Mai 2009

Die Krise des Webdesign-Bloggens, oder: Wo sind die neuen Helden?

Früher, da war alles besser. So um 2004 herum, da schrieben viele bloggende Helden Inspirierendes und Kluges über das Erstellen von Websites. So klug, dass (u.a.) daraus die »Web-Standards-Bewegung« entstand.

Nun haben wir 2009. Die Helden von damals genießen ihren Ruhm durch das Verkaufen von Büchern und dem Halten von Vorträgen. Bloggen tun sie höchstens noch, wenn ein neues Apple-Gadget erworben wurde. ;) Das sei ihnen gegönnt, denn nach den alten Helden sollten, wie überall im Leben, neue Helden kommen.

Und da ist das Problem. Wir finden eigentlich nur noch das hier:

Bild: Schema eines typischen Webdesignblogs Anno 2009

Listenbloggen nach Schema F, Ausgabe »Smashing-Magazin«. Uninspiriertes Raushauen möglichst umfangreicher Listen, die dann wie blöde überall verlinkt und in Deli abgelegt werden und die Werbe-Einnahmen befeuern sollen. Wenn diese Liste tatsächlich die »The 21 Most Popular Blogs for Web Designers« enthält, dann ist das nicht weniger als eine Bankrotterklärung. Die sehen alle gleich aus (siehe schematische Darstellung oben), enthalten alle ähnliche Listen. Eigentlich wirkt die Zusammenstellung fast unfreiwillig satirisch…

Uninspiriertes Listen-Schema hin oder her, vielleicht liegt es auch an mir, ich kenne einfach nichts Gutes mehr. ;)

Also, raus mit der Sprache, wo sind die Blogs, die auch 2009 in guter Schreibe inspirierende und kluge Dinge über das Erstellen von Websites bloggen, auch mal jenseits des Anfängerniveaus und vor allem, in ganzen Sätzen und nicht in Listen?

Bitte herein damit in die Kommentare. Danke.

P.S. Ich bin mir durchaus bewusst, dass in solchen Dingen »selber besser machen« angesagt ist statt andere Blogschreiber zu »dissen«. Braucht man also nicht in die Kommentare zu schreiben. ;) Es geht hier nicht um mich oder andere Blogger, sondern um die stets vorhandene gewaltige und alles umfassende Meta-Ebene über den konkreten Dingen.

weblogs webdesign dev

100.000! 72 Stunden Countdown für Zensursula-E-Petition

netzpolitik.org schreibt:

»Der aktuelle Stand der ePetition “Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten” sind 93248 Mitzeichner. Nachdem die erforderlichen 50.000 Mitzeichner zur Anhörung vor dem Petitionsausschuss in der Rekordzeit von unter vier Tagen geschafft worden sind, ist die nächste magische Zahl die 100.000er Marke.«

Also: Wer noch nicht die Petition gegen das Netzzensurgesetz der Bundesgebärministerin gezeichnet hat: Auf geht’s!

Und nein, Ihr braucht nicht mit einer schwarzen Limousine vor der Haustüre rechnen, wenn Ihr Euch auf dem Petitionsserver registriert, so weit sind wir (noch) nicht.

[Banner von jabka.de, Danke]

[Update 25.5.09 17:30] Und wer sich erst noch informieren muss, findet in der material- und kenntnisreichen kommentierten Linkliste von Netzpolitik.org eine Menge Stoff zum Lesen, Hören und Gucken.

stasi2.0 überwachungsstaat zensursula