November 2008

Von Podcasts, Marathon und Chaos Radio Express

podcast marathon cre

Der Start des Frankfurt-Marathons. Um dort einmal 42 km zu laufen, braucht es über Monate viele lange Trainingsläufe, so zwischen 2 und 4 Stunden. Und das kann ganz schön öde sein, so stundenlang im Wald herum zu laufen und mit sich selbst zu reden.

Und hier kommen dann die Podcasts ins Spiel! Ich habe so einige gehört in letzter Zeit, vorwiegend aus dem Nerd- und Mac-Themen-Spektrum.

Viele thematisch interessant wirkende Podcasts kranken an ihrer Ziellosigkeit. Menschen hocken sich vor ihre Aufnahmegeräte und problematisieren relativ ziellos um ein Thema herum. Das Ergebnis sind dann zähe Podcasts, mitunter in bescheidener technischer Qualität, in einer Länge zwischen 1,5 und 2,5 Stunden, die man wirklich nur hören kann, wenn man eh gerade stundenlang durch den Wald läuft. Man möchte manches Mal anhalten und auf dem Waldboden schauen, ob da vielleicht gerade der rote Faden der Podcaster aus dem kleinen iPod gefallen ist…

Eine rühmliche Ausnahme gibt es, die ich schon jahrelang höre und (glaube ich) noch nie in meinen Blog(s) erwähnt habe:
Chaos Radio Express, kurz »CRE«.

Thematisch zweifellos in der Nerd-Ecke angesiedelt, gibt es nun schon 100 Episoden zu so unterschiedlichen Themen wie die GNU General Public License, Blinde und Computer, Sprachen oder das Künstlerkollektiv Monochrom.

Vor ein paar Tagen gab es die Jubiläumssendung, die Nummer 100. Glückwunsch dazu, es ist schon bemerkenswert über so einen langen Zeitraum (für die schnelllebigen Web-Verhältnisse) am Ball zu bleiben:
CRE100: »Das Internet und die Hacker«

Der CRE-Podcaster Tim Pritlove bittet anlässlich des Jubiläums um Spenden (auch als Podcast), zweckgebunden an eine Bahncard 100, um die thematische Vielfalt des Podcasts zu erhöhen und um mit räumlich entfernteren Gesprächspartnern Sendungen aufzeichnen zu können.

Also, verehrte Zielgruppe: Hört Chaos Radio Express, wenn Ihr’s noch nicht gemacht hat, ruhig auch ältere Sendungen aus dem Archiv, die normalerweise nicht so schnell von der Realität obsolet gemacht wurden. Und wenn’s Euch gefällt, spendet ein Trinkgeld.

Unterstützt unabhängige Podcast-Anbieter, die, als Einzelkämpfer gegen gebührenfinanzierte Giganten antretend, den wahren Geist des Podcastens repräsentieren. Podcasts wurden erfunden, um unabhängigen Stimmen Gehör zu verschaffen, und nicht, um Radiosendern eine Abspielstation im Web anzubieten…

Netztand V: Redundanz

netztand web2.0

Okay, die Zeiten von »eine Frau, ein Blog« oder »ein Mann, eine URL« sind vorbei. Heutzutage sind wir im Netz verteilt, Twittern hier, legen Links dort ab, usw. Und kaum sind wir verteilt, wollen wir uns wieder vereinen. Dazu baut/installiert man sich einen Aggregator, der dann alles, was man erst verteilt, wieder zusammen fasst. Auch dagegen ist ja nichts einzuwenden. Wir wollen überall dabei sein, für jede Mikroanforderung ein spezialisiertes Mikrotool haben, aber dann doch irgendwie wieder eine Einheit mit uns selbst bilden.

Was aber nicht geht, ist: Alle Links in deli werfen, diese dann per Skript twittern, das Getwittere und die Links dann wieder in Blogeinträge aggregieren, daraus dann automatische Blogeinträge erzeugen, die dann automatisch getwittert werden. Und dann natürlich per Skript zu identi.ca übertragen werden. Wir sind Mensch 2.0, alles was wir tun muss überall sein. Und alles zusammen wird dann noch einmal in einen Feed aggregiert. Von manchen Herrschaften lese ich Links und Tweets bis zu vier Mal. Bei aller Sympathie für die sich dahinter verbergenden Personen: Da werde ich bald einmal massiv unsubskribieren müssen.

Versetzt Euch beim Kreuz- und Queraggregieren mehr in »normale« Leser und »Follower«, statt zu versuchen, jeden nur theoretisch auftretenden Fall, wo einer etwas »Wichtiges« verpassen könnte, abzudecken. Danke! ;)

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