layout: post_netzbuchtitle: ‘Wertschöpfungskette – Zahlt endlich, Benutzer!’date: 2003-02-27 09:54:00+0100categories: Internet tags: source: netzbuchpermalink: /netzbuch/661/wertschpfungskette—-zahlt-endlich-benutzer/—-

Das Thema “wir wollen Geld sehen” – sprich, die legendäre Wertschöpfungskette – lässt viele Anbieter von mehr oder weniger sinnvollen Internet-Informationsangeboten und deren Beobachter nicht los.

Bei eDings gibt es nun Teil 3 der kleinen Reihe “Online-Publishing in der Krise?”, Thema ist Die Krux mit den Bezahlmodellen:

»Auf Dauer werden sich neue Modelle entwickeln – und neue Angebote. Aber es gibt auch in der “Offline-Welt” kaum Beispiele dafür, dass jemand freiwillig für etwas bezahlt, das er vorher kostenlos bekam. Der Nutzer ist nicht verantwortlich, wenn sich die impliziten oder expliziten Hoffnungen der Anbieter nicht erfüllt haben. «

Und die “impliziten und expliziten Hoffnungen” sind so hoffnungslos an der Realität vorbei dass man sich fragt ob manche Anbieter während der “Dot-Com-Tod-Phase” ein Sabbatical in der Antarktis verbracht haben. So meint doch eine Yahoo-Sprecherin lt. Heise Online tatsächlich:

»“Die Schnupperphase mit vielen bunten Seiten der mannigfachsten Anbieter ist vorbei”, sagt Yahoo-Sprecherin Patricia Rohde. Die Nutzer wollten nicht mehr auf die schnelle Informationsbeschaffung verzichten. “Aber man will sich nicht mehr mit einer Fülle verschiedener Anbieter herumschlagen”, sagt Rohde. Jetzt breche die Zeit der großen Internet-Namen an.«

Klar, klingt plausibel, man will nur noch eine Seite die alles hat was man braucht. Denn es gibt ja auch nur eine Tageszeitung, einen Fernsehsender und eine Radiostation …

Vor allem wenn man sich die “großen Namen” mal konkret anschaut wird schnell klar dass dafür niemand zahlen wird. Es muß ja billig sein, daher beschränkt sich die Arbeit der eigenen Redaktion darauf Agenturmeldungen zu sortieren und einzubauen. Die Qualität (ich meine damit die inhaltliche, nicht die technische) ist einfach lausig, egal ob bei web.de, Yahoo! oder dem T-Online-Portal. Überall die gleichen nichtssagenden oberflächlichen Agenturmeldungen, und natürlich darf ein Beispiel (der “Killer-Content”) nicht fehlen: Der gebührenpflichtige Mega-Customer-Benefit, der Download von Kinotrailern. Man soll zahlen um sich Werbung anzuschauen, das muß man sich mal klar machen …

Nee, Freunde, so wird das nichts mit der Wertschöpfung. Wo unten Wert in Form von “Euro” rauskommen soll muß oben erst einmal Wert in Form von “Qualität” reingesteckt werden. Eigentlich ein simples Prinzip, aber so simpel anscheinend auch wieder nicht, sonst wäre es nicht so wie es ist.

Heise: Webportale verabschieden sich von Gratismentalität im Netz (via
Schockwellenreiter)