Dezember 2002

Musik

Oasis im Knast

Oasis haben sich in München im Hotel geprügelt und die Nacht im Knast verbracht, und zwar gleich alle, aber in Einzelzellen. Gegen Kaution freigelassen haben sie umgehend München verlassen und das für heute abend angesetzte Konzert geschmissen (Quelle: SWR3-Nachrichten). So sind sie, eine tickende Zeitbombe, da können sie noch so alt und scheinbar seriös werden …

Update: Mittlerweile gibt es die Geschichte bei RP Online und n-tv zu lesen. Erstaunlicherweise war Noel der einzige der sich nicht das bayerische Gefängnis von innen anschauen durfte.

Internet

Geld verdienen mit Kartonage

Wie kommt man zu ein paar Euro extra?

Man packt seinen neuen PDA aus, bietet auf e-Bay “Sony Clié – Originalverpackung” für 30 Euro an, wartet bis die Schnäppchenjäger den Preis auf 300 Euro hochgetrieben haben und verschickt dann die Verpackung an den glücklichen Meistbietenden. Genial, nicht wahr? ;-)

(Inspiriert durch einen Kollegen und Die Welt)

Internet

Case-Modder

[Modder-Block] Wenn man einem PC-Gehäuse mit Werkzeugen und Farben zu Leibe rückt wie weiland den Laubsägewerken dann nennt man das Modding, weiß die Süddeutsche Zeitung. Wenn man den unter diesem Artikel angegebenen Links folgt dann kommt man z.b. zu dem links abgebildeten Prachtstück. PC-Max erläutert in seiner reich bebilderten Anleitung wie man aus zwei Rechnergehäusen etwas so praktisches wie einen Motorblock bastelt.

Übrigens, es gibt sogar Profi-Modder und Weltmeisterschaften im Modding. Wollen wir doch mal schauen was die Bastelkiste mit den alten PC-Teilen noch so her gibt …

Musik

Brachial-Lyriker

Gerade gelesen in der Netzeitung: Rammstein-Sänger Till Lindemann ist unter die Lyriker gegangen, da muß ich auf jeden Fall mal einen Blick reinwerfen und schauen ob das bspw. mit dem mithalten kann:

“Ich komm wieder in zehn Tagen
als Dein Schatten, und werd` Dich jagen
heimlich werd` ich auferstehen
und Du wirst um Gnade flehen,
dann knie ich mich in Dein Gesicht
und steck` die Finger in die …
… Asche” (Rammstein “Asche zu Asche”)

Die Leseprobe liest sich jedenfalls schon einmal ganz gut an.

Hm, jetzt habe ich Lust auf Brachiales bekommen, für den Weg zur Arbeit gleich mal ein paar Rammstein Minidiscs einpacken ;-)

Zeugs

What sucks today?

Today sucks: RMV, ESWE, Flash, Friedrich Merz. Und noch so manches was ich lieber nicht öffentlich erwähne. ;-)

Übrigens: Bald ist Weihnachten. Wer hingehen möchte sollte sich langsam Gedanken über Geschenke und ähnliche damit verbundene Dinge machen.

Weblogtalk

Kommerzialisierung der Blogosphere?

Interessante “Meta-Debatten” zum Thema “Weblog überhaupt und Business” die diese Woche an mir vorbei gegangen sind und deshalb hier als “Reminder” abgelegt werden müssen:
Bei tzwaen, eDings, Martin (frisch “re-launch-ed”!) und Thomas, der eine Idee aufwirft die ich mir im stillen Kämmerlein auch schon einmal überlegt hatte: Nämlich ein Buch über Weblogs zu schreiben.

Bekanntlich plant Thomas N. Burg ein Weblog-Event:
»Es steht meiner Ansicht nach unzweifelhaft fest, dass die Funktionalität von Weblogs eine Business-Anwendung nahelegt. Was unsere Veranstaltung zu Tage fördern soll, sind Case Studies zu Verwendungszusammenhängen. Wobei unter Business alles zu verstehen ist, was nicht mir Liebhaberei gleichzusetzen ist: also jede Art von Geschäftsprozessen, die durch den Einsatz von Blog-Technologie und Blog-Stil verbessert werden kann. Ich denke wir befinden uns an einem, genetisch gesprochen, Wendepunkt an dem der Transfer von Know-How und Kompetenz von Entwickler und Early-Adopterszene hin zur Kommerzialisierung gerade statthat. Ich denke, der Lebenszyklus einer Kultur (=Technologie+Kommunikation+Reflexion) erfordert häufig einen paradigmatischen Neubeginn.«

Das, verehrte Zielgruppe, halte ich für ein krasse Fehleinschätzung, ein “Paradigmenwechsel” von “Adaption aus Leidenschaft” zu “Adaption zur Profitmaximierung” (ich drücke halt alles gerne klar und deutlich aus ;-)) führt dazu dass die Faszination dessen was das “Weblog-Phänomen” ausmacht stirbt, klar, es gibt dann Seiten die werden mit einem kleinen CMS wie MT oder pMachine gebaut, nur werden die mit den ursprünglichen “Weblogs” nichts mehr gemein haben, es fehlt ihnen Glaubwürdigkeit, Persönlichkeit und Authenzität wenn sie nicht von engagierten Bloggern aus Leidenschaft geführt werden.

Das heisst nicht dass sogenannte “Business-Themen” sich nicht für Weblogs eignen würden, aber auch solche sind eher “Liebhabereien” von Individuen, ein Weblog dass von einem “anonymen Stab” eines Unternehmens auf die Menschheit losgelassen würde hätte den Charme eines Pressemeldungenbereich einer Unternehmenswebsite, also gar keinen. Und nach meiner Einschätzung müsste sich erst einmal die vorherrschende Kommunikationskultur in deutschen Unternehmen ändern bevor man Weblog-Technologie in Unternehmen einsetzen könnte, wer in der Intranet/Internet-Branche arbeitet und sich die gängige Praxis des “Knowledge-Management by M$-Office-Document-Sharing auf freigegebenen Laufwerken” ansehen durfte verliert eh schnell jegliche Illusionen über IT-Technologie und Unternehmen, wahrscheinlich ist es diese “grausame Erfahrung” die mich diese Dinge so skeptisch sehen lässt, wahrscheinlich skeptischer als notwendig.

Zeugs

WinterSwap

Endlich sind sie fertig und auf dem Weg zu ihren Empfängern, die WinterSwap-CDs. Gar nicht so einfach, etwas zusammenzustellen was abseits dessen liegt was man sowieso jeden Tag im Radio hört und andererseits nicht zu sehr zu “erschrecken”, denn man kennt ja den Geschmack der anderen Seite nicht. Also habe ich “rumproblematisiert” und diverse mal die Playlist umgestellt bis ich zufrieden war.

Zwei CDs sind auch schon eingetrudelt, aber darüber reden wir dann erst ab dem 14.12. ;-)

Internet

Der Bierkastenrouter

[Bierkasten-Router] Das ist doch mal ne Idee: Man hat ja noch das eine oder andere Motherboard herumfliegen, aber Gehäuse sind teuer, warum also nicht einfach einen Router in einen Bierkasten einbauen?


Da mir ein alter Pentium 75 “zugeflogen” (in einem richtigen Gehäuse!) ist habe ich mir nun auch einen sehr praktischen fli4l-Router für den Internetzugang via DSL gebaut. Fl4l ist ein “Mini-Linux” das mit einer einzigen Diskette auskommt und nun brav dafür sorgt dass meine drei Rechner unabhängig voneinander per DSL ins Internet kommen. Gute Sache!

Im Moment habe ich viele Bastel-Baustellen, da ich gerade dabei bin habe ich auf meinem Hauptarbeitsrechner mit Partition Magic die Festplatten repartioniert und verschoben (ein gutes Gefühl der Erleichterung wenn anschließend das Booten wieder funktioniert), 2 mal SuSE-Linux eliminiert (wg. der unsäglich schlechten Paketverwaltung und Update-Prozeduren) und durch Debian ersetzt. Darunter leidet das Netzbuch ein wenig, aber wenn alles wieder funktioniert gibt es hier wieder das gewohnte “überflüssige Wah”, wie die Badener sagen würden. ;-)


Ausgerechnet der erste frisch installierte Debian-Linux-Rechner will aber nicht so recht mit dem fli4l-Linux zusammen arbeiten, darum muß ich nun noch ein bißchen basteln, denn ich hasse es abgrundtief wenn irgendetwas in meinem heimischen Netzwerk nicht richtig funktioniert…


Noch ein Tipp: Wer einfach mal eben ein kleines Linux-Apache-Mysql-PHP-System zu Entwicklungs- und Testzwecken braucht sollte mal einen Blick auf eisfair werfen, eine genau auf diesen Zweck optimierte Linux-Distribution aus dem Hause fli4l die mit einer(!) Konfigurationsdatei auskommt, allerdings einen funktionierenden Netzwerk- und Internetzugang (bspw. mit dem erwähnten Linux-Router fli4l) voraussetzt da ein Großteil des Systems nach dem Starten aus dem Internet besorgt wird.

Zeugs

Bin ich froh ...

… wenn Dienstag ist und ich Urlaub habe!

Öffentliches Lästern ist, wie wir wissen, keine gute Idee, darum halte ich mich geschlossen und sende einmal ein kleines Lebenszeichen ins Netzbuch. Hat mich doch tatsächlich jemand per Mail gefragt ob ich keine Lust mehr hätte weil in letzter Zeit so wenig Vernünftiges zu lesen ist. Soso, wenig Vernünftiges. Keine Sorge, Netzbuch bleibt, die beliebte “Ich schließe mein Weblog, denn ich bin so busy”-Show gibt`s nicht. ;-)

Und wieder nix Vernünftiges …

Internet

Passwortflut

Ein Artikel in der futurezone:

»Viele Computernutzer haben inzwischen mit einer wahren Flut an Passwörtern zu kämpfen. Um sich die durchschnittlich 21 Passwörter merken zu können, wird leider oft die Sicherheit vernachlässigt. […] Die User wählen ihre Identifikationsdaten für berufliche wie private Services wie Online-Banking, Web-Mail oder Windows-Log-in dabei typischerweise nach zwei Grundsätzen. 84 Prozent der befragten User gaben an, Passwörter in erster Linie nach dem Kriterium der Merkbarkeit auszuwählen, und 81 Prozent nutzen ein und dasselbe Passwort bei so vielen Diensten wie möglich.«

Das ist ja nicht weiter verwunderlich: Du möchtest eine Software ausprobieren – Account anlegen und Passwort merken. Du möchtest in irgendeinem Weblog einen Kommentar schreiben – Account anlegen und Passwort merken. Du möchtest irgendeine Nachrichtensite lesen – Account anlegen und Passwort merken. Du abonnierst eine Mailing-Liste – Account anlegen und Passwort merken. Das ist doch nicht normal, daher muß man für sicherheitsunkritische Dinge, wie bspw. die große Gnade in einem Weblog einen Kommentar schreiben zu dürfen, einfach ein Universalpasswort verwenden.

Ein Tipp für Besitzer eines Palm-OS-PDA: YAPS legt einen “Passwort-Safe” auf dem PDA an (natürlich Passwort-gesichert ;-)) und ist auf jeden Fall sicherer als die berühmten Zettelchen auf dem Schreibtisch, und man hat die Passwörter alle dabei um im Zweifelsfall nachschauen zu können.

Internet

Vom rheinischen Netzzensor, oder: Der Balken im Auge

Jürgen Büssow, peinlicherweise Regierungspräsident meines Geburtsort Düsseldorf, agiert bekanntlich gerne als Netzzensor, natürlich nur um die bösen Nazis von zu schützenden deutschen Surferaugen fern zu halten. Jetzt wurde eines seiner Zensurdekrete, pardon, ich meine Sperrungsverfügungen tatsächlich von einem Gericht bestätigt (Heise).

Die Nazis im Netz jagt Büssow, bei antisemitischen Ausfällen eines Tischgenossen der den “Möllemann” macht reagiert er nicht so scharf, denn die Party war zufälligerweise gerade zu Ende als er das Wort ergreifen wollte, so was aber auch (Bericht darüber bei terz.org).

Doppelmoral ist auch eine Form von Moral…

Weblogtalk

WinterSwap

[WinterSwap-Cover]



Nun ist es soweit, die geheimnisumwitterten WinterSwap-Playlists werden veröffentlicht. Ich hatte meine 3 CDs anonym versendet, mit einem kleinen Rätsel auf einem Zettelchen bestückt: “Dieser `Winterswap` kommt von einem Gebinde aus toten Bäumen eingebunden in ein Geflecht aus dünnen Seilen.” Gebinde aus toten Bäumen (Papier) = Buch; Geflecht aus dünnen Seilen = Netz. Gar nicht so schwer, oder? Aber irgendwie wohl doch. ;-)
Und natürlich soll ein “Danke Schön” an Patrick für die Idee und die organisatorische und skripttechnische Abwicklung des WinterSwap nicht fehlen, gut gemacht, Patrick!

Hier nun die Playlist. Mein Winterswap besteht nicht aus “Kuschelrock”, sondern interpretiert das Thema “Winterabend” als “dunklen kalten Winterabend”, meistens ging es ruhig zu, zweimal wurde es “krachen” gelassen, und das letzte Stück, in epischen 10 Minuten, interpretiert “Winterabend” besonders eigenwillig:


  1. THE DANDY WARHOLS – Godless

  2. TIAMAT – Cold Seed

  3. THE BLACK HEART PROCESSION – Tropics Of Love

  4. VANESSA CARLTON – Paradise

  5. DIE TOTEN HOSEN – Containerlied

  6. COLDPLAY – A Rush Of Blood To The Head

  7. NICK CAVE AND THE BLACK SEEDS – Fifteen Feet Of Pure White Snow

  8. MESH – To Be Alive

  9. RAGE AND LINGUA MORTIS ORCHESTRA – Alive But Dead

  10. WOLFSHEIM – Übers Jahr

  11. MARYLIN MANSON – Suicide Is Painless

  12. BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB – Love Burns

  13. OASIS – Stop Crying Your Heart Out

  14. DEINE LAKAIEN – Return

  15. THE CALLING – Whereever You Will Go (Live)

  16. LACRIMOSA – Flamme im Wind

Zeugs

Argh!

Vorweihnachtszeit, besinnliche Ruhe – mitnichten, verehrte Zielgruppe. Urlaub ist erst einmal verschoben wegen eines ach so wichtigen Projekts.
Den halben Tag habe ich damit verbracht herauszufinden dass die PHP-ODBC-Schnittstelle zu M$-Access auf jedes “Insert” oder “Update” einfach nichts zurückliefert (nicht einmal einen Rückgabewert der auf Fehler hindeutet, einfach nix) wenn man in der Datenquelle keinen Benutzernamen und Passwort vergibt. Aber löschen darf man. Oberverhärmt! Ich frage mich warum überhaupt jemand diesen M$-Dreck freiwillig verwendet, man muß schon krank sein oder es nicht besser wissen um wichtige Daten dieser Karikatur eines Betriebssystems anzuvertrauen. Ich habe zwar auch Windows, aber es gibt nur eine Hand voll unabdingbarer Applikationen für dieses System: Hamster, F1 Racing Championship und, ja, eine wirklich gute Software von M$, Flight Simulator 2002. Alles andere macht man mit Linux!

Etwas positives gibt es auch, die dritte Winterswap-CD von einem wohlbekannten Weblog ist eingetrudelt. Besprechungen der drei CDs folgen diese Woche noch, falls ich noch zu etwas anderem komme als an M$-Dreck herumzuschrauben. ;-)

Momentaufnahme

Frankfurt-Niederrad, 9:15 Uhr

[Frankfurt-Niederrad, Viertel nach Neun]

»In den Straßen läuft die Armee der Verlierer,
der große Direktor neben dem kleinen Kassierer.
Die Anzüge als Uniform bestimmen die Hierarchie.
Das Ende steht schon vor der Tür,
bis zur letzten Sekunde kämpfen sie.

Der Gegner ist die Zeit,
Generation um Generation schlägt die Zeit.
Die Nächsten warten schon,
schlägt sie mit Grausamkeit.

Erbärmlich sieht es aus,
wie jeder sich abkämpft
und zum Bus rennt,
keine Ruhe kennt
und Jahr um Jahr verschenkt,
bis er verliert.

Der Gegner ist die Zeit,
Generation um Generation schlägt die Zeit.
Die Nächsten warten schon,
schlägt sie mit Grausamkeit.«

(DIE TOTEN HOSEN “Armee der Verlierer”)



Dieser Text ist all denen gewidmet die jeden Morgen wichtigtuerisch rempelnd aus der S-Bahn sprinten weil sie so wichtig sind dass jede Sekunde die sie zu spät ins Büro kommen dem Bruttosozialprodukt der Bundesrepublik bleibende Schäden zufügt …

Weblogtalk

Java macht arm!

In Telepolis: Ein neuer Server für den Ameisenhaufen. Antville leidet unter seinem eigenen Erfolg, denn nichts, aber wirklich nichts, war leichter als sich dort anzumelden und in ein paar Minuten ein voll funktionsfähiges Weblog zu besitzen. Die Schattenseite: Antville ist unzuverlässig geworden, das Java-Zeugs braucht halt seine Systemressourcen. Darum muß nun ein neuer Server her und es werden edle Spender dafür gesucht. Ich hatte mir den Antville-Server (Helma, präziser gesagt) mal auf einem alten Spielrechner installiert, das arme Ding war ständig am Röcheln, das ist der Preis den man zahlt wenn man Java als Plattform verwendet. Nun denn, spendet also! ;-)

Zeugs

Test

Ein Test!

“Varus Varus, gib mir meine Legionen wieder”
(Augustus, Kaiser von Rom, vor etwa 2000 Jahren)

“MySQL, MySQL, gib mir meine Artikel wieder”
(Ralle, Webmaster von Netzbuch, vor etwa 2 Minuten)

Zeugs

macht ernst - macht Ernst

Lustig: Beim letzten Beitrag tippe ich so “Thomas N. Burg macht Ernst” und finde dass das komisch aussieht wenn man “Ernst” in dem Fall groß schreibt. Aber muß ja eigentlich stimmen, “der Ernst” halt. Da ich Schlamper noch immer keinen Duden nach neuen Rechtschreibregeln habe bin ich also verunsichert und schaue mal nach in Google wie die Anderen das so schreiben – tja, jede® wie er oder sie will. Seit ich versucht habe mir die neue Rechtschreibung anzugewöhnen bin ich dauernd verunsichert ob etwas so oder so geschrieben wird, schlimm, wie ein Anfänger oder “Deutsch für Deutsche”-Schüler.

Andererseits: Solange man nicht schreibt wie dieser Webhosting-Anbieter ist alles wunderbar … ;-)

Internet

Jesus - Legende und Wahrheit

Passend zur Jahreszeit: Jesus – Die Wahrheit hinter der Legende ist eine lesenswerte populärwissenschaftliche Annäherung an die historische Substanz hinter den “Gekreuzigten-Legenden”. Das ist übrigens das Titelthema der Print-Ausgabe des Stern diese Woche, nach ca. 47 mal “Klick” auch online komplett lesbar. Das habe ich Euch nun abgenommen, obiger Link springt direkt an die richtige Stelle. Oh, bitte, keine Ursache. ;-)

Und noch das: Links zur Jesus-Forschung

Internet

Tim Berners-Lee in der taz

Der muß noch rein (ja, das war auch einer der Artikel mit dem Varus-Schicksal): Die Internet-Seite der taz war diese Woche dem WWW-Erfinder Tim Berners-Lee gewidmet und ist natürlich auch online verfügbar, als da wäre ein Interview und ein kleines Portrait.

Einige bemerkenswerte Zitate aus dem Interview:

»Das Internet ist im Großen und Ganzen nur ein Spiegel des Lebens. Wenn Ihr Provider kontrollieren kann, welche Seiten Sie zu sehen bekommen, kann er Ihnen seine Sicht der Dinge aufpfropfen. Wenn das Internet aber offen bleibt, sollte ein intelligenter Mensch schon in der Lage sein, das Leben in anderen Ländern wahrzunehmen.«


»Ich sehe einen wachsenden Druck von Regierungen, der mit der Gefahr einhergeht, persönliche Freiheiten und Rechte zu missbrauchen. Das ist leider wahr. Einige Grundrechte müssen unbedingt geschützt werden, denn es geht um die Verteidigung der Freiheit. Das Copyright ist ein weiteres Problem. Die Verlängerung des Urheberschutzes in den USA ist von großen Konzernen durchgedrückt worden. Ich glaube nicht, dass irgendjemandem damit geholfen ist, dass das Copyright auf 75 Jahre ausgedehnt wurde. Denn für den akademischen Fortschritt und die Kultur überhaupt ist es enorm wichtig, dass es ein umfassendes Repertoire von großartigem Material gibt, das die Menschen frei nutzen und zitieren können. Würde Goethe heute leben, hätte er seine Gedichte nach den neuen Regeln für elektronische Medien an irgendein Hollywood-Studio lizenziert. Dann müssten Sie jedes Mal zahlen, wenn Sie ihn zitieren wollen. Das ist die Richtung, in die die neuen Gesetze gehen.«


»Enttäuschend finde ich, wenn Firmen versuchen, die Kontrolle über das Web zu übernehmen. Dinge wie Pop-up-Fenster, die aus dem Browser herauskommen und sich des Desktops bemächtigen. Das geht einfach zu weit. «

Tim Berners-Lee hat auch eine interessante Homepage.

Zeugs

Weihnachten ...

… kommt auch dieses Jahr, für mich überaus überraschend, schon wieder am 24.12. Darum bin ich nun trotz Urlaub schon um 8 aufgestanden (eine Schande ist das).

Morgen startet dann die “Jahresendzeitfeierlichkeiten-Deutschland-Tour” mit der Bahn, und ich rechne mit dem Schlimmsten. Samstag waren sie schon wieder unterwegs, die “einmal-im-Jahr-Bahn-Fahrer” mit ihren monströsen Rucksäcken, Taschen, Haustieren und Kindern, die allen regelmäßigen Bahn-Fahrern die Hölle auf Erden bereiten (» Pardon, gnädige Frau, würden Sie freundlicherweise Ihren Rucksack aus meinem Auge entfernen? Danke, sehr freundlich!«). Die Bahn tut wie immer das ihre dazu, Samstag morgen fehlte mal eben ein halber ICE mit den Wagon-Nummern 22 bis 28, was dazu führte dass trotz mehrfacher Durchsagen besonders schlaue Zeitgenossen und -genossinnen panisch mit ihrer monströsen Bagage durch den Zug liefen und ihre Plätze in Wagen 22 bis 28 suchten, was zu ständigen Kollisionen in den engen Gängen mit den MitfahrerInnen führte.

Eine Mitreisende war die Krönung, laut herumnöhlend ob der Ungerechtigkeit der Welt suchte die Dame ihren Platz in Wagen 10, ich denke mir »hm, komisch, es gibt keinen Wagen 10 in ICEs dieser Bauart«, nachdem sie den armen Zugbegleiter auf das Übelste anmacht stellt sich heraus dass sie einen Platz in einem IC reserviert hatte und nun in einem ICE ganz woanders hin sitzt, das fand ich sehr amüsant. Eigentlich wollte ich das Durcheinander mal fotografieren, aber ging nicht, dazu müsste erst einmal der Rucksack aus meinem Auge…

Ich hasse Bahnreisende mit Rucksäcken!

Lagedernation

Großes Weihnachts-Kanzler-Interview

Heute in der Süddeutschen Zeitung: Ein bemerkenswertes Interview mit Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Und folgende Passage daraus halten wir hier nun für die Nachwelt fest, in der Hoffnung dass die deutsche Regierung sich nicht herumkriegen lässt von den Salonkriegern in den Redaktionen der rechten Blätter die stirnrunzelnd das Menetekel der “Gefährdung der deutsch-amerikanischen Beziehungen” an die Wand malen. Wenn es die deutsch-amerikanischen Beziehungen gefährdet nicht jeden Wahnsinn George Bushs mitzumachen dann ist das halt so.

Hier also die interessante Stelle (Hervorhebung von mir):

»SZ: Ihre Irak-Politik hat Ihrem Ansehen in den USA sehr geschadet.

Schröder: Mag sein. Nur kann ich das politische Handeln Deutschlands nicht davon abhängig machen.

SZ: […] Sie haben stets betont, dass es auch im Falle eines UN-Mandats keine deutsche Beteiligung an einem Irak-Krieg geben wird. Bleibt es dabei?

Schröder: Ich habe nicht vor, meine Politik zu ändern. Wer nur noch über die Frage diskutiert, was passieren würde, wenn der Konflikt nicht ohne militärische Intervention gelöst werden kann, macht einen Fehler. Das ist eine merkwürdige Verengung der Debatte auch in unserem Land.

SZ: Sitzt der Schuldige vielleicht in Washington?

Schröder: Nein. Ich will da keinen Schuldigen ausmachen. Wenn eine Debatte einseitig ist, müssen wir uns das alle miteinander zurechnen lassen. Mir geht es darum, dass ich nicht von vornherein so agieren möchte, als hätte ich die Chance, diesen Konflikt friedlich zu lösen und die Entwaffnung Saddam Husseins ohne Krieg zu bewerkstelligen, schon abgeschrieben.

Ich möchte auch nicht dazu beitragen, dass diese Vorstellung, Krieg sei unausweichlich, sich in den Köpfen und im Bewusstsein der Menschen bei uns festsetzt. Ich möchte jede Chance für eine friedliche Lösung nutzen.

SZ: Im Wahlkampf haben Sie den Leuten versprochen: Deutschland wird sich an einer militärischen Auseinandersetzung im Irak nicht beteiligen.

Schröder: Das ist so, und daran wird sich auch nichts ändern.
«

Zeugs

Frohe Weihnachten!

[Der Weihnachtsmann!]



Nun denn, die Kühlschränke sind gefüllt, Berge von bunten Verpackungsmüll mit kilometerweise Tesafilm um mehr oder weniger sinnvolle Utensilien gehüllt, Polizei und Feuerwehr haben Urlaubssperre und lastwagenweise wurden abgeholzte Tannen durch die Gegend gekarrt – kurz und gut, es ist Weihnachten!

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern des Netzbuch ein schönes und erholsames Weihnachtsfest!

Zeugs

Lob der Bahn

Frohe Weihnachten allerseits!

[ICE] An Heiligabend bin ich zum ersten Mal über die ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Köln gerauscht, das ist wirklich klasse, mit 300 rauscht man durch die Lande und fliegt an den Autos auf der parallel verlaufenden Autobahn vorbei als würden sie parken, von Wiesbaden nach Köln braucht man nur ein knappes Stündchen, gute Sache!

Gestern abend war dann wieder Chaos angesagt, mein IC hing in Norddeutschland fest mit unbekannter Verspätung, ein Bahn-Mensch auf dem Düsseldorfer Bahnhof hatte keinerlei Durchblick, also habe ich mich in den nächstbesten Zug nach Köln gehauen, dort wartete ein verspäteter ICE über die neue Strecke nach Frankfurt, also nahm ich diesen. Da ich eine Fahrkarte mit Zugbindung für einen IC auf der alten Rheintalstrecke hatte war ich innerlich schon auf Krawall eingestellt als der Zugbegleiter kam, aber die ICE-Besatzung war freundlich, unbürokratisch und hat sich bei jedem Fahrgast erkundigt wo sie hin möchten und ggf. herumtelefoniert und sich nach Verbindungen erkundigt. Muß man ja auch mal lobend erwähnen, in diesen Zeiten herber Kritik an der Bahn! Und der ICE jagte in schlappen 45 Minuten von Köln nach Frankfurt-Flughafen und somit kam ich trotz des ICs im norddeutschen Eisregen pünktlich in Wiesbaden an.

Wenn man sich allerdings nicht selbst mit Verbindungen und Strecken gut auskennt ist man mit so manchem Bahn-Kollegen in den Bahnhöfen auf verlorenen Posten, diese Leute haben teilweise nur sehr beschränkten Durchblick und sind nicht “chaos-geprüft”. Andererseits sind manche Mitreisenden aber auch völlig daneben, brüllen die armen Menschen von der Bahn cholerisch an als hätten diese persönlich den Fahrstrom abgeschaltet. Das ist unakzeptabel, auch wenn man Frust und Wut über verspätete Züge hat kann man nicht einfach den nächstbesten Herrn oder Dame in Bahnuniform unhöflich anmachen.

Auch wenn man das so manchem meiner Mitmenschen ein Rätsel ist: Mir macht Bahnfahren nach wie vor Spaß, neben der praktischen Notwendigkeit von A nach B zu kommen übt der ganze Bahnbetrieb eine enorme Faszination auf mich aus, ich könnte stundenlang in der ICE-Lounge mit Scheibe hinter dem Lokführer sitzen, diesem bei der Arbeit zuschauen, die Instrumente angucken und durch die Gegend rauschen, oder auf großen Bahnhöfen den unterschiedlichen Zügen beim rein- und rausfahren zugucken …

Internet

Nigeria-Connection in der taz

In der Weihnachtsausgabe der taz gab es eine auch online verfügbare Doppelseite über die Nigeria-Connection (dazu gehören auch noch dieser, dieser und dieser Artikel). Mir war bisher gar nicht bewusst welche erstaunlichen Dimensionen diese Nigeria-Geschichte eigentlich hat und wie viele sich darauf in brutalstmöglicher Naivität einlassen, z.B. er hier:

»Im größten bekannt gewordenen einzelnen Betrugsfall verlor der brasilianische Bankier Nelson Sakaguchi, Direktor bei der Banco Noereste Brazil, zwischen 1995 und 1997 insgesamt 181 Millionen US-Dollar. Einer der Betrüger, Chief Emmanuel Nwude-Odinigwe, ist nach Rercherchen der nigerianischen Zeitschrift News inzwischen Direktor und größter Aktionär der nigerianischen Union Bank sowie Vorstandsmitglied zahlreicher nigerianischer Unternehmen« (taz).

Detailliert berichtet die taz über den Fall der Familie Ghasemi aus Florida, lasst es Euch eine Warnung sein und beherzigt den eisernen Grundsatz des Kapitalismus: Niemand verschenkt einfach so Geld!

Musik

Krise der Musikindustrie

Die Frankfurter Rundschau berichtet in ihrer Weihnachtsausgabe über die Krise der Musikindustrie:

»Die Musikindustrie wäre heute in einer deutlich stärkeren Position, wenn sie nur die Hälfte der Energie, die sie im Kampf gegen Piraterie einsetzt, für die Entwicklung neuer Vermarktungsmodelle verwenden würde.

Mehrere Befragungen haben ergeben, dass Online-Angebote nicht der Grund für die Krise in der Branche sind. Der Umsatzschwund ist laut Bernoff auf die generelle Konsumflaute zurückzuführen und darauf, dass die Hauptkunden der Plattenfirmen, Leute zwischen 13 und 30, ihre Budgets umgeschichtet haben. Sie geben mehr Geld für Handys und Videospiele aus.

Mit neuen attraktiven Angeboten könnten die Produzenten von Rock und Pop wieder Boden gut machen. Aber nach Ansicht von Bernoff und anderen Branchenkennern haben die großen Labels in punkto Repertoire vieles vergeigt. Sie schafften es in den vergangenen Jahren einfach nicht, neue, interessante Künstler nach vorne zu bringen. Stattdessen setzten sie auf Stars, die ihren Zenit bereits überschritten hatten, und gaben ihnen hoch dotierte Plattenverträge. Das abstruseste Beispiel: EMI zahlte Mariah Carey 30 Millionen Euro für die Auflösung ihres Kontraktes, also dafür, dass sie nicht singt« (FR).

So ist es!