Januar 2007

Neujahrsansprache

Ein frohes, erfolgreiches, gesundes und in jeder Hinsicht gutes Jahr 2007 wünsche ich Euch allen!

Der 1.1. ist traditionell der große Tag des Schwadronierens, Resümierens und Prognostizierens. Da machen wir natürlich keine Ausnahme!

Das waren die zentralen Dinge in 2006: Den Heuschrecken »Lebewohl« gesagt – Der »digitalen Bohème« (nun ja, den Begriff gab es da noch gar nicht) »Hallo« gesagt – Wiesbaden »Ade« gesagt – Karlsruhe “Hallo” gesagt!

Und 2007: Spannende Sachen warten, Ihr werdet es mitbekommen! ;-)

Und noch Prognosen für 2007:

  • Große Dimension: Die Politik in ihrem Terrorwahn wird uns in immer neue Dimensionen ihrer Orwellschen Fieberträume einer ganzheitlich überwachten Un-Sicherheitsgesellschaft schubsen, und der Ernstfall für Art. 20 Abs. 4 GG wird langsam aber sicher am Horizont sichtbar.
  • Kleine Dimension 1: Immer mehr Menschen werden im Web als unbezahlte Hilfskräfte für Medienkonzerne arbeiten und sich allen Ernstes für «Bürgerjournalisten« halten. Während sich hinter den glitzernden Fassaden der industriellen Medienproduktion die glorreichen Strategen mit Designer-Brille und Gel in den Haaren prustend auf die Schenkel klopfen…
  • Kleine Dimension 2: Die ersten ganzheitlich obsoleten Web-2.0-Startups werden krachend zusammenstürzen und in ihren Trümmern zeternde Benutzer zurücklassen.
  • Kleine Dimension 3: Im Schatten dieser beiden schlagzeilenträchtigen Dimensionen wird zunehmend ein echter Bürgerjournalismus gedeihen, weil immer mehr Menschen bemerken, dass es nicht der Hilfestellung eines Ruhrgebietzeitungsmonopolisten oder Münchner Medienmultis bedarf, um im Web des Jahres 2007 eine Stimme zu haben.

Wir werden sehen!

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23C3: Das Fazit

Nun ist er also schon wieder Geschichte, der 23C3. Am gestrigen Silvesterabend waren die Nachwirkungen von vier Tagen Congress deutlich zu spüren, ich schaffte es so gerade noch ins neue Jahr hinein, man ist halt keine 20 mehr. ;-)

Der CCC-Congress ist wohl das einzige Ereignis, bei dem man bereits in der Nacht vor dem eigentlichen Start in einer Schlange steht, um das Ticket zu erwerben (Foto: ioerror@flickr). Das ist stets ein neuralgischer Punkt, da es keinen Vorverkauf gibt. Wir waren dieses Mal bereits am Abend vorher in Berlin eingetroffen und dachten, man könne um 01:00 Uhr in Ruhe vorher ein Ticket erwerben, denn man wollte schließlich nicht John Perry Barlow am ersten Tag verpassen. War nix!

Der Congress hat seine ganz eigene Atmosphäre, die man nur schwer denen vermitteln kann, die nicht dabei waren. Er ist nicht einfach nur ein weiteres Geek-Event mit Vorträgen, er ist auch nicht nur Hacken im schummrigen Licht des Hackcenters, er ist nicht nur ein Ort lebhafter Debatten über Themen der Netzkultur – er ist das alles zusammen und viel mehr. Man staunt immer wieder auf’s Neue über die tollen Ideen und Projekte, die dort vorgestellt werden. Bicyclemark hat einige Impressionen in einem hübschem Video zusammengestellt, das schon wieder Lust auf den nächsten Congress macht, wo man nicht mal die Tasche richtig ausgeräumt hat…

Fazit: Mir hat es auch dieses Mal gut gefallen, ein großes Danke schön geht an alle, die den Congress möglich gemacht haben. Und wenn nichts furchtbar Wichtiges dazwischen kommt, bin ich beim 24C3 natürlich wieder dabei.

Ein großes Problem, für das ich aber keine Lösung habe, ist die Sache mit der Konferenzsprache. Ich weiß, der Congress ist international, aber es gab einige Vorträge, bei denen man das Englisch der Sprecher kaum verstehen konnte, weil es von einem heftigen Akzent ihrer Muttersprache durchdrungen war. Und ich kann keinem noch so interessantem Thema folgen, wenn ich mich schon auf das nackte Verstehen der Worte höllisch konzentrieren muss. Martin hat die Problematik schon einmal sehr treffend geschildert. Simultanübersetzungen und ähnliche Dinge sind für eine solche Veranstaltung undenkbar, ergo scheint es so, dass wir uns mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner »Englisch« auf Kosten des Wortwitzes (man kann sich nun einmal in einer fremden Sprache nicht so ausdrücken wie in seiner eigenen) und (zumindest manchmal) der Verständlichkeit abfinden müssen. Schade.

Weitere Zusammenfassungen und Links:

23c3 berlin geotagged

Der letzte Mac?

Nach dreieinhalb Jahren ist es soweit: Mein etwas betagtes gutes altes PowerBook G4 wurde durch ein rasantes neues Macbook Pro ersetzt. Das kleine Kraftbüchlein aus dem Jahre 2003 mit seinen 867 MHz und 640MB RAM war als Hauptarbeitspferd eines als »Digitale Bohème« arbeitenden Webworkers doch ein wenig unterdimensioniert. Grund genug für eine pragmatische Betrachtung der Interoperabilität des neuen Macs mit dem kaputten Industrie-Standard und den philosophischen Aussichten in der Apfel-Welt nach Steves iPhone-Keynote.

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mac apple macbookpro parallels coherence macosx

Netz-Tand 1

Dieses Snap-Zeugs breitet sich aus wie einst die Vogelgrippe im Sommerloch. Überflüssig wie ein Kropf. Die Vorschau ist nicht mal näherungsweise »live«, denn fährt man beim Tim mit der Maus über den Link zum 23C3 (s.o.), so sieht man die Vorschau der Congress-Seite, die aber bereits seit Tagen im Koma liegt. Und wieder ein Spielzeug, das Daten bereits irgendwohin überträgt, bevor ich eine Chance habe, mir zu überlegen, ob ich das will. Tand! Ab zum Flohmarkt damit, bzw. in den Adblocker, einfach alles blocken was snap.com ist.

Übrigens: Netz-Tand wird eine neue Reihe, die regelmäßig die nervigen Aspekte des Lebens im Web anprangert. Das ist auch bitter nötig, selbst Blogs, die ich von ihrem Inhalt her schätze, haben sich die Seitenleisten mit Tand aus dem Spannungsfeld zwischen Spielzeug und der »Ökonomisierung aller Lebenswelten« zugekleistert, das man mit dem »Adblocken« kaum noch nach kommt. Her mit dem Pranger, lasst uns Geschäftsmodelle ruinieren, deren Modell auf ungefragte Teilnahme ahnungsloser Besucher basiert…

snap.com snap tand netztand

Heute frisch: Rails 1.2.1 und Prototype 1.5.0

Tolle neue Sachen warten heute auf den aufgeschlossenen WebWorker:

Ruby on Rails ist auf die Version 1.2 aktualisiert worden, mit vielen neuen Features (und einem sofortigen Update auf 1.2.1). Der Meister hat die Details. Da seit dem Release von 1.1 »echte« Rails-Applikationen »gefroren« (sprich: sie packen ihre benötigte Rails-Version dazu und nutzen diese) ausgeliefert werden, sollte diesmal das große Sterben ausbleiben, wenn die großen »Shared-Hoster« ihre Rails-Installationen aktualisieren.

Gleich enthalten in Rails 1.2 ist die neue Version 1.5 des beliebten JavaScript-Frameworks »Prototype«. Prototype hat sich auch gleich eine großartige neue Website und, das wird Prototype-Tüftler an allen Orten erfreuen, eine neue übersichtliche Dokumentation gegönnt.

Also, auf geht’s! Die neuen Sachen installiert und losgelegt! Heute Abend ist die neue Web-2.0-Anwendung mit knalligen Ajax-Effekten fertig, Holtzbrinck und Konsorten wedeln schon mit den Scheinchen, von denen sie nicht wissen, wohin damit. ;-)

rails rubyonrails prototype dev

Ryszard Kapuściński

(Bild: Wikimedia Commons)

»Wir werden gerade Zeugen eines machtvollen Versuchs des großen Kapitals, der großen Mediennetzwerke, einen neuen Mythos zu schaffen: Es ist die Utopie einer Revolution durch die neuen elektronischen Kommunikationsmittel. Ihr Inhalt ist der Glaube, mit den neuen technischen Mitteln die sozialen Probleme der Menschheit lösen zu können. Und weil es so einen starken Druck und so viele Mittel der Manipulation gibt, glauben das auch viele Menschen.« (Interview mit der Frankfurter Rundschau, 2. September 2000, höchst indirekt zitiert.)

Der große Reporter Ryszard Kapuściński ist verstorben. Einer der wenigen, der sich auf eigene Faust aufmachte, die so genannten Brennpunkte der Welt und die »vergessenen« Orte zu besuchen und darüber zu schreiben. Kapuścińskis Reportagen waren eine ganz eigene Mischung aus Reportage und literarischem Reisebericht, mit vielerlei gedanklichen Ausflügen in geistesgeschichtliche Hintergründe und philosophische Betrachtungen. Im heutigen Zeitalter des »eingebetteten« und des mittels Agenturen aus zweiter Hand im sicheren und warmen Redaktionsbüro »berichtenden« Häppchen-Journalismus wirken seine Reportagen auf eine schöne Art anachronistisch. Kapuścińskis Wissen und Erlebnisse ließen ihn eine kritische Haltung gegenüber den Heilsversprechungen einer Moderne einnehmen, die mit »Fortschritt« für jedes Problem eine Lösung haben will (Zitat aus Lettre International):

»Wissen Sie, was den Analphabetismus in Afrika verursacht? Es ist der Mangel an Stiften. Es gibt Schulen. Aber die Menschen haben keine Stifte. Wenn ich in Afrika durch entlegene Gegenden kam, wurde ich bei meiner Ankunft in einem Dorf häufig von Kindern umringt. Sie bettelten nicht um Essen, auch wenn sie hungrig waren, oder um Geld. Sie wollten meinen Kugelschreiber, damit sie in der Schule schreiben konnten. Vor ein paar Jahren wurden am MIT und in Paris große Pläne gewälzt, Computer nach Afrika zu bringen, um im Informationszeitalter die Kluft zwischen den Besitzenden und den Besitzlosen schließen zu helfen. Aus den Plänen wurde nichts. Aber die Chinesen sind mit Stiften gekommen. Stifte, die drei oder fünf Cents kosten.«

Und Kapuściński war ein kritischer Beobachter der industriellen Medienproduktion unserer Zeit:

»Jede Auswahl der Information ist Zensur. Sie kann autoritär und administrativ sein, wie in der alten Sowjetunion oder im China von heute. Oder sie kann daherkommen als Konsequenz der Entscheidungen von Verbrauchern und Produzenten, die sich dem Massengeschmack anbiedern.«

Verfügbare Texte von Ryszard Kapuściński:

Interviews:

Artikel:

Empfehlenswerte Bücher, selbst gelesen, eine spannende Lektüre, auch wenn die philosophischen Ausflüge manchmal ein wenig kostruiert wirken:

  • »Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies. Reportagen, Essays, Interviews aus vierzig Jahren.«
  • »Die Welt im Notizbuch.«
  • »Der Fußballkrieg. Berichte aus der Dritten Welt.«

RyszardKapuscinski Kapuscinski

Auf der Suche nach dem Brüllr 2.0

Es gibt so Tage. Du sitzt vor dem Rechner, alles was Du hast, ist so alt und gewöhnlich, und Du denkst: »Boah, habe ich jetzt mal Lust, mich bei einem richtigen schönen neuen Web-2.0-Brüller-Dienst anzumelden.«

Einst, 2004, habe ich mich bei Flickr und deli angemeldet und bin mehr als zufrieden. Das funktioniert, auch über die Jahre, und ist einfach gelungen und gut.
Aber das ist bald drei Jahre her, es muss ja auch mal was Neues und Tolles geben. Das zu finden kann ja kein großes Problem sein, denkt man, die Blogs sind voll von Meldungen, wie toll »MeeToor« oder »Geklontes Angebotr« sind.

Aber schon nach kurzer Zeit stellt sich ein Gefühl der Ernüchterung ob des Zustandes 2.0 in den Weiten des Webs ein. Wohin man schaut, ganz tolle Klons von deli, flickr oder YouTube. Und dann klingelt es in der Mailbox. Der 37. deli-Klon aus deutschen Landen fordert mich auf, mir eine LamerBar 2.0™ (siehe Abb. oben) zuzulegen und ihren Klon selbstverständlich zu berücksichtigen. Meine verehrten gegelten Freunde, eher ziehe ich los und lasse mir in einer Piercing-Stube einen Ring durch die Nase ziehen…

Also, die Anforderung für die nächste 2.0-Anmeldung wird spezifiziert: Keinen tumben Klon. Ich will was Neues! Es muss doch in fast 2.5 Jahren Web 2.0 etwas Neues geben.

Mal weiter gucken. Oh, was haben wir denn da beim Herrn Kottke? »I do the right thing«, eine Kopie von digg mit ethischer Komponente. Bei jedem Link soll ich bewerten, in welcher Hinsicht der Link die Menschheit weiter bringt und die Welt verändert. Nicht schlecht, das ist endlich mal was Neues. Aber der Anspruch, jegliches Ding in den weiten des Webs müsse eine inhärente Weltverbesserungskomponente besitzen, erscheint mir bei näherem Nachdenken doch etwas arg anspruchsvoll.

Also geht die Suche weiter. Und was finden wir da:

Twitter. Wie wir auf dem Bildchen oben (CC von david roessler auf flickr) unschwer erkennen können, sind alle Wichtigen dabei. Das muss einfach etwas sein, sonst wären nicht alle Heroen der Web-Welt da drin. Etwas Neues! Also gleich mal angemeldet. Und ein wunderhübsches Gadget für den Mac gibt es auch dafür. Hurra, endlich mal ein neuer Dienst 2.0!

Nun bin ich also drin. In Twitter. Wieso heisst das eigentlich nicht Twittr? Und wozu ist das eigentlich gut? Sagt es mir, ich kann es nicht erkennen.

Okay, ich gebe auf. Oder Du, verehrte Leserin, verehrter Leser, sagst mir nun, was der nächster Brüllr 2.0 ist. Wo soll ich mich anmelden? Aber: Keine Klons, und keine (das ist wohl eine Spezialität in Deutschland) Startups mit dem Geschäftsmodell »Ihr macht gratis die Arbeit, wir nehmen die Kohle, und nennen das dann User-generated-Content und einen Akt der publizistischen Partizipation«. Und?

web2.0 delicious flickr twitter

Brüder im Geiste im gesunden Internet

Schon was älter, aber erkenntnisfördernd! Hu Jintao, chinesischer Staatspräsident, sprach sich für ein (zitiert nach Metablocker) »gesundes Internet« aus. Denn „die Frage, ob wir mit dem Internet zurechtkommen können, beeinflusst die Entwicklung der sozialistischen Kultur, der Sicherheit von Informationen und der Stabilität des Staats“. Darum soll die Regierung “fortgeschrittene Technologien benutzen, um die im Internet geäußerte öffentliche Meinung, besser zu lenken.“ Das Original gibt es bei der Propa…, ich meine, der »Nachrichtenagentur« Xinhua.

Lässt man einmal die blumige Sprache Hus außen vor, könnte das auch von Wolfgang Schäuble stammen. Schäuble erstaunt die Betrachter sowieso jedes Mal, wenn er denn Mund aufmacht und Einblick in seine ganz persönliche Weiterentwicklung des Orwellschen Doppeldenk gibt. So meinte Schäuble gestern lt. Heise bei einer Diskussionsrunde auf dem europäischen Datenschutztag, dass biometrische Pässe dem Schutz der Grundrechte dienen würden. Und an die Mautdaten möchte er auch heran. Grund, wie immer, »Mörder, Terror, Kinderporno«. Und im Internet würde der Bürger sowieso den Datenschutz laxer handhaben…

Sebastian hat eine schöne Liste zusammen gestellt, die schön den Weg in die chinesischen Verhältnisse zeigt. Und die ist auf dem Stand vom 18. Januar…

china hujintao schäuble bigbrother datenschutz doppeldenk

Der Blick über den Teich ist der Blick in die Zukunft

In Sachen Internet, das ist natürlich eine Binsenweisheit, passiert alles, was in den USA zu beobachten ist, mit einer gewissen Verzögerung auch bei uns. Daher ist es interessant zu beobachten, wie mit Time der Archetyp aller Nachrichtenmagazine den »Zeitenwechsel« einleitet. In den Redaktionen der Print-Ausgaben der diversen Nachrichtenmagazine werden fast 300 Leute entlassen. »Online First« ist nun das Motto, SpOn schrieb:

»Online-Publikationen erlebten in den letzten Jahren, während die Print-Presse die schlimmste Werbekrise ihrer Geschichte durchlitt, zwei- bis dreistellige Zuwachsraten. So rundet sich das Bild: Multi-Plattform-Publishing heißt, dass weniger Journalisten mehr Menschen auf mehr Kanälen erreichen – und primär online. Von den Zeiten, in denen man ein Druckprodukt als aktuell verkaufen konnte, hat ›Time‹ jedoch begonnen, sich zu verabschieden. Der Tag gehört der Website, das Wochenende dem Magazin.«

Zeitungen, wie wir sie kennen, werden vergehen. Schaut man sich eine beliebige Standard-Klein-Groß-Mittelstadtzeitung an, so findet man dort seitenweise die Agenturmeldungen, die man schon tags zuvor im Web gelesen hat. Warum sollte man das kaufen und lesen? Die große Chance, nämlich statt Agenturmeldungen originäre Berichte und Meinungen eigener Korrespondenten und Redakteure zu drucken, die über die reine trockene Agenturnachricht hinausgehen, nehmen die wenigsten wahr. Zu teuer.

Konsequenz: Sie werden sterben. Und es wird ihnen gehen wie der ältesten Zeitung der Welt, die »Post och Inrikes Tidningar«, die seit 1645 auf Papier gedruckt wurde. Sie erscheint nur noch online. Zeitenwende.

Dass das Medium »Web« mit seinen Umwälzungen auch für altehrwürdige Publikationen eine Chance sein kann, zeigt die New York Times. Dinge wie »Faces Of The Dead« oder eine technische Spielerei mit Begriffen aus Bushs »State Of The Union«-Rede weisen auf die technischen Möglichkeiten hin, die Medien im Web haben und ihre Rolle als Vermittler von »Informationen über die Welt« auch im Web inne haben lassen kann (via Noisy Decent Graphics). Das setzt drei Dinge voraus:

  • Fantasie.
  • Fachwissen über das Medium »Web«.
  • Den Willen, das Web nicht nur als Werkzeug für Einsparungen zu begreifen.

Randbemerkung: Wir benötigen dringenst vernünftige Recherchetools. Es ist völlig unmöglich, mit vertretbarem zeitlichen Aufwand in einem Werkzeug wie Technorati Kommentare und O-Töne zu einer Sache zu bekommen, die einen Namen wie »Time« hat. Nichts gegen die Tagebücher auf MySpace, aber wenn man nach »Time« recherchiert und erst einmal durch stapelweise »time to brush my teeth« waten muss, dann wird das nichts mit der »Publishing-Revolution«. Wir brauchen also Werkzeuge, die nach Tagebüchern und nach an die Öffentlichkeit gerichteten Publikationen einzelner oder mehrerer Individuen (»Weblogs« ;-)) unterscheiden und die Inhalte zugänglich machen.

presse medien time web2.0 uninformation postochinrikestidningar

Unreflektierter Ausbruch eines durchaus infantilen Markenfetischismus

Nicht dass jemand wg. solcher Unkereien, denkt, ich wäre eine trockene Spaßbremse wie Leos Stammkommentator Dirk. Das Leben ist schließlich viel zu ernst, um sich nicht infantil an einer Sache wie einem putzigen neuen bunten iPod-Shuffle erfreuen zu können. ;-) (Bild: CC, sabellachan@flickr)

Da das Lauftraining im neuen Domizil in Karlsruhe nicht mal annähernd so gefahrenträchtig in Sachen Hunde und Autos ist wie in Wiesbaden, wo sich das Ausmaß der psychischen Deformationen eines nicht unbeträchtlichen Teils der Bewohner in einem Drang zur Haltung möglichst großer und gefährlicher Hunde und einer hemmungslosen Fahrweise manifestierte, ziehe ich nun das Garnieren des Laufens mit musikalischer Untermalung durch einen bunten Shuffle in Betracht. So viel Apple-Fanboy-Snobismus muss sein!

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