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internet historie arpanet

Bild des Notizzettel von Charles Kline

(Bild des Notizzettels von Charles Kline in der Public Domain auf Wikipedia, thanx!)

Die Leute lieben griffige Jubiläen. Deshalb gratuliert heute der New Scientist hinter einer Paywall: »Happy 50th birthday, internet.«

Das ist ein wenig simpel gedacht, aber in der Tat können wir in diesen Tagen den 50. Jahrestag eines Meilensteins auf dem Weg zum Internet feiern. Eines der Vorgängernetze des Internets war bekanntlich das ARPANET (mit dem »Kalten Krieg« als einen der Geburtshelfer). An jenem Sonntag den 29.10.1969 saßen (denke ich mal, vielleicht standen sie auch!) abends gegen 22:30 Professor Leonard Kleinrock und einige seiner Studierende in der University Of California (UCLA) und telefonierten mit Kollegen im Stanford Research Institute (SRI). Das war nicht weiter ungewöhnlich, eher schon der Grund ihres Anrufs. Denn sie hatten einen kühnen Plan: Sie wollten sich erstmals von Los Angeles (Sitz der UCLA) aus in einem Computer im gut 560 km entfernten Menlo Park (dort ist das SRI daheim) einloggen. Student Charles Kline setzte sich an die Tastatur und die anderen hielten Kontakt per Telefon (Wikipedia – »History of the Internet«):

»We set up a telephone connection between us and the guys at SRI…«, Kleinrock (…) said in an interview:
»›We typed the L and we asked on the phone:
›Do you see the L?‹
›Yes, we see the L‹ came the response.
We typed the O, and we asked, ›Do you see the O.‹
›Yes, we see the O.‹
Then we typed the G, and the system crashed…
Yet a revolution had begun.«

Die ersten übermittelten Zeichen über das, was mal das Internet werden sollte, waren also: »LO«

Das war die erste permanente Verbindung zwischen zwei weit entfernten Rechnern. Im Dezember 1969 waren es schon vier Rechner, 1981 deren 213…

Natürlich lief die Entwicklung zum Internet nicht so linear, wie das Feiern solcher Jubiläen immer suggeriert. Wer darüber mehr wissen möchte, kann sich in diese Links vertiefen:

Remote-Backup mit Restic

backup restic osx

Dekobild: Eine quer mit einer Säge o.ä. in zwei Teile getrennte Festplatte.

Backups sind lästig. Aber leider notwendig, denn auch ohne plötzlich auftauchende Finsterlinge, die eine Festplatte mit einem Axthieb sauber in zwei Teile aufteilen (siehe Bild), ist das Risiko eines Datenverlustes durch einen defekten Datenträger immer gegeben. Und wenn es passiert, sind all‘ die schönen digitalen Sachen weg…

Heutzutage möchte man Backups auch irgendwo auf einem Server oder gar »in der Cloud« haben. Dafür habe ich kürzlich zufällig das perfekte Werkzeug gefunden: Restic.

(Photo by Markus Spiske on Unsplash, thanx!)

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Debian Buster kommt angedackelt!

debian linux ppc

Das 15. Release im 27. Jahr der Existenz von Debian: Debian 10 »Buster« ist da! Wie immer wurde das Release nach einer Figur aus der Animationsfilm-Schmonzette »Toy Story« benannt. Diesmal ist es ein Dackel namens »Buster«

Für Desktop-Systeme verwendet »Buster« erstmals den Wayland-Display-Server statt des guten alten X.Org-Server. Da darf man gespannt sein, was Leute davon im Internetz berichten werden. Auf meinem älteren Notebook hatte ich mit Wayland (allerdings unter Arch-Linux) bisher wenig erbauliche Ergebnisse erzielt und habe noch stets X.Org im Einsatz. X.Org ist aber natürlich noch stets dabei. Das ist das Gute an Linux: Man hat immer die Wahl!

Debians »wahrer« Anwendungszweck ist es aber natürlich, eine stabile und verlässliche Distribution für Server zu sein. Und da wurden alle enthaltenen Pakete wie gewohnt modernisiert, damit sie wieder ein paar Jahre »halten«.

Tragisch: Mein altes Powerbook 12 Zoll läuft noch stets einwandfrei mit einem älteren Debian, ich habe es letztens erst mal wieder gebootet. Seit Debian 9 gehört 32-Bit PowerPC aber nicht mehr zu den unterstützten Plattformen. Ein tragisches Einzelschicksal, nie mehr werde ich ein aktuelles Betriebssystem für den Allzeit-Lieblingscomputer bekommen. Die Software ist es, die tendenziell langlebige Hardware vorzeitig obsolet macht. Aber alle schreien nach »Nachhaltigkeit« und verurteilen die Computer-Hardware-Wegwerfgesellschaft mit ihren Elektroschrottbergen. Tja…

Dropbox: Tod durch Featuritis

dropbox nextcloud electron

Dekobild: Eine Mülltonne voller Kartons vor einer weißen Wand.

Es läuft immer gleich: Jemand hat eine gute Idee für die Lösung eines verbreiteten Problems. Z.B.: Automatisches Syncen von Dateien zwischen der »Cloud« und diversen Endgeräten, das gut und problemlos funktioniert. Das hatte Dropbox in der »großen Zeit des Web 2.0« exzellent hinbekommen und wurde schnell populär und der Service zum problemlosen Syncen. Dann wird der Laden größer und größer, denkt sich »Enterprise«-Features aus (die VC-Investoren wollen irgendwann einmal Geld sehen…) und verliert sich in »Featuritis«. Und dann, die suizidale Technologieentscheidung: Sie bringen eine »bloated« App heraus!

Das neueste Opfer: Die gute alte Dropbox!

(Photo by Jilbert Ebrahimi on Unsplash, thanx!)

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Wann kommt die Flut?

An den alten fröhlichen Gassenhauer von Witt und Heppner mussten sich Subskribierende des alternativen »Alles-Feed« (vgl. Bekanntmachung) erinnert fühlen. Im Generator-Code jenes Alles-Feed hatte ich Testcode hinterlassen, der dazu führte, dass die selben Artikel zigmal mit anderer (kaputter ;)) URL auftauchten. Das ist nun behoben, Pardon für die Flut im Reader!

Wir können daraus aber auch etwas für‘s Leben lernen: Immer die eigenen Feeds selbst abonnieren. Der Neuigkeitsgehalt ist bei eigenen Beträgen zwar gering, aber man bemerkt so eine Bescherung einigermaßen zeitig…

miszellen

»Take Back Your Web«

indieweb

Kürzlich fand in Düsseldorf mal wieder die Web-Konferenz »Beyond Tellerrand« statt. Einer der Vorträge war von Tantek Çelik, einem der bekanntesten Proponenten des Indiewebs.

In seinem Vortrag mit dem Titel »Take Back Your Web« (Video bei Vimeo) führte Tantek auf unterhaltsame Weise aus, warum man auf den Indieweb-Zug springen sollte.

Der Vortrag endete mit den Worten (vom Transskript zitiert):

»So I want to emphasise and remind you the four things that we talked about: choose your identity, own your own domain name, choose your expression and only your content. Start posting on your own site, either rather, instead of, or before you post on social media silos. Choose your connections. Decide what you want to show from other things on year site, if you want to show comments, repos, you can choose, which kind of things you show, which kind of interactions. You can choose who they come from. You have all no control. Lastly, choose your experience. Take active control of what you read and consume on the internet. What you read and consume helps shape your own personal story of what the internet's about and what the web is about. Take those four steps. You can take back your web.«

Die Slides kann man sich auf seiner Website noch einmal anschauen.

Also, frisch ans Werk. Raus aus den Silos!

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