Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Momentaufnahme

Berliner Bilderbogen

Da Kopf und Herz nach dem Berlin-Trip noch nicht im Alltag angekommen sind, gibt es heute einen kleinen Bilderbogen aus Berlin, für das “Alltagsbloggen” fehlt mir noch jeglicher Antrieb.
Das Bild oben zeigt die Gedächtniskirche in der Abenddämmerung, sie wirkte in ihrer Zerstörung sehr seltsam und deplatziert inmitten eines hektischen Straßenfesttreibens (am linken Bildrand kann man noch das Dach eines Standes erkennen), in dem ich mich befand, als ich die Szenerie am Himmel entdeckte. Einen ordentlich Auftrieb gab es bei der Henri Cartier-Bresson – Ausstellung im Gropius-Bau, das Bild zeigt die Schlangen der Kulturbeflissenen, die Zugang zu den Meisterwerken begehren. Die Ausstellung selbst war sehr interessant und umfangreich, es mindert aber das Vergnügen beträchtlich, wenn man ständig Slalom laufen muß, um sich die Bilder anschauen zu können. Neben den bekannten und weniger bekannten Fotografien des großen Meisters gab es auch Original-Zeitschriften mit Bildern Cartier-Bressons im originären Veröffentlichungs-Kontext zu sehen. Und seltene Portrait-Aufnahmen und Dokumente aus seinem Privatbeständen, auch wenn die Ausstellung nicht so gedacht war (als sie begann, lebte HCB bekanntlich noch), die Ausstellung wirkt wie ein Nachruf … Ein Tourimagnet, voller Cafes wo niemals ein Kellner kommt, ist der Potsdamer Platz mit dem SonyCenter. Eine etwas merkwürdige überdachte Scheinwelt, wenn man die Horden darin sitzen sieht, im Sommer, wohlgemerkt, fragt man sich, warum man eigentlich ausgerechnet da sitzen soll, wo doch Berlin so viele schöne Ecken bietet, an denen man seinen Kaffee schlürfen kann. Das Bild zeigt eine der Innenfassaden des SonyCenters, und es wartet im Fotoblog in einer größeren Ansicht von 720 Pixeln auf interessierte Betrachter. Auch sehr beliebt: Die Hackeschen Höfe, hier durch eines der (etwas schmutzigen) Fenster vom S-Bahnhof Hackescher Markt aus gesehen. Benannt übrigens nach Graf von Hacke, der 1750 in seiner Funktion als Stadtkommandant dort erstmals Straßen anlegen ließ, unter anderem die Neue Promenade, wo sich heute die Restaurants und Cafes am S-Bahnhof befinden. Und noch etwas Hübsches im tiefsten Osten, in Lichtenberg: Ein Sonnenblumenlabyrinth. Auf dem Bild kann man im Hintergrund das sonstige Ambiente der Gegend erahnen, die Sonnenblumen sind ein Farbtupfer in einer recht tristen Gegend am Bahndamm.

Unterhaltsame Bloggertreffen gab es natürlich auch ;-), eines mit dee, Martin und Heiko in Kreuzberg, und eines mit Lia, Gabi, Moe, Mike, dem Schockwellenreiter und dem bloggenden Hund Zebu im Sandmann in Neukölln. Und, last but of course never least, bei beiden Treffen dabei, Beate. :-)