September 2008

»Basarpfeile« in iTunes 8 abschalten

itunes macosx osx

Seit es das iPhone gibt, zieht im Hause Apple zunehmend eine Basarmentalität ein. Ähnlich den Strandpromenaden mediterraner Urlaubsorte steht buchstäblich überall einer herum und möchte zum Kaufen im Store animieren.
Neuestes Husarenstück in dieser Richtung: Das brandneue iTunes 8 führt die »Shop-« aka »Basar-Pfeile« (siehe Bild) wieder ein, die man in den Vorversionen abschalten konnte. Nun aber nicht mehr, der Basar darf nicht aus den Augen geraten. Ein falscher Klick, und man landet im Store. Und überhaupt, was ist das für eine Mentalität, die einem in der täglichen Benutzung einer Software ständig »Kaufen, Kaufen, Kaufen, Kaufen, Kaufen« ins Gesicht schreit?

Um das los zu werden, hat man zwei Optionen:

(1) Man kann die Pfeile in Verweise auf die eigene Bibliothek umbiegen, dazu öffnet man das Terminal und tippt ein:

defaults write com.apple.iTunes invertStoreLinks -bool YES

Das habe ich bei einem Fast-Namensvetter gefunden.

(2) Man kann die Pfeile auch gleich ganz abschalten, gefunden bei macosxhints, dazu tippt man ins Terminal:

defaults write com.apple.iTunes show-store-arrow-links -bool FALSE

Wer sich in der putzigen neuen »Kachel-Ansicht« der »Genre-Ansicht« entledigen möchte, kann diesen »macosxhint« beherzigen.

Weg sind die Pfeile, und es kann wieder Musik gehört werden. iTunes an sich finde ich ausgezeichnet, es verwaltet seit Jahren zuverlässig meine digitalisierte Musik-Sammlung und entlastet mich von der Notwendigkeit, Hunderte von Alben in selbstgewählten Verzeichnisstrukturen händig zu verwalten, was nur Windows-Frickler toll finden. Wofür hat man denn einen Computer?

Auch am iTunes-Store ist nichts auszusetzen, sofern man sich für die DRM-freien Titel entscheidet. Aber diese Penetranz, mit der Apple in neuen Produkten an jeder Ecke dem Benutzer die Kaufmöglichkeit ins Gesicht schleudert, nervt.

freedom 0

iphone apple freiheit

The freedom to run the program, for any purpose (freedom 0).
The Free Software Definition

Das eigentlich Erstaunliche an der Geschichte von Almericas vom iPhone-AppStore-Hüter abgelehnter Podcast-Anwendung ist doch, dass sich plötzlich viele drüber wundern. Ja Leute, was erwartet Ihr eigentlich von einer geschlossenen Software-Welt mit Türwächtern, wo nicht einmal die »freedom 0« selbstverständlich ist? Das, was da passiert, ist konsequent und logisch. So geht’s zu auf einer Plattform, wo Bequemlichkeit (für Anwender) und Kommerz (für Anbieter) eine unheilige Allianz eingehen. Es ist das, was Ihr haben wolltet, in aller Konsequenz zu Ende gedacht. Bequemlichkeit hat einen Preis, und der ist Unfreiheit.

Der arme Tim Berners-Lee ist neben der Spur

timberners-lee seltsames stasi2.0

Der WWW-Erfinder Tim Berners-Lee hat natürlich seine ewig leuchtenden Verdienste.

Aber nun ist er komplett neben die Spur geraten: So fordert Berners-Lee doch tatsächlich eine Art »Web-Behörde«, die entscheiden soll, ob auf einer Website die Wahrheit steht oder nicht. Das mit der »Wahrheit« ist ja so eine Sache, schon Thomas von Aquin befand zwar, dass Wahrheit die Übereinstimmung von Sache und Verstand sei, aber darauf kann man wohl kaum ein »objektives« Bewertungssystem für Websites aufbauen. Abgesehen davon wäre das eine Steilvorlage für die Schäubles dieser Welt.

Kurz und gut, eine ziemliche Schnapsidee. Findet auch The Inquisitr:

»He [Berners-Lee] may have created the world wide web, and for that he deserves a lifetime of praise, but the idea that his creation be rated based on rankings around truths needs to die quickly before repressive governments, and those that nearly are, use his words as an excuse to censor and filter the internet further.«

(Via Johannes’ Friendfeed)

Barcamp Stuttgart

barcamp barcampstuttgart bc0711

Wir Karlsruher fahren bekanntlich nur ausnahmsweise nach Stuttgart, was in der Regel ja auch das Beste ist ;).

An diesem Wochenende lohnt es sich aber, denn es ist mal wieder Barcamp-Zeit. Nach dem eher familiären Barcamp in Offenburg wird es dieses Mal voller werden, über 200 Leute haben sich für Samstag angemeldet. Es verspricht wie immer ein interessantes Zusammentreffen von Web-Verrückten aller Art zu werden. Ein paar Themen-Vorschläge sind auch schon da.

Lt. Website sind sogar noch einige Plätze frei, wer also jetzt spät auf den Geschmack gekommen ist, möge sich nach Stuttgart aufmachen. Man sollte sich nicht durch einiges kursierendes Geblogge über die Natur von Barcamps täuschen lassen. Barcamp ist immer das, was man daraus macht, und ich habe meine bisherigen Barcamp-Besuche, trotz ausgeprägter »Start-Up-Geblubber-Allergie«, nicht bereut.

Also, auf nach Stuttgart!

In dem Zusammenhang noch mal der »Klassiker« für Barcamp-Neulinge:
Johannes’ Einführung für Barcamp-Anfänger.

Barcamps und so

barcamp barcampstuttgart bc0711

flickr-Bild: Barcamp Stuttgart - Der Session-Ende-Quitsch-Pinguin

Auch wenn es für mich dieses Mal nur ein »halbes« Barcamp war (das nächste Mal dann wie üblich wieder das volle Programm ;)) , das Barcamp Stuttgart war eine Reise wert.

Wie immer war es schön, Leute aus den Weiten des Web Zwo (wieder) zu treffen und ein bisschen zu plaudern. Die Organisation war exzellent, und die leibliche Versorgung derartig herausragend, dass es zu einem »Foodcamp« erklärt wurde. Ein »Danke schön« an die Organisatoren und Sponsoren, das hat Spaß gemacht.

Im Wiki gibt es eine Liste mit anderen Fazits und Bildern.

Da man es aber mit den guten Sachen nicht übertreiben soll, war das erst einmal meine letzte Veranstaltung dieser Art für dieses Jahr.
Ich kann nach re:publica, Barcamps und diversen Web-Montagen eine gewisse Müdigkeit gegenüber den »üblichen« Zwo-Themen nicht verhehlen. »Bunte« Sessions wie der amüsante Zauberer und die Podcasting-Jungstars und die Atmosphäre an sich ließen zwar dieses Mal keine Langeweile aufkommen, aber es wird trotzdem Zeit, auch mal andere Landschaften zu bereisen.

Mein Programm an Veranstaltungen mit potenziellem Interessensgehalt für die verehrte Zielgruppe für den Rest des Jahres:

  • Macoun’08, eine deutsche Mac-Entwickler-Konferenz, das Thema interessiert mich gerade. Schließlich hat man als »Pragmatic Programmer« jedes Jahr eine neue Programmiersprache zu lernen, dieses Jahr ist halt Objective-C dran. ;)
  • Das iPhonecamp Europe im Dezember in Paris. Zumindest höchstwahrscheinlich. Nehme ich teil, meine ich.
  • Und natürlich wie jedes Jahr zum Ausklang der Congress in Berlin.