Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Weblogtalk

Me too.

Ein hübscher Beitrag von Heiko Hebig: I am blogging:



»I telnetted into virtual mazes, chatted with total strangers, and built my first homepage. There I was. Everyone please look at me. I am relevant. It mattered, even though it was static. Look at my page. I built it myself. […] My life is a continuously updated thread. My opinion is your filter. You can`t turn back time, but you can track back my weblog. I syndicate. I am blogging.«




So war das bei vielen von uns “alten Internet-Hasen”, war schon aufregend die erste eigene Website ins Netz zu stellen. Mit den Jahren stellt sich eine gewisse Gewöhnung ein, aber hey: Wann in der Geschichte der Menschheit konnten sich “normale Menschen”, ohne Medienimperium im Rücken, außerhalb ihres unmittelbaren Umfelds bemerkbar machen? Wir können schreiben was wir wollen, unsere Bilder und Gedanken zeigen, und es interessiert sogar jemanden. Toll, was?


Kling alles banal, ist es aber nicht. Wenn man sich z.B. einmal die Kommentare im Telepolis-Artikel über Weblogs von gestern anschaut, dann findet man dort Paradebeispiele für Leute die nicht verstanden haben worum es geht. “Wen interessiert das”, fragt da ein Neunmalkluger. Viele, ist die Antwort. Das ist es, worum es im Internet geht. Eine Zeitung oder ein sogenanntes “Content-Portal” mehr oder weniger im Web ist völlig irrelevant. Dass die “normalen Menschen” sich bemerkbar machen, das ist relevant, wir sind relevant. In Ländern wie Iran und China haben das die Mächtigen schon begriffen, und ihre ganz eigenen Konsequenzen daraus gezogen. Bei uns dauert es noch etwas, bis auch der Letzte das “neue” Medium Internet verstanden hat. Man ist halt gewohnt, dass nur das wichtig ist was den Stempel “Ich bin eine Nachricht” deutlich sichtbar trägt. Aber auch das wird sich ändern.