Februar 2003

Weblogtalk

Blogosphere Roundup

Schade: Tzwaen hört auf, ich habe seine Analysen der Weblog-Welt, mal zustimmend, mal widersprechend, immer interessiert gelesen.


Neuer Lesestoff: Treklog, alles rund um die diversen Star Trek-Serien, “from the maker of ”http://www.x-ploration.de" >generation neXt und Bloghaus. Kommt in die Liste wenn es irgendwann mal bei blo.gs auftaucht. Übrigens das erste mir bekannte Weblog das ScratchLog einsetzt.


Derbe: Henso über die “Antville-Community”: »Was mir bei der Antville-School of Weblogging immer wieder sauer aufstösst, ist dass die Grenzen der “Community” (wenn man das Wort schon verwenden muss) als mit denen des Servers zusammenfallend verstanden werden. Das ist nicht Webloggen, das ist ein Kleingärtnerverein. Und ein Grund, warum ich selbst nicht auf Antville blogge.« Eine gewisse Selbstreferenz entwickelt sich aber immer in “Internet-Communities”, das war damals in “meinen” CompuServe-Foren nicht anders (via Monoklon).


Gefunden bei Blogroots: »CNet writes about how some software developers are using blogs to reach their users early in the development phase to get feedback and improve their products.«


Und noch etwas für die Software-Spielkinder unter uns: Bei OpenSource CMS kann man allerlei gängige Mini-CMS, Weblog- und Portaltools “probefahren” ohne die Mühsal einer eigenen Installation (via Blogroots).

Internet

Wertschöpfungskette

Bei eDings: Online-Publishing in der Krise?

Nun sitze ich deprimiert vor meinem Computer weil meine Site nicht “relevant” ist, keine “Wertschöpfungskette” beinhaltet und ich mir noch keine Gedanken über ein “tragfähiges und für alle befriedigendes Konzept” gemacht habe.

Auf der Zunge zergehen lassen sollte man sich noch folgendes Zitat aus o.a. Text:
»Wer hingegen Privates zum Thema macht, ohne damit einen wie auch immer gearteten Verarbeitungsprozess zu verbinden, der darf sich nicht wundern, wenn dieses zum Gegenstand öffentlicher Diskussion wird, er selbst aber nur einer Schublade zugeordnet wird.
Carola Heine dazu auf ihren Webseiten: “Das Beste am Internet ist, dass sich auch solche Leute frei äußern können, deren Meinung nicht von Interesse ist. ;-)”« Arroganz statt Relevanz, das ist das Rezept zum erfolgreichen Online-Publishing …

Nun warten wir alle sicher gespannt auf Teil 2 dieser Artikelreihe.

Seltsames

Spam you silly

Du bekommst zu wenig E-Mails? Dann schau mal bei Spam You Silly vorbei, da meldest Du Deine Adresse an und schon füllt sich die Mailbox (via Pepilog). Schon ein bißchen seltsam …

Eine Alternative wäre übrigens das Abonnement diverser Mailing-Listen.

[Klicken!]



Apropos: Man sollte mal auf dieses Banner bei Spam You Silly oben auf der Seite klicken, das ist recht, nun ja, amüsant. ;-)

Musik

GRid

Eine neue Idee der Musikindustrie: Der Global Release Identifier, kurz GRid. Jedes digitale Musikstück soll einen eindeutigen Code mitbekommen um Aktivitäten in der “Wertschöpfungskette” eindeutig “tracken” zu können. Das setzt aber voraus dass die Hardware des Benutzers diese Information einer Sammelstelle übermittelt, das passt dann gut zu der TCPA-Strategie. Schöne neue Welt! (futurezone)

Wo wir gerade beim Thema sind: Künstlerin stoppt Musiktauschbörse (Netzeitung). Soulseek können wir damit auch abhaken.

Internet

Roboter checken Frauen ab ...

… und werfen Basketbälle, berichten die Roboterfreunde der futurezone.

Das Unternehmen Intelligent Earth hat einen Roboter entwickelt dessen herausragendste Funktion das automatische Erkennen weiblicher Attraktivität sein soll. Männliche Attraktivität kann der Roboter namens “Doki” aber nicht erkennen, diese sei nicht so einfach nach optischen Kriterien auszumachen, sagt Hersteller “Intelligent Earth”. Und fügt hinzu: Bei der Frage der “Attraktivität für das andere Geschlecht” müssten aber noch andere Faktoren als allein das Aussehen berücksichtigt werden, die der Roboter nicht beherrsche.

Eine größere Herausforderung als das elektronische Erfassen der weiblichen Formen dürfte diese Seminararbeit an der TU Darmstadt gewesen sein, ein Roboter namens “EM Kanone” der es schafft selbstständig Basketbälle im Korb zu versenken, und das mit 100% Trefferquote; das war der Sieg im diesjährigen Wettkampf der “Elektromechanischen Basketballspieler” an der Technischen Universität Darmstadt.

Böse Zungen könnten nun anführen dass diese Meldung belegt das Roboter-Forschung ein typisches Spielfeld des männlichen Spieltriebs sei, denn womit beschäftigen sich die Roboter? Mit Frauen und Sport… ;-)

Internet

Dies und das

Das Online-Rollenspiel “Everquest” zerstört Beziehungen, schreibt die Netzeitung.

Die Studierenden sind auch nicht mehr das was sie mal waren: “Damals” war es eine Frage der Ehre Seminararbeiten nicht einfach abzuschreiben (weil man ja drastischer seine eigene Unfähigkeit nicht dokumentieren kann), heute in den Zeiten des Internets ist es Gang und Gäbe dass die lieben Studis einfach abkupfern. Ist klar, die Zeit um eine vernünftige Arbeit abzuliefern ginge ja für “Party machen” verloren. Darum verlangt jetzt z.B. Professor Abromeit von der TU Darmstadt eine eidesstattliche Erklärung, wer sich erwischen lässt wird zusätzlich bei allen Profs unmöglich gemacht (Heise Online).

“Reifen.de” hätte man sich beizeiten mal sichern sollen, dann wäre man nun relativ wohlhabend (FR).

Open Facts, eine freie Wissensdatenbank über Open-Source-Software sammelt im immer beliebter werdenden Wiki-Format Informationen und Dokumentationen zu Open Source (Pro Linux).

Momentaufnahme

Winterzeit

[Burgruine in Ebersteinburg]


Der Winter hat uns voll im Griff, so lange es dabei so sonnig wie jetzt bleibt kann man das ja noch ein paar Tage aushalten. Das Bild zeigt die “Hausburg” des Hauses Eberstein in Baden-Baden-Ebersteinburg.

Internet

Hello, my name is Scott

Scott läuft seit 834 Tagen mit einem Namensschild auf der Brust herum. Seine Philosophie dahinter: »My goal in life is to be friendly to everyone in order to break down walls of social trepidation, thus spreading the fulfillment and sheer joy that can be found through interpersonal interaction. […] my individual method of accomplishing this goal is carried out by one simple, consistent act: wearing a nametag.«

Scott trägt also ein Namensschild um die kommunikative Stille in einer Welt, welche die Kommunikation zwischen Menschen technisiert und industrialisiert hat, zu durchbrechen. Und das funktioniert, wie man in seinen Anekdoten nachlesen kann. Mittlerweile hat Scott über seine Erlebnisse ein Buch geschrieben und wurde als “liebenswerter Verrückter” ausgiebig in der Presse erwähnt.

(Metafilter)

Internet

Belästigungen

[Tötet Karl Klammer!] Wer kennt sie nicht, all die schönen nervtötenden Dinge welche die verschiedenen Systeme der Windows-Familie der/dem Anwender(in) so bescheren?

Annoyances.org (engl. annoyances = dt. Belästigungen) bietet Tipps und Tricks um Windows-“Features” wie lustige Gesellen (Karl Klammer und seine Freunde), blöde Gimmicks wie Menüs mit Rolleffekten und ähnliches Zeugs los zu werden (gefunden bei Neat New Stuff On The Web).

Man kann natürlich gleich Linux nehmen, aber das ist eine ganz andere Geschichte …

Zeugs

Kleiner Umbau

Meine Damen und Herren, entschuldigen Sie bitte die Ausfallzeit heute abend, ich habe die Datenbank reorganisiert und musste sicher stellen dass während dieser Zeit nichts in die Datenbank geschrieben wird.


Die Idee mit dem “Zweitweblog ”http://werkbuch.das-netzbuch.de" >das Werkbuch hat sich als nicht praktikabel herausgestellt, daher wird das nun reorganisiert (und die Tage mal anders “aufgemacht”) und für Sachen wie die Debian-Ecke und für zukünftige, nicht ins Weblog passende Sachen von mehr dauerhaften Charakter reserviert. Die bisherigen Werkbuch-Artikel wurden ins Netzbuch in die neuen Rubriken Linux (wie der Name schon sagt), TechKram (allerlei Fundstücke eher Compi-technischen Charakters) und WebWorking (that`s my job, folks, Dinge die mit Web-Design und Entwicklung zu tun haben) übernommen.


Alles klar? Okay okay, ich wollte es ja auch nur mal gesagt haben, dachte ich mir dass das niemanden wirklich interessiert. ;
)

Seltsames

Von Waschmaschinenbier und Piraten

“Welches Bier trinkst Du heute?”
“Ein ”http://www.wambier.de/" >Wambier, hausgemacht von einem Pfarrer mit PC und Waschmaschine!"

[Wambier]



Prost!

(gefunden im netNewsletter)

Apropos: Der netNewsletter (gibt`s noch nicht online) erklärt den Begriff “Blogger”:

»Blogger ist die Kurzform von “Weblogger”, dem Betreiber eines sogenannten Weblogs oder abgekürzt Blogs. Gemeint ist damit kein Log-File, in dem ein Server sämtliche Seitenzugriffe protokolliert, sondern eine Art Online-Tagebuch im World Wide Web, ein Web-Logfile. In einem Blog veröffentlicht der Blogger regelmäßig seine Gedanken und Meinungen und gibt weiterführende Links an. Weblogs werden deshalb auch gerne als der “Piratenfunk des Internets” bezeichnet. «

Na denn:

[Die Piraten des Internets]

Internet

Wanderung aus gestorbenen Systemen

In der FR: Wanderung aus gestorbenen Systemen. Über die Schwierigkeit Werke bibliothekarisch zu erhalten die z.B. mit einem C64 erstellt wurden ohne die “Authenzität” zu zerstören. Meine ältesten Texte sind mit einer Textverarbeitung namens “IBM PC Text” (die sind schwierig zu öffnen heutzutage) und MS Word 4.0 für DOS (die bekommt man auch heute noch problemlos geöffnet) geschrieben, gut dass ich mit dem C64 nur gespielt und sinnfrei programmiert habe …

Das zeigt wieder einmal wie wichtig es ist Dokumente in freien und zukunftssicheren Formaten aufzubewahren, es sollte sich niemand der Illusion hingeben dass z.B. PDF ein Format für die Ewigkeit ist.

Telepolis schreibt zum gleichen Thema: »Der digitale Sammlerwahn kann aber nur zeitweise die Schwierigkeit verdecken, Entscheidungen treffen zu müssen, also nach Maßgabe irgendwelcher Kriterien zu selektieren, was aufbewahrt werden soll und was dem Vergessen anheim fallen darf oder muss.«

Webworking

W3C-DOM

Ein Artikel auf evolt.org: What shall we do with the W3C DOM? »Basically, since the W3C DOM allows us to completely rewrite the page according to the wishes of the user, we should design web pages in a new way. We no longer need to take serious decisions about how the site will work, how the navigation, the forms and the other elements interact with the users. Instead, we can offer the user a way to create his/her own web page, with exactly those elements and that interaction he/she wants, likes or needs. Thus one web page can look completely different for two users.« Ein simples Beispiel dazu gibt es auch. Das kann sicherlich gerade bei Formularen sinnvoll sein, meine vielfältigen Erfahrungen in dieser Hinsicht sagen aber dass der/die Benutzer(in) einer Website doch nicht so viele Freiheiten möchte wie das DOM ihm/ihr theoretisch erlauben würde (via Digital Web).

Weblogtalk

Blogosphere

Ein amüsanter Text: Why I Fucking Hate Weblogs!: »Most weblog authors either think they have something important to say (self-centered and egotistical authors), or believe that they have an audience that cares what they think (delusional and irrational authors.) What can be plainly seen is that most weblog authors need something to push them back into the real world from the self-centered and delusional world they have created for themselves.« Yo! Und unter jedem Weblog-Beitrag soll fortan stehen:

Statement of Audience
——————————-
I realize that nothing I say matters to anyone else on the entire planet.
My opinions are useless and unfocused. I am an expert in nothing. I know
nothing. I am confused about almost everything. I cannot, as an
individual, ever possibly know everything, or even enough to make editorial
commentary on the vast vast majority of things that exist in my world. This
is a stupid document; it is meaningless drivel that I do not expect
any of the several billion people on my planet to actually read. People who
do read my rambling, incoherent dumbfuckery are probably just as confused as
I am, if not moreso, as they are looking to my sorry ass for an opinion when
they should be outside playing Frisbee with their dog or screwing their life
partner or getting a dog or getting a life partner. Anyone who actually
takes the time to read my bullshit probably deserves to ingest my fucked up
and obviously mistaken opinions on whatever it is that I have written about.

Signed: -—————-



(Gefunden in Moe`s Blog)

Seltsames

Wir bauen uns ein U-Boot!

[Euronaut] Eine gute Idee: Warum eigentlich baut man sich nicht einfach mal ein U-Boot? Die Euronauten setzen diese Idee in die Tat um und dokumentieren die Fortschritte auf ihrer Website. Diese sieht zwar furchtbar aus und man wird mit nervtötender Lycos-Werbung gepeinigt, dafür gibt es aber viele Detailfotos vom Eigenbau-U-Boot zu bewundern (via Slashdot). Sehr vertrauensweckend sieht es in meinen Augen nicht aus, aber die Jungs der Crew sehen eigentlich ziemlich entschlossen aus, sie haben sogar schon Uniformjacken und einen Kommandanten. Sie werden wohl damit tauchen gehen …

Weblogtalk

Professional Blogging in Hollywood

Vielleicht lag ich mit meinen früheren Einschätzungen hier in der Rubrik WeblogTalk ja völlig daneben und “professionelles Webloggen” funktioniert doch?

Von einem gelungenen Beispiel berichtet Blogroots:

In der “Traumfabrik Hollywood” wird gerade der Film “I Love Your Work” gedreht, u.a. mit Christina Ricci und Franka Potente. Die Produktionsfirma Cyan Productions betreibt sowieso schon ihre Website mit einem MoveableType-Weblog und kam nun auf die Idee ein Weblog als Medium zur Promotion des neuen Films zu benutzen, und das schon während der Dreharbeiten: Das I Love Your Work-Weblog. Anekdoten und Geschehnisse jedes Drehtags werden dort geschildert. Und da so ein Weblog ja auch von jemandem geschrieben werden muß kam die Webloggerin Helen Jane zu einem Job als “Profi-Bloggerin”.
Warum Helen Jane? Weil sie den Chef von Cyan Productions, Josh Newman, bei einem Online-Spiel namens BlindDateBlog kennen gelernt hatte. Tja, so etwas gibt es wohl nur in Hollywood. ;-)

Die ganze Hintergrundstory gibt es bei shift.com, und wer z.B. nachlesen möchte dass Franka Potente vor ihren Nacktszenen keine Donuts isst kann mal in Helen Janes I Love Your Work-Blog reinschauen …

Internet

H.P. Lovecraft

[H.P. Lovecraft] Gut gruseln: The Complete Works Of H.P. Lovecraft (via Wurchlog). Die Horror-Geschichten von H.P. Lovecraft habe ich als Jugendlicher in halb zerfallenen Büchern mit schwarzem Einband und grünen Seiten aus der Stadtbücherei verschlungen. Für jeden Lovecraft-Interessenten unentbehrlich ist auch The H.P. Lovecraft Archive. Dort gibt es eine Seite die mit den Mythen aufräumt die Lovecrafts Leben und Werk umranken, z.B. dass er wahnsinnig wurde und durch Selbstmord starb oder dass das “Necronomicon” tatsächlich existiert.

Lovecrafts Geschichten inspirierten diverse Künstler aus den unterschiedlichsten Genres (und Qualitätskategorien), bspw. Autoren wie Stephen King und Wolfgang Hohlbein (weniger gelungen) oder zahlreiche Musiker, Metallicas Stücke “The Thing That Should Not be” (auf “Master Of Puppets”) und das Instrumental “The Call Of Ktulu” (auf “Ride The Lightning”) sind sicherlich die bekanntesten darunter.

Webworking

Ist die Zeit von HTML vorbei?

Auf “Boxes and Arrows” behauptet David Heller: »HTML`s Time is Over. Let`s Move On.« Und schlägt als Alternativen Flash(!), Java und Curl vor. Das bringt mich zu dem Schluß: HTMLs Zeit ist noch lange nicht vorbei. Der Vorteile (viele Plattformen, Interoperabilität, Clients, Durchschaubarkeit) sind es gar zu viele als dass man anfangen sollte “Enterprise”-Web-Applikationen in proprietären Technologien zu erstellen.

(via PHP Everywhere)

Weblogtalk

Warum Google Blogger kaufte ...

… weiß immer noch niemand so genau, Wired beteiligt sich mit einem Artikel namens Why Did Google Want Blogger? am munteren Spekulieren z.B. über Page Ranking basierend auf RSS-Feeds der blogger-Weblogs. Die bekäme man aber auch so, kein Grund zum kaufen also.


Vielleicht liegen ja alle daneben die den großen “Masterplan” bei diesem Deal suchen, und es war lediglich eine von Finanzmenschen betriebene Geldanlage von Google? Niemand weiß es, so lange Google und Pyra nichts offiziell verlautbaren …


[Nachtrag]: Auch Martin spekuliert fleißig über diesen Deal und verwirft nebenbei meine (und viele andere) Hypothesen, wahrscheinlich hat er sogar Recht damit.


[Noch`n Nachtrag]: Die Netzeitung mischt auch mit, die Hypothese man müsse Blogger kaufen um Weblogs und ihre Auswirkungen auf das Google-Page-Ranking zu verstehen erscheint mir aber etwas arg an den Haaren herbei gezogen …

Internet

Devotionalien der etwas anderen Art ...

… bietet bald ein ganz besonderer Online-Shop: Chollima Group verkauft Artikel aus der “Achse des Bösen”-Macht Nordkorea, vom “anti-imperialistischen Poster” bis hin zur Ginseng-Gesichtscreme, alles frisch aus dem Reich des “geliebten Führers” (via futurezone). Ach ja, Reisen wird es auch geben, das wäre doch mal ein Urlaubsziel wo garantiert noch niemand sonst aus dem sozialen Umfeld war …

Internet

Google

Die altehrwürdige BBC fragt sich: Is Google too powerful? Nebenbei wird erst einmal mit dem (vor allem in der amerikanischen Weblog-Szene gepflegten) “Weblog ist der neue Journalismus”-Hype abgerechnet:


»Blogging is not journalism. […] The much-praised reputation mechanism that is supposed to ensure that bloggers remain true, honest and factually-correct is, in fact, just the rule of the mob, where those who shout loudest and get the most links are taken more seriously.«


BBC-Autor Bill Thompson teilt die Bedenken die ich schon einmal bei einer Diskussion im Bloghaus angedeutet habe, nämlich dass Google zu einem Machtfaktor im Internet geworden ist der eines näheren Blickes bedarf. Es ist doch de fakto so: Was nicht in Google gefunden wird existiert nicht für das “Publikum” im Web. Und Google breitet sich heimlich, still und leise aus: Sie bauen ein Newsportal, ein Shopping-Portal, und nun kaufen sie Blogger. Trotz der Monopolstellung hat Google nach wie vor ein gutes Image, das resultiert wohl noch aus der Zeit als Google ein Geheimtipp und der “Underdog” im Kampf gegen die großen “Bösen” wie Altavista war. Und es ist natürlich eine brauchbare Suchmaschine.


In Google steckt auch das Potenzial eines “Big Brothers”. Google weiß alles was ich je im Usenet geschrieben habe, es weiß welche Seiten ich publiziert habe, es trackt was ich gesucht habe und, wenn man die Google-Toolbar installiert, alles was ich im Browser anschaue. Daher kommt Thompson in seinem BBC-Artikel zu dem Schluß: »Perhaps the time has come to recognise this dominant search engine for what it is – a public utility that must be regulated in the public interest.«


Kann man mal drüber nachdenken, man muß ja nicht gleich so weit gehen wie ein Kommentarschreiber auf der BBC-Website: »Thank you for this article! I have changed my search engine immediately.«

Lagedernation

En Vogue: Foltern

Wo leben wir eigentlich? Eine seltsame Diskussion geistert neuerdings durch Deutschland, nämlich die ob man nicht in furchtbaren Notfällen vielleicht doch ein klitzekleines bißchen foltern dürfe. Die neueste “gute Idee” in dieser Richtung stammt von Rechtsausleger Jörg Schönbohm, Ex-General und Innenminister Brandenburgs (Spiegel Online):

»Man müsse über Folter in Polizeiverhören nachdenken, wenn durch Terroristen eine Gefahr für eine Vielzahl von Menschen drohe, sagte Schönbohm am Montagabend in der “Phoenix”-Sendung “Unter den Linden”. Der Moderator hatte den Minister gefragt, ob man sich Strafmaßnahmen wie im Fall von Metzler auch für potentielle Terroristen überlegen müsse. Wörtlich sagte der Minister: “Diese Frage kann ich nicht mit Ja oder Nein beantworten. Ich kann mir vorstellen, wenn eine unmittelbare Gefahr für Tausende bevor steht, dass man über solche Maßnahmen nachdenkt.”«

Der gute Mann ist wohl etwas fehl am Platze und mit den einschlägigen Gesetzen nicht so vertraut, denn in der auch von Deutschland unterzeichneten Europäischen Menschenrechtskonvention heisst es:

»Artikel 3
Verbot der Folter

Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. «

Und weiter:

»Artikel 15
Abweichen im Notstandsfall

(1) Wird das Leben der Nation durch Krieg oder einen anderen öffentlichen Notstand bedroht, so kann jede Hohe Vertragspartei Maßnahmen treffen, die von den in dieser Konvention vorgesehenen Verpflichtungen abweichen, jedoch nur, soweit es die Lage unbedingt erfordert und wenn die Maßnahmen nicht im Widerspruch zu den sonstigen völkerrechtlichen Verpflichtungen der Vertragspartei stehen.

(2) Aufgrund des Absatzes 1 darf von Artikel 2 nur bei Todesfällen infolge rechtmäßiger Kriegshandlungen und von Artikel 3, Artikel 4 (Absatz 1) und Artikel 7 in keinem Fall abgewichen werden.«

Schönbohms Idee ist also ein glatter Bruch des Völkerrechts. Herr Platzeck, übernehmen Sie, juristische Inkompetenz hat auf einem Innenministersessel nichts verloren.

Weblogtalk

Bloggende Nachbarschaft

Wo Vorteile sind können die Nachteile nicht weit sein: Nachteile von Weblogs, ein Text von Sven aka “Tzwaen” im Gupsi-Magazin. “Weblogs sind eine gläserne Visitenkarte” ist in der Tat ein Problem, dass sie schlechtes Image von Unternehmen transportieren können (wg. des Page Ranking von stark verlinkten Weblogs) weniger, wenn ein Unternehmen in der Weblog-Runde “im Gespräch” ist, sei es positiv oder negativ, hat das auch meist seinen guten Grund.

661 Wertschpfungskette Zahlt Endlich Benutzer


layout: post_netzbuchtitle: ‘Wertschöpfungskette – Zahlt endlich, Benutzer!’date: 2003-02-27 09:54:00+0100categories: Internet tags: source: netzbuchpermalink: /netzbuch/661/wertschpfungskette—-zahlt-endlich-benutzer/—-

Das Thema “wir wollen Geld sehen” – sprich, die legendäre Wertschöpfungskette – lässt viele Anbieter von mehr oder weniger sinnvollen Internet-Informationsangeboten und deren Beobachter nicht los.

Bei eDings gibt es nun Teil 3 der kleinen Reihe “Online-Publishing in der Krise?”, Thema ist Die Krux mit den Bezahlmodellen:

»Auf Dauer werden sich neue Modelle entwickeln – und neue Angebote. Aber es gibt auch in der “Offline-Welt” kaum Beispiele dafür, dass jemand freiwillig für etwas bezahlt, das er vorher kostenlos bekam. Der Nutzer ist nicht verantwortlich, wenn sich die impliziten oder expliziten Hoffnungen der Anbieter nicht erfüllt haben. «

Und die “impliziten und expliziten Hoffnungen” sind so hoffnungslos an der Realität vorbei dass man sich fragt ob manche Anbieter während der “Dot-Com-Tod-Phase” ein Sabbatical in der Antarktis verbracht haben. So meint doch eine Yahoo-Sprecherin lt. Heise Online tatsächlich:

»“Die Schnupperphase mit vielen bunten Seiten der mannigfachsten Anbieter ist vorbei”, sagt Yahoo-Sprecherin Patricia Rohde. Die Nutzer wollten nicht mehr auf die schnelle Informationsbeschaffung verzichten. “Aber man will sich nicht mehr mit einer Fülle verschiedener Anbieter herumschlagen”, sagt Rohde. Jetzt breche die Zeit der großen Internet-Namen an.«

Klar, klingt plausibel, man will nur noch eine Seite die alles hat was man braucht. Denn es gibt ja auch nur eine Tageszeitung, einen Fernsehsender und eine Radiostation …

Vor allem wenn man sich die “großen Namen” mal konkret anschaut wird schnell klar dass dafür niemand zahlen wird. Es muß ja billig sein, daher beschränkt sich die Arbeit der eigenen Redaktion darauf Agenturmeldungen zu sortieren und einzubauen. Die Qualität (ich meine damit die inhaltliche, nicht die technische) ist einfach lausig, egal ob bei web.de, Yahoo! oder dem T-Online-Portal. Überall die gleichen nichtssagenden oberflächlichen Agenturmeldungen, und natürlich darf ein Beispiel (der “Killer-Content”) nicht fehlen: Der gebührenpflichtige Mega-Customer-Benefit, der Download von Kinotrailern. Man soll zahlen um sich Werbung anzuschauen, das muß man sich mal klar machen …

Nee, Freunde, so wird das nichts mit der Wertschöpfung. Wo unten Wert in Form von “Euro” rauskommen soll muß oben erst einmal Wert in Form von “Qualität” reingesteckt werden. Eigentlich ein simples Prinzip, aber so simpel anscheinend auch wieder nicht, sonst wäre es nicht so wie es ist.

Heise: Webportale verabschieden sich von Gratismentalität im Netz (via
Schockwellenreiter)

Weblogtalk

Reuters über Weblogs

Ein Reuters-Artikel über Weblogs: Blog publishers stealing Web limelight.

»Blogs feed other blogs, cross-referencing each other via hyperlinks. An endless series of underground gopher tunnels, the typical blog has 50 to 100 links to other sites.

The phenomenon is changing the basic metaphors for how the Web works. Bloggers don`t so much surf as clip excerpts from the Internet, then share these choice tidbits with friends, colleagues, and passers-by from other blogs.
Successful blogs have certain obsessions that set them apart. In contrast to Web sites that try to be all things to all people, blogs do best when they stake out niches. “Who is saying something interesting today?” is their basic appeal. […]
Technology can do little for people who have nothing to say.«

Nebenbei erfährt man in dem Artikel dass AOL irgendwann in 2003 seinen Mitgliedern Weblogs anbieten wird.

(via DIENSTRAUM)