November 2002

Internet

Referrer-Marketing (III)

Noch etwas zum sogenannten Referrer-Marketing: Ein Interview mit dem Erfinder dieser glorreichen Idee, Francois Lane, in der Netzeitung. Lane ist von Spam-Vorwürfen unbeeindruckt: »Das ist möglich, aber so weit ich weiß, hassen die Leute auch Banner, Pop-Ups und telefonische Direktwerbung – und Firmen benutzen diese Techniken noch immer. Wenn ich das System erst einmal verbessert habe, werden Sie schon sehen.«

Weblogtalk

Neues aus der Blogosphere

Ich hielt es für einen Scherz als ich es beim Wühlen in diversen Weblogs las, aber es gibt wohl tatsächlich eine Weblog-Software vom “Evil Empire” Microsoft. Das muß ich mir noch mal genauer zu Gemüte führen.

Neue lesenswerte Artikel über das Webloggen als solches: The Art Of The Blog, Are weblogs legitimate business tools? No (bleibt die Frage wer das entscheided, sicher nicht ein Kolumnist…), Are Weblogs legitimate business tools? Yes (wobei mir der etwas zu optimistisch ist g), und Fooling Movable Type, dort beschreibt der Autor kurz wie er das Weblog-Tool Movable Type als Content Management System mißbraucht. Selbiges kann man auch mit meinem geliebten Tool pMachine, ich versuche dies gerade in meinem privaten Netz-Imperium, allerdings noch sehr cursorisch, wie ich zugeben muß … ;-)

(Artikel wie immer gefunden bei Microcontent News)

Weblogtalk

taz und Weblogs, Teil II

Heute in der von mir abonnierten taz (Leute, kauft taz-Abos): Ira Strübel schreibt wieder über Weblogs, bezugnehmend auf ihre Kolumne von letzter Woche mit dem schönen Titel “Wenn der Reis rieselt” (wurde von mir hier gewürdigt):

»[..] eigentlich lese ich ja ganz gerne Weblogs. Und nicht einmal nur die von Kritikern gelobten. Nein, wenn ich ehrlich bin, lese ich am allerliebsten die, die sonst vermutlich keiner lesen mag: solche von Teenagern, die sich die Welt mittels aus Verzweiflung und Akne komponierter Lyrik erklären. […] Wirklich, nein, wirklich – diese Weblogs sind gar nicht so verkehrt. Ach, was sag ich, die sind super. Ich will ohne Weblogs gar nicht mehr sein. Weblogs sind der Gott der kleinen Dinge, da helfen weder Stolz noch Vorurteil. Sie sind die Instant-Archäologie des Alltags (“Heute hab ich mir bei Tchibo MP3-Player gekauft. Blaues Display! Fühle mich wie ein moderner Mensch”), die emotionale Landkarte des Ortlosen (“Seit gestern nehme ich eine höhere Prozac-Dosis. Jetzt kann ich nicht schlafen. Naja, habe ich wenigstens mehr Zeit zum Bloggen”), die Chronik eines angekündigten Modems (“Hurra, bald habe ich ***DSL***!”), die Sturmhöhen der Lebenstiefen (“* dieses Arschloch, hat mich heute versetzt!”) die Buddybrooks der Netzkultur – und jetzt schon die Klassiker des 21. Jahrhunderts. An dieser Stelle hör ich wohl besser auf. Sonst leg ich mir vor lauter Begeisterung noch selbst ein Weblog zu. «

Eine sehr gute Idee, Frau Strübel, auf geht`s!

Musik

Boykottiert BMG!

[Verkrüppelte CDs? Nein Danke!] Die ersten Musik-Multis drehen ob ihrer hausgemachten Krise nun völlig durch und unternehmen den finalen Anlauf um auch die letzten Kunden zu verprellen:

Die Bertelsmann-Abteilung BMG Entertainment hat beschlossen in Zukunft nur noch kopiergeschützte CDs auf den Markt zu bringen, zur propagandistischen Unterstützung des Vorhabens gibt es eine eigene Website, dort gibt es u.a. zu lesen: »Das massenhafte Kopieren auf bespielbare CDs droht den Künstlern ihre Existenzgrundlage zu entziehen. Mit Kopierschutzverfahren möchten wir die Rechte der Kreativen schützen.« Und weiter, auf der FAQ-Seite (nicht direkt verlinkbar, dummer Frame drumrum): »Es gibt kein Recht auf Privatkopie. Privatkopien sind erlaubt, aber genauso ist es erlaubt, sich technisch gegen das Kopieren zu schützen. Das ist so ähnlich wie beim Fernsehen. Was im Free-TV läuft, darf ich ohne weiteres anschauen. Deshalb habe ich aber noch lange keinen Anspruch darauf, dass es nur unverschlüsselte Programme gibt. «
Grandioser Vergleich, kann man da nur sagen! Übrigens wird das, u.a. von der Bundesregierung (lt. Heise Online) etwas anders gesehen, Kopien zum privaten Gebrauch sind und waren legitim, trotz aller verzerrenden Propaganda die den Versuch unternimmt den Konsumenten einzuschüchtern und ihm seine Rechte zu nehmen. Wozu werden eigentlich z.B. MiniDisc und MP3-Player verkauft? Soll ich da vielleicht selbst besungene Musik drauf hören? Und das noch, wie bei Sony, vom gleichen Konzern. Da kann man echt nur den Kopf schütteln ob einer solchen Ignoranz gegenüber der Kundschaft.

Zumal die futurezone berichtet dass der Kopierschutz auch auf aus Sicht der Musikindustrie “legalen” Abspielgeräten Ärger macht. Daher gibt es aus meiner Sicht nur einen Weg um die Konzerne zur Vernunft zu bringen:

Boykottiert alle kopiergeschützten CDs aus dem Hause BMG!

Nur wenn die Vertragskünstler der BMG keine Scheiben mehr verkaufen sorgen sie dafür dass dieser Unfug aufhört. Hier kann man schauen welche Künstler in Zukunft nur noch kopiergeschützt erhältlich sind.

Zeugs

Halbes Jahr!

Was ich fast übersehen hätte, wo solche Einträge doch so überaus beliebt sind: Heute ist dieses kleine Weblog genau 6 Monate, 402 Einträge und drei Layouts alt!

Seltsames

Computerdiebstahl-Prävention

[So klaut den niemand mehr] Das Netzbuch vermittelt auch Informationen die im Alltag von enormen praktischen Nutzen sind, wie z.B. Personal Computer Security: »One of the greatest fears computer owners face is the risk of someone breaking into their home and stealing their investment. The effects of data loss, alone, can be devastating! This page will cover a very effective method of protecting your personal computer.
Most criminals will not steal what they are unable to carry. If you make your computer so heavy that it is extremely difficult to lift, the risk of it being stolen is greatly reduced! This is accomplished by following these simple instructions…«

Seltsames

Von Elefanten, Quizshows und dem Weltfrieden

[Chic!] Ein paar Links der seltsamen Art müssen noch raus:

Zum Beispiel schreibt jemand etwas über Elefanten, Highlight dieser Seite ist aber zweifellos das Bild, her mit der Mütze! (Gefunden bei everlasting blort, einer wahren Fundgrube der abstrusen Dinge).

Grandios: Dumme Antworten in Quizshows.
»Frage: Nennen Sie ein Tier, das Stacheln hat. Antwort: Der Stachelbär.« (via alles wird gut)





[Masturbate for Peace!]

Auf den armen George Bush einhacken kann jeder, nun ist an der Zeit selbst Hand anzulegen für den Frieden: Masturbate For Peace. Das ist die Aufgabe für das Wochenende, darum wünsche ich nun ein wunderschönes Selbiges und melde mich Montag wieder. ;-)
(via everlasting blort)

Musik

Kundenbetreuung à la EMI

Schon das oder das gelesen?

Wenn die Mail echt ist dann ist das unglaublich, was für ein arroganter Haufen EMI ist, so springt nicht mal die Telekom oder die Bahn mit ihren Kunden um, man sollte ihnen ihre CDs zu essen geben …

EMI, schon die Sex Pistols wussten damals was das für ein Laden ist:

»you do not believe we`re for real
or you would lose your cheap appeal?
don`t judge a book just by the cover
unless you cover just another
a stupid fools who stand in line
like e.m.i e.m.i e.m.i«
(Sex Pistols – E.M.I.)

Man müsste wirklich einen effektiven Kundenboykott organisieren, was aber sehr schwierig wird da man kaum die Medien auf die Seite der Kunden bekommen wird …

Internet

Roboter geht einkaufen

[Einkaufs-Roboter] Wieder mal etwas Neues von den Roboter-Freaks der futurezone: Ein Roboter namens “Roboka” spaziert im Kaufhof herum und kann über eine Website der Uni Rostock ferngesteuert werden, aber nur nach Ladenschluß, wahrscheinlich damit niemand gelangweilt von seinem Arbeitsplatz den “Roboka” benutzt um Jagd auf einkaufende Rentner und Hausfrauen zu machen …

Löblich: Für Freaks wie mich gibt es auch eine technische Info zu diesem Projekt auf den Seiten der Uni Rostock, er läuft mit Embedded Linux, damit ist immerhin ausgeschlossen dass er eine allgemeine Schutzverletzung bekommt und im Kaufhof durchdreht … ;-)

Übrigens, die UNO ist der Ansicht dass Roboter in wenigen Jahren auch im Haushalt alltäglich sind, gute Sache, nie wieder Staubsaugen!

Internet

Castoren wieder unterwegs

Wie ja “Presse, Funk und Fernsehen” zu entnehmen war rollt wieder unser eigener Atommüll aus Le Hague in Richtung Gorleben, und in guter alter Tradition gibt es wieder von dem beharrlichen und unkorrumpierbaren Völkchen aus dem Wendland Aktionen dagegen. Wer nicht nur der größtenteils einseitigen Berichterstattung aus “den Medien” glauben möchte kann sich bei X-tausendmal quer und Indymedia “von unten” informieren.

Ich kann den Protest verstehen, andererseits können wir ja schlecht den deutschen Atommüll einfach in Frankreich verrotten lassen, da schlagen zwei Herzen in meiner Brust, wie man so schön sagt.

Lagedernation

Hiob war da!

Heute war er wieder in aller Munde, der biblische Held Hiob, denn er verkündete seine Botschaften: 37 Milliarden weniger Steuern, Schelte von den sogenannten “Wirtschaftsweisen” und Tricksen bei der Nettokreditaufnahme, dazu Kranken- und Rentenversicherung, Euro-Stabilitätskriterium, krebserregende Bratkartoffeln – nicht gerade das was man einen Freudentag nennt.

Nun prasseln die klugen Ratschläge nieder, ein glorreicher Herr (ein sogenannter “Wirtschaftsweiser”) meinte man müsse halt auf soziale Gerechtigkeit verzichten dann wird alles gut (das ist nun zugegebenermaßen von mir etwas zugespitzt wiedergegeben).

Aber vielleicht ist es ja gar keine Krise unseres Systems, sondern das System ist die Krise? Vielleicht hält das ganze marktwirtschaftliche Kartenhaus nicht wenn es auch noch näherungsweise “sozial” sein soll? Geschichte endet nie, keine Gesellschaftsform ist für die Ewigkeit (auch unsere nicht, wir leben nicht im alternativlosen Ende der Geschichte), möglicherweise erleben wir nun die ersten Zuckungen von dem was dann in 150 Jahren als “Ende des liberalen Marktwirtschaftssystems” in den Geschichtsbüchern stehen wird …

Internet

T.C. Boyle

[Cover: World`s End von T.C. Boyle] Gerade zu Ende gelesen: “World`s End” von T.C. Boyle. Das war mehr oder weniger ein Zufallskauf der sich als Glücksgriff erwies, wer ein Faible für schwarzen Humor hat sollte es unbedingt lesen. Es handelt sich um die Geschichte eines Mannes namens Walter Van Brunt, dessen Vorfahren holländische Einwanderer waren die sich im 17. Jahrhundert in Amerika niederließen. Die Geschichte spielt in den 60er-Jahren des 20. und im 17. Jahrhundert auf zwei Handlungsebenen, was anfangs wg. der Vielzahl der handelnden Personen etwas verwirrend ist, sich aber nach und nach zu einer tollen Geschichte entwirrt. Großgrundbesitzer, Indianer, Blumenkinder, Reaktionäre, Revolten sowie groteske Un- und Todesfälle würzen die Geschichte und machen es zu einem amüsanten Lesevergnügen (zumindest wenn man wie ich einen leicht abseitigen Humor hat).

Infos zu T.C. Boyle gibt es auf deutsch kurz und knapp hier, ausführlicher ist da schon das Boyle Resource Center (wo allerdings nur eine deutsche Einleitung zur Verfügung steht) und natürlich Boyles Homepage, wo man u.a. im Forum dem Autor selbst Fragen stellen kann.

Internet

Verlierer sprechen Denglisch

Ein genialer Artikel in der Frankfurter Rundschau: To matsch

Da bei der Frankfurter Rundschau leider die Artikel der Online-Ausgabe schneller verschwinden als man sie lesen kann erlaube ich mir hier mal ein längeres Zitat:
»Die Sprachpanscher sind unter uns. […] Hätten Sie Geld in die Sonnendurchbruch Vermarktung AG investiert oder doch eher in die Sunburst Merchandising AG? Diese Firma und andere, einst leuchtende Kometen am Börsen-Himmel des Neuen Marktes sind mittlerweile verglüht. Die Sunburst AG findet sich neben weiteren 46 Namen auf einer Liste mit Unternehmen, die im Nemax notiert waren und in den letzten zwei Jahren Pleite gingen. Die Übersicht legt der Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS) nun unter dem Titel “Verlierer sprechen Denglisch” vor. Alle diese companies pflegten das so genannte Denglisch. Denglisch ist das Esperanto der Jetztzeit und relativ leicht herzustellen: Man nehme einige Brocken Englisch, eine Prise Deutsch und mische dies unter Zuhilfenahme eines funktionsfähigen Silbentrennprogramms. Das Ergebnis: ein Mix, den selbst Engländer oder Amerikaner nur mit Mühe verstehen. «

Aber auch diese (für so manchen in der Geldbörse spürbaren) Erfahrungen schützen uns nicht vor der ausufernden Verwendung von BSE, Bad Simple English:

»Aber ist nicht unser aller Alltag mittlerweile gespickt mit Beispielen für BSE? Ob nun Telekommunikationsfirmen, Versicherungen oder Drogerien, es gibt kaum ein Unternehmen, das in Deutschland nicht mit scheinbar eingängigem Rotwelsch-Englisch wirbt. Was vor einigen Jahren mit der Designerin Jil Sander einsetzte, die schon damals beneidenswert radebrechte, dass ihre neue fashion line von der audience leider nicht richtig appreciated worden sei, hat die Werbeindustrie in letzter Zeit zu neuen sprachlichen Höhenflügen angetrieben. ‚Together. The Future. Now.`, ‚How are you?` oder ‚Come in and find out` – welcher Slogan ist nun der einer Versicherung, der einer Telefonfirma und welcher der einer Parfümeriekette? Wer heute Arbeit sucht, geht ins job center. Je nach business unit, gibt es dort ein case management nach master plan. An einem guten Tag erhält der Arbeitssuchende via quick-Vermittlung ein bridging mit key account-Betreuung. Ohne das entsprechende Quäntchen Glück ist sein Schicksal besiegelt: Er wird zum Job floater. Na denn. Have a nice day.«

Das ist ein Artikel mit dem ich “totally agree”, ich hasse BSE abgrundtief, in der IT-Branche läuft einem das den ganzen Tag über den Weg, besonders wenn die “Marketing Cracks” ins Spiel kommen. Vielleicht brauchen wir, wie die Franzosen, ein “Sprachreinhaltungsgesetz” dass Unternehmen und Behörden verpflichtet im öffentlichen Sprachgebrauch deutsche Begriffe zu benutzen, denn machen wir uns doch nichts vor: Die wenigsten Anglizismen sind schwer übersetzbare Fachbegriffe, gerade wenn PR und Marketing ins Spiel kommen geht es darum durch die Verwendung von wohlklingenden Anglizismen eigentlich banale Erkenntnisse mit der Aura der Internationalität zu versehen.

Internet

Web Gallery Of Art

»Nicht was der Mensch weiß sondern was der Mensch fühlt betrifft die Kunst, alles sonstige ist Wissenschaft.«
(Bernard Berenson, 1897)


Die Web Gallery Of Art ähnelt zwar optisch meiner ersten Homepage aber der Inhalt ist spitze: »The Web Gallery of Art is a virtual museum and searchable database of European painting and sculpture of the Gothic, Renaissance and Baroque periods (1150-1800), currently containing about 11,000 reproductions.«

(gefunden bei Neat New Stuff)

Weblogtalk

krit macht dicht!

Oh je! Verena und Ralph Segerts eZine krit.de macht dicht, warum ist an mir vorbei gelaufen, muß aber wohl mit verhärmten Kommentierern zu tun haben.
Schade! Manchmal hat mich der gute Ralph schwer aufgeregt mit seinen Beiträgen, aber lesenswert war es immer.

Also, Ralph, sei kein Frosch, installiere Dir eine pMachine, konfiguriere sie so dass Kommentierer angemeldet sein müssen und alles wird gut!

Momentaufnahme

Feuer in Baden-Baden

[Baden-Baden 17.11.2002]


Mein Wochenendwohnsitz Baden-Baden ist ein hübsches und beschauliches Städtchen, am letzten Wochenende ereignete sich aber (zumindest für Baden-Badener Verhältnisse) eine große Katastrophe. Im Mode Wagener (zufällig auch mein bevorzugter Kleidungs-Distributor) brannte es, das Bild zeigt das Baden-Badener Feuerwehrauto und eine enorme Menschenmenge am Tag danach, hemmungslos wie ich bin hatte ich die Digitalkamera dabei und natürlich auch benutzt. Der Schaden hält sich glücklicherweise in Grenzen und soweit ich weiß ist niemand verletzt worden.

[Baden-Baden 17.11.02]


Das Dach ist ordentlich zugerichtet worden, wie man sieht.

Internet

PDA für das Handgelenk

[PDa am Handgelenk] “Boyz need Toyz” (wie war das noch mit den Anglizismen), das hier ist eines davon. Ein PalmOS-PDA von Fossil in der Größe einer Armbanduhr, zu haben für 200 bis 300 Dollar (lt. futurezone).

Ausgestattet ist das gute Stück mit einer 33MHz Dragonball-CPU (immerhin doppelt so schnell wie die die z.B. im Palm M105 steckt) und 2 MB RAM (genauso “viel” wie beim Palm Zire), das Display bietet 160×160 Pixel, also auch PalmOS-Standard. Ist halt alles etwas kleiner, für Grobmotoriker ist das nix ….

Also, falls noch jemand keine Idee für ein angemessenes Weihnachtsgeschenk hat. ;-)

Seltsames

Hä?

Ich dachte gerade WorldWideKlein wollte seine Leser auf den Arm nehmen mit der Geschichte von einem Mann der sich in seinen Mac verliebte und der Frau (Frau Eija-Riitta Eklöf-Berliner-Mauer) welche die Berliner Mauer heiratete, aber das gibt es tatsächlich bei Wired zu lesen.

Lagedernation

Lobbyisten-Gejammer

Ha, ein Artikel aus dem prallen Leben: Der Artikel Das Gejammer der Lobbyisten in Spiegel Online bringt uns auf die Spur wo das eigentliche Problem in diesem unseren Lande liegt: Jeder schreit “Weg mit den Subventionen und Steuergeschenken”, aber wenn etwas gekürzt wird jaulen die Betroffenen auf und finden immer irgend einen tumben Reporter der Kamera und Mikro spendiert um die Jammer-Kunde bundesweit in die Wohnstuben zu übertragen. Seien es die Häuslebauer (Warum sollen die Geld vom Staat bekommen? Wenn sie sich kein Haus leisten können sollen sie es halt bleiben lassen, aber nicht aus der Steuerkasse!) oder der medizinisch-industrielle Komplex der sich auf Kosten der Beitragszahler die Taschen füllt (Pharmaindustrie und Ärzte gehören ja bekanntlich zu den wahren sozialen Problemgruppen in diesem unseren Lande) – immer werden lautstark apokalyptische Visionen von Arbeitsplatzabbau und verwüsteten Strukturen gepredigt, ich kann das wirklich nicht mehr hören. Gerade Standesvertreter des medizinisch-industriellen Komplex sind besonders dreist, gerade sie, die sich in der Geldbörse der arbeitenden Bevölkerung munter bedienen, lassen von ihren Oberlobbyisten in die Notizblöcke diktieren dass die Beitragszahler sich von ihrer “Vollkaskomentalität” trennen müssten – schließlich ist es ja wohl superdreist für die horrenden Abgaben auch noch Gegenleistungen erwarten zu wollen.

Ich wünsche der Bundesregierung genug Puste um sich vom propagandistischen Feuer der Lobbyisten nicht beeindrucken zu lassen, ich bin da aber sehr skeptisch ….

Internet

Computer-Museum

[Commodore 128] Eine Reise in die (für die älteren unter uns auch eigene) Vergangenheit gibt es bei OLD-COMPUTERS.COM.
So einen C128 wie auf dem Bild links hatte ich, neben einem C64, auch mal, das Dingen war damals tatsächlich als Alternative zu IBM/Microsofts PC mit MS-DOS und zum Apple Macintosh gedacht, das kann mal wohl in die Kategorie “grandiose Fehleinschätzungen” einordnen. Der C128 war aber gar nicht man so übel, er war neben dem üblichen Commodore-Basic als “Betriebssystem” auch mit CP/M 88 ausgestattet und daher technisch gar nicht so weit hinter IBM und Microsoft zurück (via Netzeitung).

Tja, so klingt das, wenn alte Männer über ihre Ex (-Computer) reden. ;-)

Internet

USA - Land der Dummen?

Ein interessanter Artikel bei Metafilter: Ein vergleichender Geografie-Test offenbarte dass 87 Prozent der getesteten US-Amerikaner zwischen 18 und 24 nicht in der Lage waren den Irak auf einer Karte zu finden, 83% Afghanistan, 70% New Jersey, 49% New York und grandiose 11% (das ist die zukünftige Elite) die USA selbst (CNN). Wer sich selbst einmal testen möchte kann den Global Geographic Literacy Survey selbst ausführen, der Server ist allerdings gerade überlastet und bricht mittendrin mit Time-Out ab. Es gibt da zu jeder Frage weitere Statistiken, ich bin zwar nur bis zur vierten Frage gekommen, aber die USA waren jedesmal Schlußlicht, gerade mal die Hälfte wusste bspw. dass die Taliban und Al-Qaida in Afghanistan zu Hause waren. Nun ja, was will man von einem Land erwarten in dem Rüstung allemal einen höheren Stellenwert geniesst als Bildung …

Interessant ist auch die Diskussion bei Metafilter, einige US-Amerikaner vertreten offensiv die Einstellung (das ist jetzt meine Zusammenfassung): “Wir sind zwar dumm, aber wir brauchen nichts zu wissen, denn wir sind sowieso die Größten.”

Lagedernation

GATS - Schöne neue Welt der Privatisierung

Schon mal von GATS gehört?

Telepolis hat, ein lesenswerter Artikel über das was uns blühen kann wenn die schöne neue Welt des freien Handels mit Dienstleistungen zu einer “Corporate World” (nach dem Vorbild des “Corporate America”, jener Kapital-Junta die die politische Klasse Amerikas durchdrungen hat und nun das Land beherrscht): »Mit dem GATS sollen multinationalen Unternehmen bindende und unumstößliche Verwertungsrechte auf sämtliche Dienstleistungsbereiche zur öffentlichen Grundversorgung in den WTO-Mitgliedsstaaten garantiert und die Domäne der öffentlichen Dienstleistungen womöglich gar illegalisiert werden.«

Entgegen aller neoliberalen Ideologien führt Privatisierung öffentlicher Infrastrukturaufgaben in den seltensten Fällen zu etwas Gutem (man schaue sich mal die britische Eisenbahn als besonders krasses Beispiel an), zumindest nicht für die Kundschaft.

Und weiter: » Es ist nämlich kein Naturgesetz, dass der gegenwärtige technologische Fortschritt, der beachtlich ist und grundsätzlich der ganzen Menschheit zugute kommen könnte, der Korrektur durch einen ebenso beachtlichen Rückschritt in der Politik bedarf, der einer Minderheit Milliarden-Profite zusichert, während der Rest der Menschen zu darben hat. Sondern es ist das vorläufige Ergebnis eines gesellschaftlichen Kampfes, der bislang ohne großen Widerstand von oben gegen unten geführt wird. In einem Moment, in dem die Vokabel “Klassenkampf” im öffentlichen Bewusstsein allenfalls noch als Mythos, als Un- und Schimpfwort für “marxistische Fossilien” Verwendung findet, erstrahlt dieser in Gestalt eines verschärft auf allen gesellschaftlichen Ebenen geführten, neoliberalen “Klassenkampfs von oben” in neuem Glanz. […] Der Kampf gegen das GATS-Abkommen ist dabei nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung, sondern eine Maßnahme, ohne die der Kampf bereits entschieden ist, bevor der Mehrheit der Menschheit gewahr geworden ist, dass er überhaupt schon begonnen hat.«

Nennt mich einen Kulturpessimisten, aber ich fürchte die Sache ist schon gelaufen, es läuft alles hinaus auf ein autoritäres pseudo-demokratisches Regime in dem das internationale Kapital die totale Freiheit geniesst und der Einzelne über ökonomische Zwänge (Abbau der sozialen Errungenschaften unter dem schönen Euphemismus “Modernisierung”) und staatliche Überwachung (Offizielle Terminologie: “Kampf gegen Kriminalität und Terror”) diszipliniert wird. Diese Entwicklung kann man in den USA schon in den ersten Ansätzen beobachten, sogar Teile der Mittelschicht brauchen zwei Jobs um Überleben zu können, soziale Absicherung und Verpflichtung wurden vom Kapital als lästige Übel weitestgehend abgeschafft. In 15 Jahren haben wir das in ganz Westeuropa ebenfalls, wetten?

Zeugs

Schönes Wochenende!

Und damit ist auch diese Woche wieder am Ende, ich wünsche trotz der kulturpessimistischen Tendenzen allenthalben ein schönes Wochenende!

Wenn man sich so umhört und die Zeitungen liest könnte man meinen der Reiter der Apokalypse hat auf seinem Pferd schon den Sattel festgezurrt, so schlimm ist es aber nun (noch) nicht. Aber kann ja noch werden ;-)

Internet

Realitätsfremder Idealist

Da bin ich wieder, ich realitätsfremder Idealist:

»1. Bin ich ein Realitätsfremder Idealist, wenn ich Linux benutze?

Wenn Sie es auf einem Netzwerk-Computer, einem so genannten Server, benutzen: nein. Wenn Sie Windows löschen, um Briefe in Zukunft mit Linux zu schreiben: ja« (FTD, via Markus).

Der Artikel ist eigentlich unterhaltsam, jemand hat da sein gesundes Halbwissen einem mit Nullwissen ausgestatteten Publikum präsentiert. Aber andererseits bleibt einem das Lachen im Halse stecken, denn solche Artikel in solchen Publikationen bleiben bei der Zielgruppe (die krawattenbehangenen Glattgekämmten die das Geld für “IT-Kram” verwalten) hängen und prägen das Linux-Bild.

Webworking

PHPX

PHPX: »PHPX is a web portal system, blog, Content Management System (CMS), forums, and more. PHPX is designed to allow everyone to be able to have feature rich, interactive websites even if you do not know a bit of programming. Some key features include fully integrated forums, downloads, image gallery with slideshow and auto-thumb nailing, support ticket system, GUI interface for web page content management, news with topics and instances and a whole lot more. PHPX allows you to fully customize the look of your site. No more being constrained within restrictive layouts, you say how you want your site to look and PHPX does the rest. Easy to install, even easier to manage, PHPX is the next generation of portal/CMS programs.«

(via Schockwellenreiter)

Musik

Karaoke!

Tolle Sache: Italienische Karaoke-Seite für “Wonderwall” von Oasis (gefunden in der New Joerg Times). Man sollte mal einen deutschen Text dazu schreiben, dann steht dem fröhlichen Trällern nichts mehr im Wege!

“Änt mäibiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiie, jurr gonnabi tze oan zät säivs miiiiiiiiiiiiiiii, änt affter ooooooooollllll, jurr mei wanderwooooolllllll”

Seltsames

Spruch

»Taten von wahrer Größe lassen sich nicht in gewöhnlicher Geistesverfassung vollbringen. Man muß zum Fanatiker werden und zum Sterben lustvoll bereit sein.«

(Ein gewisser Jõchõ in “Der Samurai von Savannah” von T.C. Boyle)

Musik

Phil Collins Kopierschutz

Guten Morgen allerseits, etwas aus den Abgründen meiner Statistik:

Der absolute Renner unter den Google-Suchbegriffen die hier hin führen ist die Kombination Phil Collins Kopierschutz. Liebe Suchende, was Ihr sucht findet man hier nicht, denn (a) Phil Collins wurde hier nur erwähnt wg. seines ungebührlichen Verhaltens gegenüber unser aller Weltmeister Schumi und (b) Kopierschutz von CDs ist immer ein Thema (zuletzt hier).

Phil Collins ist nicht nur für mich (ich denke da z.B. an die einschlägigen Stellen in den Werken von Benjamin von Stuckrad-Barre) der Inbegriff der unkreativen Weichspülmusik, er gab seinerzeit nicht eher Ruhe bis der ja zu Peter Gabriels Zeiten durchaus kreative Sound von Genesis von seinen Solo-Werken nicht mehr zu unterscheiden war. Daher, wenn es schon Solo-Werke von Genesis-Musikern sein müssen, würde ich eher Mike & The Mechanics empfehlen …

Lustig: Gerade wo ich das schreibe läuft Phils neuestes Werk im Radio.

Weblogtalk

Link Cosmos

Ein neues Tool für Weblogger: Technorati Cosmos (oder so, wie das genau heisst ist etwas undurchsichtig, drüber steht “Technorati” und im Text “Cosmos”): »Cosmos allows you to find what`s new in the blogging universe, and find out who`s linking to whom. Simply type in a URL for a blog, website, or interesting article on the web, and Cosmos will tell you which bloggers are linking to the URL« (via Fliegen von ferne).

Von dieser Art Sites gibt es ja mittlerweile eine ganze Menge, unten rechts unter “Weblog-Links” findet man ein paar davon.

Lagedernation

Aufstand der Saturierten

Wie jeden Freitag, hier nun wieder der Kommentar zur “Lage der Nation”!


Wg. des Theaters um den unsäglichen Kanzlersong eines nur mäßig begabten Schröder-Imitators (SWR3s Andreas Müller ist um Längen besser, und hat dazu einiges mehr an Niveau) hat die Verwandlung des rechten deutschen Kapitalbürgertums zu Feuilleton-Revoluzzern irgendwie nicht die Aufmerksamkeit bekommen die sie verdient. Interessant ist die Tatsache dass das “Zentralorgan des kleinen Mannes”, die Bild-Zeitung, auch darauf einsteigt. Der unsägliche Arnulf Baring wird zum “bedeutendsten deutschen Historiker” erklärt, darüber kann ich, auch wenn ich nur Nebenfachhistoriker bin, nur laut lachen, Baring ist mehr eine Art apokalyptischer Guido Knopp, wer Baring letzte Woche bei Sabine Christiansen gesehen hat tut sich schwer ihn ernst zu nehmen.


Nichtsdestotrotz verblüffen Texte wie Bürger, auf die Barrikaden! in der FAZ ob ihrer unverhohlen zur Schau getragenen antidemokratischen Einstellung: »Aber anders als damals [Weimarer Republik ist gemeint, R.] kennt das Grundgesetz keinen Artikel 48, der seinerzeit jahrelang die krisengeschüttelte Republik am Leben hielt. Es scheidet also heute die Möglichkeit aus, mit Hilfe präsidialer Notverordnungen erforderliche, schmerzliche Reformen ohne das Parlament in die Wege zu leiten.« Schade, es gibt keine Möglichkeit ohne diesen lästigen demokratischen Mist sogenannte “Reformen” durchzusetzen. Und weiter: »Wir müssen ernsthaft darüber nachdenken, ob die Verfassung von 1949 mit ihrer vorsichtig ausgeklügelten Machtverteilung nicht jede energische Konsolidierung Deutschlands verhindert.« Man reibt sich die Augen, die Verfassungsfeinde sitzen heutzutage auf den bequemen Stühlen des bildungsbürgerlichen Feuilletons. Schily, übernehmen Sie!


Solche amüsanten Artikel sind aber nur ein Symptom: Die Rechten haben den demokratischen Konsens aufgekündigt, nämlich dass Wahlergebnisse in einer Demokratie zu akzeptieren sind, auch wenn sie einem nicht passen. Also wird die Krise herbei geredet und ein groß angelegter Wahlbetrug konstruiert. An den Problemen Deutschlands ist ausschließlich Rot-Grün schuld, und natürlich diese grenzenlos gierigen Arbeitnehmer (besonders schlimm sind die in den Gewerkschaften) mit ihrem maßlosen Anspruchsdenken. Es ist aber auch wirklich schlimm, wie kann man nur, wenn man Monat für Monat sein halbes Gehalt an Staat und Sozialsysteme abgibt, dafür auch noch verlangen dass Kranken-, Renten- und Arbeitslosigkeitversicherung dann im Falle eines Falles auch Geld rausrücken? Letzteres, verehrte Zielgruppe, ist das maßlose Anspruchsdenken dass dieses Land in die Krise führt, fragt Kampfschwätzer Hans-Olaf Henkel, der wird Euch das bestätigen. Natürlich ist es nicht die Unfähigkeit und die grenzenlose Gier weiter Teile des Unternehmertums dass zu Pleitenrekorden und fallenden Kursen an den Börsen führt, nur die Regierung und die faule Mehrheit der Deutschen sind schuld!


Zum antidemokratischen Aufstand der Rechten schrieb die taz: »Wohin soll also der Aufstand führen? Zu eine Annullierung der letzten Bundestagswahl? Zu einem Sturz Schröders? Zu einer Abschaffung unseres Parteiensystems im Ganzen? Die Frage ist nur: Hat jemand verheißungsvolle Alternativen? Hat keiner. Eben. Solange es die nicht gibt, wird man weiterhin davon ausgehen müssen, dass man es hier mit einer Medienkampagne zu tun hat – und nicht mit tatsächlich politikfähigen Vorschlägen.«


Demokratie, verehrte Zielgruppe, ist nicht nur für schöne Zeiten in denen man keine richtigen Sorgen hat gedacht, sondern muß immer praktiziert werden. Und das “sozial” in der Sozialen Marktwirtschaft ist nicht nur ein Füllwort, sondern ein Anspruch der das Wirtschaftssystem erst legitimiert. Eine Gesellschaft ist nicht dazu da um der Wirtschaft einen preiswerten Raum zum hemmungslosen Geld verdienen zu verschaffen, sondern umgekehrt: Das Wirtschaftssystem ist dazu da um dem Volk (und zwar dem gesamten, und nicht einer kleinen Clique von Raffzähnen, man schaue in die USA und weiß was ich meine) ein möglichst angenehmes Leben zu verschaffen. Wenn es das nicht mehr bringt muß es halt modifiziert werden. Aber zu meinen Deutschland würde durch Billigarbeit, Ich-AGs und Sozialabbau wieder richtig schön ist extrem billig und nur durch ideologische Scheuklappen verständlich. Ich möchte jedenfalls nicht in amerikanischen Verhältnissen leben, also solche wo sich eine Kapitalistenclique den Staat krallt und immer reicher wird und es den unteren 90% immer schlechter geht.

Internet

Fundstücke

[Frankfurt am Main historisch] Eine tolle Site: Frankfurt am Main – Das Goldene Buch: »AltFrankfurt.com ist ein elektronischer Bildband, ein “Goldenes Buch” von Bildern der wunderschönen Altstadt von Frankfurt am Main in Deutschland, einst Europas größtes erhaltenes mittelalterliches Stadtbild.« Letzteres wurde im Zweiten Weltkrieg leider zerstört, auf diesen Bildern lebt es weiter (via Imerologie).

Und Imerologie hat den Tipp von Linkperlen – 7 Links für 7 Tage, eine schöne Site mit interessanten Links zum Herumstöbern.

Auch nicht schlecht: Cookin` With Google. Man tippt die Zutaten in ein Feld und Google sucht das dazu passende Rezept raus, allerdings in Englisch, aber leo.org hilft beim Übersetzen der Zutaten (via Neat New Stuff).