Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Weblogtalk Internet

Online-Identitäten

Jason Kottke betätigt sich als Online-Detektiv , um der Frage nach zu gehen, ob eine Webloggerin namens “Plaine Layne” mit abenteuerlicher Vita und Sexleben existiert oder nicht. Für die Lesenden vor dem Schirm übt die Frage, ob die Person, dessen Weblog sie lesen, “echt” ist oder nicht, offenkundig eine große Faszination aus. In der deutschen Blogosphere gab es vor einigen Monaten bekanntlich einen ähnlichen Fall in kleinerem Maßstab, als über die Identität einer beliebten “Sexbloggerin” allerlei Spekulationen angestellt wurden.

Der bekannteste dieser Fälle, der in keiner “Kurzen Geschichte des Webloggens” fehlen darf, war der Kaycee Nicole (Swenson) – Hoax, die Geschichte der todkranken Kaycee Nicole, die ihr Leiden am Krebs bis zu ihrem Tod in ihrem Online-Journal beschrieb. Die Geschichte hatte nur einen kleinen Haken: Kaycee Nicole existierte nie.

Weitere berühmte “Online Identity Happenings”, den Kommentaren bei Jason Kottke entnommen:

Die Frage der Identität ist seit Anbeginn der Internet-Kommunikation ein Faszinosum. Man stellt sich bei der Lektüre eines Weblogs immer den Menschen hinter den Worten vor, und wenn sich dann herausstellt, dass die einfühlsame Dame mit dem wilden Sexleben in Wirklichkeit ein gelangweilter vollbärtiger Systemadministrator ist, macht sich Enttäuschung breit. Dabei gilt seit jeher das Motto: »Im Internet weiß niemand, dass Du ein Hund bist. Solange Du nicht bellst.«