Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Lagedernation

Kost` alles extra!

Eigentlich verfechte ich, gestählt von diversen Semestern Politikwissenschaften, immer die These dass man politische Prozesse analytisch und sachlich betrachten sollte. Nun lese ich aber gerade mal die Nachrichtenseiten durch, und ich bin gerade dabei diese These umzuwerfen. Brandschatzend, dabei die politische Klasse gefesselt vor sich hertreibend, durch das Regierungsviertel von Berlin zu ziehen, erscheint mir ein adäquaterer Ausdruck politischer Bürgerbeteiligung in diesen Zeiten.

Streifen wir doch einmal ein wenig durch die Nachrichten. Trotz ihrer durchaus unterschiedlichen Themen zieht sich eines wie ein roter Faden durch die Nachrichten: Alles kostet extra! “Nothing inclusive.” Monat für Monat bekommt man einen ordentlichen Batzen vom Gehalt abgezogen für die Krankenkasse, zur Belohnung kostet es beim Arzt demnächst Eintritt. Ein noch größerer Batzen geht an Steuern ab, davon werden so schöne Sachen wie Diplomaten, Polizisten und Soldaten finanziert. Benötigt man diese nützlichen Staatsbediensteten einmal, weil man zufällig gerade von finsteren Gesellen entführt wurde, passiert was? Genau, es kostet extra.
Ein weitere hübscher Batzen wird an die Arbeitslosenversicherung abgeführt, Jahr für Jahr wandern die Summen an die Bundesanstalt. Nebenbei, wie einem das die Westerwelles dieser Republik raten, spart man ein wenig für schlechte Zeiten. Nun wird man arbeitslos, und findet nix neues. Was passiert? Genau, man bekommt, zusätzlich zu all dem was man sowieso jahrelang abgedrückt hat, noch seine Ersparnisse für schlechte Zeiten abgenommen.
So alles in allem betrachtet, ist Arbeitnehmer in Deutschland sein ein Garant für einen lausigen “ROI.”

Apropos Westerwelle, dieser hat sich gerade selbst zum Spitzenkandidaten für die nächste Bundestagswahl gekürt. Gut zu wissen, dass es auch in finsteren Zeiten Politiker gibt die sich den Blick für das Wesentliche bewahrt haben …