April 2003

Microsoft möchte Google entthronen ...

Internet

…, zumindest wenn man einem Bericht der futurezone glauben darf: »Microsoft hat mit der Ankündigung Aufhorchen lassen, zukünftig mehr Kapital und Arbeit in die Entwicklung eigener Internet-Such-Techniken investieren zu wollen. In diesem Zusammenhang sprach MSN-Marketing-Chef Bob Visse auch explizit davon, dass man Google “immer mehr” als Konkurrenten betrachte. Gleichzeitig betonte Visse, dass sein Konzern “den Kunden ein besseres Such-Tool bieten” könne.«

Oh ja, das wird `ne Suchmaschine, MSIE-only, und ein Suchassistent als ActiveX-Komponente …

Und mal wieder: Artikel über Weblogs ...

Weblogtalk

… von der dpa, der wird nun durch alle On- und Offline-Gazetten geistern, aufgetaucht ist er erstmals bei der Welt (dreist aus dem Ticker-Mini-Fenster-Frame-ohne-Bedienelemente-und-alles verlinkt!): »Moderne Tagebücher fristen ihr Dasein nicht länger unter dem Kopfkissen. Sie werden ins Internet gestellt, wo sie für alle Welt lesbar sind. Deshalb heißen sie auch nicht Tagebücher, sondern Weblogs.«

Zum 37.000. Mal: Ein Weblog ist kein Tagebuch. Das Netzbuch sowieso nicht. Punkt. Oder steht hier irgendwo dass ich gestern zur Harald-Schmidt-Show eine Flasche Bier geleert habe, meine Freundin mich erst im Keller angekettet und dann geschlagen hat und dass ich weinen musste als ich hörte dass Stefan Effenberg den VfL Wolfsburg verlässt? Eben!

Kein Surfen in Telefonzellen

Internet

»Die Deutsche Telekom hat das Projekt, Telefonzellen zu Internet-Terminals aufzurüsten, aufgegeben. “Die Akzeptanz durch die Nutzer war zu gering”, begründete ein Sprecher der Deutschen Telekom die Entscheidung.« (Welt). Verstehe ich nun nicht, das wäre bestimmt spannend gewesen wenn man gerade mal dringend telefonieren muß und vor einem steht jemand der in aller Ruhe im Web rumsurft …

BlogShares

Weblogtalk

Manchmal sollte man sich nicht gleich von alten antikapitalistischen Reflexen überwältigen lassen, ich muß zugeben dass, nach einer näheren Betrachtung, BlogShares durchaus seinen Reiz für ein Spielkind wie mich hat.

Zumindest hat sich Seyed Ravazi eine Menge Arbeit bei der Umsetzung dieser Spielidee gemacht und beim “rumklicken” entdeckt man viele Details, und auch der Humor kommt nicht zu kurz. Kurz und gut, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, das Netzbuch ist nun das Netzbuch AG und kann gehandelt werden. Hartz wäre stolz auf mich. ;-)

Und natürlich habe ich auch schon ein bißchen was gekauft, aber da muß man vorsichtig sein, wenn man pleite ist ist man pleite und muß sich wohl oder übel unter neuer Identität neu anmelden. Wie im richtigen Leben also.

Guckbefehl

Musik

Heute (Samstag, 5.4.03) abend in MTV: A night with Nirvana. Es gibt natürlich auch die legendäre “MTV-Unplugged”-Session von 1993, die ich bestimmt schon 10mal gesehen habe aber immer wieder gucken muß.


»I`m not like them

But i can pretend

The sun has gone

But i have a light

The day is done

But i`m having fun

I think i`m dumb


Or maybe just happy«

(Nirvana, Dumb)

Von Milchmädchen und Silberscheiben

Musik

In der FR: Molltöne für die Musikwirtschaft: »“Musik wird heute mehr gehört denn je – nur bezahlt wird dafür seltener.” Dieses Klagelied, fast schon ein Evergreen, stimmt Gerd Gebhardt an. Der Vorsitzende der deutschen Phonoverbände stützt sich auf eine weitere Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) über das private Kopieren in Deutschland. Bestellt haben die Untersuchung, für die 10 000 Personen befragt wurden, der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft und der Filmförderungsanstalt (FFA) erstmals gemeinsam.«

Tragisch, tragisch: »Demnach wurden im vorigen Jahr 259 Millionen CD-Rohlinge allein mit Musik bespielt, 42 Prozent mehr als 2001. Die Zahl der gebrannten Scheiben habe damit die der verkauften CD-Alben um etwa 100 Millionen Stück übertroffen.« Da wurden wieder Zahlen hochinterpretiert dass es eine statistische Freude ist, aber das Kernproblem verstehen sie immer noch nicht: Irgendwelche gecastete Superstars und halbnackte Hupfdohlen eine CD mit einem Hit und einer Menge Schrott aufnehmen lassen und sich dann wundern dass die Leute nur dieses eine Stück lieber runterladen und sich ihre CDs selbst zusammen stellen. Und womit machne sie das? Mit Recht. Qualität verkauft sich nach wie vor, aber die Umsätze gehen zurück weil immer mehr Schrott auf Alu gepresst wird. Aber es ist ja viel einfacher alles auf Downloaden und Brennen zu schieben.

Racer - Open Source Auto Simulation

Techkram

Racer: »Racer is a free car simulation project (for non-commercial use), using professional car physics papers to achieve a realistic feeling« (via generation neXt). Als großer “Schreibtisch-Schumi” musste ich das natürlich gleich mal runterziehen, installieren und spielen. Die Installation der Windows-Version (unter Windows XP Professional) funktioniert problemlos, im Umfang des etwa 10MB großen Paket befindet sich ein Renault Alpine und eine Strecke. Für einen Test reicht das erst einmal aus, weitere Autos und Strecken kann man sich bei Gefallen runterziehen. Bevor man losdüst muß man in der neu angelegten “Racer”-Programmgruppe einmal “Configure” ausführen um die Bildschirmauflösung und Fenster/Vollscreen-Modus auszuwählen, danach kann es mit einem Klick auf “Racer” losgehen.

[Screenshot: Racer]

Die Performance ist sehr gut, sowohl Full-Screen als auch im Fenster (Test-Ausstattung: Pentium 4 2,55 GHz, 512 MB RAM, NVidia Riva TNT II Grafikkarte mit 64 MB RAM). Man sollte seinen Joytick über die Systemssteuerung kalibrieren bevor man losfährt, Racer reagiert ziemlich nervös auch auf den kleinsten Druck auf den Steuerknüppel oder Lenkrad. Etwas störend finde ich dass man selbst schalten muß (ich habe zumindest keine Einstellung für “Automatik” gefunden), das geht aber auch ohne Kuppeln und funktioniert recht flott nach Gehör. Ein “Must-Have” ist die Nürburgring-Nordschleife, die “Grüne Hölle” is eine Herausforderung für den kleinen Schreibtisch-Racer. Es kommt da nur zu komischen Effekten wenn man die Kontrolle verliert, gegen die Leitschiene rattert und dann in den Himmel fliegt, das Auto wird an die Wolkendecke gehoben und kommt nie mehr auf den Boden zurück. ;) So lang man aber auf der Straße bleibt funktioniert die Strecke gut.

Fazit: Nettes Spielchen, kommt nicht an meinen Favoriten “Formula One World Championship Racing” heran, aber für eine kleine Fahrt auf der Nordschleife zwischendurch macht das richtig Spaß …

Protest gegen War-Blogging

Weblogtalk

Seltsames tut sich bei Blogger-Kollege Philo:

»Aus Protest gegen das zunehmend abstoßende Warblogging bleibt “Philos Arbeitsbuch” bis zum Freitag 18:00 Uhr MESZ stumm. Stumm bedeutet jedoch nicht sprachlos. Stop War-Blogging!«

Auslöser war ein Artikel über Warblogs auf intern.de, der wiederum auf einen Artikel des Guardian bezug nahm. Der Artikel beschäftigt sich mit der Reaktion der amerikanischen Rechtsausleger-Warblogs auf den Tod der amerikanischen Friedensaktivistin Rachel Corrie letzten Monat in Palestina unter einem Bulldozer der israelischen Armee. In den rechten Warblogs wurde sie aufs übelste beschimpft, das wiederholen wir hier jetzt nicht. Das ist eine unschöne Entwicklung, aber ohne “Publikum” keine rechten “Star-Weblogger”, somit sind Warblogs nur ein Spiegel der Menschen und der Gesellschaft in der sie leben. Websites schweben ja nicht im luftleeren Raum.
Und wenn man auf der einen Seite für “freie Rede im Netz” einsteht muß man wohl oder übel auch “freie Rede” in Kauf nehmen die einem nicht sonderlich gefällt.

Und was soll nun passieren, sprich was heisst “Stop War-Blogging”? Rechte Blogs müssen dicht machen wenn sie einen von einer Komission festgelegten “Political Correctness”-Wert unterschreiten?

Mir scheint der “symbolische Aktionismus” wird in diesen Zeiten zur bevorzugten Form der politischen Meinungsäußerung …

Windows versus Linux-Broschüre

Techkram

Ein wunderbares Dokument: Überzeugen Sie durch Argumente: Windows versus Linux (PDF), eine Broschüre von Microsoft als Argumentationshilfe für Partner. Taktik: Einfach all das was man Microsoft vorwirft umdrehen und Linux auch vorwerfen. Besonders das Support-Argument ist eine Lachnummer, für viele Euro erhält man von Microsoft und Partnern natürlich Top-Support. Den würde man aber für viele Euro auch von einem kompetenten Linux-Partner erhalten.


[Heise]

Web-Toilette

Seltsames

[Bild: Vernetzte Toilette] Irgendwann gibt es keinen Ort mehr an dem man “sicher” ist vor dem Internet: Web goes down the toilet (BBC). Ein Student einer englischen Universität entwickelte einen Browser auf dem man sich während seiner Sitzung Internet-Seiten anschauen kann, und wenn man etwas wichtiges entdeckt kann man es auf einem Stück Toilettenpapier ausdrucken und mitnehmen. Es sei denn die Informationen sind sowieso “für`n Arsch”, dann kann man das Papier einfach benutzen …

Und wieder da!

Zeugs

Irgendwie macht mich der Frühling in erster Linie müde, nach einem Wochenendtrip nach Mönchengladbach, wo ich das Heimspiel von Borussia gegen Nürnberg und meine Familie (in umgekehrter moralischer Reihenfolge, natürlich ;-)) besucht habe, könnte ich seit der Rückkehr eigentlich ständig schlafen. Das muß an den unterschiedlichen Klimazonen in Hessen und im Rheinland liegen …
Als ich wieder zurück in Hessen war musste ich tatsächlich die erste “kaputte” MySQL-Tabelle meines Lebens vorfinden, ein “REPAIR TABLE …” rettete alles, aber das hat mich dazu gebracht meine Datensicherungsstrategie für den Netzbuch-Server ein wenig zu “optimieren” …

Genug geplaudert, ich bin ja nicht …. ;-)

Die taz besucht ...

Musik

Marilyn Manson: »Plötzlich ein Raunen: Marilyn Manson mischt sich ins Volk. Ein paar Fans fallen fast in Ohnmacht, da ist er, Brian Wagner, wie er wirklich heißt, ganz in Erdbeerrot, Frack, Plateauschuhe, hoher Zylinder, der Mund dick geschminkt und auch die weiße Kontaktlinse darf nicht fehlen – beeindruckend. Gravitätisch schreitet er seine Bilder ab, die er erstmals in Europa zeigt: Zartschmelzend verwischte Aquarelle von kranken Homunculi mit Löchern, wo sonst Augen sind. Marilyn Manson sagt ernste Dinge in die Kamera, die ihn begleitet: Wie sehr ihn die Figur des Dandys interessiere. Das Leben der Schönheit unterwerfen, sich mit gelangweilter Pose gegen das bürgerliche Nützlichkeitsdenken der modernen Welt stemmen, das möchte auch er.«

Shakira: »Shakiras Welterfolg zeigt die ästhetische Rache der Peripherie. Sie verbindet Latino-Kitsch mit den Mitteln von Hollywood und hebt damit den schlechten Geschmack Südamerikas auf Weltniveau.«

Man kann die taz durchaus lesen, nur von Musik haben sie keinen Schimmer, was sich auch an dem grausamen Lied zeigte dass die taz damals zum Grand Prix D`Eurovision-Vorentscheid schickte.

Neue Version von Typo3

Webworking

Der König der Open Source Content Management Systeme, Typo 3, ist in der neuen Version 3.5 erschienen. typo3.com ist die “Marketing-Seite”, die wahrhaft guten Sachen gibt es auf typo3.org. Dort gibt es neben der neuen Version auch eine deutschsprachige Version des “Getting Started”-Dokuments der typo3-Distribution, Der Einstieg (PDF).

Von den “ausgewachsenen” CMS im Open Source Bereich gefällt mir Typo3 am besten, denn es braucht nur Webserver, PHP und den ganzen Standardkram, von Java-Zeugs wie OpenCMS halte ich nicht so arg viel.

Damit ...

Weblogtalk

… hat der Herr Kniebes zweifellos Recht: » Mit dem Webog-Dingelchen hier ist`s wie mit den Frauen, haste die eine wilze die andere. «

Es gibt einfach zu viele interessante Systeme, manchmal ertappe ich mich bei dem Gedanken die pMachine über Board zu werfen und mal mit etwas ganz anderem zu bloggen. pMachine ist so groß und so perfekt, passt überhaupt nicht zu mir. Monströses Textdatei-Handling mit PHP oder Python auf der Shell würde besser passen. ;-)

Strato ...

Internet

… ist der Hammer: »SQL-Datenbanken von Kunden bei Strato gelöscht« Backups haben sie vielleicht mal gemacht, allerdings werden sie nicht eingespielt. Wech sind die Datenbanken, und damit ist bspw. unser schöner Rollberg hinüber.

Allerdings sollte man sich als Kunde eines Webhosters ab und an mal auf der Shell einloggen und ein “mysqldump —user=ich -p datenbank>datenbank.sql” machen und die SQL-Datei dann auf seinen Rechner runter ziehen. Schlimme Dinge können immer passieren …

Oder macht es wie ich und hostet bei Hostsharing eG, da passiert so etwas nicht.

Lebenshilfe: Backup-Strategie für das Weblog

Webworking Perennen

Die Geschichte mit den Strato-“Backups” hat es mal wieder gezeigt: Es ist ein Spiel mit dem Feuer die Daten auf einem gemieteten Webspace nicht regelmäßig zu sichern, wenn es mal schief geht sind Monate oder Jahre des Bloggens einfach im Daten-Nirwana verschwunden. Darum: Daten sichern! Daten sichern! Daten sichern! Die Schwierigkeit dabei: Eine MySQL-Datenbank (entgegen anderslautenden Meinungen ist MySQL sehr zuverlässig, bei meinem Arbeitgeber habe ich fast die gesamte interne Verwaltung in MySQL-Datenbanken laufen, und es gab in über zwei Jahren nicht einen Datensatz der verloren ging, die zuverlässigste Datenbank nützt aber nichts wenn der Rechner drumherum wie bei Strato ein Saustall ist), wie sie viele Weblogsysteme einsetzen, kann man nicht per ftp auf den eigenen Rechner ziehen, sondern muß die Daten extrahieren und dann an dem berühmten “sicheren Ort” lagern.


Eine entsprechende Ausstattung des gemieteten Accounts erleichtert die Sache dergestalt dass man die Datensicherung völlig automatisieren kann. Je billiger der Webspace, desto mehr Handarbeit kann notwendig sein. Wie man die Datensicherung am geschicktesten anstellt kann die verehrte Zielgruppe in einem Netzbuch-Karfreitag-Special erfahren indem sie einmal behände auf Mehr klickt …

Luxus-Account: Cronjob verschickt Mail mit komprimierter Datenbank


Die folgende Vorgehensweise funktioniert wenn man Shell-Zugriff auf seinen Webspace hat. Bevor etwaige Nörgler rumnöhlen “ey, dat kann man aber alles in eine Zeile packen”, weiß ich, aber ich habe das bewusst einfach gehalten damit es durchsichtig bleibt.


Wenn man Shell-Zugriff per ssh oder telnet (sofort den Hoster wechseln, kein verantwortungsvoller Hoster bietet telnet an) hat ist es ganz einfach. Wir benötigen “mpack” um eine Mail mit Anhang zu erstellen, darum probieren wir nach dem Login durch ein beherztes “mpack” auf der Kommandozeile einmal aus ob das vorhanden ist. Wenn die Antwort etwa “An input file must be specified” lautet, wunderbar. Lautet die Antwort “bash: mpack: command not found” dann muß man die “Nicht ganz der Luxus-Account”-Methode (s.u.) verwenden.


Mit einem Editor der Wahl erzeugt man nun in seinem home-Verzeichnis das folgende kleine Shellskript mit dem Namen db-backup.sh:

<br />#!/bin/sh <br />mysqldump --user=DB-BENUTZER --password=DB-PASSWORT NAME-DATENBANK > NAME-DATENBANK.sql <br />gzip NAME-DATENBANK.sql <br />mpack -s Backup NAME-DATENBANK.sql.gz DEINE_EMAILADRESSE <br />rm -f NAME-DATENBANK.sql.gz <br />

Für DB-BENUTZER tragt Ihr den Benutzernamen für Eure Datenbank ein, für DB-PASSWORT das Passwort, für NAME-DATENBANK überraschenderweise den Namen der Datenbank und für DEINE_EMAILADRESSE Eure Email-Adresse. Nach dem Speichern verändert Ihr noch die Rechte des kleinen Skriptes mit

chmod 700 db-backup.sh, das Skript ist nun ausführbar und außer Euch kann niemand das Passwort für die Datenbank lesen.


Nun testen wir einmal, auf der Shell einmal ~/db-backup.sh eintippen, und kurze Zeit später erhaltet Ihr eine Email welche die Datenbank als komprimierten Dateianhang enthält.

Da das Ganze ja automatisch ablaufen soll erstellen wir nun noch einen Cronjob, der bewirkt dass das Skript zu von uns definierten Zeitpunkten automatisch ausgeführt wird und uns die Datenbank selbstständig nach Hause sendet. Dazu müssen wir noch den genauen Pfad zum “home”-Verzeichnis wissen, ein locker eingetipptes (immer auf der shell) “set|grep HOME” liefert als Ergebnis etwas wie “HOME=/home/irgendwo/juppi23” als Ergebnis. Jetzt wird es ein wenig kompliziert, aber ist für uns auch kein Problem. ;-) Mit “crontab -e” öffnen wir einen Editor, meistens der etwas exzentrisch zu bedienende vi. Jetzt nicht einfach lostippen! Mit einem “i” wechseln wir in den Bearbeitungsmodus und erstellen eine neue Zeile. Es muß definiert werden wie oft unser Skript laufen soll, im Editor muß eine Zeile nach dem Schema “MINUTE STUNDE TAG_DES_MONATS MONAT WOCHENTAG auszuführendes_Programm” erzeugt werden. Ein “*” steht dabei für beliebig. Wir tippen nun “* 3 * * * /home/irgendwo/juppi23/db-backup.sh” (natürlich müssen wir den eben ermittelten Pfad zu unserem Home-Verzeichnis verwenden) ein, mit einem Druck auf die ESCAPE-Taste gefolgt von “:wq” sichern wir den Cronjob. Nun wird jeden Tag um 3:00 Uhr automatisch ein Backup der Datenbank erstellt und per Mail verschickt. Würde man z.B. “* 3 * * sun /home/irgendwo/juppi23/db-backup.sh” eintippen entsprechend nur Sonntags um 3:00 Uhr. Das war es schon, wir brauchen nichts mehr zu tun, das Datenbank-Backup unseres Weblogs trudelt von nun an automatisch in unsere Mailbox. Was wir dann im Falles des Falles damit anstellen wird weiter unten erläutert!


Nicht ganz der Luxus-Account: Cronjob verschickt Mail mit unkomprimierter Datenbank



Wenn kein “mpack” vorhanden ist müssen wir das Skript ein wenig modifizieren. Es bleibt uns nichts anderes übrig als den Inhalt der Datenbank als Text zu versenden, was die Mail ein wenig umfangreich machen kann. Das db-backup.sh-Skript lautet dann in diesem Fall:

<br />#!/bin/sh <br />mysqldump --user=DB-BENUTZER --password=DB-PASSWORT NAME-DATENBANK > NAME-DATENBANK.sql <br />mail -s "Backup" DEINE_EMAILADRESSE < NAME-DATENBANK.sql <br />rm -f NAME-DATENBANK.sql <br />

Die weitere Vorgehensweise ist identisch mit der oben beschriebenen. Die Datenbank wird als Inhalt der Mail (im Klartext) versendet, wenn wir das Backup dann einmal benötigen müssen wir wohl oder übel den Mailtext als Datei speichern und dann wie unten erläutert zurückspielen.


Voll der Billigheimer: Backup ohne Shell-Zugriff mit phpMyAdmin



So ein Cronjob ist ja schön und gut, aber viele benutzen ja 1,98 Euro-Accounts die nur ftp-Zugriff gestatten. Aber auch in dem Fall kann man regelmäßig sichern, es ist dann nur mit mehr Arbeit verbunden.

Zunächst einmal muß auf dem Server phpMyAdmin installiert sein. Das ist nicht weiter schwierig. Wir laden uns von der phpMyAdmin-Homepage die Datei hinter dem Link “Download phpMyAdmin-2.4.0-php.zip” (oder welche Version auch immer gerade aktuell ist) herunter und entpacken dieses Zipfile irgendwo auf unserem Rechner. Es entsteht dann ein Verzeichnis namens “phpMyAdmin-2.4.0” (oder so ähnlich), das können wir nun auf “phpMyAdmin” umbenennen. In diesem Verzeichnis steckt eine Datei “config.inc.php”, diese öffnen wir mit einem Texteditor und ändern drei Zeilen:

$cfg[`PmaAbsoluteUri`] = `http://deine.domain.wieauchimmer/phpMyAdmin/`;

Und weiter unten:

<br />// MySQL USERNAME <br />// This is the username you use to access your MySQL database. <br />// Note: This is usually NOT the same as your FTP username. <br /> $dbusername = "DB-BENUTZERNAME"; <br /> <br />// MySQL PASSWORD <br />// The password used to access your MySQL database. <br />// Note: This is usually NOT the same as your FTP password. <br /> $dbpassword = "DB-PASSWORT"; <br />

DB-BENUTZERNAME und DB-PASSWORT werden natürlich durch die entsprechenden Werte ersetzt. Das war es schon, nun werfen wir unser ftp-Programm an und laden den gesamten Verzeichnisbaum “phpMyAdmin” auf unseren Webspace hoch. Wenn das fertig ist öffnen wir den Browser unseres Vertrauens und tippen “http://deine.domain.wieauchimmer/phpMyAdmin/” (oder wie immer wir das Verzeichnis auch benannt haben). Links oben finden wir nun ein Auswahlfeld oder den Namen “der” Datenbank, je nach Preis des Webhosters. Ein Klick auf den Namen der Datenbank öffnet im rechten Bereich eine Ansicht die etwa so wie der folgende Screenshot aussehen sollte:

Screenshot


Wir klicken nun auf “Exportieren” (rote Ellipse auf dem Screenshot) und es öffnet sich eine neue Ansicht:

Screenshot


Die Felder klicken wir so an wie auf dem Screenshot zu sehen und klicken auf “OK”, ein Download-Fenster öffnet sich und wir können uns auf unserer Festplatte einen sicheren Ort suchen. Je nach Browser kann es sein dass ein Dateiname der Art “DATENBANK.sql.php” angeboten wird, das sollten wir dann nach dem Download in “DATENBANK.sql” umbenennen.

Tipp: Die Seite für den Daten-Download in phpMyAdmin kann man sich auch direkt “bookmarken”, dann geht es schneller, indem man den Link “Exportieren” mit der rechte Maustaste und “Öffnen in neuem Fenster” (oder so ähnlich) anklickt.

Man sollte das “phpMyAdmin”-Verzeichnis durch eine Zugriffsschutz per .htaccess sichern, wie das geht findet Ihr (hoffentlich) in der Doku Eures Providers.


Katastrophe: Alles weg, das Backup muß her!



Nun ist es also passiert, der Provider hat Eure Datenbank zerstört und Ihr wollt das Backup wieder auf dem Server einspielen. auch dafür gibt es wieder zwei Wege.

Auf der Shell

Zunächst spielt Ihr die Datei mit dem letzten Backup per ftp in Euer Home-Verzeichnis auf den Server. Sodann loggt Ihr Euch per ssh ein und wechselt in das Home-Verzeichnis. Handelt es sich um eine komprimierte Datei nach dem ersten Backup-Verfahren dann muß diese mit einem “gzip -d DATENBANKNAME.sql.gz” (wobei DATENBANKNAME durch Euren Datenbanknamen ersetzt werden muß) entpackt werden. Handelt es sich um eine nach dem zweiten oder dritten Verfahren erstellte Textdatei braucht Ihr nichts machen außer den Namen der Datei im Kopf zu behalten. ;-) Nun loggt Ihr Euch auf der Shell mit “mysql —user=DB-BENUTZERNAME —password=DB_PASSWORD” in mysql ein. Ihr landet auf der mysql-Kommandozeile, mit “use DATENBANKNAME;” landet Ihr in Eurer leeren Datenbank. Die leere Datenbank sollte vorhanden sein, ist diese “weg” und Ihr habt das Recht Datenbanken selbst anzulegen müsst Ihr die Datenbank mit “create database DATENBANKNAME;” erzeugen und dann mit “use DATENBANKNAME;” hineinwechseln. Jetzt tippt Ihr, immer noch auf der mysql-Kommandozeile, ein “. DATENBANK.sql” ein (oder wie immer Eure unkomprimierte Sicherungsdatei heisst). Mysql rödelt nun ein bißchen herum und wenn er fertig ist ist sie wieder da, die kostbare Datenbank. Das war`s, mit “quit” verlasst Ihr mysql und könnt wieder bloggen. :-)


Ohne Shell: phpMyAdmin

Ohne Shell müssen wir wieder phpMyAdmin zu Hilfe nehmen, also Browser öffnen und “http://deine.domain.wieauchimmer/phpMyAdmin/” eintippen. Auch hier gilt: Ist die Datenbank verschwunden muß sie erst auf der Startseite von phpMyAdmin leer angelegt werden (und nur dann):

Screenshot


Mit einem Klick auf die Datenbankauswahl oder den Namen der Datenbank (wenn es nur eine gibt) kommt Ihr in die folgende Ansicht:

Screenshot


Hier klickt Ihr nun auf “SQL”, es erscheint folgendes:

Screenshot


Ein Kick auf Durchsuchen öffnet ein Dateiauswahlfenster, hier wählt Ihr nun Eure (unkomprimierte) Sicherungsdatei aus und klickt auf “OK”, dann wird phpMyAdmin ein bißchen rödeln und die Datenbank wieder herstellen. Alles ist nun gut, es kann weiter gebloggt werden.


Schlußwort



Soweit das “Karfreitag-Special”, ich hoffe dass hilft jemandem. Wenn auch nur ein liebevoll geführtes Blog durch diese Anleitung vor dem “Datentod” gerettet werden kann dann hat sie ihren Sinn erfüllt. Und dran denken: Die hier beschriebenen Verfahren sichern die Datenbank, selbstverständlich solltet Ihr auch all` Eure Bilder, HTML- und PHP-Dokumente vom Webserver mit einem ftp-Programm nach jeder Änderung auf Eure Festplatte ziehen nur diese Dateien gemeinsam mit der Datenbank sichern Eurer Weblog. Nun kann der Provider machen was er will, Eure mühsame Arbeit ist gerettet. ;-)

Schöne Feiertage!

Zeugs

Und nun verabschiedet sich “das Netzbuch” in eine kleine Osterpause, ab Dienstag geht es hier wieder weiter. Der verehrten Zielgruppe wünsche ich schöne Ostertage mit Häschen und bunten Eiern. ;-)

Weibliche Charakter in Computerspielen

Internet

Ein Essay über Geschlechterbilder in Computerspielen: Genderplay: Successes and Failures in Character Designs for Videogames:

»As a woman who plays video games, I`ve had to think about gender in videogames, because it`s so obvious that I`m playing in a boys` world.

The late Dr. Anita Borg taught that technology isn`t neutral; tools are shaped by the values and desires of the creators. Often the creators tend to be clueless to the values encoded in their tools, because to them, the tools are transparent – they reflect pure utilitarianism.«

(via Bluephod)

Ich brauche Hilfe!

Musik

Verehrte Zielgruppe, ich habe auf irgendeinem Musikkanal ein Video gesehen von einer mir bis dato unbekannten Kapelle namens “The Roots” (oder so ähnlich), das geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Nun brauche ich den Titel! “Roots” ist aber ein denkbar schlechter Begriff für Google, und bei den einschlägigen “Probehördiensten” gibt es für “Roots” oder “The Roots” zig Titel, das hat es also nicht gebracht.
Das Lied hat so eine “hypnotisch groovende” Baßlinie, in dem Video steht die Kapelle in einem Haus voller leerer Räume und spielt, und ein kleines Mädchen läuft herum und schaut immer verstohlen um die Ecke. Kennt das jemand und kann mir den Titel nennen?

Internet-Plagen: Texte im Word-Format in Emails

Internet Perennen

Man kennt das: Kunde möchte einen Text für eine im Aufbau befindliche Website senden, und man bekommt – ein Word-Dokument. Oder man reserviert ein Wochenende in einem Hotel, man erhält eine digitale Auftragsbestätigung – als Word-Dokument. Als wäre das in irgendeiner Form ein Standard. Man öffnet es (schließlich benötigt man die Info), ein Makrovirus aktiviert sich, löst eine Kette von schlimmen Killer-Prozessen in Windows aus, der Prozessor überhitzt, der Rechner fängt Feuer, die Tapeten gleich danach. Schon steht das Stockwerk in Flammen, die Gasleitung explodiert – kurz und gut, totale Apokalypse, ein halber Stadtteil in Trümmern, und alles nur weil jemand nicht in der Lage war den Text per Zwischenablage in die Mail zu kopieren!


Richard Stallman, seines Zeichens GNU-Evangelist, mag auch keine Word-Attachments, deshalb fordert er alle Nutzer freier Systeme Emails mit Word-Anhängen höflich aber bestimmt abzulehnen und den Absender über sein schä(n)dliches Tun aufzuklären: Wir können Word-Anhängen ein Ende machen


»Für uns Nutzer freier Betriebssysteme ist es lästig, Word-Dokumente zu erhalten. Aber die schlimmste Wirkung übt das Senden von Word-Dokumenten auf Leute aus, die auf freie Software umsteigen wollen: Sie zögern, weil sie Word benötigen, um die erhaltenen Dateien zu lesen. Die Praxis, Word-Anhänge zu verschicken, verhindert das Wachsen unserer Gemeinschaft und die Ausbreitung der Freiheit. Wir nehmen nur die gelegentliche Belästigung eines Word-Anhangs wahr, dabei stellt dies eine beständige Verletzung unserer Gemeinschaft dar, die nicht in unsere Aufmerksamkeit rückt. Aber es passiert die ganze Zeit.«


Da diese Aktion aber schon seit Januar 2002 im Netz steht und ich die aufgeblähten Virenschleudern trotzdem immer bekomme war diese Aktion wohl noch nicht sehr erfolgreich, man müsste vielleicht einen schicken Button für den Einbau auf der Homepage basteln, sonst nimmt das keiner wahr. Oder das Thema hat nicht die soziale Relevanz wie z.B. die Aktion gegen Copy & Paste in Gästebüchern


Interessant ist es übrigens so ein fremdes Word-Dokument mal mit einem Ascii-Editor unter die Lupe zu nehmen, was die meisten nicht wissen ist dass Word gelöschte Textteile im Dokument speichert und man so leicht mal nachschauen kann wie denn z.B. der erste Preis des Angebots war …

Tiki the CMS

Webworking

Eine Art “eierlegende Wollmilchsau” ist Tiki the CMS. Es handelt sich dabei um ein “Small-CMS” auf PHP-Basis (es benutzt PEAR und die Smarty-Template-Engine) mit einer eindrucksvollen Feature-Liste, von einem Wiki, Download-Bereichen, einem Link-Verzeichnis, Webmail, Newreader, Bilder-Galerien, Weblog und was-weiß-ich-noch-allem ist alles dabei. Die Demo-Site sieht für meinen Geschmack aber etwas arg “Nuke-mäßig” aus, damit meine ich das typische “Portal-Kasten-Design.” Ist aber IMHO trotzdem mal einen genaueren Blick wert.

Große Dinge passieren in der Blogosphere ...

Weblogtalk

…, schreibt Ben Hammerslay in einem weiteren Artikel im Guardian zum Thema TypePad:

»By creating content management systems with professional features, for around one thousandth of the price of the systems the large sites of the dotcom era were forced to use, the weblogging industry is rapidly creating new possibilities for people to make a living writing for the web. […] So what next for weblogging? Here in Silicon Valley, there are rumours that a big announcement from Blogger may come in the next few days, but no announcements seem forthcoming from any other weblog tool companies. This will change rapidly. Due to the nature of the hyperconnected weblog world, the news of TypePad will travel quickly. […] For a part of the internet that has so much quiet influence, TypePad and its features may just be the start of something really big.«

Die Welt is`n Blog

Weblogtalk

Hugo hat etwas “cooles” entdeckt: The World as a blog. Wann immer jemand einen neuen Beitrag in sein Weblog schreibt und weblogs.com pingt und die Geourl-Koordinaten Metatags vorhanden sind taucht das Weblog als kleiner Punkt und mit einem Fensterchen (dass den neuen Eintrag enthält) auf der Weltkarte auf.

Netter Zeitvertreib, und nun schaue ich gespannt auf das zweite Browserfenster und klicke hurtig auf “Abschicken”. ;-)

Gentoo-Linux

Linux

Da ich gerade ein paar Tage Urlaub habe habe ich nun umgesetzt was ich schon einmal angedeutet habe: Gentoo Linux zu installieren. Eines kann man dazu von vornherein sagen: Die Installation von Gentoo-Linux ist nur routinierten Linuxern zu empfehlen für die modprobe kein Fremdwort ist, die auch mal “händisch” ein Netzwerk konfigurieren können und die sich trauen einen neuen Bootmanager zu installieren oder in der Lage sind einem vorhandenen Lilo ein weiteres System hinzuzufügen.

Im Gegensatz zu “normalen” Linux-Distributionen verfolgt Gentoo einen anderen Ansatz: Sämtliche Software wird in Quelltext-Paketen bereit gestellt die man sich aussucht und dann auf seinem eigenen System kompiliert. Dadurch kann die Software relativ aktuell gehalten werden, denn es braucht ja keine Rücksicht auf verschiedene System-Release mit verschiedenen Versionen diverser fertig kompilierter Bibliotheken genommen werden. Ein Paketmanager verwaltet die Source-Pakete und sorgt dafür dass immer alles downgeloadet und kompiliert wird was die zu kompilierenden und installierenden Pakete verlangen.

Zur Erstinstallation empfiehlt es sich ein sogenanntes Stage-3-ISO-Image herunterzuladen (Größe: etwa 214 MB) und auf CD zu brennen. Damit wird der Aufwand zum ersten Basissystem einfacher, bei den Stage 1 und Stage 2-Images muß mehr kompiliert werden. Die frisch erstellte CD ist bootfähig. Nun sollte man sich mit GNU Parted oder kommerziellen Tools wie Partition Magic von einem vorhandenen System seine Partitionen ordnen und Platz für Gentoo schaffen, 3GB Platz sollte man schon haben. Es sei denn es handelt sich um einen Rechner mit “nackter” Festplatte, dann ist alles bestens. Nun benötigt man noch die Installationsanleitung (die deutschsprachige Anleitung auf gentoo.org ist nicht auf dem neuesten Stand und daher nicht empfehlenswert, es gibt aber eine aktuelle auf gentoo.de, was mir aber erst nach der Installation auffiel und somit zu spät für mich war ;-)) und die Installation kann beginnen. Diese Anleitung benötigt man die ganze Zeit, also entweder man hat einen zweiten Rechner mit Netzzugang in Reichweite oder man druckt die Anleitung aus, ohne Anleitung ist eine Installation (wenn man nicht schon 10 Gentoos vorher installiert hat) nicht durchführbar!

Nach dem Booten des Rechners von der erstellten CD gibt es einen hübschen Begrüßungsschirm mit Hilfestellung über verschiedene Optionen die man am Boot-Prompt auswählen kann. Hat man sich für eine entschieden oder einfach “Enter” gedrückt wird das Installationssystem von CD und RAM-Disk hochgefahren. Mit dem bunten Schirm hat sich dann auch erledigt was man so “Installationsprogramm” nennen würde, alle weiteren Schritte sind Handarbeit nach Anleitung, Gentoo ist also keine Distribution für dialogeklickende TurnbeutelvergesserInnen. ;-))

Wichtig ist dass man den Internetzugang hinbekommt, man benötigt diesen im weiteren Verlauf der Installation, wer wie ich einen separaten Router für den Netzzugang im lokalen Netz besitzt hat es natürlich einfacher. Bei mir funktionierte das während der Installation empfohlene (aber in der Anleitung nicht erwähnte) Konfigurationsprogramm für den Netzwerkzugang nicht, was aber daran liegt dass meine Netzwerkkarte eine Option für ihr Kernelmodul erwartet die den verwendeten Transponder einstellt. Ein bißchen “rumfummeln” mit modprobe, ifconfig und route war notwendig, dann lief es.

Nun folgt man genauestens der Anleitung. Eine böse Falle trat bei der Kernel-Kompilierung auf, nachdem mit “make menuconfig” der Kernel konfiguriert war brach die Kompilierung mit einer Fehlermeldung ab. Ursache war eine von menuconfig nicht ordnungsgemäß abgeschlossene Zeichenkette in der Datei /usr/src/linux/kernel/proconfig.data, nachdem ich diese händig mit einem dezenten " geschlossen hatte lief es. Man muß sich vor dem Reboot entscheiden ob man Grub oder lilo als Bootmanager verwenden möchte, natürlich kann man das frische Gentoo-System auch manuell einem vorhandenen lilo hinzufügen. Grub wollte ich schon immer mal haben, also habe ich den installiert, er funktioniert gut und kann auch das vorhandene Windows XP problemlos booten. Praktisch an Grub ist dass man mit “c” das Bootmenü verlassen kann und dann in eine Shell kommt wo man bei Problemen manuell eingreifen kann und ein beliebiges System “händig” starten kann.

Nach dem Reboot kann man zum ersten Mal das frische Gentoo starten und sich dran machen die benötigte Software zu installieren. Das Angebot ist sehr aktuell, der Haken ist dass es schon sehr lange dauern kann bis das Kompilieren der Software abgeschlossen ist. Während der Harald-Schmidt-Show gestern abend habe ich die kde, gnome und natürlich X-Window-Installation angestoßen, während ich das hier tippe läuft das immer noch (auf einem Pentium 4 mit 2,5 GHz und 512 MB RAM). Wenn es einmal angestoßen wurde läuft das Herunterladen und Kompilieren aber ohne weitere Benutzereingaben, Überraschungen nach Windows-Art dass man während eines langwierigen Vorgangs den Rechner verlässt nur um festzustellen dass man eine Minute später eine Frage der Art “Wollen Sie wirklich den Hintergrund ändern? Ja Nein Abbrechen” beantworten musste gibt es nicht. Nun bin ich gespannt, ich werde der verehrten Zielgruppe hier kundtun wenn ein Arbeitsfähiges grafisches “Desktop-System” zur Verfügung steht.

Fazit: Gentoo ist nichts für Anfänger, routinierte LinuxerInnen können sich aber mit Gentoo ein individuelles und aktuelles System zusammen stellen dass genau auf die Hardware zugeschnitten ist, denn man kann den Kompiliervorgang auf den Prozessor optimieren, während fertige Distributionen natürlich alle halbwegs gängigen Prozessoren berücksichtigen und daher auf Prozessor-Optimierungen verzichten müssen. Ob sich das konkret auswirkt ist natürlich eine ganz andere Frage, wir werden sehen. ;-)