Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Lagedernation

Hassprediger beim nationalen Benzinpreisgipfel

Kühl! Ich habe es fertig gebracht, ohne sachlichen Zusammenhang meine beiden derzeitigen Lieblingswörter in der Überschrift unterzubringen: Hassprediger und nationaler Benzinpreisgipfel. Zu ersterem ein Kommentar der linker Untriebe unverdächtigen ftd:

»Kaplan, ein verurteilter Schwerverbrecher, darf nun bis auf weiteres in Deutschland bleiben, um auch noch das letzte Mittel gegen seine Abschiebung auszuschöpfen, die Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht. Für Edmund Stoiber ist das zu viel des Guten: “Ich erwarte, dass im Fall von Hasspredigern eine schnelle Rechtsprechung und eine schnelle Abschiebung passieren”, forderte er am Wochenende – und sprach damit aus, was viele seine Wähler denken: Der deutsche Rechtsweg ist zu lang, und er wird missbraucht. “Mit Leuten wie Kaplan muss künftig kurzer Prozess gemacht werden”, setzte Stoiber noch einen drauf. An manchen Stammtischen wird er damit sicher gepunktet haben, doch für einen anerkannten Juristen wie ihn sind derartige Wild-West-Parolen mindestens eine peinliche Entgleisung.«

Kontrastprogramm, die Realität im Abschiebeland Deutschland sieht so aus: Erhan A., psychisch krank, in Deutschland geboren und aufgewachsen, wird in die Türkei abgeschoben, weil er einfach viel zu teuer ist. Nachzulesen in der FR: »Abschiebung aus Kostengründen.« Alles nach Recht und Gesetz, und das ist sowieso zu lasch. Fragt die Hassprediger: Beckstein, Schily und Stoiber.