Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Lagedernation

Ende des Managements

Josh macht auf einen Artikel in Telepolis aufmerksam: »Ende des Managements«, von Artur P. Schmidt. Schmidt vertritt die These dass man die Tätigkeiten, die sich die Manager als solches selbst als “Fähigkeit” zu Gute halten, genauso gut von Maschinen ausführen lassen kann. Und er rechnet auch sonst mit den hochbezahlten “Nieten in Nadelstreifen” ab:

»Abfindungen in Höhe von fast 60 Millionen Euro sind verwerflich, da dieses Kapital dem Unternehmen entzogen wird und somit die Eigenkapitalquote sinkt. Statt auf Innovationen als Wachstumsmotor zu setzen, fallen einfallslosen Managern meist nur Bilanzmanipulationen und Übernahmen ein, um sich ihre Positionen im Top-Management-Karussel zu sichern.
Zwar sind die Gehälter europäischer Manager im Vergleich zu den USA deutlich geringer, aber dies kann nicht der Maßstab sein, um die moralische Verwerflichkeit ausufernder Abfindungen zu legitimieren. Auch mag man die Zuständigkeit des Gerichtes kritisieren. Da es jedoch in der Wirtschaft durch das Versagen der Aufsichtsräte keine Instanz gibt, die Exzesse von Managern kontrolliert, kann es gar keinen anderen Weg geben, als ein bundesdeutsches Gericht zu bemühen, um Aufsichtsräte zur Räson zu rufen.«

In meinen Augen sind die Machtmenschen aus dem Managerkarussell längst das Hauptproblem der deutschen Wirtschaft geworden, eine Wirtschafts-“Elite” die den eigenen Vorteil und den “Shareholder-Value” zum Maß aller ökonomischen und sozialen Vorgänge macht, delegitimiert sich schleichend selbst und bringt die längst abgelegt geglaubte Systemfrage langsam aber sicher wieder auf den Tisch …