Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Weblogtalk

Winer-Bashing

En vogue in der Blogosphere, auch in Deutschland: Winer-Bashing. Weil Dave die “für umme” gehosteten Weblogs abgeschaltet hat. Aber, wo Dave Recht hat, hat er Recht.

Man kann sich nicht auf einem Umsonst-Host für die Ewigkeit einnisten und sich dann überrascht zeigen, dass eines Tages Feierabend ist. Erstaunlicherweise sind gerade die Betroffenen die freundlichen, und die, die gar nichts mit der Sache zu tun haben, die Rumnöhler (Zitat): »One thing is gratifying, the weblogs.com users have uniformly been patient, supportive, gracious, and just plain nice. The people who are behaving badly are people on the sidelines. This is a great community, I’ve been serving them for four years for free, and surprise, most of them get that and appreciate it.«

Wer bei mir gehostet ist, braucht aber nicht zu befürchten, dass ich den Mini-Dave gebe. ;-)

Nachtrag: Ausgiebige Diskussion dazu auf Joho The Blog (via Martin)



4 Kommentare



Joern am 17.06.2004:


Pay nothing, expect nothing würde ich dazu sagen.

Ralf am 17.06.2004:

Exakt, so sehe ich das auch.

Josh am 18.06.2004:

So wie ich es verstanden habe, ist die Abschaltung mehr oder weniger ”über Nacht” erfolgt. Ist vielleicht nicht unbedingt die feine Art. Dies wäre aber auch schon die einzig Kritik an herrn Winer.
Was aber an den Reaktionen mal wieder deutlich wird, ist die weit verbreitete “Geiz ist geil”-Mentalität. Alles immer billiger oder gar umsonst wollen.Dann natürlich verlangen, dass immer und überall auch kostenloser Support oder Patches bereitgestellt werden. Kann dann jemand, der über Jahre sein Herzblut und Zeit investiert hat, dies nicht mehr leisten, ist er/sie (wir wollen ja politisch korrekt bleiben) der Buhmann/Frau.
Sehr deutlich wird dies auch im Zusammenhang mit OpenSource. Kaum will man, was völlig legitim ist, denn von Luft und Liebe alleine lebt es sich nicht lange, Geld verdienen, wird man gleich zum Kapitalisten abgestempelt. Gerade Unternehemen wie RedHat, Mandrake, SuSe etc. werden ja von den Linux-Evangelisten inzwischen als die M$ des OpenSource angesehen. Ich habe das Gefühl, dies sind die gleichen Leute, die sich beschweren, nachdem sie Terrabyte-weise illegal Filme und Musik gesaugt haben, wenn die Provider ihnen die Flatrate kündigen.
Leider sind solche “Nehmer”-Mentalitäten weit verbreitet, auch im Privatleben. Ich denke da nur an Sprüche wie, “Du verstehts doch was von Computern. Ich hab da ein Problem.” oder “Du kommst doch über die Firma an Software rann. kannste mir nicht mal eben MS Office, acrobat-writer, Photoshop usw. installieren?”
Der nächste der mich so fragt, bekommt die Tastaur in die Kauleiste gehauen. Wenn er dann fragt warum, kommt die Maus gleich hinterher …”
Aber ich schweife ab und labere zu viel ;-)
Muss versuchen mich über so etwas nicht mehr aufzuregen !!

Gute Nacht.

Ralf am 23.06.2004:

Feste druff, Josh! Ich gebe bei diesen legendären Support-Anfragen immer meine Philosophie zum besten: Dass diejenigen, die es nicht schaffen, ihren Computer zu beherrschen, aus Gründen der Internet-Hygiene leider draußen bleiben müssen. Darauf folgt dann immer die große Stille. ;-)

Bei der Winer-Geschichte waren die Reaktionen der Betroffenen ja okay, sie waren sich der “you get what you pay for”-Problematik wohl bewusst. Laut rumgemault haben die, die damit gar nichts zu tun haben, gerade auch in den deutschen Blogs, die damit erst recht nichts zu schaffen haben. Das finde ich ärgerlich, einfach mal an das berühmte Dieter Nuhr-Motto denken und die Tastatur beiseite schieben hilft den Herrschaften in solchen Fällen.