Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.

10 Tipps für das Schreiben im "lebendigen" Web ...

Weblogtalk

[Der Autor, beim Denken, mit dem Werkzeug unter dem Arm ...] … gibt es heute bei A list apart zu bewundern (via Couchblog), also etwas web-philosophisches zum Wochenende. ;-)
Das “lebendige Web” ist nach der Definition des Daypop-Menschen Dan Chan der Teil des Webs der sich ständig (täglich, stündlich, minütlich) ändert, also Tagebücher, Newssites und eben auch Weblogs.

Wenn man mal den bei Amerikanern so beliebten Pathos des Textes weg lässt bleiben einige interessante Aspekte übrig.

Bspw. der dass man sich immer vor Augen halten soll dass man öffentlich schreibt, Deine Mutter könnte z.b. demnächst entdecken was Du im Weblog von Dir gibst, daher: “To be honest with the world, you may need to be honest with your mother; if you cannot face your mother, perhaps you are not ready to write for the world” (ebd.). Seltsam finde ich den Tipp 4, “Make good friends”. Da meint der Autor (Mark Bernstein) man solle warten bis das Idol von dem man gelinkt werden möchte demnächst auf einer Tagung in der Nachbarschaft erscheint und ihn oder sie dann einladen. Also ich weiß nicht …

Gut ist auch Tipp Nummer 8: “Be Sexy! […] Undressing, literally, figuratively, or emotionally, has always been a powerful force in personal sites and web logs” (ebd.). Da muß ich widersprechen, man muß Grenzen ziehen, ich möchte jedenfalls nicht mich selbst über eine bestimmte Grenze hinaus im Web präsentieren. Der Grat zwischen “Vertrautheit mit seinen LeserInnen schaffen” und “extrem peinlicher Seelenstriptease” ist sehr schmal, man findet in deutschen Tagebüchern und Weblogs überaus peinliche Beispiele dafür wo der Grat definitiv überschritten wurde, das muß nicht sein. Jeder kann z.B. wissen dass Oasis für mich Götter sind, aber ich würde hier garantiert nicht hinschreiben wenn es Zoff mit der LAG gäbe, genau da verläuft m.E. die Grenze.

Tipp 10 (“Relax”) sollte sich so manche® zu Gemüte führen dessen Weblog/Tagebuch seitenweise mit Tiraden über die Schlechtigkeit der Welt respektive der anderen Weblogger gefüllt ist …

Fazit: Ein lesenswerter Text, sollte sich jede® der oder die das Web vollschreibt mal in einer ruhigen Minute zu Gemüte führen und ein wenig drüber nachdenken …