Januar 2003

Zeugs

Neues Jahr, gute Vorsätze

Hossa! Jens brachte das ultimative Zitat zum Jahreswechsel: »Ein Glück, wieder ein Silvester rum, an dem ich nicht mit mit Luftschlangen umkränztem Knabberzeug vor dem Fernseher sass und “Hossa” murmelnd ins neue Jahr hineinvegitierte. Das ist nämlich ziemlich genau das, woran ich erkennen würde, dass das Leben vorbei ist.« Nun aber weg mit den Luftschlangen und dem Knabberzeug und ran an die Umsetzung der guten Vorsätze für das noch frische Jahr 2003.

Jedoch: »Mit guten Vorsätzen starten viele Bundesbürger ins neue Jahr. Der Kölner Psychologe Reinhard Finger warnt jedoch davor, sich mit zu vielen und zu hoch gesteckten Zielen zu überfordern. Wer alles auf einmal schaffen wolle, sei meist zum Scheitern verurteilt, sagte Finger. Hinterher sei die Enttäuschung groß und der Leidensdruck noch stärker. Deshalb gelte auch hier: Weniger ist mehr« (FAZ.NET).

Finde ich auch, deshalb nehme ich mir für das Jahr 2003 konsequenterweise einfach mal nichts vor, mit Ausnahme des Üblichen: Reich und berühmt zu werden!

Webworking

php 4.3.0

Mal wieder ein neues PHP-Release: 4.3.0

Interessant daran: Das neue Kommandozeilen-Interface CLI ermöglicht die einfachere Nutzung von PHP-Skripten außerhalb des Web-Servers, genau wie das ja schon bisher über Interpreter-Aufruf nutzbare CGI-Interface, nur völlig anders. ;-)

(PHP Everywhere)

Zeugs

Debian-GNU/Linux

Die hier gestartete Installation eines Debian GNU/Linux hat nun ein glückliches Ende in einem hochgradig arbeitsfähigen System gefunden! Einige Sachen musste ich im Internet suchen damit alles so wird wie es sein soll, daher habe ich in meinem darbenden “Zweitlog” das Werkbuch eine Debian-Ecke eingerichtet mit Links und Tipps die ich gefunden und erfolgreich angewendet habe. Dort wird in den kommenden Tagen und Wochen alles dokumentiert was ich an dem System geändert und aktualisiert habe, dann braucht man nicht ein zweites Mal danach zu suchen und vielleicht hilft es ja irgendwem. ;-)

[Screenshot: Debian Woody unter KDE3]



Warum Debian? Seit 1994 setze ich SuSE-Linuxe ein, mit den immer komplexer werdenden Desktop-Umgebungen wurde aber jedes Update eines SuSE-Systems zu einer endlosen Qual, man installiert sich frische RPM-Pakete vom SuSE-Server und kann dann anfangen die eingebauten Fehler zu suchen, das habe ich z.B. bei KDE3, MySQL und Gnome2 erlebt, daher war dann irgendwann klar: Nun ist Schluß mit dem in Linux-Extremistenkreisen liebevoll “Franken-Windows” genannten SuSE-Linux. Es bleibt einem bei SuSE nichts anderes übrig als ab und an ein neues CD-Pack zu kaufen, alles zu löschen und anschließend neu zu installieren, das ist aber für ein laufendes System, dass mehr als ein “Spielzeug zum Testen” ist, indiskutabel.

Nun denn, nun schauen wir mal ob diese Qualen mit Debianzukünftig vermieden werden können.

Internet

Der Flieger von Frankfurt - Nachtrag

Die sonntägliche Aktion des Fliegers über Frankfurt erzeugt “mediale Nachbeben”:

Unter dem schönen Titel “Der Sonntagsausflug”, untermalt mit dem “Fliegerlied”, kann man sich ein Amateurvideo des Flugs über Frankfurt anschauen.

Lt. Metafilter sind das und das die Websites des verwirrten Fliegers, letztere die schon in den Medien ausgiebig gewürdigte Website über die Astronautin Judith Resnik.

Und noch das Feuilleton der FR: “Ich möchte nur kreisen”: Zur Psychopathologie des Aufmerksamkeitsterrorismus.

Momentaufnahme

Die Vorher-Nachher-Show

Die innere Stimme: “Hey, ralle, jetzt wird aber mal aufgeräumt, guck mal an wie das hier aussieht, Werkzeug, Zettel, ausgebaute defekte Platten, Du machst nicht eher den Rechner an bis das mal aufgeräumt ist!”






Vorher
[Schreibtisch vorher]

Nachher
[Schreibtisch nachher]



Getreu dem alten Motto von Charles Bukowski: »Wenn man alleine ist kann man nur noch ein Problem mit sich selbst haben« ;-)

Zeugs

Server schlecht drauf

Irgendwie ist der sonst so zuverlässige und performante Hostsharing-Server im Moment schlecht drauf, sprich, das Netzbuch lädt ein bißchen langsam, daher habe ich mal die Anzahl der Artikel pro Seite von 25 auf 10 reduziert, es erscheint mir nun etwas flotter zu laufen. Vielleicht ist aber auch ein Knoten im Internet, wer weiß …

Womit natürlich nichts gegen Hostsharing gesagt ist, das ist der genialste Provider bei dem ich jemals war. Zusätzlich wurde nun auch einmal etwas Zeugs aus der Menüleiste rechts eliminiert welches im Verdacht steht Performance zu fressen.

Zeugs

Mal eben einen Webserver aufsetzen

Irgendwann kommt der Tag an dem man seine bestehenden Web-Applikationen auf neuen Versionen von Apache, php und MySQL laufen lassen muß. Darum benötigt man vorher einen Server zum testen. Das kann qualvoll werden, denn brandneue php- und Apache-Versionen sind in den wenigsten Linux-Distributionen umgehend verfügbar. Für solche Zwecke gibt es Xampp, ein Komplettpaket für Windows oder Linux mit Apache2, php4.3.0, MySQL3.23.56 (oder so), vielen nützlichen Libraries und weiteren Goodies. Einfach kurz ein Basis-Debian mit dem Grundsystem und dem Netzwerkzugriff aufsetzen, Lampp dazupacken und fertig ist ein topaktueller Testserver! Gute Sache!

Weblogtalk

To link or not to link

Durch die deutschen Weblogs brandet eine Diskussion über das Setzen von Links auf andere Seiten. Durch die Marketing-Erfindung des Begriffs “Deep Link” haftet jedem Link auf einen konkreten Inhalt der Touch des Unanständigen an, weil man ja dem Sitebetreiber diejenigen vorenthält die vielleicht auf der Titelseite auf das grandiose Banner des Online-Casino geklickt hätten …

Die Diskussion tobt zur Zeit auf den folgenden Seiten (als Notiz für mich selbst, denn das ist ein interessantes Thema):
Angefangen hat alles mit einem Artikel von Markus auf eDings, Martin hat es aufgegriffen, Siegfried ebenso, blawg dto., und noch einmal Markus.

Meine Ansicht dazu: Öffentlich ist öffentlich, wer ein Dokument öffentlich zugänglich ins Netz stellt darf sich nicht beschweren wenn jemand einen Link darauf setzt. Auf die Idee kommen zu verlangen man dürfe nur einen Link auf die “Startseite” setzen und der Interessent soll sich dann selbst durchklicken damit man ja die Werbung sieht kann nur einem Marketing-Menschen aus der Offline-Welt einfallen die in den letzten Jahren leider unseren guten alten Cyberspace penetriert haben.

Von der Theorie her ist jedes Dokument, dass durch einen eindeutigen URi identifizierbar ist, gleichberechtigt, d.h. es gibt im Grunde keinen Unterschied zwischen http://www.das-netzbuch.de und http://www.das-netzbuch.de/index.php?id=P569, es sei denn man versucht mit Metaphern aus dem Meatspace wie “Eingang” und “Ausgang” diesen Unterschied künstlich herbeizuführen, was aber ein gewisses Unverständnis des Hypertext-Prinzips dokumentiert. Dieser Punkt ist mir wichtig, ich “mache” HTML seit 1993 und sehe und sah mit Sorge wie die genialen Prinzipien des vernetzten Informationsspeicher mit dem Einzug des Kommerz in den Cyberspace Stückchen für Stückchen vor die Hunde gehen seit die “Glattgekämmten” das Internet mit ihren “Geschäftsmodellen” überfluten.

Das Links korrekt bezeichnet, Zitate mit exakter Quellenangabe versehen und Inhalte nicht einfach geklaut werden sollte selbstverständlich sein. Das hat aber nichts mit Verlinkung zu tun.

Weblogtalk

Neues aus der Blogosphere

Ein Artikel im Online Journalism Review: Everyman gets a weblog.


Zum Thema “AOL führt Weblogs ein” meint Autor Mark Glaser:

»The news is good and welcome, and will likely create a wasteland of self-absorbed babble, providing the perfect foil for us professional writer types.«


(Microcontent News)


Am 23. und 24. Mai in Wien: BlogTalk – A European Weblog Conference: Web-based publishing, communication and collaboration tools for professional and private use." Das erste europäische “Weblog-Event” wird das sein, verspricht interessant zu werden.

Lagedernation

Armes Deutschland!

Der Tarifabschluß im öffentlichen Dienst bringt die journalistischen und professionellen Berufsskeptiker auf den Plan. Müllmänner, Busfahrer und Krankenschwestern sind und werden alles schuld sein, »[…] der Tarifabschluss [wird] zu einer Erhöhung des Haushaltsdefizits 2003 um knapp 0,2 Prozentpunkte führen« (Thomas Straubhaar in Spiegel Online), »dieser Abschluss wird Stellen kosten und das nicht zu knapp« (SZ), die FTD sieht »Scheitern als Chance« und verlangt Personalabbau. Und natürlich meldet sich auch der Schlimmste von allen, der notorische Hans-Olaf Henkel, zu Wort.

Armes Deutschland! Die gierigen öffentlichen Bediensteten treiben uns in den Ruin, schließlich konnte doch wirklich kein Finanzminister des Bundes oder eines Bundeslandes erwarten dass die Bediensteten eine Lohnerhöhung bekommen werden, dementsprechend überrascht schauen sie nun in die Kassenbücher. Das ist aber der Trend in diesen Zeiten: ArbeitnehmerInnen, der größte Teil jener Bevölkerung für die das ganze Spiel namens “soziale Marktwirtschaft” ja angeblich veranstaltet wird, werden nur noch als unnötiger Kostenfaktor wahrgenommen, alles andere ist wichtiger. Dementsprechend jubelt die Börse und der Kurs geht nach oben wenn ein Unternehmen Entlassungen ankündigt. Irgendetwas in unserem Wirtschaftssystem läuft grundlegend falsch, Stückchen für Stückchen delegitimiert es sich selbst.

Noch eine Anmerkung: Professor Thomas Straubhaar meint im oben erwähnten Spiegel-Interview zur Rolle der professoralen Experten: »Außerdem ist es ja gerade unsere Aufgabe, immer wieder unsere Stimme zu erheben und möglichst unabhängig von politischen Interessen auf Schwachstellen hinzuweisen« (Hervorhebung von mir). Unabhängig von politischen Interessen, der Mythos vom “unabhängigen Experten” als Gegenstück zum schmutzigen Geschäft Politik, in der Selbstwahrnehmung der “unabhängigen Experten” lebt und gedeiht er. Sie lieben es sich in der Aura des objektiven Experten als Hüter der einzig wahren Erkenntnis bei Sabine Christiansen und Maybritt Illner zu präsentieren, komischerweise geben sich die Herren aber stets als arbeitgebernahe Lobbyisten …

Internet

Ralph Segert ...

… ist wieder da: s i . l o g:
»Das si.log ist kein reines Funprojekt, eher ein Dienstleistungs-Blogg mit guten Fotografien und Links, eine Mischung aus Information, Eigenwerbung und Support, der Versuch, das Nützliche mit dem Schönen, das Verkaufen mit dem Kommunizieren und das Nehmen mit dem Geben zu verbinden. «

Wer die Texte zu den vorhandenen Bildern liest hat keinen Zweifel daran dass Ralph wieder zu alter Form auflaufen wird. Freut mich!

Zeugs

Sonne, ich komme!

Verehrte Zielgruppe, diese ewige Kälte und Nässe ist eigentlich nichts für mich, daher macht das Netzbuch nun eine Woche Pause und der ralle verzieht sich in den warmen Süden.

Passt mir in der Zwischenzeit gut auf das Internet auf! ;-)

Momentaufnahme

Home again!

[Impression vom Atlantikstrand auf Gran Canaria]



Hallo Zielgruppe, da bin ich wieder! Es ist ganz schön kalt in Deutschland wenn man aus der kanarischen Sonne mit Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad kommt, und gestern abend hat es zur Begrüßung gleich mal geschneit. Da fühlt man sich doch gleich wieder heimisch!

Übrigens, hatte ich nicht ausdrücklich angeordnet auf das Internet aufzupassen? Und was ist das dann? ;-)

Musik

Wer kennt`s?

Es geht nichts über unbeschriftete Musikkassetten, gerade habe ich eine eingelegt um die Schmach der schmählichen Niederlage der Borussia bei den [zensiert] Bayern zu vergessen, und es erklang folgendes:

Living is easy with eyes closed

Misunderstanding all you see

It`s getting hard to be someone

But it all work out

It doesn`t matter much to me


Na, wer kennt das, wer hat noch kulturelle Bildung heutzutage?
Ach ja, googlen zählt nicht!

Internet

Weblog aus Bagdad

» Those foreigners are all over the place, I think I know what it should be called: War Tourism. betcha they will be out of here faster than you can say Iraqi-peace-team when things get a bit too hot.«

“Salam Pax” ist lt. Recherchen der futurezone der letzte irakische Weblogger der aus dem Irak schreibt. Mit dem nötigen Kleingeld sei auch jetzt, trotz allgegenwärtiger Zensur im Irak, der Internetzugang kein Problem.

Autentisch oder Teil der Show, das ist die Frage. Auf jeden Fall ein interessantes Blog aus dem von Bush definierten “Zentrum des Bösen”.

Weblogtalk

c`t über Weblogs

Heute abend im Zug gelesen:

In der aktuellen c`t 3/03 ist ein (leider nicht online verfügbarer) Artikel über Weblogsoftware und Weblogs zu finden. Neben Blogger, BlogStudio und Freenet(!) werden MovableType, Radio Userland und, als Beispiel für ein PHP/MySQL-basierendes System, ein mir bisher unbekanntes Tool mit mäßigem Funktionsumfang namens Scratchlog vorgestellt. Das ist ein wenig unverständlich, denn mit pMachine, Sunlog, b2 oder Nucleus gibt es in dieser Kategorie wahrhaftig andere Kaliber.

Noch ein Zitat aus dem Artikel: »Man muß nicht mit einem überdimensionierten Sendungsbewusstsein ausgestattet sein, um der Faszination des Bloggens zu erliegen. Es macht einfach Spaß, seine Ideen, Erlebnisse und Web-Fundstücke mit anderen zu teilen«(S. 166). Eben!

Seltsames

`Yup, That`s A Head`

Ein Artikel auf Newsday.com:

»On Saturday when James Payton skated over to a corner of Forge River in Moriches and spotted the tuft of dark, curly hair, a stubble-covered cheek, and one ear rising above the frozen water, he had no doubt about what he had discovered. “I said, ‘Yup, that`s a head,`” said Payton, 17 […].« Cleverer Bursche!

»The grisly find has not haunted Payton, who is one week away from joining the Army, or changed his perception of the neighborhood. However, several other residents, including Payton`s mother, said the discovery of the head, which police said contains a bullet, has dredged up concerns about criminal activity in the area.«
Ja, ein abgetrennter Kopf mit einer Kugel drin in einem zugefrorenen Gewässer kann sensible Gemüter in der Tat dazu verleiten sich Gedanken über die Kriminalität in der Nachbarschaft zu machen …

(via ”http://www.obscurestore.com//" >Obscure Store)

Musik

Marilyn Manson ...

… hat ein Online-Tagebuch, manche nennen so etwas ja auch Blog:

»I`ve been in the bored room this past month trying to explain the difference between a night club and a night stick to a pile of idiots, who for the life of them, could not see the connection betwixt the moustache of Dali and the “mustache” of Nietzsche. I have put the dirt back in my mouth and drank from the dead, regardless of what these powdered wig witch doctors prescribed.« Ah ja! Eigentlich schreibt er ziemlich wirres Zeug, und die Schrift ist kaum lesbar. Es klingt aber so wirr dass es autentisch sein muß.

Übrigens dürstet es mich schon exorbitant nach seiner neuen Scheibe “The Golden Age Of Grotesque”, die angeblich im März erscheinen soll. Solange muß man sich halt mit den alten Scheiben begnügen …

“If you die when there`s no one watching
then your ratings drop and you`re forgotten
but if they kill you on their TV
you`re a martyr and a lamb of god”
(Marilyn Manson “Lamb Of God”)

Ein paar MM-Links:
Die offizielle Homepage, die deutschsprachige Fansite Manson-Valley, die Marilyn Manson Lyrics and Discography, die Deutsche Marilyn Manson Homepage und das Mansonforum sind empfehlenswerte Anlaufstationen. Letzteres wird natürlich, wie das halt bei Musiker-Sites immer so ist, von Kindsköpfen heimgesucht.

Weblogtalk

Geplaudert. Aber nichts verstanden.

Gerade im Zug auf “toten Bäumen” gelesen und schon ist es hier:

Michael Ridder hat sich mal ein bißchen auf Antville umgesehen und darüber in der FR geschrieben:

»Wäre Kafka heute Weblogger? “Im Kino gewesen. Geweint.” Lakonisch ins Netz gestellt, unter eine Kopfzeile, die nüchtern den Verfasser und das Datum des Eintrags protokolliert? Dem scheuen Dichter aus Prag hätte der Gedanke wohl nicht behagt, vor aller Welt sein Innerstes nach außen zu kehren. Aber in Zeiten, da das Tagebuch nicht mehr Gralshüter der Intimität, sondern – unter dem schicken Namen Weblog – Zeugnis einer exhibitionistischen Gesellschaft ist, muss man die neuen Kafkas fraglos im Internet suchen.«

Klarer Fall, wieder jemand der den Unterschied zwischen Tagebuch und Weblog nicht verstanden hat. Dazu passt auch (Zitat): »die Menschen der Postmoderne bewältigen mit Weblogs offensiv den zwangsläufigen Schwund ihrer Privatsphäre.«