marketing gehen.


Das befriedigt mich noch nicht, diesen Dingen muß noch ein wenig mehr auf den Grund gegangen werden!

Webstandards: ALA interviewt Anil Dash

Weblogtalk

A List Apart hat ein Interview mit Anil Dash von Six Apart im Angebot. Anil arbeitet bekanntlich mit dem MovableType-Paar Mena und Ben Trott an TypePad, einem MT-basierenden Weblog-Hosting-Service. Interessant für ALA ist dass TypePad-Weblogs sich an die modernen Web-Standards XHTML und CSS halten werden. Das ist für niemanden geringeren als ALA-Chef und “Web-Design-Idol” Jeffrey Zeldman ein Grund höchstpersönlich das Interview mit Anil Dash zu führen.


Ein Zitat von Anil aus dem ALA-Interview:

» […] we have two big goals for TypePad`s output. We want to enable even the least technologically-savvy user to participate in the benefits of advanced technology. Someday soon (Yea, verily, I believe!) there will be benefits to generating semantically-valid markup that validates as XHTML. And those are benefits that shouldn`t be conferred only on the technically elite. Indeed, they`ll be less interesting benefits if those are the only users who see them. But we`re also interested in quality. We say often that we don`t just want a lot of weblogs to use Typepad, we want them to be quality weblogs. And page quality is a reflection of the site itself, we believe.«


Wo er Recht hat hat er Recht! Wenn TypePad das hinbekommt sieht so mancher andere Dienst ziemlich “alt” aus wenn man in den Source-Code schaut und sich in gräßlichen “table”-Wüsten wieder findet. Schlampiger HTML-Code ist das digitale Gegenstück zum verfleckten Schulheft, der Inhalt kann prima sein, aber es macht einen schlechten Eindruck wenn der geniale Text von Tinten- und Kaffeeflecken umrahmt ist.


Und, moderne Standards sind kein Selbstzweck! Da M$ offensichtlich plant dem Internet Explorer mit einer Bindung an zukünftige Windows-Betriebssysteme den Todesstoß als “Stand-alone-Browser” zu versetzen, stehen wir vor einem Ende der Browser-Monokultur und vor einem Zeitalter der “Browser-Unübersichtlichkeit.” Es gibt die “Geckos” (Mozilla-Engine) in all ihren Erscheinungsformen, die Safaris, Operas, Konquerors und die langsam veraltenden MS Internet Explorer für Win und Mac. Um diesen ganzen “Zoo” bedienen zu können muß man sich zukünftig an Standards halten, Websites die nur in einem Browser aus Redmond funktionieren werden gnadenlos untergehen.


(Via Blogroots)

Die totale Sicherheit

Internet

Die Internet-Seite der taz nimmt sich unter dem Titel Die totale Sicherheit des Themas Palladium und TCPA – Verzeihung, das heisst ja jetzt “Next Generation Secure Computing Base” – an. Was sehr sinnvoll ist damit dieses wichtige Thema auch mal aus dem Dunstkreis der “Computer-Freaks” heraus kommt und in seiner gesamten Tragweite öffentlich wahrgenommen wird.

Neues aus der Blogosphere

Weblogtalk

waffle: under the iron interviewt mehr weniger interessante und bekannte Web-Promis. Dieses Mal an der Reihe: “Dive into Mark” Pilgrim (via Blogroots).

Oliver Wrede: BlogTalk – eine Nachlese (via Bloghaus). Das ist ein klassischer Notizlink, möchte ich lesen habe ich aber gerade keine Lust zu …

Und dann hat die bewährte CSS-Technik nun auch ein Weblog auf Basis der pMachine, die CSS-Technik-News. Sie haben die pMachine nach eigenen Angaben kräftig modifiziert. Das werden sie bald wiederholen können, denn zuverlässigen Informationen zufolge wird es demnächst eine neue Version der pMachine geben mit einigen oft gewünschten Features, z.B. Trackback. Darum wird es bis dahin keine neuen Basteleien in der pMachine-Corner geben, denn nichts ist ärgerlicher als etwas selbst einzubauen was dann mit dem nächsten Update sowieso kommt … ;-)

java.net

Internet

Eine interessante Sache für alle Kollegen die es “hart und komplex” brauchen, sprich in Java programmieren ;-): java.net möchte die “Java-Community” zusammenführen und bietet in dieser Community auch Weblogs und ein Wiki an:

»java.net is a new central meeting place for developers and Java technology enthusiasts to collaborate on projects, share ideas, and create the next “big thing.”«

Dort hat auch niemand geringeres als James Gosling sein Weblog.

(Via Golem)

Metallica sind wieder da! Und wie!

Musik

[Cover: Metallica - St.Anger] Rückblende, so etwa 1983/1984: Gymnasiast ralle lauscht gern und oft den harten Klängen dieser Zeit. Die damals “herrschenden” Bands des Heavy Metals hießen Saxon, Judas Priest oder Iron Maiden, und waren vor allem eines: Auf die Dauer recht eintönig. Immer das gleiche: Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, Gitarrensolo, Strophe, Refrain. Dann, wie heiße Ware, machten auf dem Schulhof Tapes die Runde. Ganz neue harte Klänge, vornehmlich von der Westküste der USA, Namen wie Venom, Dark Angel, Slayer und: Metallica! Diese Bands legten eine damals unbekannte Aggressivität, ungeheure Wucht und irres Tempo in ihre Musik und leiteten eine neue Ära der harten Musik ein. Völlig undenkbar damals dass so etwas jemals im TV zu sehen sein würde. Metallica legten mit “Kill`em all”, “Ride the Lightning” und “Master Of Puppets” drei epochale Meisterwerke vor und gingen dann den Weg vieler ehemals harter Bands: Den des “Wimping Out”. Die Alben der Neunziger sagten mir überhaupt nicht mehr zu, es fehlten einfach der Druck und die Aggressivität die sie berühmt gemacht hatte, sie klangen furchtbar fad` …

Zeitsprung: Das Jahr 2003, ralle sitzt gelangweilt vor dem Fernseher und schaltet rum, bleibt bei einem Musiksender hängen, und hört die neue Metallica Single “St. Anger”. Und kann es nicht fassen. Da war sie wieder, diese Wucht, hämmerndes Schagzeug, ratternder Bass, Tempowechsel und ein James Hetfield der seine Wut (worauf auch immer) in die Welt hinaus schreit. Am nächsten Tag: Plattengeschäft, neues Metallica-Album “St. Anger” kaufen! Denn es ist, wie der geniale Jan Wigger in seiner Spiegel Online-Rubrik “Abgehört” schreibt: »Niemand, der etwas auf sich hält und Metallica für “Master Of Puppets” oder “Ride The Lightning” geschätzt hat, wird sich gerne an “Re-Load” erinnern, das letzte Studio-Album von Metallica aus dem Jahre 1997. Und doch sind James Hetfield und der Rest noch die größte existierende Metal-Band, denn keiner konnte Gegenteiliges beweisen – Pfeifen wie P.O.D oder Linkin Park, die sich während Metallicas Absenz dumm und dämlich verdienten, schon gar nicht.«

Nun sind sie also wieder da, nach diversen Jahren Pause, Entziehungskuren, Psycho-Behandlungen und was-weiß-ich-noch-alles, und das mit einem Album, das, wie ein Plattenmanager anmerkte, “kommerzieller Selbstmord”(Spiegel) sei. Was aus einem solchen Munde ja einem Gütesiegel gleichkommt. So manches Milchbübchen, das sich nach “Load” und “Reload” ein Metallica-Shirt anzog und “hart” durchs Leben lief, wird sich nun die Öhrchen reiben. Denn es geht zur Sache auf “St. Anger”, derbe zur Sache.

Harte Zeiten wie diese verlangen nach harter Musik, Metallica liefern sie. Im Gegensatz zum LAUT-Kritiker gefällt mir der ausgesprochen rohe Sound von “St Anger” sehr gut. Anspieltipps sind die Single-Auskopplung “St. Anger” (Nr.2), “Invisible Kid” (Nr. 5) und “Unnamed Feeling” (Nr. 9). Aber die Scheibe ist durchgängig gut, einfach reinlegen, Lautstärkeregler aufdrehen und die Gläser im Schrank bei jedem Schlag von Lars Ulrich auf seine Drums hüpfen sehen …

Heutzutage erlebt man in Sachen Musik nicht mehr häufig angenehme Überraschungen, “St. Anger” ist eine. Jedem Freund harter aggressiver Klänge uneingeschränkt zu empfehlen, aber nichts für “Turnbeutelvergesser.” Für mich bis jetzt das Album des Jahres!

Küssen? Erst googlen!

Internet

Bruce Sterling, Buchautor und selbsternannter Visionär, in der futurezone:

»Interessanter als die Überwachung durch den Staat finde ich wenn sich Leute gegenseitig `googlen`, also mit Hilfe von Google ausspionieren. […] In den USA ist es heute fast üblich, dass sie jemanden, den sie auf einer Party kennenlernen zunächst mit Hilfe von Google überprüfen, bevor sie ihm oder ihr ihre Telefonnummer oder noch mehr geben. Überwachung findet dabei auf einer sehr unmittelbaren, physischen Ebene statt: Soll ich ihn küssen? Nun, ich werde ihn zuvor noch googlen.«

Kein IE für den Mac mehr!

Internet

Golem: »Nach einem Bericht des US-News-Magazins CNet will Microsoft seine Entwicklungsarbeit für künftige Versionen des Internet Explorers für MacOS einstellen. Sicherheits- und Geschwindigkeitsoptimierungen in Form von Updates solle es zwar weiterhin geben, aber neue Hauptversionen sind nicht mehr geplant, schreibt CNet unter Berufung auf Microsoft-Produktmanagerin Jessica Sommer.«

Gute Sache, das Ding ist sowieso eine Plage für jeden Webworker …

Blog-Perlen

Weblogtalk

»Überall – einzelne Quellen lohnt es sich schon garnicht mehr nachzuhalten – kann man nur lesen wie toll Weblogs sind, daß die Welt drauf gewartet hat von unzähligen `Bloggern` erhellt zu werden, sich Menschen über Kunstworte den Kopf zerbrechen. Ja, haben Weblogs das Inet jetzt `revolutioniert`? […] Was macht es denn jetzt so besonders, daß man sich hinsetzt, seinen Webserver mit irgend `ner Software ausstattet und dort Texte veröffentlicht anstelle seinen Newsreader aufzureißen um einen Artikel in eine passende NG zu posten. Sind Weblogs bessere Foren mit einem Vorbeter?« (Markus auf kniebes.net).

»Das Schöne an so`ner Katze ist doch: Sie riecht nie nach nassem Hund« (WorldWideKlein).

»Woran liegt es, dass ich oft das Gefühl habe, meine eigenen Charakterzüge bei unsympathischen Filmfiguren wieder zu finden?«(Baumis Betrachtungen).

»Während die Bentleys erwartungsgemäß in Le Mans gewonnen haben, hat mich der Ferrari Sieg in Montreal doch etwas überrascht und auch bitter getroffen« (HaiTech-Blog). Aber Andreas! Gewöhn` Dich schon mal an den Anblick der WM-Tabelle, so bleibt das jetzt!

Bahn-Horrortrip

Zeugs

Ich fahre ja nun wirklich gerne Bahn, aber es gibt Tage, da hätte ich nicht übel Lust mir den erstbesten Menschen in Bahn-Uniform zu schnappen und grausam zu foltern …

Am Wochenende war ich in Mönchengladbach, meine Familie besuchen. Da ich Sonntag abend noch einen wichtigen Termin hatte (19:00, Grand Prix von Kanada) hatte ich alles bestens geplant, mit 1,5 Stunden Spielraum. Das müsste reichen, denkt man sich so naiv. Da Mönchengladbach, wäre die Erde eine Scheibe, am Rand der Scheibe, kurz vor dem großen Abgrund, liegen würde, muß man zweimal umsteigen, also sah der Fahrplan folgendermaßen aus: Mönchengladbach ab: 15:24, S8, nach Neuss, Ankunft 15:41. Dort dann 15:53 ab nach Köln, Ankunft dort 16:19. Und dann 16:29 ICE nach Wiesbaden, Ankunft 17:31. Wunderbar, Zeit genug. Denkt man so naiv.

In Mönchengladbach ging es los, S8 fiel einfach so mal aus. Saftladen! Also mit Eltern per Auto nach Neuss, um den 15:53 zu bekommen. Wg. irgendwelcher, im Fahrplan im Web nicht angekündigter Bauarbeiten, fuhr er (a) 15 Minuten später los und brauchte (b) bis etwa 16:55 nach Köln. Tschüss ICE! Den nächsten nach Frankfurt-Flughafen haben wir natürlich gleich mit verpasst. Voller Mordlust lief ich durch den Kölner Hauptbahnhof. Naja, laufen kann man da nicht, an den unpassendsten Orten lungern dort verhärmte Gestalten, beladen mit 37 Koffern und 12 Rucksäcken, herum. Selbstverständlich immer unmittelbar vor und neben den Aufgängen und Treppen, ist ja sonst kein Platz in so einem Bahnhof. Habe ich eigentlich schon einmal erwähnt dass ich Bahnfahrer mit Rucksäcken für die achte biblische Plage halte?

Nach einem mörderischen Slalom zwischen die eben erwähnten Verhärmten hindurch erwischte ich dann einen weiteren verspäteten ICE. Planmäßig sollte er um 16:55 fahren, de fakto verließ er Köln um 17:10. Fabelhaft, zwei Stunden unterwegs und immerhin schon von Gladbach nach Köln gekommen. Der ICE fuhr natürlich nicht nach Wiesbaden, sondern nach Frankfurt-Flughafen. Da war ich dann um 18:15. Es verblieben also 15 Minuten um zum Regio-Bahnhof zur S-Bahn nach Wiesbaden zu gelangen. Schafft man normalerweise locker. Tja, an der Rolltreppe abwärts in den Tiefbahnhof schaffte es ein vollständig unfähiger Idiot von einem Touri den Gepäckwagen am Ende der Rolltreppe zu verkanten, was zur Folge hatte dass die hinter ihm laufenden üppigen Reisebegleiterinnen, von der Rolltreppe nach unten geschoben, gegen den vom Idioten verkanteten Wagen gepresst wurden und umfielen wie Kegel. Ich näherte mich der Szenerie auf der Rolltreppe, ging rückwärts die Rolltreppe hinauf um nicht in die üppigen älteren Damen zu rauschen, in der Hoffnung der Idiot würde es irgendwann mal geregelt bekommen seinen Gepäckwagen beiseite zu schieben und den üppigen Damen auf zu helfen. Von oben näherte sich der nächste Touri mit seinem Wagen. Aufkommende Panik ließ mich meine gute Erziehung vergessen und ich schrie den Idioten an dass ich ihm umgehend eine batschen würde wenn er nicht endlich seinen bescheuerten Wagen beiseite schieben würde, damit die üppigen Damen sich endlich von der Rolltreppe wälzen können. Unaufhaltsam näherte ich mich der grausamen Szenerie, endlich war der Wagen weg und mit einem beherzten Sprung über die Damen hinweg war ich gerettet. Nachdem ich mich überzeugt hatte dass die Damen noch mehr oder weniger lebendig waren sauste ich runter zur S-Bahn, genau 1 Minute vor der Abfahrt war ich drin. Ermattet von all den Unbillen fiel ich dort hinein. Gegen 19:00 fiel der Blick auf die Armbanduhr, mit Tränen in den Augen ;-) dachte ich wehmütig an die Motoren der 20 Boliden die nun in Montreal angelassen würden um den Grand Prix von Kanada in Angriff zu nehmen. Um 19:15 war ich endlich in Wiesbaden, genau 1 Stunde und 45 Minuten zu spät. Ich rannte zum Taxi-Stand und um 19:25 hatte ich endlich meinen mir zustehenden Platz vor dem Fernseher eingenommen …

Was lernen wir daraus? Reist man in die Provinz, immer mindestens 3 Stunden vorher fahren. Und niemals im Flughafen die Rolltreppe benutzen, diese unfähigen Touris mit den Gepäckwagen sind eine große Gefahr.

Wenn ich an den Zustand des Nahverkehrs in der niederrheinischen Provinz denke und dann in der Zeitung lesen muß dass die SPD in NRW Milliarden ausgeben will für den vollständig überflüssigen Metrorapid (und deshalb auch die Koalition platzen lassen will) kommt die kalte Wut in mir hoch. Diese Milliarden wären in das marode Schienennetz abseits der Großstädte wahrhaftig besser angelegt, damit man auch dann ankommt wenn man ankommen will …

Die vier W`s des Weblogging ...

Weblogtalk

… sind, nach Ansicht von Sam Ruby und dive into mark:

  • Wo: Permalinks sind essenziell. Sie ermöglichen das Verlinken eines konkreten Beitrags.
  • Wann: Jeder Beitrag braucht ein Datum, damit man sehen kann ob das Thema vielleicht schon vom Lauf der Zeit weggespült wurde.
  • Wer: Man sollte ohne langes Suchen herausfinden können wer die Seite voll schreibt. Dem kann ich nur zustimmen, ich bin immer neugierig und möchte wissen wer da die Seite voll schreibt.
  • Was: Das ist ein wenig banal, jeder Beitrag soll einen MIME-Typ haben. Das liegt wohl daran dass die beiden Herrschaften aus der technischen Ecke kommen, denn das ist selbstverständlich, wenn Du das lesen kannst kannst Du das lesen. Wenn ich ein MP3 voll singe, das hier rein stelle und Du kannst es hören dann kannst Du es hören. Das vierte W musste wohl nur sein weil drei Ws zu wenig sind …

Howto: Eiscreme in 30 Sekunden

Seltsames

[Lecker!]Popular Science beschreibt wie man sich mit flüssigem Stickstoff in 30 Sekunden eine leckere Portion Eiscreme zaubern kann. Passt ja zum Wetter!

Da diese Eiscreme durch den flüssigen Stickstoff so schnell abkühlt schmeckt sie richtig gut, sagt der Autor. Bevor das jemand nachmacht: Flüssiger Stickstoff ist so kalt dass man sich damit Verbrennungen an den Gliedmaßen zuziehen kann!

Bevor mich noch jemand verklagt …

(Via Slashdot)

Jeffrey Zeldman im Interview

Webworking

A Conversation With Jeffrey Zeldman gibt es auf Meet The Makers zu lesen. Zeldmans Weblog Daily Report lese ich schon seit “Urzeiten”, lange bevor mir bewußt wurde was ein Weblog ist. Zeldmans Philosophie vom Webseitenbau hat mir schon immer zugesagt. Auf die Frage warum er seine persönliche Site pflegt antwortet er:



»Publishing a personal site is the best way to experiment with different kinds of design and content, to find out what interests a specific audience and what doesn`t, to discover what makes people burrow into a sub-section or ignore it, to learn how to manage and refresh large amounts of content, to develop an authorial voice and maybe also a signature visual style, to begin understanding the community aspects of Web publishing, and to learn what makes a site a living entity instead of a piece of work you finish and walk away from. If you`re a commercial designer or developer and you don`t have a personal site, you`re missing an incredible opportunity to interact with real people, discover how they actually use the Web and bring these lessons to bear in your work.«


(Via zeldman.com)

Bier am Bahnhof

Internet

Manchmal sitzt man im Zug und hat “Brand wie Harry”, oder, vornehmer ausgedrückt, man verspürt einen exorbitanten Durst auf ein kühles Bier. Im Zug oder am Bahnhof gibt es nur überteuertes ekelhaftes Dosenbier. Nicht gut! Das hat sich auch der “Potsdamer Freundeskreis der Nebenstrecken der Deutschen Reichsbahn” gedacht, und damit begonnen Informationen zusammen zu tragen wo man in Bahnhofsnähe ein brauchbares Bier zu einem angemessenen Preis erhalten kann: Bier am Bahnhof.

(Gefunden bei Heiko Hebig)

Quo vadis Weblog?

Weblogtalk

Ein interessantes Phänomen: Ökonomisch-theoretisch verbildete Zeitgenossen schnappen sich ein Objekt welches sich nicht wehren kann, z.B. die “Weblog-Szene”, graben in ihrem Fundus zitierfähiger Koryphäen, bohren ein wenig dünne Bretter und, damit das nicht auffällt, reichern die dünne Theorie-Sauce mit ein paar Zitaten und Referenzen aus jenem erwähnten Fundus an. Fertig ist das mit der Abgeklärtheit des ökonomischen Betrachters distanziert fabulierende visionäre Traktat, z.B. bei Malmoe: »Quo vadis Weblog?« (via ITW).

Und um das angemessen zu würdigen greife ich meinerseits in den Fundus zitierfähiger Koryphäen, nämlich zu den weisen Worten der Kollegen von ITW: »O Gott, stopf ihnen endlich das Maul!«

Fotowiki

Internet

Ich weiß nicht mehr wo ich den Link her habe, und ebenfalls weiß ich nicht so Recht wo der Sinn dieses exzentrischen “User-Interface” ist, aber irgendwie hübsch ist es trotzdem: Das Fotowiki.

Internet-Plagen: Mailing-Listen-Thread Kaputtmacher

Internet Perennen

Und mal wieder etwas aus der beliebten Netzbuch-Reihe Internet-Plagen: Der “Mailing-Listen-Thread Kaputtmacher”. Werfen wir mal einen Blick auf diesen, aus Gründen der Diskretion anonymisierten Screenshot:

Das Thema war “Powerpoint auf HTML-Seite”, plötzlich taucht mitten drin eine “Antwort” mit dem Thema “MacOSX” auf, die damit nicht das geringste zu tun hat. Was ist passiert? Ein besonders unfähiger Teilnehmer hat eine Mail aus der Liste auf dem Schirm, und möchte etwas ganz anderes schreiben. Da es ja so furchtbar viel Arbeit ist eine neue Mail zu erstellen und die Mailing-Listen-Adresse einzutragen drückt der Schlauberger auf Antwort, ersetzt Betreff und Text im Wissen “nu habe ich eine neue Mail erstellt” und schickt es ab. Was die eher schlichteren Gemüter aber nicht wissen: In den Headern jeder Mailing-Listen-Mail steht eine Referenz auf den Beitrag, richtige Mail-Clients (also nicht Outlook) werten das aus und sortieren die Beiträge in der logischen Reihenfolge. Davon weiß unser Schlauberger aber nichts. Wenn man nun diese Liste archiviert und den Thread zuklappt findet man “MacosX” nie mehr wieder, da ja in der Übersicht nur das erste Thema des Threads, “Powerpoint auf HTML-Seite”, zu lesen ist.
Wenn man nun noch berücksichtigt dass in der Liste wieder und wieder darauf aufmerksam gemacht wird, und dann trotzdem immer die selben Schlauberger sich solchem verwerflichen Tun hingeben, und das auf einer Liste von “Internet Professionals”, dann fehlen einem wirklich die Worte. Avanti Dilettanti!

Aber es gibt auch das genaue Gegenteil davon:

[Screenshot: Von unfähigem Teilnehmer zerstörter Thread]

Hier haben wir das Thema “Achtung!!!”. Hier ist der Thread zerstört, weil zwei Leute eine Antwort geschrieben haben, die aber in Wirklichkeit eine neue Mail ist, jedenfalls sind die Referenzen im Header weg. Oder sie benutzen einen grausam unfähigen Mail-Client. Jedenfalls ist der Thread völlig zerfasert und man hat Mühe heraus zu finden, was sich eigentlich auf was bezieht. Ergo liest man einfach gar nichts davon. Was aber eigentlich nicht der Sinn einer Mailing-Liste ist.

Es kann doch nicht so schwer sein: Möchte ich an ein Thema anschließen dann antworte ich, möchte ich ein neues Thema eröffnen so schreibe ich eine neue Mail. Ich weigere mich standhaft so etwas einfach so hin zu nehmen, es kann nicht sein dass immer auf den kleinsten gemeinsamen Nenner “internettigen” Grundwissens Rücksicht genommen wird. Wer sich im Internet äußert soll sich wenigstens die elementaren Grundkenntnisse aneignen, verstehen und anwenden. Finde ich.

Bisher erschienen in der Reihe “Internet-Plagen”:

Karin Clercq - Femme X

Musik

[Cover: Karin Clercq - Femme X] Vorigen Monat war in Spiegel Online ein Artikel, besser gesagt eine Hymne in Worten, über die belgische Sängerin Karin Clercq und ihr Debüt-Album “Femme X” zu begutachten. Den hatte ich gelesen und in einer Ecke meines Gehirns auf Wiedervorlage gelegt. Die Tage war ich mal im Plattengeschäft und hatte dann ihren Namen vergessen, nach einiger vergeblicher Sucherei und Fragen ans Personal (“Ich suche die Platte von so ner hübschen blonden Belgierin die französisch singt, letztens im Spiegel erwähnt wurde und glaube ich Karen oder Karin mit Vornamen heisst”) hörte ich mal rein in “Femme X”, und war sehr angetan. Ich sollte dazu sagen, dass mit ich französischen Gesang sowieso zu begeistern bin, französisch ist einfach eine musikalische Sprache. Kurz und gut, CD wurde gekauft.

Die Songs sind abwechslungsreich und klingen “modern”, tendenziell eher rockig als “chanson-mäßig”, recht Gitarren-lastig. Besonders “Kassandre” (Stück Nr. 9), ein episches Drama von 7,5 Minuten, muß man einfach mal gehört haben. Karin hat eine hinreißende Stimme die von den 13 Songs schön in Szene gesetzt wird. Sie klingt nicht so “blutleer” wie man das heute bei so vielen “neuen” Sängerinnen feststellen kann. Anspieltipps sind neben dem erwähnten “Kassandre” noch “Desir” (Nr. 5) und “La chanson d`Anna” (Nr. 7). Das Bonmot zum Schluß stammt aus dem erwähnten Spiegel-Online-Artikel: »Frauen sind was Wunderbares. Und Frauen wie Karin Clercq sind noch ein bisschen wunderbarer.«

Die Website der “Femme X”: karinclercq.com (franz.)

Latenter Antisemitismus in Deutschland

Lagedernation

Einen sehr guten Artikel über den anläßlich der sogenannten “Friedman-Affäre” grassierenden unterschwelligen Antisemitismus in Deutschland hat Jens geschrieben:

»Antisemitismus ist die negative, verzeichnende Darstellung von Juden, sowohl Allgemein wie auch von Einzelpersonen, wobei beides sich bedingt: Die Negativkraft der Bezeichnung “Jude” wird durch allgemeine Klischees […] genährt. […] Diese Negativwertung kann danach benutzt werden, um einzelnen Personen (wie nun z.B. Michel Friedman) die geballte diskriminierende Kraft dieses Begriffs anzuhängen, indem man lediglich immer wieder erwähnen muss, dass er Jude ist. Das ist im Prinzip die Wirkungsweise des Antisemitismus: Nicht die direkte Kritik an einer repressiven Politik in Israel ist daher das, was vor einem Jahr als antisemitisch bezeichnet wurde. Antisemiten versuchen aber natürlich, genau diesen Eindruck zu erwecken, um wieder das nächste Klischee zu bedienen (Beherrschung der Medien), was ihnen leider sehr leicht fällt, denn es gibt so viele Klischees, dass man jederzeit auf ein anderes zurückgreifen kann.«

Ergänzend möchte ich noch anmerken dass wir in Deutschland ein ganz besonderes Phänomen haben: Den Antisemitismus ohne Juden, denn in Deutschland gibt es ja nicht mehr viele, dafür hat die Generation unserer (Ur-(Ur-))Großeltern effektiv gesorgt. Man kann den Moderator Friedman mögen oder auch nicht, aber dieses Maß an Häme hat nicht nur etwas mit seiner Person und seinem etwas eigenwilligen Stil zu tun, sondern mit der unterschwelligen Freude dass es mal “einen von denen” erwischt hat.

Netzbuch-Sommerpause

Zeugs

[Bild: Sommer, Wasser, Palmen]

Da wir ja bekanntlich zu wenig arbeiten (fragt mal Dieter Hundt), gehe ich mit gutem Beispiel voran und beginne ab morgen die Sommerpause, am Mittwoch geht es dann in den Flieger und ab in die Sonne, dorthin wo es keine Computer, Telefone, Kunden und Chefs gibt. Bis etwa 12. Juli gibt es im Netzbuch daher nix zu lesen, gehabt Euch wohl, macht nicht wieder in meiner Abwesenheit das Internet kaputt und seid fleißig, damit es mit Deutschland voran geht … ;-)