Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.

iPod-Legenden im Qualitätsjournalismus

Internet

Christoph Dallach schreibt in Spiegel Online, durchaus euphorisch, über den iPod: »Jukebox in der Hosentasche«

Ich bin ja nur ein Weblogger, darum weiß ich nichts über journalistische Qualitätsstandards. Ich weiß nur, dass die iPod-Mordgeschichte ein Hoax war, und habe dies, nachdem ich darauf herein gefallen war, umgehend korrigiert. Dallach aber führt diese Geschichte, fast zwei Monate später, als “unbelegt” auf. Sie ist nicht “unbelegt”, sondern bewiesenermaßen ein Witz. Ebenso wie die angebliche Warnung der britischen Polizei an iPod-Besitzer, diese wegen der Diebstahlgefahr versteckt zu tragen und die weißen Kopfhörer zu wechseln. Macworld UK berichtete seinerzeit dass die BBC auf diese Story verzichtete, weil sie sich nicht mit Fakten belegen ließ.

Ich stelle mal die These auf: Das, was heute im Journalismus scheinbar “Qualitätsstandard” ist, würde jeder Weblogger, der ein wenig Talent zum Schreiben hat, mit ein wenig mehr Routine in Rechtschreibung, etwas mehr Zeit zum Recherchieren und Zugang zu Archiven und Quellen, auch hinbekommen. Was für den Berufsstand der Journalisten und ihre Ausbildung ein wenig peinlich ist.