Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.

Bruder Johannes geht - Floskel-Zeit kommt

Lagedernation

“Respekt vor dem Amt …” – “Die Nachricht wurde allgemein mit Respekt aufgenommen …” – “Das Amt darf nicht beschädigt werden …” – “Beobachter meinen …” – “Nach Ansicht von Beobachtern …”

Ich kann gar nicht ausdrücken wie mir diese ständigen Floskeln auf die Nerven gehen. Was man nach Bruder Johannes` angekündigten Rückzug lesen, schauen und hören durfte war ein tiefer Griff in die Kiste der abgedroschenen Satzbausteine des gemeinen Polit-Journalismus. Man sollte den Damen und Herren Berichterstattern in Berlin ihre Laptops rechts und links um die Ohren hauen.

Und wer sind bloß diese ominösen “Beobachter”, die ständig zitiert werden? Hängen in der Berliner Kanalisation Gestalten herum und stecken was sie sehen und hören den Journalisten zu?
Oder ist es nicht eher so dass Herr oder Frau Journalist um Recherche und Quellenangabe herum kommt wenn er oder sie einfach irgendwas aufschnappt, weiterfabuliert und sich dann auf die dunklen “Beobachter” (oder “informierte Kreise”) bezieht?